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Die Wahrheit · 1911-10-06 · Heft 39 (6.10.1911) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 39 (6.10.1911)
Date
1911-10-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit Nr. 39 dem Vereine neue Mittel zuznführeu und vielleicht auch in manchen Herzen an Dankesschuld zu erinnern. Demgemäß hat sich der Vereinsvorstaud, welchem derzeit die Herren Notar Dr. Serin n u. Universitätsprofessor Dr. L. K ö n i g st e i n, Hof- und Gerichlsadvokat Dr. Albert K u h, Börserat Leopold Langer, Universitätsdozent Dr. Arthur Mahler, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Moritz Schnabl und Prokurist Franz T L r kl angehören und dem als Sekretär Herr Ortsschulrat Guido F u ch s g e l b zur Seite steht, an eine große Reihe von Persönlichkeiten um literarische und künstlerische Schöpsungen als Beiträge für diese-Festschrift gewendet und es ist nach den bisherigen Zusagen ein volles Gelingen der Aktion zu erwarten. Zuschriften in Angelegenheiten des Vereines oder der Denkschrift wolle man an die Vereinskanzlei: I., Seitenstettengasse 2, adressieren. Wie«. (JüdifcherHandlungsgehilfen- Verband, Wien, XL, Taborstraße Nr. 20.) Sonntag, den 8. Oktober findet in den Souterrainsälen des Cafe Prückel, Wien, I. Bez., Stubenring Nr. 24 (Ecke Wollzeile), eine Vortrags-Akademie unter freundlicher Mitwirkung folgender Kuustkräfte statt: Frau Elsa Win dt (Gesang) Max Steiner Mitglied des Hamburger Stadttheaters. (Gesang), Fred-Fred (heitere Rezitationen),Friedrich Epstein (Bioliu-Solo), Brüder Waiden (hum. Gesangsduett). Am Klavier: Adolf Rohr und Emanuel Scharfberg. Damenschönheitskonkurrenz (3 wertvolle Preise). Nach Schluß der Vorträge: Tanzkränzchen. Regiebeitrag K —.60. Beginn 8 Uhr abends. Eingeführte Gäste willkommen. Wie«. (Hausier e r v e r s a m m l u n g.) Der „Erste österr. Rechtsschutz-Verein für Hausierer" beruft für Dienstag, den 10. Oktober l. I. um 7 Uhr abends in Hirschbeins Saal, H., Schiffamtsgafse 20, eine allgemeine Hausiererversammlung ein und ladet alle Hausierer, Fabrikanten und Kaufleute, welche mit dem Hausierhandel in Verbindung stehen, zur massenhaften Beteiligung höslichst ein. Tagesordnung: „Die sich häufenden Hausierverbote und das künftige Hausiergesetz". Referent Herr S. A. Freund. Mehrere Abgeordnete haben, ihr Erscheinen zugesagt. Wien. (P o a l e - Z i o n.) Samstag, den 7. d. M., halb 8 Uhr abends, findet im Cafe Stefanie eine Parteiversammlung statt mit folgender Tagesordnung: 1. Unsere Aufgaben. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Parteikomitees. Unbedingtes Erscheinen der Parteigenossen Pflicht! Troppau. Das 25-jährige Amtsjubiläum unseres Oberkmitors Max Singermann bot einen neuerlichen Beweis der allseitigen Wertschätzung, der er sich hier erfreute. Am 1. Tage des Neujahrsfestes wurde Oberkantor S i n g e r m a n n zur Thora gerufen, der II. Kantor Herr Schlesinger trug einen schönen Mischeberach vor, worauf Herr Rabbiner Dr. F r i e d m a n n eine ergreifende Ansprache an den Jubilar hielt, die mit einem innigen Gebet schloß. Der Vorstand gratulierte schriftlich und mündlich und übergab ein sehr ansehnliches Geldgeschenk als Festesgabe. Nach hunderten zählende Gratulationen langten von Nah und Fern, so vom österr.-ungar. Kantorenverein, von hervorragenden Kollegen, Bauer- Wien, Karts chmarow - Kanizsa, Heller -Brünn, F r i e d m a n n -Berlin, T e n n e n b .a u m -Stuttgart,vonden Gemeinden, in denen der Jubilar ftüher fungierte, von Freunden und Bekannten rc. ein. Nachdruck verboten. Gin Phantom. Es bläst der Wind, es fällt das Laub, Die Vögel südwärts ziehen; Da rollt gehüllt in Straßeustaub Ein Wägelchen dahin. Ein Chasen fahrt mit seiner Schar Ins Städtchen zum Konzert, Sein Bart ist grau und grau sein Haar, Sein Auge ist verklärt. Die Fahrt geht ohne Aufenthalt, Die Tage sind schon klein. Der Hunger nagt, die Lust ist kalt, Die Jünger nicken ein. Es sitzt der erste Dirigent . Und blickt ins weite Feld, Sein Kopf ist heiß, sein Auge brennt — Er sieht nur Geld, nur Geld! Da rüttelt er den Alten lind Und sagt in rohem Ton: „Wenn ich nun einen Beutel find Mit Geld, eiF ich davon!" Der Alte schreit vor Schmerz und Wut: „Du undankbarer Tropf! Das Geld nimmst du? Bedenk' doch gut, Du ißt aus meinem Topf! „Du hast gelernt.in meinem Chor, Du trägst Gewand von mir. Das Geld nimmst-du? Du bist ein Tor, Der Fund gehört nicht dir!" „Das Geld nehm' ich, wenn ich es find'!" Sagt drauf der Jüngling dreist. Der Meister springt vom Sitz geschwind, Die Hand im Bogen kreist. Der Wagen rollt dem Städtchen zu, Die Jünger sind erwacht; Der junge Mann hat keine Ruh, Er rust ganz aufgebracht: „So gehen wir zum Raw hinein Und fragen um Bescheid, Ob mir das G eld n i ch t b leib t allein Nach Recht und Billigkeit!" „Schweig' still, sonst stopf' ich dir den Mund, Ich brauch den Rabbi nicht; Ich selbst treib' aus dir deinen Fund, Wenn dich der Hafer sticht!" — Die Jünger durcheinander schrei'n, Es ruft der Dirigent: „So gehen wir'zum Raw hinein, Dann nimmt der Streit ein End'!" Zum Rabbi geht's. Es schreit, empört, / Der Meister fürchterlich: „Gefunden Geld! Habt Ihr gehört! Behält der Mensch für sich!" Der Rabbi sagt: „Schreit nicht so laut," Und nimmt den Kodex her Und sieht hinein und sucht und schaut Und meint: „Die Sach' ist schwer! „Zuerst zahlt jeder seinen Teil, Gebt her zwei Gulden Schein; So wird mit Gottes Hilf' und Heil, Der Streit entschieden sein."' Zwei Gulden Schein? Dies große Wort So ruhig spricht er's ans? Und beide können nicht vom Ort, Vor Angst,'vor Schreck, vor Graus! „Was steht ihr da? Weift her den Fnnd! Sind Zeichen, drauf zu seh'n? War's eigner, oder fremder Grund, Auf dem der Fund gescheh'n? Ist's Gold, ist's Silber, ist's Papier? JstabgezähltdasGeld? Doch vorerst zahlt ihr die Gebühr, Mein Spruch wird dann gefällt." — Da seh'n sich beide staunend an, Die Jünger sind erpicht. „Das Geld?" fragt blöd der junge Mann, Der Chasen bebend spricht: „Wir sollen zahlen obendrein? Fürwahr^ das ist recht nett. .. ' E r m e i n t j a n u r, das G e l d w ä r' sein, Wenn er's gefunden hätt*!" Oauä. zur. st xllil. Adolf Heinrich Lan d am

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