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Die Wahrheit · 1911-10-20 · Heft 40 (20.10.1911) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 40 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 8.; . Die Wahrheit. ' Nr. 40. 11 n t e r r i cht. —- Dank der Begründung von jüdischen' Schulanstalten kann jetzt eine große Anzahl jüdischer Kinder die Wohltat regelmäßigen Unterrichts genießen, aber die Zahl der Schulen ist bei weitem nicht ausreichend. Nach einer neueren Statistik werden die jüdischen Schulen zwar von- 15.613 Knaben und 10.624 Mädchen besucht; aber noch bleiben 10.418 Knaben und 15.079' Mädchen ohne jeden Unterricht oder genießen nur die dürftige religiöse Unterweisung im Cheder. Die strenge Anwendung der Gesetze über den. Elementarunterricht kann nicht besser beleuchtet werden als durch die Wiedergabe des solgenden Rundschreibens, das der vSchulinspektor des 10. Bezirks an die Lehrer verschickt hat und das von der Zeitung „Neamnl Romauese" in seiner Ausgabe vom 16. September 1910 veröffentlicht worden ist. Das Rundschreiben lautet: ' „Das Gesetz über den Elementarunterricht bestimmt, daß er für Kinder von 7 bis 14 Jahren kostenlos erteilt wird und daß die Fremden das Recht haben, ihre Kinder für die etwa noch freibleibenden Plätze anznmeldeu. . Da der rumänische Bauer seine Kinder nicht ans freien Stücken in die Schule schickt und sich dazu erst entschließt/ nachdem er wiederholt Strafen wegen der Schulversäumnis hat zahlen müssen, bleiben zu Beginn des Schuljahrs immer Plätze frei. Die Inden benutzen das, um alle ihre Kinder in die Schule zu schicken. Ich appelliere an Ihre patriotische Gesinnung und ersuche Sie, in Ihrer Schule kein jüdisches Kind aufzunehmen, bis nicht alle für rumänische Kinder bestimmten Plätze besetzt sind." Dieser Instruktion fügt der Inspektor das Verbot bei, keinerlei Schnlbedarf „und wäre es nur ein Bleistift," bei jüdischen Buchhändlern oder in jüdischen Papiergeschäften zu kaufen. Der Senat der Universität Bukarest hat bei,Beginn des letzten Semesters folgende Bekanntmachung veröffentlicht: „Die Studenten werden hiermit benachrichtigt, daß in diesem Jahre ein Stipendium aus der Hillel-Stiftnng für das Studium der Geographie zur Verteilung gelangt. Die Studenten, die. sich um dieses Stipendium bewerben, müssen der rumänischen Nationalität angehören." Tatsächlich ist der Stifter dieses Stipendiums ein Jude gewesen, der die ausdrückliche Bestimmung getroffen hat, daß die Verteilung ohne Unterschied der Konfession oder der Nationalität erfolgen sollte. Naturalisationen. — Während des Jahres 1910 hat die Kammer die Naturalisation von 20 Israeliten verfügt; 7 von ihnen sind Beamte oder Angestellte. 3 Aerzte, 6 Kauflente oder Industrielle, 1 Professor, 1 Ingenieur, 1 Bankier und 1 Landwirt. Der Senat hat nur 6 dieser Naturalisationen bestätigt. Daffenproblem und Indensragr. Von Dr. Ignaz Zollschan. (Fortsetzung.) Wir kommen damit auf das Kapitel des Rassenwertes der Juden. — Die intellektuelle und charakterologische, die ästhetische sowie die physische Minderwertigkeit der' jüdischen Rasse, das ist, in wenigen Worten konzentriert, das Ergebnis der bisherigen Forschungen auf dem Gebiete der Rassenanthropologie und -Biologie. Die Sanktion aller judenfeindlichen Bestrebungen einerseits, der Mangel an Stolz und Selbstgefühl andererseits, das ist ihr praktisch-politisches Ergebnis. Man sprach den Inden als den einzigen Nichtariern des westlichen Europas zwar nicht die geistige Gewandtheit ab. wohl aber alle höherwertigen produktiven und gestaltenden Fähigkeiten. Nun weiß man ja allerdings heute, daß die Sage von der großen herrlichen arischen , Rasse eben eine bloße Sage ist, und daß es eine der größten ' Geschichtslügen ist, von Ariern und Nichtariern zu sprechen. Nichtsdestoweniger ist nicht nur der Gegensatz zwischen denjenigen Raffengruppen, die man früher als Arier und Nichtarier bezeichnet hat, umnichts geringer geworden, sondern hat sich noch bis zur Unerträglichkeit verschärft, durch die sogenannte Germanentheorie, dem großen Publikum am «leisten bekannt durch ihren Propheten Chamberlaim - Leider ist es mir nicht möglich, . auf dieses interessante Gebiet