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Die Wahrheit · 1911-10-20 · Heft 40 (20.10.1911) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 40 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Die Wahrheit Nr. 40. und grauenerregenden Kanal mußte jedoch der Ingenieur ohnmächtig mittelst Stricken und mit Hilfe der beiden Arbeiter zurückgezogen werden. Die Situation verschlimmerte sich, als der wieder zum Leben gebrachte Ingenieurmit der Begründung: ..Was die stinkende Tiefe da unten verhehle, das erzählt keine lebende Seele" den gefährlichen Gang nicht mehr machen zu wollen erklärte und so schleunig als es ihm möglich war das Weite suchte. Eine halbe Stunde der allgemeinen Ratlosigkeit und Untätigkeit verging und keiner rührte sich. Da fand Jsak Fiukelstein seinen Mnt wieder und ging trotz warnenden Verbotes der leitenden Persönlichkeiten mit erforderlichen Schutzapparateu versehen abermals hinein, entdeckte in einer Tiefe von hundert Schritten die Laterne und den toten Körper des Leininger in hockender Stellung mit verzerrtem Gesicht und mit der Rechten eine Spreizung festhaltend. Sofort' riß er den Toten weg, stieß ihn der Länge nach auf ein zu diesem Zwecke mitgenommenes Brett, befestigte ihn an dasselbe mit Stricken und warf sich, da er sich selbst der Bewußtlosigkeit nahe fühlte, auf den Leichnam. Umschlag ihn mit dem letzten Rest seiner Kraft und gab das Signal. Die Rettungsmänner zogen die Leine au und in rascher Fahrt waren der längst tote Paul Leiuinger und Fiukelstein, der ebenfalls bereits tot schien, an das Tageslicht gebracht. Sobald Fiukelstein imter ärztlichem Beistände die Augen aufschlng, sagte ihm der Herr Generaldirektor Dr. Friedrich Schuster: „Sind Sie Israelit? Sie sollen belohnt werden!" Fitlkelstein mußte sich mehrere Tage im Krankenhause von der Strapaz erholen und wurde mit einem Geschenke von 150 Kronen belohnt. Die beschädigten Kleider wurden ihm ersetzt. Die Lokalzeitungen aber brachten eine kurze Notiz, in welcher es bloß hieß, irgend ein Arbeiter — natürlich ohne Nennung des Namens und der Religionszugehörigkeit — habe bei der Bergung der Leiche des tragisch Verunglückten geholfen. Wäre es nur ein Nichrjude gewesen! Aber Jsak Finkelstein kann nur ein Jude heißen! Das Münchener und das Dresdener Antisemitenblatt scheinen einen' interessanten Wettstreit anszukämpfen, wer am besten — schwindeln kann. Im Münchener „Deutschen Volksblatt" stnden wir nämlich folgende hübsche und neueste Information über die jüdische Geheimverschwörung: .In Rußland ist die Nachricht verbreitet, in einer Kommisfion des Baseler Zionistenkongresses sei beschlossen worden, den russischen Terrorismus wieder aufleben zu lassen irud diese Nachricht hat durchaus nichts Unwahrscheinliches an sich, obwohl man nicht weiß, wie die Kenntnis der Sache einer jener Geheimsitzung hätte herausgelangen können. Natürlich behandelt die jüdische Presse die Sache eifervoll als Lüge — was aber auch dann geschieht, wenn die Nachricht wirklich der Wahrheit entsprechen sollte." Der Dresdener „Deutschen Wacht" hat es schon lange schweren Kummer bereitet, daß noch niemals eine sachliche Erklärung dafür gegeben ist, „warum man die Juden in Rußland von den Staatsämtern ausschließt." Nach langem angestrengten Nachdenken, das freilich eine gehörige Portion des nur noch spärlich vorhandenen Gehirnschmalzes gekostet hat, hat sie endlich des Rätsels Lösung gefunden. „In eingeweihten Kreisen ist man längst überzeugt, daß die jüdischen Anarchisten mit den Geldern der Alliance israelite universelle besoldet werden, zu der die Juden aller Länder regelmäßige Jahresbeiträge zahlen; in Deutschland ist der Mindestbeitrag auf 6 Mark jährlich festgesetzt. Diese jüdische Kriegshetze (soll wohl heißen: Kriegskasse) ist im Laufe der Jahre sicherlich auf Milliarden angewachsen und bildet eine ständige Gefahr für alle Regierungen, die sich jüdischen Einflüssen zu entziehen versuchen. Es ist gar nicht ausgeschlossen, daß dieses Kapital auch gegen Deutschland mobil gemacht wird, sobald die jüdischen Machthaber dies für notwendig erachten. Welch ein Glück, daß dieses schändliche Komplott noch rechtzeitig aufgedeckt