Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 34 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. . . . Die Bieiierth ^beglückwünschte telegrafisch den Jubilar in herzlichen Worten. Der ehemalige Präsident der - Akademie der-Wissenschaften Eduard Sueß gratuliert „dem verehrten Altersgenossen." Vom Herausgeber der „Neuen Freien Presse" Moritz Benedikt Langte das folgende Telegramm ein: „Im Namen der Neuen Freie:: Presse beglückwünsche ich Sie zu dem heutigen Feste und freue mich über den menschlich so schönen Tag, der mir den willkommenen Anlaß bietet. Ihnen für die vortrefflichen Beiträge Lu danken, mit denen Sie die Leser der „Neue:: Freien Presse" als Gemeinderat und Finanz: eferent der Stadt Wien und als Vertreter großer öffentlicher Interessen erfreuten. Diese Artikel find ei:ö Zeugnis Ihrer Gesinnungstreue, Ihres tiefen Verständnisses, Ihres Darstellungsyermögens und Ihres Mutes. Sie waren der letzte Fiuanzreferent der liberalen Majorität und diese Reihe konnte nicht würdiger eine so ehrenvolle Vergangenheit abschließen." Ferner gratulierten: Alfons Freiherr von Rothschild, Louis Freiherr von Rothschild, Baron und Baronin Mayer- Ketschendorf, Baronin Julie Schey, Dr. Albert Seligmann, kais. deutscher Konsul Dr. von Vivenot, Herrenhansmitglied Hofrat Prof. Dr. Grünhut, Hofrat Dr. Maresch, Pros. Wilh. Bacher, Budapest, das Mitglied des Staatsgerichtshofes Dr. Julius Magg, Reichsratsabgeordneter Ministerialrat Camillo Kuranda, die ehemaligen Reichsratsabgeordneten Konstantin Noske, Ludwig Bögler und Karl Wrabetz, Hofrat Dr. Benjamin Rappaport, Generalmajor Ritter Eiß. - die Oberlandesgerichtsräte Dr. Spitzkopf und Schaumaun, Oberstabsarzt Dr. Oswald Byk, Oberfiuanzrat Dr. Berstl, Sektionsrat Alfred Ritter von Pfeiffer, Regiernugsrat Freund, Geheim. Regierungsrat Prof. Dr. Geiger, Berlin, die Gemeinderäte Dr. v. Dorn, Max Frank, Dr. Alfred Mittler, Ernst Nenstadtl und Josef Stein, die Regierungsräte Ärchivdirektor Dr. Schlag, Kustos Dr. S. Frankfurter, Direktor Eysert, Schulrat Prof. Baß, Oberinspektor F. R. Engel, kais. Rat Sachs, Sekretär der Wiener Kultusgemeinde 'Dr. Emil Adler, Bad -Gastein, die Damen: Baronin Charlotte Königswarter, Baronin Julie Schey, Mathilde von Gntmann, Hofrätin Emilie von Pfeiffer, Hofrätiu Amelie Oser, Frau Dr. Theoder Lieben, Rachel Marmarosch, Sofie Grünfeld, - Julie Zerner. Aus der Gelehrtenwelt: Rektor Prof. Bacher, Budapest, die Professoren: Dr. Benedikt, Dr. Braun, Dr. Ehrmann, Dr. S. Klein. Dr. Josef Pollak, Dr. Rosenblatr, Krakau, Dr. Ritter von Weiler, Rektor der theolog. Lehranstalt in Wien Dr. Schwarz, die Direktoren: Esraim Cohn, Lämmelschule, Jerusalem, Dr. Friedeberger, Heller, die akademischen Maler ' Isidor Kaufmann, Lazar Krestin und David Kohn. Julie Menzel, akademischer Bildhauer Professor Stefan Schwarz, Dr. I. S. Bloch, Leo Herzberg-Fränkel, Leopold Jacobsohn. Ernst Klebinder, Brüder Klisenberger, kais. Rat Lichtenstadt, Regine Neisser, Breslau. Siegmuud Schlesinger, Alexander Schorr, Heinrich Sternseld, Louis Strauß, kais. Rat Ignaz und Richard Wilhelm, Heinrich Iork-Steiner. Die Advokaten: Geheim. Jnstizrat Dr. Bachrach, Dr. Baumgarten, Dr. Alfred Berger, Notar Dr. Bermann. Dr. Hermann und Jmannel Brüch, Dr. Felix Katzau, Dr. Leopold Kohn, Dr. Ignaz Kornfeld, Dr. Camillo Kraus. Dr. Karl Kraus, Teplitz-Schönau, Dr. Albert Kuh, Dr. Arthur Kuranda, Dr. Nirenstein, Dr. Josef Pick, Dr. Jos. Schornstein, Dr. Alfred Skrein, Dr. Markus Spitzer. Reg.-Rat Dr. Sieger, Dr. Adolf Stein, Dr. Josef Stern. Die Industriellen: Handelskammerpräsident Bloch, Brody. Moritz Eißler, Guido Elbogen, Moriz von Engel. Gustav Frankl. Arnold Fröhlich, David Ritter von Gutmann. Ernst Hirsch, Ernst Klinger, Rudolf Kohn, Moritz von Knffner, Wilhelm Kuffner, Leop. v. Lieben, Richard Lieben. Gremialrät Heinr. Neurath. Gremialpräsident Leop. Pollak v. Parnegg, k. Rat Beruh. Pollack v. Paruegg.Alfr. Pollak v. Rudin.k.Rat Alois Reick, Friedek-Mistek, I. Reitlinger. Kammerrat Naumann Schefftel, S. Schein, die Kommerzialräte Schulhof. Max Schweiger, Leopold Simon. Aus der Finanzwelt: Generalrat Adolf von Wiesenbnrg. Lncian Brunner, Salo Cohn, die Direktoren Koritschoner. Kux und Popper, Börsenrat Leopold Langer. Lonis Loeb, Dir. Alois Weishut, Sekretär des Hanfes Rothschild Richard Bettelheim. Wahrheit. . Nr. 34. Die Rabbiner: Dr. Frank,' Köln,'- Dr. Frankl-Grün, Kremsier„ Friedmann, