Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 41 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Teile 8. .Dih, Wahrheit. M m. sidenteu hsss .Hllmanitätsvereines.: Bfuai-B'rith..-„Eintracht^, ..Heuar- D.r.^ WilhÄlmL ö w y, denBprsteherlder ChewräAädischäHerru LeopÄdVÖ. i-.t'Io, fast^tür-gesamten Vorstand Des Änterstützungsvereipes fütr arme altk/Mänirer; Köln. Vprstaudie/des Brigitte«auer:lTempelvevejn es: dieU HetreftiDr.HJosef Ko-h-P, -M r -/ehre zgroße^ Gchgar KtzEFrkKydebeider Familien. ,Zu.glänzender Werseversah Operkautpr, B y js e.r.^ die. kanioralx Fmiktion' Md'".Rabbküer/'Dr.'^Üb e l t% 'öer.Feir'.TrduWWH Wlhpsg/hteÜM'^d^ .‘^cdi^aqx1 eÄe genlÜtpblle Änspra che/' " ' ’-'V- ■ /•* Wien (Sft'ttfre%;6-k g- 3 -u*g lrJ'Doittierstäg,JWu' *19.'fr,- Wifjk Hier Frmi'I^r ne^/die MMer Hes^Kultrls8orstehe.rs H^rn-A:^ Hqnlmerlief^rauterr'.Mäx -^ftlirr,. -Mter-lünZewöhplichj? starker,Metötigiutgi der besten Kreise Unserer jüdischen Gesellschaft zu Grabe getragein Nach einer kurzen Trauerfeier .im Hause der Verblscheüeu begleitete ein schier endloser Wageuzug die Leiche nach - dem Zenttalfriedhose, wo nach den üblichen Trauergesängeu, vorn Ersten Kantor Herrn S ch leiser und dem Chor des Fünfhauser Tempels: vorgetragen, Herr Rabbiner Dr. G r u n w a l d ein. lebenswahres Bild der in. weiten Kreisen hochgeschätzten Matrone entwarf.' zum Schluß den Humanitären Bestrebungen' Lob spendete, die von der Familie der Verstorbenen in hervorragendem Maße gepflegt werden. Unter den Trauergästen bemerkten wir n. a. die Herren Kultusvorsteher Carl Lemberg e r, Dr. Marcus S p i tz e r, S, S keine r, Herrn kaiserl. Rat Dr. Lieb e.n, die Herren .Amtsleiter F reist ad t. Sr an s. den gesamten Bethausvorstand des XIII. Bezirkes unter der Führung des Obmannes Dir. Dr. Sreuberg er, Herrn Obmann derBezirkskommissiowXU.—XV. Sam. Mohr und die Damen des Hietzinger Frauenvereines. :Wien. In Ergänzung unseres vorwöcheutlichen Berichtes über die Beerdigung des frühverblichenen Herrn Isidor B e l s ttagenwir noch ergänzend nach, daß in der Zeremouienhalle Herr Rabbiner Dr. Bach die. ergreifende Trauerrede hielt und nach ihm sprachen Herr Rudolf Goldstern, Namens des Vereines der Kleingewerbetreibenden, dessen Vorstandsmitglied der Heimgegangene war und.Herr Dr. S. R. L a n d a u. Dresden. Die „Historische Abteilung" der Internationalen Hygiene- Ausstellung Dresden 1911 gibt auf zahlreiche. Anfragen bekannt, daß das in ihrem Verlag erscheinende,- von Dr.. Max G r u n w a l d, Wien Herausgegeheue Buch „H y g ieu e d e r Jud en" bis zum 1. November d. I. zum Subskriptionspreise von M 12.— durch sie, von da an für M 15.