einzugehen. Erwähnt sei bloß, daß diese Theorie den wissenschaftlichen, v Beweis dafür anbot, daß der Kulturwerb irgend eines Volkes abhängig sei von dem Prozentsatz, nordischen. Blutes, der noch ans alter Zeit in ihm ruhe. Wenn irgend ein- Volk jemals etwas geleistet habe, Jo fei das ' der Anwesenheit: jener Herrenrasse, der: urgermanischen Rassenkomponente zuznschreiben. ■ Daß nun eine solche wissenschaftlich gut gestützte Theorieden germanischen Raffenchauvinismus ins-' Maßlose steigern, dagegen das Selbstgeftihl der ilichtgermanischen Elemente, bie~ unter ihnen lebend, ja tatsächlich die Lehensträger fremden Kulturen geworden waren, in ein Jnferioritatsgefnhl Umschlägen mußte, ist ohne weiteres klar. Ich muß es mir natürlich ebensoversagen, darauf hinznweisen, daß sich nach noch genaueren anthropologischen Forschungen mit Sicherheit sagen läßt, daß. diese ganze schöne germanische Rassentheorie haltlos und aus der Luft gegriffen ist. Aber die Inden produzieren ja doch bei all ihrer Agilitäb nnd Rührigkeit nur Mittelwerte! Ihre geistige Tätigkeit beschränkt sich auf bloßes kombinatorisches Assoziieren. Intuitives. Erschaueil neuer Gebiete. der menschlichen Forschung, die künstlerische Erleuchtung, die zur Schöpfung ewiger Meisterwerke führt, ist bei den modernen Inden - der Gegenwart nicht zu finden. Damit kommen wir.auf ein Gebiet geschichtsphilosophischer Betrachtungen, die Won der läppischen Rasseuüber- Hebung und von jenen Auserwähltheitsprinzipien des Arierglaubens weit entfernt sind und gute wissenschaftliche Grunde lagen zu besitzen scheinen. Es handelt sich hier nicht mehr um. anthropologische Auseinandersetzungen, sondern um den Grund-- ' fehler der modernen wissenschaftlichen Geschichtsauffassung. Dieser- Grundirrtnm ist die bis zum Charakter der Gesetzlichkeit verdichtete Ansicht über die „Konstanz der Raffencharaktere." Um kurz zu resümieren, was sich durch geschichtsphilosophische Analyse und das-eingehendes Studium: der Vererbungstheorie ergeben hat, das Gesetz von der Nichtvererbbarkeit erworbener Eigenschaften, das Gesetz von der absoluten Konstanz der Artcharaktere kann heute - als gefallen betrachtet werden^ Eine spezifische Wesensverschiedenheit der einzelnen Rassen etwa in dem Single, daß alle hervorragenden Franzosen durch Esprit, alle hervorragenden Deutschen als Dichter und Denker sich auszeichnen müßten, daß sich spezifische Fähigkeit der alten Griechen durch.rbie Kunst, die der alten Inder nur die Philosophie, bieder-Römer nur die Energie, die der heutigen Juden etwa Handelstalent, Familiensinn, die Fähigkeit sozial zersetzend zn wirken, gewesen sei, eine solche spezifische Wesensverschiedenheib der einzelnen Rassen gibt es nicht und hat es nicht gegeben. Nicht daß diese Eigenschaften nicht existieren würden. Eswäre töricht zu leugnen, daß sich die Griechen durch ihren Kunstsinn und die Römer durch die Energie ausgezeichnet haben,, daß manche Völker tatkräftig und daß andere wieder schwach- und energielos sind. Dafür lassen sich die konstituiven Ursachen in dem Aeußern, wie im historischen und sozialen Milieu dieser Völker ohne Schwierigkeit ausfindig machen. Es ist auch ganz, unmöglich, daß die Eigenschaften durch die Jahrhunderte fort ganz unveränderlich und starr würden bestehen bleiben können, daß ein anderes Milieu nicht gerade die entgegengesetzten Eigenschaften hätte auslösen können. Die Begabüngsqnalität. irgendeines Volkes ist gegeben durch das jeweilige Milieu, mitbestimmt durch das Milieu der Vorfahren. Mit den verschiedenen Kulturstufen, die ein Volk durchmacht, ändert sich auch seine Psychologie. Einfiüsse des Milieus aber können erforderlichenfalls gebrochen werden. Und doch kann mit aller Bestimmtheit behauptet werden, daß die Kultnrwertigkeiten verschiedener Völker , auch je nach ihrer Rasse variieren.' Es ist für seine Leistungs-; fähigkeit, für seine selische und geistige Begabung nicht gleichgiltig, von welcher Raffe irgend ein Volk abstammt. Die Erklärung. dafür liegt in der Vergangenheit des betreffenden Stammes. In der ganzen organischen Natur hat jedes Wesen '.dasjenige Organ zur größten Ausbildung und Durchbildung.

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