worden ist. Die Regierung muß nun schleunigst diesen semitischen Kriegsschatz mit Beschlag belegen und ihn zur Belohnung unter die Entdecker dieser jüdischen ' Geheimverschwörnng verteilen. Oder noch besser, die Herren Brühu, Graf Pückler und Ahlwardt übernehmen den Schatz in gemeinsame Verwaltung. . * * . •'* "; : * Durch die deutschen Blätter geht folgende Notiz über die Folgen des Schulunterhaltungsgesetzes in Preußen: Wie der Kultusminister mitteilt, ist durch den Staatshanshaltsetat eine Summe von 40.000 Mark bereitgestellt worden, um da, wo für den jüdischen Religionsunterricht nicht dnrck jüdische öffentliche Schulen oder von den bürgerlichen Gemeinden durch Anstellung jüdischer Lehrkräfte an den öffentlichen Volksschulen oder in anderer Weise gesorgt ist, den leistungsschwachen Synagogengemeinden die Beschaffung des jüdischen Religionsunterrichtes durch Gewährung von Beihilfen zu erleichtern in solchen Fällen, in denen dauernd mindestens zwölf jüdische Kinder vorhanden sind. Indessen ist es nicht nötig, daß diese zwölf Kinder in einer Synagogengemeinde vorhanden sind; vielmehr kann mit einer Staatsbeihilfe auch da eingetreten werden, wo es nach den örtlichen und sonstigen Verhältnissen angängig ist, die schulpflichtigen jüdischen Kinder mehrerer Synagogengemeinden zu einer gemeinsamen Station zwecks Erteilltng des Religionsunterrichtes zu vereinigen und die Gesamtzahl der Kinder dauernd mindestens zwölf beträgt. * * -r- Der Einspruch konservativ-klerikaler Antisemiten gegen die Anstellung jüdischer Lehrkräfte an den Volksschulen in Breslau ist erfolglos geblieben. Die Regierung, hat dem Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zngestimmt. Von antisemitischer Seite war die Negierung ersucht worden, diesen Beschlüssen die Genehmigung zu versagen. Es wäre interessant zu : erfahren, ob der bisherige Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff vor seiner Ernennung zum Oberpräsidenten von Posen an der ^'mscheidnng hierüber noch mitgewirkt hat. Herr Schwartzkopff hatte sich auch in dieser Beziehung den Wünschen der Orthodoxie beider christlichen Konfessionen stets dienstbeflissen gezeigt und im Jahre 1906 bei Beratung des Schulgesetzes im Herrenhanse den konservativen Herrn von Durant, der die Besorgnis äußerte, das; der Charakter der „christlichen Schule" in Zukunft nicht genügend gewahrt werden würde, mit der freundlichen Zusage beschwichtigt, die Anstellung jüdischer Lehrer werde „wie bisher nur in Fällen dringendster Notwendigkeit" erfolgen. - * -r- * Zur Affaire Wolff-Metternich-Truth Wertheim, die eben in Berlin ihren gerichtlichen Abschluß gefunden hat, bringt die „Straßb. isr. Wochenschr." folgende überaus interessante Illustration: Der Prozeß gegen den Grafen Gisbert Wolff-Metternich. in dem eine jüdische Dame ^aus dem Berliner Tiergartenviertel eine recht wenig beneidenswerte Rolle spielt, wird mit sichtlichem Behagen von judenfeindlichen Blättern ausgenutzt, um böswillig zu verallgemeinern. , Diese Dame sei typisches Beispiel für das Leben und Streben der wohlhabenden jüdischen Kreise in Berlin, in ganz Deutschland, in der ganzen Welt. . Jeder Versuch, Nachweisen zu wollen, wie töricht, ungerecht und frivol derartige Verallgemeinerungen sind, um unsere Gegner zu überzeugen, wäre zwecklos. Sie wollen nicht sehen, und sie wollen nicht hören, daß Protzentum und widerliches gesellschaftliches Strebertum interkonfessionell und international sind, daß hüben und drüben gesündigt wird,- und daß das Bestreben in vornehmen jüdischen Kreisen nicht geringer ist als in aristokratisch christlichen, aus ihrer Mitte Gestalten, wie die Heldin des Metternich-Prozesses, mit eisernem Besen herauszukehrem Das — man kann sagen -— gerichtsnotorische, vorbildlich gute jüdische Familienleben wird weiter gut und vorbildlich bleiben. Daran werden zehn weitere Metternich-Prozesse nichts ändern können. Nur wenige Zeilen aus einem Briefe der jüdischen Dame scheinen mir der Beachtung wert. Sie sind doch dazu angetan, endlich einmal eine Schwäche, die man noch hie und da in begüterten jüdischen Kreisen findet, zu beseitigen. In

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