Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 37 (22.9.1911)
- Date
- 1911-09-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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£<■**« 10. Die Wadrdei! , ■ Nr. 37 euch guten Lohn!" . Ohne diese Luäs. (Mahlzeit) würde die Seele des Toten durch die Welt irren und den Schlaf der Familie stören. Trotzdem gibt es Familien, die diesen Brauch nicht mitmachen. Es ist vorgekommen, daß die vom guten und reichlichen Essen befriedigten und von den Geistern des Araki umnebelten Gäste beim Fortgehen die Abschiedsformel gebrauchten, die beim Verlassen der Freudenfeste üblich ist: „Der liebe Gott lasse uns immer so beisammen sein!" Üm solchen Skandal zu vermeiden, haben die Rabbinen gestattet, daß man den Sekenim anstatt dieser Mahlzeit ein Geldgeschenk gibt. (Fortsetzung folgt.) Derschredene Nachrichten. Wien. (A l l e r h ö ch st e A u s z e i ch n u ix g). Der Kaiser hat den Herausgeber des Kurortealbums Herrn Gustav B r e u e r im Hinblick auf sein patriotisches und den Fremdenverkehr förderndes Wirken auch Heuer durch Annahme des 32. Jahrganges der Prachtausgabe seines Werkes für die k. u. k. Familien-Fideicommiß-Bxbliothek ausgezeichnet und erhielt derselbe ein kaiserliches Dankschreiben. Das Kxxrortealbum, enthaltend Illustrationen, deren lebenswahre Charakteristik es zu einem Kunstwerke von Rang emporhebt, wurde auch von den Herren Erzherzogen Rainer, Franz Ferdinand, Carl . Franz Joseph, Carl Stefan, Ludwig Salvator, soxvie von der Frau Erzherzogin Maria Josepha etc. hnldvollst angenommen und Herr B r e u er durch schmeichelhafte Dankschreiben, Telegramme und Geschenke ausgezeichnet. Um das reisende Publikum hat sich der Herausgeber des seit 22 Jahren bestehendeix Werkes ganz besondere Verdienste erworben und ist es seiner Tatkraft und Umsicht zu. verdanken daß das Kurortealbum, eine Einrichtung, die speziell dem Fremdenverkehre wichtigste Dienste leistet, feine jetzige mxxstergiltige Gestalt erhalten hat. In Anbetracht all dessen wurden auch Herrn Breuer die wohlverdienten allerhöchsten Auszeichnungen zuteil. Wie». Herr Rabbiner Dr. M. R o s e xx m a ix ix wird am 1. Tag Roich-Haschönoh im Leopoldstädter Tempel eine Predigt halten. Wien. (Poale-Zio n.) Samstag, den 30. d. M. findet im Cafe Stefanie. IL Stefaniestraße 2, eine vertrauliche Versammlung urit sehr wichtiger Tagesordnung statt. Zutritt haben nur Parteigenossen. Beginn präzise ^8 Uhr. Wien. (Pr. Religio nssch ule der Adass Jisroel (S chisss ynag o g e), 3L Große Schiffgasse 8.) Der Unterricht an der Pr. Religionsschule des Vereines hat begonnen. Die Einschreibungen erfolgen während der Schulzeit: an Sountagen von 8—12 vormittags, an Mittwochen von 2—6 nachmittags im Schullokale H. Malzgasse 16, T. 9 (Gebäude der Talmud Thora-Sckmle). Die p. t. Eltern werden im Interesse der Kinder ersucht, die Einschreibung unverzüglich vornehmen zu lasten, um den Unterricht nicht zu stören. Wien. Der Verein der Sabbatfrenude „Lotrorars Schabbos“ beehrt sich die p. t. Eltern schulpflichtiger Kinder aufmerksam zu machen, daß die jüdischen Schüler — auf Verlangen ihrer Eltern — vom Schreiben, Zeichnen und weiblichen Handarbeiten rc. an Samstagen befreit sind. Sollten sich Schwierigkeiten ergeben, dann ist der Verein gerne bereit, in jedem einzelnen Falle zu intervenieren. Wien. Der „Jüdische Turnverein Favoriten" veranstaltet am Mittwoch, den IL Oktober 1911, in I. Hoffmanns „Rosensäleu", X, Favoritenstraße 89, ein Simchas-Thora-Tanzkränzchen mit Vorträgen. Die Mnsik besorgt die Regimentskapelle des k. u. k. Infanterie-Regiments Ritter von Schwitzer Nr. 82. Soireetoilette. Exxtree K 1.50. Beginn präzise 9 Uhr ubends. Wie«. (Dxama n ten e und filb eine Hochzeit). Samstag, den 16. d. M. fand