— durch den Buchhandel bezw. direkt vom Verlag zu beziehen ist. ' London. Der bisherige Oberrabbiner.von Frankreich Israel Levi soll zum Nachfolger Dr. Adlers als Oberrabbiuer von England designiert sein. Wie es heißt, ist die Wahl des großen Synagogenrates auf den Genannten gefallen; er durfte bald sein Amt in England antreteu. Levi steht gegenwärtig im 52. Lebensjahre und erfreut sich in Frankreich nicht bloß als Gelehrter und Autor, sondern auch als Prediger und Seelsorger großer Wertschätzung. Levi ist der Verfasser zahlreicher historischer Schriften und hat die hebräische Literatur um viele wertvolle Werke bereichert. In religiöser Beziehung gilt er als Vertreter einer extrem-radikalen Richtung und dürste dadurch gegenüber der starken konservativen Sttömung in England einen harten Stand haben, vielleicht gar zu Spaltungen Anlaß geben. Indes wollen die Kandidaturen nicht ruhen. Genannt. werden noch die Robb. Dr. L e w e n st e i n -Kopenhagen» M a r g u l i e s -Florenz. No b e l-Frankfurt.. Als aussichtsreichster Kandidat aber gilt nun neben dem Dajan Rev.Hyamsou.der in nächster Zeit zum Dr. der' Philosophie promoviere n soll, Rev. Dr. Abrahams ans Sydney, ein Bruder des bekannten Gelehrten Jsr. Abrahams ist Oberrabbiner für die jüdischen Gemeinden Australiens und stand als Chacham der portugiesischen Gemeinde London in Frage, ehe Dr. Gaster dieses Amt annahm. Die Berufung scheiterte an den Bedingungen, die der portugiesische Gemeindevorstand stellte und A. ablehnte. A. hat das Hildesheimer'sche Rabbinerseminar in Berlin absolviert. Jüdische Bühne. Direktion M. Siegler, Hotel Stefanie,H, Taborstraße 12. Ab Freitag, 27, Oktober täglich. „Mein Wabs Freund" von I. Latainer. Sonntag nachm, halb 4 Ähr. „Die jüdische Neschome" von I. Gordin. Mittwoch nachmittag, halb 4 Ähr, „Sulamitb", Operette von A. Goldfaden. Studenten zahlen au Wochentagen halbe Preise. In Vorbereitung: „Das wahre Piutale Jüd". Die Arautwaht. Humoreske von Babette Fried. (Fortsetzung.) Schön wie Sarah, klug wie Rebekka, hold wie Rachel, ergeben wie Mirjam, gastfrei wie Zipporah, mutig wie Debora, treu wie Ruth,/edel wie Esther, . alle diese Namen mit dem diesbezüglichen Epitheton schwirrten - durch die Lust, - so daß niemand sein eigenes Wort hörte. . - „So kommen wir niemals zum Ziele," rief der Vorsteher. „Einer nach dem andern muß sprechen. Bitte, Herr Doktor, machen Sie den Anfang." Der Doktor erhob sich von seinem Sitze und sagte: „Meine Herren! Wenn mein Freund den Wahl entsagt hat, und dieselbe ans unsere Schultern wälzt, so glaube ich, daß eine Brantwahl a la Aekasehwerosch am geeignetsten sei." •yfrui WWNoäischMMWe..wfttMiDnst genommeil^und fandm ungeteiltenMEall^M/^ .ftz üt .r/.u i i ißsn,;i ]p,: üi|>e 1^5 £>Jtt o.r* v It 1 Iebiii i i iVViS _S'0'Üi(y ftytf. Jilifilsi} I rn't?sL'NachdÄn,-dieirKnjtusgejiieilrbecsHönriWaslölviW ÄichtiWlsl j l'SHijPtzvvZuzairrbestjmWr wivchäZ wh'emaHW PerstW-Mdi-sM MiH \ während süuchj!BMerperVde)K-svübstiußft:jtsiLjich teijie^s-MendE i Bvten.laMgesMdetuwßrMMsottdermiW'g^jiügEe,Mst Jsiik Schames. \ in;-gewohnter Weise ^seinei, Emidgaltg HuE KHM^2iilächte- und überall ansagte, daß die iVäter ihre helratsfähigen- Töchter; an' einem bestimmten-Tage in Kahals Haus Bringen sollen, wN der Vorstand unter ihnen die Wähl, einer geeigneten Person zur Rebbezin vornehmen werde. Da,gab es' Krawalle in diesen sonst/so ruhigen Familien. Die- Töchter sträubten' sich gewaltig dagegen, sich an dieser Ausstellung zli beteiligen. Jede vonHhnen