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Die Wahrheit · 1911-11-24 · Heft 45 (24.11.1911) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 45 (24.11.1911)
Date
1911-11-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 45. : , , Die Wahrheit.; Seite 7 lühren darf. Wir wollen den Kampf energisch fortführen, weil wir ihn als Liberale für eine Ehrenpflicht halten, und wir Höffen, daß er recht bald siegreich beendet sein möchte. Ich bitte, nnter- -stntzen Sie uns in diesem Kampf, soweit Sie dazu imstande ffind. ' Nerschiedene Nachrichten. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle. XX., O th mar- .gasse-46) BeglMl der Vorträge an Wochentagen 1jß Uhr. Samstag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. Einlrirr frei skr jeden Erwachsenen. Vortrags-Pro g r a m m : Samstag, 35. November, Konzert. Sonntag, 26. November, „Reise-Eindrücke aus Egypten" (mi; Lichtbildern. Frau Müller-Ros e nz w e i g. Montag. 27. November, Thema Vorbehalten, Hof- und Gerichtsadvotar Dr. Th. I e n n e r. Dienstag, L8. November, „Geschichte der Inden" (Zyklus), Prof.Dr. K. Kupfer, Mittwoch. 29. November, „Wohnungsnot und Wohuungsfürsorge". canä. für. Fritz Steiner. Donnerstag, 30. November. „Ueber Geschlechtskrankheiten". (Nnr für Männer). Dr. Otto Sachs. Freitag, 1. Dezember, Blbelvor'rag. Wien. (Vorlesungen i m Wiener B e t h a m i d r a s ch IX, F e r d i u a il d str a ß e 23. Während des Winter-Semesters hält Herr Dr. A. Kamlnka im Bethamidrasch folgende wöchentliche Borlefniigen (Zutritt frei): Jeden Mittwoch, 7—8 abends, M aimonides, More Nebuchim, III. Teil; jeden Donnerstag 6—7 abends, Talmud, Sanhedrin. Wien. (P opnlflr - lu i ss e nsch a ftli ch e Freitag- A b e it d - Bor r r äge am Bet-Hamidrafch „Talmnd-Thora", XL, Malzoasse 16.) Am 24. November: Herr Rabbiner L. Go Idstein: „Ein .Kapitel aus der jüdischen Geschichte". Am 1. Dezember: Herr Rabbiner .H. S ch e n k: „Die Psalmen". Beginn jedesmal um 71/2 Uhr abends. Daß diese jüdischen populär - wlssenschastlichen Freitag-Abend-Borträge unter der Leirnng des itimmermübeit Obmailns, des Herrn Simon B n ch w a l d. eine immer stärkere Frequenz anfweisen, zeigt, daß sie einem Bedürfnis entsprechen. Lob. erntete schon am ersten Abend Herr Rabbiner Schenk ein. Die „Hygiene i n u n s e r e r Thor a" bildete den Stoff des zweiten Bortrages, gehalten von Pros. A n tsch e rl am letzten Freitagabend. Voller Spannung lauschten die zahlreichen Zuhörer den an eingestreuten Episoden und Vergleichen mit der modernen Hygiene reichen Schilderungen des .Vortragenden. Der Hinweis ans die Dresdener .Hygienische Ansstellnng und speziell aus die jüdische'Abteilung derselben, die den verdienstvollen Herrn Rabbilier Dr. G r n n w a l d-Wieir zu ihrem Begründer und Leiter unddie Wiener Kiiltnsgemeinde zur ersten und größten Förderin neben noch ändern Gemeinden und Privaten hatte, erweckte das besondere Interesse aller Allwesenden, die der Bereinsleitung und dem Redner am Schluffe des Abends ihren besonderen Dank ausdrückten. . . . . Wien. D er „Verein jüd. jug. Arbeiter, Wien," weränstaltet am 3. Dezember in den Sälen des Cafs Prück.l X, Stubenring 24, Ecke Wollzeile, einen Unterhaltttilgsabettd unter Mitwirkung mehrerer Kuttstkräste. Anschließend Tanz und eine Damenschönheits-Konknrrenz mit 3 wertvollen Preisen.' Jnxvöst. Jnxbazar. Saaleröffnnng '9 Uhr abends. Regiebeitrag 70 H. Wien. (K i n d e r b e k l e i d n n g). Der „I s r a e l. Frauen- W ohlt ä t i g k e i t s - B e r e i n für die Bezirke Wieden- Margareten i n W i e n, V.. Siebeübrnnnengaffe Nr. 1, hat auch Heuer wie seit vielen Jahren 7 0 S ch u l kr » d e r mit vollständiger Unterbekleidung beteilt. - - Wien. (Z u in f ü u s z i g j ähr i g e m B estand des i s r a e l it i sch e il S t u d e « t e n U u t e r st ü tzu n g s v.e reines. Am 2. Dezemberd. I. begeht der „Verein zur Uilterstützling mittelloser, israelitischer Studierender in Wien" die Jubelfeier seines fünfzigjährigen