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Die Wahrheit · 1911-10-20 · Heft 40 (20.10.1911) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 40 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Seite K. Nr. 40. Die Wahrheit. gebracht, welches.am meisten bei ihm betätigt war. Was man riibt, wächst. Wenn irgend eine Gattung oder Rasse aus freiem Willen ooer infolge von Nötigung das Schicksal hatte, gerade auf dem Gebiete der Leistungen des Gehirns sich besonders zu vervollkommnen, so haben notwendiger- und natürlicherweise die Abkömmlinge gerade dieser Rasse hier den Vorrang vor den Abkömmlingen anderer Rassen. Während also die Begabungs- Dualität vom Milieu abhängig ist, ist das rein Quantitative an den geistigen und selischen Fähigkeiten, die Größe der Begabung und die Intensität des Seelenlebens, kurz also die Begabuugs- -quote also nicht vom.Milien, sondern von der Rasse abhängig, abhängig von der Intensität der kulturellen Tätigkeit der Vorfahren. Alles'was, abgesehen vom Gebiete der Religion, je geleistet ivurde, alle Wissenschaft, Philosophie und Kunst, alle Staats¬ und Wirtschaftsbildung war angeblich das Werk arischer Völker. And anch, was uichtarische Völker hier geleistet haben, das danken dieselben ausschließlich nur einem arischen Einschlag, einer .gütigen indogermanischen Rassenbeimischung. Wenn man aber nur ein bißchen anthropologisch schürft, so ergibt sich eine ganz, aber ganz andere Gruppierung: Die weiße Rasse und damit natürlich anch jene Völkergesellschaft, die man die Arier nennt, zerfällt in zwei ungleich große Teile: in eine nördliche, hellhaarige, ^cantochroe Gruppe unb eine südliche, brünette, melanochroe. (Ruppin sagt unrichtig, daß diese Einteilung von Stratz stammt. Diese übrigens heute bereits akzeptierte Einteilung ist auf meinen Vorschlag znrückznfuhren.) , Die Tantochroen, das ist der slawisch-keltisch-germanische Stamm. Die Melanochroen, dazu gehören die Völker des westlichen Asien und diejenigen Völker Afrikas und Europas, die nm das Mittelmeer hernmwohnen, darunter also anch die Inder, die Luden, die Aegypter, die Griechen usw. Diese.Gegenüberstellung ergibt nun allerdings ein ganz anderes Bild, als es in der Schule gelehrt wird, als es heute als Axiom gilt: Alle diejenigen Völker, die die erwähnten großen Leistungen geschaffen haben, gehören zu derjenigen großen Rassengruppe, welcher auch die Juden angetzören. Das würde, wenn wirklich die Ansicht der Nassentheorethiker zu .Recht, bestehen, bliebe. — sie besieht aber -nicht zu Recht — Schlüsse auf die Art der Verteilung der geistigen Begabung zur Folge haben, auf die wir nur andentungsiveise Hinweisen wollten. Aber ein semitischer Rassenstolz braucht nicht mit spekulativer Beweisführung und nicht mit logischen Deduktionen, die man ja vielleicht für Sophismen halten könnte, zu arbeiten. Die einfachen, die gewaltigen Tatsachen der Geschichte selbst, die allerdings in allen gebränchlichen Lehrbüchern der Geschichte -kaum berücksichtigt sind, entheben jeder andern Beweisführung. Der von allen Judengegnern erhobene und fast unwidersprochene Grundvorwurf, daß die semitische Rasse keine Schöpferkraft besitze, steht in merkwürdigem Gegensatz zu dem Ergebnis der Modernen Forschungen, die alle Kultur überhaupt auf den semitischen Ursprung her in Mesopotamien znrückleiten. Keine Periode der Geschichte aber wurde mehr totgeichwiegen als die Glanzzeit semitischer Kultur in Spanien und der Einfluß, den diese auf die Entwicklung des ganzen neuzeitlichen Europa zur Folge hatte. Es läßt sich lückenlos der Beweis erbringen, daß der Ursprung des Humanismus und der Renaissance, auf die sich das moderne Europa fo; viel zugute tut, die mit Recht das Hroße Wahrzeichen unserer derzeitigen Knltnrepöche darstellen, daß diese auf die Semiten: Juden und Araber in Spanien Lurückzuführen sind. Der Jude ist wirklich unter den Völkern, die ans seinem Vorrat schöpften und in deren Mitte er lebt, ein Erbe unter Erben seiner eigenen Vergangenheit. Wenn wir aber dann doch der Frage nachgehen wollen, ivarum denn die Inden, wenn sie und die andern semitischen Völker in der urgeschichtlichen Zeit und während des ganzen Mittelalters Ungeheures geleistet, ja geradezu die führende, die schöpferische Rolle übernommen haben, jetzt angeblich nur rezeptiv und reproduktiv, nicht aber wirklich produzierend auf der Weltbühne auftreten, so finden wir eine Erklärung dafür in einer Analyse der sozialen Struktur unserer neuzeitlichen Jndenheit. (Fortsetzung folgt.) Uerlchiedene Nachrichten. Wie«. Freitag, den 20. Oktober 1911 Predigt im Stadt-Tempel. Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n. Wien. (Israelitische Kultnsgemeinde.) Die Jugendgottesdiensle für die Schüler und Schülerinnen der Volksuni» Bürgerschulen beginnen in sämtlichen Bezirken Wiens am 21. resp. 28. Oktober um 11 Uhr 20 vorm, und 3 Uhr nachmittags. Wien. (Isralitische K u l t u s g e m e i n d e). Studierende werden auf die in Nr. 220 vom 26. September, Nr. 225 vom 1. Oktober, Nr. 227 vom 4. Oktober und Nr. 228 vom 5. Oktober l. I. der „Wiener Zeitung" zur Verlautbarung gebrachten zahlreichen interkonfessionellen Stipendien verschiedenster Kategorie aufmerksam gemacht. Der erste Sekretär: Dr. Lieben. Wien. (Israel. Kultnsgemeinde.). Die Einschreibungen für die Bibelschnle. II. Rembraudtstraße 32. imHosparterce, finden vom 16.