Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 35 (8.9.1911)
- Date
- 1911-09-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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. .... ... Die Wahrheit. ...- - —- .---g>eiW'•?. AKördiimlgen''wie eilt'Permächtuis beobachtet wurden. (II Ehr. Ä9?-25)1 Hiskiüh werden die Hallel-Psalmen 113'—118 zugefchfiMn', welche wirklich' Anktänge all das von ihm verfaßte Dilnklied nach seiner Genesung-enthalten- Jef. 38, und auch ans die. Ereignisse seilier Zeit anspieleii. Es dürften aber noch mehrere Psalmen von - ihm herrnhren, die stilistisch und inhaltlich den früher genannten angereiht werden können. Kp. 30,161. 111,112.; Nach der Zerstörung des Tempels durch Nebnkadnezar, wurden die Psalmen Davids ins babylonische Exil mitgenommen ünd-wahrscheinlich dort um einige Psalmen vermehrt, welche Klagen über den Druck in der Gefangenschaft znm Inhalte haben. Obwohl die Exilanten die Aufforderung der Feinde, die Lieder Zivils zil singen, entrüstet ablehnten, konnten sie dennoch beider Erinnerung an das zerstörte Jerusalem und an das verödete Heiligtum ihrem Herzensdrange nicht widerstehen. v ' In elegischen Gesängen brachten sie ihre Gemütsstimmnng Zum Ausdruck. Anhaltende Traurigkeit drückte den Geistesl'chwüng nieder. ' Nach der Rückkehr ans dem Exil erwachte die alte Begeisterung und die dichterische Schaffenskraft wieder. Viele Psalmen entstanden (der große Hallet 136 und die Hallelujah- Psalmen 145—151), die Dank gegen Gott für die Erlösmig aussprach en. Bei der Einweihung des restaurierten Tempels wurde der davidische Psalm 105 gesungen, dem am Schluffe eine Doxologie augehängt wurde. Die Sänger hielten, wie berichtet wird, die Musikinstrumente und die Gesäuge Davids in der Hand. In seinem Geiste wurden auch neue Psalmen verfaßt, welche Ereignisse ans der jüngsten Vergangenheit besangen. Der nacbexilischen Periode gehören die Psalmen an, welche Rückblicke auf die babylonische Gefangenschaft (127, 135), Dank für die Erlösung aus derselben und die glücklich überstandenen Gefahren der Reise enthalten (107). Da um diese Zeit ein geregelter Gottesdienst eingeführt wurde, haben die Sopherim die Psalmen zn einem Gebetbuche ansgestaltet, in welchem auch solche Platz fanden, welche für verschiedene Anlässe als Armut, Krankheit -(102. 37) oder andere Unglücksfälle Anwendung finden. Man wird in diesen vergebens Beziehungen auf irgend eine geschichtliche Begebenheit aus der heiligen Schrift finden. Spuren der nachexilischen Zeit, in welcher das Gesetzesstndinm gepflegt wurde, tragen auch die Psalmen, in denen die Gotteslehre verherrlicht wird. Als die jüngsten gelten Psalm 133—144, an denen der Niedergang der hebr. Sprache merklich zu erkennen ist. Immer mehr schwand die geistige und poetische Fähigkeit, Psalmen zu verfassen, bis sie wie die Prophetie ganz aufgehört hat. (Diesen Zeitpunkt festznsetzen soll in folgendem versucht werden.) (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. (Z u nt achtzigsten Geburtstag D r. Alfred Stern s.) Unserem vorwöchentlichen Berichte wäre noch nachzutragen, daß die Deputation des Kultus-Vorstandes auch Kultus-Vorsteher kais. Rat Sigmund Kau ders, jener des Berhaus-Vorstaudes auch Dr. Hermann Löwy angehörte. Weiters sind dem Präsidenten Dr. Alfred Stern anläßlich seines achtzigsten Geburtstages nachträglich noch zahlreiche Glückwunsch-Depeschen und -Briefe zugekommen und zwar von den Kultusgemeinden: Holleschäu, Horitz, Neunkirchen, Olmütz, Reichenberg, Straßnitz, Teplitz und Tulln. Sektions-Chef Dr. Ludwig Cw i kl ins ky schreibt.