Bestandes. Wohltätigkeit von bleibendem Werte-und von emineilter Bedeutung hat diese Institution fünf Jahrzehnte hindurch reichlich, geräuschlos und unermüdlich geübte Mehr als 12.000 jüdischen Studierenden aller Herren Länder, die an . den Wiener Hochschulen ihren Studien oblageir, wurde -durch die Gewährung von Kollegie'ngelder. Rigorosen-.und Promotions- Taxbeiträgeu mit einem Aufwaude von fast einer halben Million Kronen die Erreichung des erstrebten Zieles, vielfach die Erlangung .angesehener Lebenssteünngen ermöglicht. — Eine im Jahre 1861. gehaltene Exhorte des damaligen Religions-Schnlillspektors Dr. Gerson , W o 1 s hat zu der von ihm in Gemeinschaft mit Jsak Noah Mannh e i m e r, Rabbiner Läzar Horovitz, Moritz Freiherr v. König s w ärt'er,-Julius Ritter v. G o l d f ch m i d t. und Emanuel B i a ch vollzogenen, so segensreichen Bereiilsgründullg geführt. Nicht Almosen wurden den Studierenden zugehacht. sondern Darlehen, welche die. Empfänger znrüHählen sollten, wenn .eslhre-Berhältniffe gestatten. So hatten es die Gründer ftstgelegt, so wurde es bis zum heutigen Tage im Vereine gehalten. Allerdings erinilern sich nur Äemqe ihrer Schuldund die Eingängean Rüchählungen sind nicht allzureichlich g'eslöffen. Aber der Hauptzweck der Satzung, das Schamgefühl der Stndieren- Dell -zn schoiiell.. wurde wohl erreicht.- Im Stillen hat^der Verein seine 'Gömier geworben, ^welche die . Mittel zur Entfälchüg/ dtr^ ersprießlichen . Wirksäinkeil geboten haben und nicht mit Festen und Veranstaltungen, deren Regien gewöhnlich ein Großteil der Einnahmen verschlingen. Es kann daher die Jubelfeier, mit welcher der Verein zum ersten Male in die -Oeffentlichkeit tritt, auf umso lebhaftere Sympathie hoffen. Der Bereinsvocstand, als deffen Vorsitzender der Sohn des Gründers, Hof- und Gerichtsadvokar Dr. Hermanri Wolf sriirgiert und dem die Herren: Notar De. B e r m a n lt, Kais. Rat Leopold L a n g e r; Ulriv. Prof. L opold K ö n i g st ein, Doz. Dr. Arthur Mahler, Dr. Moriz Schuab l und Franz Tür kl angehöre», veranstaltet Samstag den 2 Dezember d. I. um ljil Uhr abends einen Festgottesdienst im Stadlrempet. bei welchem Oberrabbiner Dr. Güdemann die Festrede halten wird. Sonntag den 3. Dezember findet um 10 Uhr vormittags im Sitznngssaale der KnlrilSgelneinde eine Getteralversaminlnng und Festsitzung statt. Zur Jubelfeier erscheine eine Denkschrift, die, vom Sekretär des Vereines Guido Fuchs gelb eingeleiter und redigiert, nebst der Bereinsgeschlchce alt» inrereffanten statistischen Tabellen, fast 100 literarische, musikalische- und künstlerische Widmungen hervorragender Männer nnd Frauen unserer Zeir enthält und ili ihrer eleganten, geschmackvollen Ansstartilllg gewiß allseits Anerkemlnug finden wird. Durch den Versand der Denkschrift sollen dem Vereine neue Mittel zugesührr, vielleicht auch manche Herzen an Dankesschuld erinnerr werden. Der Sitz des Vereines befindet sich: I., Seitenstettengaffe 2. Wien. (Heimstätte für s ch m ach s i n ni ge K i n d e r des B e r e i n e s „P r o v i d e n t i a".) Der Franeil-Wohltärkgkeirs-Becein „Providentia" hat für seine seit sieben Jahren im Betrieb stehende humanitäre „Heimstätte für schwachsinnige Kmder,, das Haus II. Darwingaffe 5 tarnt zugehörigem Garren erworben, durch Schaffung eutiprechender Unterrichtsräume, einer praktisch eingerichteten Schulküche und einer Anzahl von Baderünmen zweckmäßig adaptiert, sodaß nunnlehr die armen Vereins» schützlinge der Helinstältensürsorge in geistiger nnd körperlicher Beziehung in erweitertem Umsange nnd hygienisch günstigeren Verhältnissen teilhaftig werden. Derzeit genleßen 33 schwachsiilnige schulpflichtige Kmder aus den älmüen Schichten der Bevölkerung die Wohlraren der Anstalt, deren Wirksamkeit erst kürzlich von der Freiherrlich Rothschild'schen Familie durch Zmveisung eines Betrages von X 10.000.