inx Teuxpel des XXI. Bezirkes eine ebenso seltene wie herrliche Feier statt. Herr und Frau Emanuel Wo d i öka feierten ihre Dia m ante neHo ch z e i t im Kreise ihrer zahlreichen Angehörigen, wobei ihr Schwiegersohn und ihre Tochter Herr und Frau Z e ck e n d o r f ihre silberne Hochzeit mitfeiern konnten. Rabbiner Dr. R o s e n m a n n hielt eine überaus ergreifende Ansprache in der er den wechselreichen Lebenslaus des Jubelpaares schilderte. Nach der Ansprache brachte I. Kantor H. Rosenberg unter Astistenz des Chores einen überaus wirkungsvollen „Mischeberach" vor und hieran schloffen sich Gratulationsreden. des Bezirksrates Konrad Sild im Namen des Bürgermeisters, Doktor König, Obmann des Bethausvorstandes, des Kultusvorstehers Emanuel G r ü xx w a l d, wobei letzterer eine Adresse des Präsidiums der Kultusgemeinde überreichte. Zum Schluffe rrug Kantor I. Eiben sch ü tz gleichfalls einen aus das Fest bezughabenden Mischeberach in erhebender Weise vor. Wie«. (A m t s j n b i l ä u m. Am )6. d. M. vollendete der Kantor des Tempelvereines im H. Bezirk, Herr Abr. P e karn i k, das 25. Jahr seiner ununterbrochenen Amtstätigkeit als Kantor und Chordirigent dieses bedeutenden Tempels. Obgleich Herr Pekarnik in seiner Bescheidenheit einer Jubiläumsfeier aus dem Wege gehen xvolltc, überraschte ihn der Vorstand um vergangenen Samstag mit "einer innigen Feier, die Zeugnis dafür ablegte, welcher Beliebtheit und Anerkennung sich Herr Pekarnik bei dem Vorstande und den Mitgliedern des Tempelvereines erfreut. Beim Gottesdienste hielt Rabbiner Dr. Gelbhaus eine Rede, in welcher er die große Pflichttreue und Fachkenntnis des Gefeierten rühmend, hervorhob und ihn als mustergiltigen Beamten schilderte. Als Herr Pekarnik zur Thora gerufen wurde, rezitierte Oberkantor K l ä g e r ein von ihm aus diesem Anlässe verfaßten Mischeberach, den er dann in kalligraphische Ausführung seinem Amtskollegen zum Andenken an das Jubiläum, überreichte. Nach dem Gottesdienste, den' Herr Pekarnik versehen harre, versammelte sich der Vorstand des Tempelvereines im Zeremoniensaaledes Tempels zu einer intimen Feier. Der Präsident, Herr Gottlieb- Bett e lh e i nx, hielt an den Jubilar eine tiefempfundene Ansprache, die in anerkennenden Worten für den Gefeierten gipfelte. Zum Zeichen der- Anerkennung überreichte der Redner dem Jubilar einen kostbaren Pokal, in dessen Inneren sich 500 Kronen in Gold befanden. Herr P e k a r n i k, der gerührt von diesem Zeichen des Wohlwollens dankte, nahm dann die Glückwünsche der übrigen Vorstandsmitglieder und zahlreicher Mitglieder des jTeyxpelvereiiies undder Tempelbesucher entgegen. Der österreichischungarische Kantorenverein, sowie die übrigen Berufskollegen, die erst durch diese. Feier von dem Jubiläum Kenntnis erhielten, beabsichtigen nun gleichfalls nach den Feiertagen ihren Kollegen in entsprechender Weise zu ehren.- Wie«. Sonntag, den 17. d. M. fand im festlich geschmückten Tempel im VIII. Bezirk, die Trauung des Herrn Edmund Beck, Sohn des Präsidenten des Tempelvereines Herrn Hermann Beck, mit Fräulein Axxni W a ch t l, statt. Man bemerkte den Gesamtvorstand, mehrere Abordnungen von Vereine und ein zahlreich distinguiertes Publikum. Den Trauungsakt vollzogen Rabbiner Dr. Bauer und Oberkantor Neumann.. Wie«. Dr. Oskar grau ft wurde zum wirklichen Lehrer im Gymnasium ui Neichenberg ernannt. Derselbe ist der Sohn des früheren Rabbiners in Krenister, welcher jetzt bei seinem Sohne Med. Dr. S. Frankl (Döbling Hauptstraße 13) wohnt. . Wien. Fräulein Jenny Nappaport, Tochter des Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, Hofrates Dr. Rappaporr, hat sichin Wildbad Nenprags mit Herrn Heinrich M a y e r, Beamten des Bankhauses M. M. Marburg & Cie. in Hamburg, verlobt. Prag. Sonntag, den 