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Die Wahrheit · 1911-09-15 · Heft 36 (15.9.1911) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 36 (15.9.1911)
Date
1911-09-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 / Die SB. u ji d er," die Ra hm er Lu seinem Familieublatt abgedrückt hätte. . . ' : . ■ , ,, : 7. ’ '-Üstermüdlich'‘' in seiner wissenschastlichen Tätigkeit, ausoWrnd in der Hntgäbe an sein öffentliches Hehramt, peinlich gewiffeichaft in. der Ausübung seiner PHichteist, hat; sich Leimdö.rfer einen äußerst großen Kreis .von Freunden und Verehrern als Mensch erworben. Ein Feind des Hochmuts und des Stolzes, selbstlos und. treu, erwarb er sich das Vertrauen nicht nur seiner' Gemeinde, sondern auch aller Richtungen des Indensums und zahlreicher Nicht-Israeliten. Obgleich dem Tempel- Verbande zugehörig, streng auf konservativem Boden fußend und im Sinne des parteilosen Gesamt-Judentums lebend und wirkend, trägt er den Frieden in die Familien nach rechts und links. Seines Lebens Leben ist die Familie und die Wohltätigkeit. Ein gastfreies Hans, an vielen Tagen Raum gewährend den Gelehrten und den Armen, finden sich hier ein außer den Finanzgrößen derHandels-Metropole.die ersten Vertreter von Kunst und Wissenschaft und auch Mäcene der Künste und Wissenschaften. Was die Philautropie betrifft, ist außer den Gründungen eines großen Fonds für den Reichsverband deutsch-israelitischer Lehrer, des Kinderhospizes iu Duhnen, des Alter-Versorgungsheims in Nordhansen, zu erwähnen, daß kaum ein wohltätiger Verein in Hamburg besteht, dem Leimdörfer nicht zugehörte, daß Tausende Hilfesuchender des In- und Auslandes, Witwen, Waisen, Kranke und Sieche, Obdachlose und Verfolgte in Leimdörfer ihren Sach wall er, Rater und Vater erblickten. Die Psalmen als Schulbuch. ' (Fortsetzung.) Zwei Kriterien, der Inhalt und die Sprache, bieten uns einen Anhaltspunkt, Um die Abfassuugszeit eines Psalmes festzusetzeu.*) So lassen die historischen Beziehungen auf Ereignisse ans dem Leben Davids in mehreren Pf. wie 8; 5, 18, 56, diesen als ihren Verfasser erkennen. Die Schilderung der herrlichen Zustände im Innern des Reiches, dessen Boden reichliche Erträgnisse seinen Bewohnern spendet, 65—67, 84, 85, 87, 72 und 127, ebenso die kräftige wohlklingende, originelle und bilderreiche Sprache in diesen Psalmen lassen auf die Abfassung derselben im Salomonischen Zeitalter schließen. — Die Ps. 113—Ü8, welche auf den leidenden, gefährlichen Zustand des Verfassers Hinweisen und in denen die hebräische Sprache schon durch Arameismen getrübt wird, deuten auf Hiskia hin. Ps. 74—79, welche uns das Bild der Verheerung des Tempels vor Augen führen, wurden nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar verfaßt. Ps. 80, 83, 94,, welche die Bedrückung unter fremder Herrschaft schildern, lassen die Zeit des bab. Exils erkennen. Die Stnsengesäuge 120^—134 (außer 127) gehören ihrem Inhalte und ihrer Sprache nach der Zeit der Restaurierung unter Esra und Nehemia an. (536). *) Die Echtheit der Ueberschriften wird von der Kritik bezweifelt, weil sie zunächst nicht zum Inhalte der Psalmen passenüber welchem sie stehen. Allein was hilft es, wenn man diese späteren Sammlern zufchrieb? Auch diese mutzten die Ueberschriften dem. Inhalte anpasien. Es ist ja übrigens möglich, daß uns die Beziehungen der Ueberschriften zu den Psalmen nicht mebr bekannt sind. Wenn in .der letzten Mischna Tamid der Psalm ^(N'DN Gesang als tsrnüuus für Psalm genannt), welchen die Lewiten im Heiligtum an jedem Zuge der Woche, sagten, nicht mit der Ueberschrift, sondern mit dem Anfänge des Textes angeführt wird, so geschieht es aus dem Grunde, well die .Ueberschrift bei zweien 91 und. 94 überhaüpt fehlt. Das zitierte Stichwort deutet auch aus den. jeweiligen Schöpstingstag hin, für den der Psalm bestimmt wurde; bloß Ps. 91 für den 7. Tag wird mit her Ueberschrist angeführt, um au diese die. Worte' . anzüknstpfenr Bers T und 6 daselbst deuten aus den Tag, da die Schöpfung vollendet war. / Den Sopherim, welche. Vers 36, Pst 78, als die Hälfte des Buches bezeichneten, legen schon die Ueberschriften vor. Br. 36. ... Ps, 119,. 