wäre - wohl gerne Rabbinerin geworden, aber aus - diese Weise wollte es.keine versuchen. ' ' '■ ' ’ So kam es, daß zur entscheidenden Stunde nur ein einziges- Mädchen im Gemeindehause erschienen war, und zwar gerade' dasjenige, von dem man es am allerwenigsten erwartet hätte, ba»: stillste, bescheidenste, ansprilchloseste Ding aus der Gasse .Melameds ^) Perl: Unterdiesen Umständen bereitete die'Wähl/ keinerlei Qnal, und Perl Alelauieds wurde, in Ermmigelung jeder Konkurrenz einstimmig zur künftigen Rebbezin erwählt. Das hold ' errötende Kind verneigtesich dankend vor der illustren Versammlung und sprach mit sanfter Stimme: „Wenn ich dem an alle Mädchen der Gemeinde ergangenen Aufruf Folge leistete,, so geschah es nicht aus. UeberHebung, sondern ans Liebe, zu meinem guten Vater, der sich-.überglücklich schätzen wird, mit dem von ihm hochverehrten Rabbi in ein so nahes Verwandschafts- Verhältnis zu kommen; ich knjipfe jedoch eine Bedingung daran r So länge michder Rabbi nicht persönlich kennt, nehme ich die auf mich gefallene Wohl nicht.an." v. „Was denkst Du, Mädel!?' sagte der Vorsteher, „ein so- ' frommer Mann, wie der Rabbiner es ist, wird sich ein Mädl' anschaun gehn? Das tut er ans keinen Fall!" ' „Das verlange ich auch,. Gott behüte, nicht von ihm, aber ich selbst begebe mich unter einemWorwande zuihm." .Die Herren waren ganz!'verblüfft über die Ohuzpe vor dem Haurigl, und ehe fie; von sihrenr Erstaunell zu sich selber kamen, war die -'angehtnde-/Ddlle/Hevschwundeü. ' An der Hand von des Räbbi Schwester trat hold errötend^ ein liebliches Mädchen in die Stud.ierstube des Gelehrten. ' „Bruderleben,- dies ist. des Melam.eds Tochter Perl. Sie kommt mit einer Schaaloh^), trantWch aber nicht recht." „Ei, warum, liebes Kind", meinte? freundlich der Rabbis '„Der Name Deines Vaters ift eift-.gnter .Empfehlnngsbrief/ iu diesem Hause und 8oüaa1o8 fta8ftsü.sii ' ist mein Berns und meine Pflicht. Also was ist es?"- - ' .7-,:- . - „Ehrwnrden", begann -das Mädchen, „ich komme, .eineaparte Frage an Sie zn stellen. .In den- Benediktionen, die man jeden Tag morgens verrichtet,, ist ein /Segensprnch, -der mich- . immer wundert, und da habe ich mir Mut gemacht, Sie darüber zu befragen. Der Mann , dankt -mit» Selbstbewnßtsein seinem Schöpfer dafür, daß er ihn -nicht zum Weibe werden /ließ„ während die Frau, in Demut -sich dem^Wlllen des, Allweisen' .unterwirft. Nicht meinetwegen-stelle. ich'/di^se Frage, denn, welches Verdienst hätte denn ich, das unwissende,, üftbedentende Mädchen aber warum soll meine so fromme, . so/gelehrte Mutter darum zurückgesetzt sein, weil sie ein Weib ist? Gestern war ein körperlich und geistig verkommener- Schnorrer beftüns, dem - die-Eltern ,aus Erbarmen für die Nacht Untetkimstgegeben und der jagte/ : das Schelo ossaiii Jschoh - Hrit^ -so ftnelem Stolze und einem hämischen.Seitenblicke - ans die Miittek-,aind-mich laut her, daß Ich ganz, empört war." - - % -- (Schluß folgt.) ' - *) Lehrer. 2) Frage. , Unserer heutigen NnmmerW leiuMrospekt der-Verlagsfirma M. Hübner, NadwöruÄ'.sGäkizien) beigelegt. .