3. September fand die Trannug des Frl. Friederike Spritziger, Tochter des Oberlehrers Herrn S. S p r i n g e r mit Herrn Arnold A d l e r, techn. Adjunkten in Beövür, unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise statt. Prag- Montag, den 4. d. M. wurde die Vollversammlung-des iirael. Lehrcrvereines von 8—12 Uhr vormittags und die des Pensions- Vereines von 3—5 Uhr nachmittags bei Anwesenheit sehr vieler Mit-' glieder abgehalten und wichtige Standesfragen behandelt. In der Versammlung am Vormittage erschien auch Herr Landesschulrat Dr. B e nd i e xx e r, vom Obmann, Herrn S. S p r i n g e r aufs herzlichste begrüßt und zu seinem 71. Geburtstage beglückwünscht. Herr Dr. B e n-- d i e n e r gab seiner Freude, hier erscheinen zu können, wie seiner Sympathien für den Religionslehrerstand und Religionsunterricht Ausdruck. Möge es dem hochverdienten Jubilare noch viele Jahre gegönnt sein, seine reiche Erfahrung wie hohe Umsicht und warme Gesinnung dem Judentnme widmen zu können. Das ist wohl der Wunsch aller, die die große Tatkraft, Sachkenixtnis und Herzensgüte dieses wackeren Mannes kennexx.- Vom 4.-6. d. M. fanden die Ferialkurse für isr. Religionslehrer Böhmens statt und erfreuten sich Zeines zahlreichen Zuspruches, der die Wichtigkeit - und Ausgestaltungsmöglichkeit dieser Kurse dartut. Es lasen: Prof. Dr. H i r s ch-Karolinental: Raschi zur Schöpfung und Dekaloge. Rabb. F r e xx n d - Bodenbach: Neuerscheinungen ans dem Gebiete der Pädagogik. Rabb. Dr. Klotz-Prag: Rabbinische Ehegesetze. Rabb. F. KnöpselmaÄe r-Prag: Aus der Geschichte des Synagogengesanges.- Dr. S. H. L i e b e xx-Prag: Neuere literarische Erscheinungen. Diese vom Verbände der Religionslehrer an den Mittelschulen Böhmens veranstalteten Kurse wurden mit einer Ansprache des ObmanneG. Prof. Dr. Hirsch eröffnet und geschlossen. Ihre Fortsetzung inx Dezeinber ist hoffentlich gewiß und ihr. Besuch ebenso stark oder stärker wie ixn September. Das ist: der Wunsch aller Freunde der Sache. Teplitz. Am 17. d. M. findet im Tempel zu Teplitz die Trauung des Herrn Dr. Friedrich B e n d i e xx e r, Sohn des Landesschulrates u. Kultusvorstandes Herrn Dr. Ludxvig B e n d i e n e r in Prag, mit Frl.. Frieda O e st er reicher in Teplitz statt. Die herzlichsten Glückwünsche aller seien hier ausgesprochen. - Arad. Für die hiesige Kultusgemeinde wurde Herr Sandor W e i ß als Oberkantor-Stellvertreter gewählt'und hat derselbe sein Amt bereits angetreten. Berlin. Der Verband der deutschen Juden xvird seine diesjährige (vierte) Hauptversammlung am Sonutag. den 6. November, in Berlin abhalten und zwar ixn Neuen Königlichen Operntheater (Kroll), besten Räume ihm durch das Entgegenkommen der Kgl. Geueralintendantur überlassenworden sind. Jüdische Bühne, Hotel Stefanie, H., Taborstraße 12. (E rö s f n u n g der W i u k e r f p i e l z e i t 1911/12.) Wie uns Herr Direktor Siegler, der eben mit Frau Siegler und Frl. Weintraub ein glänzendes Gastspiel in Czernowitz absolviert, mitteilt, wird die Jüdische Bühne in Wien, Hotel Stefanie, IL, Taborstraße 12, am Dienstag, den 3. Oktober eröffnet. Als Premiere wird die Operette „D a s. j ü d i s ch e H e rz" in Szene gesetzt. Außer den altbewährten Kräften Frl. Weintraub. Herr Reißmann, Podzax.xcze xi. s. w. ist der Direkron geluxxgen, den Heldeix- Tenoristen Herrix, Leon Kalisch, den Komiker M. Streng und den Kupletisten K., Jskowiez und Frau Kalisch, Frau Streng, Frau Rosenstein„ welche in Czernowitz sich einer überaus großen Beliebtheit erfreuten, für die laufende Saison zu engagieren. Die Direktion gibt sich der angenehmen: Erwartung hin, daß die jüdischen Kreise unserer Reichs Hauptstadt den Dar-- bietungexi der „Jüdischen Bühne" dasselbe Interesse wie bisher entgegen-- bringen werden.