— aus dem Nachlasse des Herrn Baron Albert Rothschild, gewürdigt worden in. Die feierliche Eröffilllng der neuen Heimstätte des Vereines hat am ly. d. M. durch den Gesamtvorstand des Vereines im Beisein von Vertretern der Behörden und zahlreicher angesehener Persönlichkeiten der für Wohltätigkeirsaktioueu sich lirteresiierendeil Gefellschastskeise startgesnildell. Nach der Begrüßungsansprache öcr in Vertretung der Präsidentin Frau Berta Neumauu sililgierenden Bize-Präsideiltin Frau Mathilde H e r z l, welche in pietätvoller Weise der verstorbenen, um das Gedeihen der Heimstätte hochverdienten Pädagogin Fräulein Rosa G o l d h a m m e r gedachte, hielt Ehrwürden Oberrabbiner Dr. Güdemann die Weiherede. Hieran schloß sich ein Bortrag des bestbekaunten praktischen Arztes Dr. Ignatz Weiß; über Notwendigkeit, Zwecke und Ziele der charitariven Privatwohltätigkeit, im besonderen über die durch 86 Jahre entfaltete Tätigkeit des Vereines „Providentia", desseir Humanitären Bestrebllngen nnnmehr durch die Eröffnung der segensreichen Heimstätte im eigenen Hause gekrönt worden sind. Nach weiteren Ailsprachen der Schristsühreri» Frau Bra nd, des Kultnsvorstehers S. B r o d und der Frau Charlotte Fr i schauer. Präsidentin des Franz Josef Kinderhort, schloß die Feier mit der Absingung der Bolkshymne durch die Anstaltszö-glinge. Hieraus erfolgte die Besichtigung der Anstaltsräume und der Halldarbeitansstellnng der Zöglntge. Unter den Anwesenden bemerkte man: den Referenten für polizeiliche Jllgendfürsorge R e g i e r n n g s r a t W i n d t in Vertretung des Polizeiprüsidiilms. den Pol'zeiberzirksleiter Dr. Markup und den Kommiffär Adler vom Polizeikoinmiffariat Lsopoldstadt. Rabbiner Dr. Fenchtiv a n g, die Kultnsvorsteher S, B r o d, Emanuel G r ü ir w a l d, Adolf Schrämet, den langjährigen Anstaltsarzt der Heimstätte Dr. S. Kozitschek. Oberlandesgerichtsrat Dr. Löwne r, Jndnstriellen Jnlius Wolf, Religionsproieffor Daniel Skutetzky, Notar Dr. Bermautt, Architekt Reiher. Sekretär Dr. Arnold Ascher. Direktor S. Heller, Direktor Max Fischer, Amtsleiter Rudolf Kraus, t. u. k. Oberoffizial Leicht; die Damen: Emilie Weiß, Giiella Bien, Amalie Brüll, Mina H a l p e r n. Henriette K v r ir f e l d. Johanna Beck. Frau kais. Rat Weil, Henriette G r ü n w a l d, Jda F i g d o r, Jlka Reiß. Berta Wackler, Regine Köpfte in, Johanna Fröhlich. Frau kais. Rat N e n m a nn. Alice B r o ck n e r, Jda D i a m a n t, Sophie G r ü n s et d n. a. Dem Vorstände des Vereines „Providentia" gehören an die Damen: Frau Honora Krall» Ehrenpräsidentlu, Besitzerin des goldenen Verdienst» kreuzes. Frau Berta N e n m a n n, Präsidentin; Frau Dr. Mathilde Herzl, X Bize-Prästdentin; Frau Oberlandesgerichtsrat Dr. Rosa L ö w n e r. II. Bize-Präsideiitm; Frau Anna B r a n d, Schriftführerin; Frau Dr. Berta Hecht. Kasfierin; Frau Dr. Ernestine Thenmann, Kontrollorin; ferner die Damen A b e l l e s Johanna, A d e l b e r g Berta, Adler Berta, Dr. Rosa A n s ch e rl ik. Dr. 59 er in a u u Helene, Dr. B erniann Hilda. B rech er Ludowika, H a a s Marie, Nuß da nm Berta, Dr. Pas sau er Antonie, Popper Hermine, StranSky Paula. S n b a k Rosa, The u m a n n Jenny, Wolf Sidonie; als Beiräte die Herren Dr. Karl Stein, Hof- und Gerichtsadvokat, und t. f. Notar Dr. Julius B er mann. — Speirde n anläßlich der Erö f f,n u n g der Heimstätte. Iran Berta Neumann, X 1000; Dr.. Mathilde Herzl. X 3000; Ungenalmt, X 1000; Herr Dr. Richard Nenmann X 250; Herr und Frau Julius Wolf X 1000; Herr Josef Neumann X 20; Frau Minna Bruckner X 10; Frau Elise Leßirec X 10; Fcan Irma Keller X 10; Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Joses Löwner X 30; Herr Dr. Karl Pfeffer X 200; Frau N. N. X50; Frau Hermine Pölläk X 20; Frau kais. Rat Arnold Fröhlich X 20. / Die».' Der Rabbiner nnd k. ». k. Feldrabbiner Dr. Bernhard Templer hat inXeucer am 18. d. M. im Hnbertempel an die Mittelschüler gehaltenen Exborte eine Parallele zwischen der Stamlnutter Sara und der Landesmutter Elisabeth gezogen. In zündende» patriotischen

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