—13. Oktober zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags statt. Die P. T. Eltern werden höfiichst ersucht, ihre Kmder rechtzeitig einschreiben zu lassen. Wien. Eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern ist an den Vorstand der israel. Kultnsgemeinde mit dem Ersuchen herangetreten, die Abhaltung einer Trauerseier für den allzufrüh dahingeschiedenen Oberkantor Bsla G n t t m a n n au der Stätte seiner hervorragenden Wirksamkeit, im Leopoldstädter Tempel zu gestatten. Der Vorstand hat diesem Ansuchen bereitwilligst Folge gegeben. Die Trauerseier, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d die Gedenkrede halten und Herr Oberkantor M o r g e u st e r n die kantoralen Funktionen versehen wird, findet Donnerstag, den 19. Oktober 1911. 7 Uhr abends, im Leopoldstädter Tempel statt. Besondere Einladungen zu dieser Trauerseier ergehen nicht. Wie«. Die allwöchentlichen Zusammenkünfte im Wiener Kautoren- Klub (Cafs Ortuer, II. Praterstraße, Klubzimmer I. Stock», finden für die Wintersaison ab Dienstag, den 24. d. M., um 6 Uhr abends, statt. Wien. („O e st e r r e l ch i s ch - I s r a e l i t i s ch e U n i o n.) Die diesjährige Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelischen Union" hat bekanntlich Herrn Sigmund Mayer aus Anlaß seines in das Jahr 1911 entfallenden achtzigsten Geburtstages zum Ehrenpräsidenten gewählt. Schon damals erklärte Herr Sigmund Mayer, daß er infolge seines hohen Alters sich veranlaßt fühle, eine Wiederwahl zum Präsidenten der „Union" abzulehneu, daß er jedoch den Verein noch bis zur Beendigung der Reichsratswahlen zu leiten wünsche und auch weiterhin bereit sei, im Vereinsvorstande zu verbleiben. Diesem Wmlsche des allverehrten Präsidenten entsprechend, hat der Vorstand seine Konstituierung, die sonst alljährlich unmittelbar nach der Generalversammlung erfolgt, bis zum Beginne des Herbstes verschoben. Am 29. September fand nun die konstituierende Vorstandssitzung statt. In derselben wurde, nachdem Herr Mayer neuerdings erklärt hatte, eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können, Herr Dr. I. S a m u e l y zum Präsidenten der „Union". gewählt. Herr Vizepräsident kais. Rat A n n i n g e r wies sodann darauf hin, daß der Verein hohen Wert darauf legen müsse, den scheidenden Präsidenten auch weiterhin in der Leitung zu erhalten, da dessen politischer Scharfblick und weiser Rat in den jetzigen bewegten Zeiten kaum zu entbehren seien. Kaiser!. Rat A n n i n g e r schlug deshalb vor, Herrn Sigmuud Mayer zum Vizepräsidenten zu wählen, und erklärte sich in selbstloser Weise bereit, als einfaches Mitglied des Vorstandes auch weiterhin seine Arbeitskraft und sein regstes Interesse der „Union" zuwenden zu wollen. Es wurden somit die Herren Sigmund Mayer und Dr. Jakob O r n st e i n zu Vizepräsidenten, die Herren Gemeinderat Edmund Melcher und Julius G r a n i ch st ä d t e n zu Schriftführern und Herr Richard T e w e l e s zum Kassier gewählt. An Stelle des Herrn Kommerzialrates Eduard D o c t o r. der wegen Ueberlastung mit Berufsgeschäften auf sein Vorstandsmandat resignierte, wurde der ehemalige Reichsratsabgeordnete Professor Dr. Arthur Mahler in den Vorstand kooptiert. Wien. Bon der Erwägung geleitet, daß nichts so sehr die Ausbrüche des blindwütigen Antisemitusmus herbeizuführen geeignet, ist, als die N o t, und diese zumeist als Folge mangelnder und unrichtiger Vorkehrungen eintritt, hat sich der Vorstand des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus zur Veranstaltung eines großen Vortrages entschlossen, welchen Herr Graf Adalbert Sternberg unter dem Titel: „Die Aufgaben der Reichshauptu n d R e s i d e n zst a d t Wie n" Donnerstag, den 26; d. M.. abends halb 8 Uhr. im Sophiensaale zu halten die Güte haben wird. Karten hiezu sind durch den Verein zur Abwehr des Antisemitismus (II., Castellezgasse 1) sowie an der Abendkassa zum Preise von 1—4 Kronen erhältlich, wobei Ueberzahlungen dankend quittiert werden. Der Reinertrag fließt Wohltätig keitsinfti tuten zu. Wien. Donnerstag, den 19. d. M. beging I. Kantor I. Schleifer anläßlich der Brith-Milah seines jüngstgeborenen Sohnes ein schönes Familienfest, an welchem der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Landesschulrat Dr. Gustav K o h n, Knltnsvorsteher S. Steine r, Rabbiner Dr. Grnnwald und der Vorstand des Fünshauser Tempels, die Kantoren Bauer, L ö w i t. Schlesinger, S m o t r i tz k y, Rosenberger. H a r n d o r f, W e i ß m a n n. Hirsch und Mitglieder der Gemeinde teilnahmen. Bei der dem rituellen Akte folgenden Suda schel mizwah hielten Rabbiner Dr. G r u n w a l d, Oberkantor

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