„Es war mir durch eine Reihe von Jahren vergönnt Ihre eifrigen Bemühungen um das Gedeihen der israel. Kultusgemeinde Wien genau zu verfolgen und erlaube ich mir daher dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß es Euer Hochwohlgeboren beschieden sein möge noch lange Leit mit gleich glänzendem Erfolge für das Wohl Ihrer Glaubensgenossen Zu wirken." . Ferner gratulierten : Ministerialrat Dr. Sigisinund P i l a t, Präsident der n. ö. Advokatenkammer Dr. Karl Ritter von Feistmantel, Hermann v. Goldschmidt aus Keut (England), Bürgermeister Reichsratsabgeordneter.Beruh. Stern, Buczaß. Die Gemeinderäte Herold und Melcher, die ehemaligen Gemeinderäte Dr. Richard G o l d m a n n. H e l w i g und Dr. August Nechansky, General-Stabsarzt Dr. Zucker- , mann, Kammervirtuose Alfred Grünfeld, Hofrat Prof. Dr. Adam P o l i tz e r, Prof. Dr. Z u ck e r k a n d l, Akad. Maler Koch, Baronin Zella O p p e nh e i m, Sophie' G r o s m a n n (übermittelte gleichzeitig in Würdigung seiner Verdienste ihre unter dem Titel „Alpenblumen" Sr. Majestät gewidmeten Dichtungen). Schriftstellerin Frau Basch-Maler, techiu Sekretär der Assik.-Generllli Dr. Julius Graf, die Advokaten Dr. Auerbach, Dr.^David B ach r a ch, Dr. Adolf B äum, Dr» Elias M ü n z,7Dr. Kaspar Dinger, (ein Altersgenosse Dr. S t e r n s), t f. Kom.-Rat Emil Czeczowiczka. Fabrikaut Heinrich Men dl, kais. Rat Rusicka, Dr. Schalit, Oberingenieur Mannaberg, Ing. Hermann Müller, und Ein er, Michael Glo g au, Rabbiner Dr. Beck aus Bukarest, Direktor L ö w i t, Schulleiter Jakob Fink aus Bud» zanow und viele andere. Wien. Der Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewerbetreibender, welcher einer der humansten Wohltätigkeitsvereine ist,, da er seinen Mitgliedern nicht nur Krankenunterstützungen. Kürbeiträge, freie ärztliche Behandlung für sich und die Familie und kleine zinsenfreie Darlehen gewährt, sondern auch den Witwen und Waisen nach verstorbenen Mitgliedern außer der Abfertigung auch alljährlich aus dem Erträgnisse, des anläßlich des 60jährig. Regierungs-Jubiläums unseres geliebten Kaisers gegründeten „Kaiser-Jubiläumsfoudes" fallweise Unterstützungen zukommen läßt und außerdem nach den verstorbenen Mitgliedern die rituellen Trauerandachten verrichtet, hat letzten Sonntag nachmittags unter Beteiligung . zahlreicher Ehrengäste, darunter Herr Rabb. Dr. F l e s ch, Herr Kultusvorsteher Dr. Schreiber, Bezirksrat Ernst Klebinder. des Gesamtvorstandes und zahlreicher Anwesenheit seiner Mitglieder, unter feierlicher Funktion des k. n. k. Feldrabbiners Dr. Go l d st e in und des Oberkantors B a s s e r samt Chor die Einweihung seiner neuen Vereins- und Bethauslokalitäten U., Malzgasse Nr. 1, vorgenommeM Die Einweihungszeremonie, in deren Programm insbesondere ein Gebet für unseren erhabeneu Monarchen aufgenommen war, wurde durch die wirkungsvollen, sehr freundlich ausgenommenen Ansprachen der Herren Dr. S ch r e i b'e r, Bezirksrat Klebinder und insbesondere des Herrn Professors N a s ch e r beendet. Laut einstimmigen Beschlusses wurde znm Schlüsse ein Huldigungstelegramm an unseren erlauchten Monarchen abgesendet. Um das Zustandekommen der Feier haben sich die Herren Obniann Dr. Klausner, k. u. k. Revident Goldfarb sowie die Herren Goldstein und B a r s ch a k besondere Verdienste . erworben. Wien Jüdischer S ch n l v e r e i n für den IX. Bezirk, IX., Seegasse 16. Die Einschreibungen für die Bürger- und Volksschule sowie die Fortbildungskurse für Knaben und Mädchen finden Sonntag, den 17. September, von 10—12 Uhr vormittags und vom 18.