13^—143, .ntitsWeG matten llvd.. schleppenden Stil und.denneu'...gebildeten., WtzMrws Ansdru.ckew>werden in der späteren.sypherischeil?Zeitl vMfcMrwoKen'-sein:'^^ " ' -Weder der. Inhalt . noch; dje- Spmche^d'errPsatniemNlber berechtigen uns,, die Abfassung der. Psalmen:bis:jnsvmakknbäische Zeitalter hinailsWchseben und. üu.7ihGn--sßin^:Spiegelhild7-Mr Geseichte der Hasmonäer zileiMckeM,: vli den ^nhalt;/ betrifft-,Hn-det DKyinkeiuM äPsalm ein, bestimmter Hmweis/Mst irgend,^ejnMreigniAy aifsft deryZeit her Hasmouäer wie etwa Ps. 127 und 137rstiff./EpisoHen?ans der babylonischenGefangenschaft anWlen,Schwache'Änk.länge auf Situationen in der Geschichte,.-der^c Makkabäer^ dürftem-stch wohl in einem oder dem anderen: Psalme?vorfinden.' Daraus aber läßt sich noch keineswegs folgern^ dast diese.SituationLas Motiv zur Abfassung des betreffenden Psalmes bildete? Darin liegt ja eben das Großzügige der Psalmen, daßsie; für viele Lebensverhältnisse passen. Aber auch die. Sprache der Psalmen ist für die makkabäische Zeit, in 'welcher die hebräische? Sprache schon von der aramäischen, syrischen öder' griechischen verdrängt wurde, viel zu kräftig und zu erhabein? Kein.literarisches.^Erzeugnis in hebr. Sprache hat sich.ans.dieser. Zeit erhalten;die Schriftkundigen bedienten sich zumeist; des Neuhebräischen? Oder sollte damals die hebr. Sprache, deren?Kenntnis seit Mei Jahrhunderten fast geschwunden war,: .plötzlich. zum nesten Leben erwacht sein? Der Freiheitsdrangkonnte wohl zu^.heroischen' Taten, nicht aber zur Schaffunglyrischer Gesänge. Anregung geben. Und ist der sprachliche Unterschied, zwischen den angeblich makkabäischen und den aus dem babyl. Exil stammenden Psalmen so wesentlich, daß einige Jahrhunderte zwischenuihnen? liegen sollten? Selbst die mattesten, schwünglosen. Psalmen.-. stehen gedanklich und sprachlich höher? als die/salbungsvollen Gebete und Aussprüche, welche u.ns/Ms'.cher.mäkkabäischen Zeiterhalten sind.**) " .???•.:-??;; Jeder, der unbefangen in . den Geist..:der Psalmen - sich vertieft und dann , die Geschichte -der- .MakMäer? studiert, der muß sich sagen, daß die Ideen, .welche7diese7Zelt;!beherrsche.lÜgrundverschieden sind von den Gedanken, welchewi». den Psalmen zum Ausdruck kommem . '.?-■' . (Fortsetzung folgN)????.? >r: v'7;' ' Das judischeFumilienleben inUemeu. . (Fortsetzung,)..? Wenn das Leben der Frau? eintöstig-und' tränrig stst-?sü ist das der Kinder noch viel trübseliger..: Män?hört-.siel!niemäls lachen und singen, nichts von deü7 übermütigen 7Liederü?- -deÜ geräuschvollen Spielen, die anderwärts Las Hä ns beleben.?Schön zeitig wird im Kind das Bewußtsein wönldÄl Leiden Les-Leb'enU geweckt und es gewöhnt sich früh: ani-den"Schmerz^':Ich beöb-' achte oft meine kleine neunjährige NachbarinNädrai;-sie ist klein- und dünn; ihr blaüleinenes Beinkleid! liegt dicht--an Lkininägeren Besuchen, das schwarze Hemd ist. offen,Mas l-HastMst in eine alte Kapuze gestopftdie vom Gesichtlnnr-Lie.Augen?undl?däs spitze Kinn sehen läßt — so laust .das. -bäLfüßige?Kind durch das ganze Haus. Schon, mit vier?Jähren? hat-sie-'von ahrer^ Mutter sticken gelernt, jetzt ist sie bereitseine . gute. Arbeiterin-, stickt täglich 15 Stunden und hat bereits: in vierjähriger'Arbeit. 25 Fr. gespart! Sie hilft auchin Le? Wirtschaft-MttdÄnachb 7 Besorgungen. Dann wickelt sie' d.elr/Köp.f.-.HlildAs!Wöße7'käritzv1ek; Taschentuch, zieht große Pantöffelnlamunb> lauft uüetlgievigs : durch die Straßen. Seit einigem Tagest ist. Nädra 'nachdenklich-', sie hat ans der Unterhaltung , ihrer. Eltern .etwasaufgefrmgew und daraus entnommen, daß sie zu Ostern verlobt werden soll? -Ihre Mama ist von rührender AnstuerksämkeitstgegenT!sie? nennt sie: mein Geliebtes, mein.Äebchm,..rBefreierMrÄrkmes'i.He'dnSst ' Heilerin meiner Seele; ihre. Schwestern?undMa-nienlizeitzsnsich- . sehr liebreich. Jetzt weiß sie ^bereits; Per. : sich?' unr ste-bewirbt, es^ ist Helkia, Sohn deS Goldschmiehs -Ghiach ünd selbst Gold-- r schmiede In ihrem kindlichÄi MinnMeiH'si^ilicht-bLb ste^^stch - '. **) Bgl. L M: 2, 50. 6, 18.

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