—21. September von 5—*/z8 Uhr abends statt. Wien. (W o h l t ä t i g k e i t s f e ft.) Am 26. v. M. fand in Klosterneuburg-Kierling als Nachfeier zur Automobileinweihung im Restaurant Wischnitzer ein Fest statt, dessen Reinercrägnis dem Fonds des Vereines zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger in Wien (II.. Große Stadtgutgasse 7) zufiel. Der Obmann des Festkomitees. Herr Max Wagner, begrüßte die Festgäste, insbesondere den ans Wien erschienenen Bereinsobmann Herrn Dr. Isidor L. B r a u n in einer Ansprache voll H u m o r und Witz. Hieraus sprach Ella B tx g ii e r in meisterhafter Weise einen Prolog. Daran schloffen sich die herrlichen Gesangsvorträge des Herrn Opernsängers C Hank in ans der „Boheme" und Rigoletto" an. Die Klavierbegleitung besorgte die Ktaviervirtuosin Frl. Elsa Kris unter dem Beifall der Anwesenden. Biel Beifall ernteten Frl. Soffer, die die Gäste durch ihren wunderbaren Gesang entzückte, Familie Koller durch ihre Musikvorträge und Herr Blaß als Gesangshumorist. Bor der Pause richtete der Beremsobmann Herr Dr. Isidor L. Braun an die Festgäste den warmen Appell, recht zahlreich dem Vereine beizutreten und für den Verein Propaganda zu machen. Er erörterte die Tendenzen des Vereines und dankte den Mitwirkenden, sowie den Herren Max Wagner, Louis K a u f m a n n, Redakteur L ö w y und Jakob Gerber, daß sie sich in den Dienst einer so guten Sache gestellt und zum Gelingen des Festes beigetragen haben. . Wien. (P o a l e Z i o n.) Samstag, den 10. d. M>, um 8 Uhr - abends, findet im Cafe Stefanie, II., Stefauiestraße 2, ein Vortrag des Gen. K a p l a n s k y über „Die Grundlagen des Poale-Zionismns" statt. Eintritt frei. Wien. (B r a u d k a t a st r o p h e in der Türkei.) Während noch für die Opfer der Brandkatastrophe in Konstantinopel Spenden gesammelt werden, kommt die Nachricht, daß auch in A i d i n in Kleinasien eine ftrrchtbare Feuersbrnnst gewütet hat und besonders das dortige Jndeuviertel ein Raub der Flammen wurde. Der Leiter der Schule der „.Alliance Israelite Universelle" tu Aidin telegraphiert, daß augenblicklich 600 Familien obdach- und mittellos geblieben sind. Zur Linderung der Not hat das Zentralkomitee der Alliance in Paris 5000 Francs als erste Spende telegraphisch überwiesen. In Oesterreich werden Hochherzige Spenden zu Gunsten der unglücklichen Opfer bei der „Israelitische n Allianz zu Wien", U., Untere Dananstraße 83, oder durch die Postsparkassa (Konto Nr. 8052) dankend in Empfang genommen und öffentlich ausgewiesen. Wien. Montag, den 4. d. M., fand die Beerdigung des Gutsbesitzers jur. Dr. Jnl. Löwy bei überaus zahlreicher Teilnahme statt. Nach der liturgischen Funktion durch I. Kantor M a t y a s widmete Herr Rabbiner Dr. Bach dem Verewigten einen ergreifenden Nachruf, besonders dessen strenge Rechtlichkeit und Charakterstärke hervorhebend. Baden. Am vergangenen Samstag wurden im hiesigen Tempel zwei Konfirmationen abgehalten, die sich sehr feierlich gestalteten. Es wurden zum erstenmale zur Tbora gerufen Alfons W a h l i s. Sohn des Herrn Jakob Wahlis, und Franz Fischer, Sohn des Herrn Direktors Karl Fischer, beide Gymnasiasten, und namentlich letzterer trug die Hasthora mit vielem Verständnis vor. Die Ansprachen des Herrn Rabbiners Reicks gingen zu Herzen und machten erhebenden Eindruck. Die wohltätigen Institute von Baden wurden in munifizentester Weise bedacht.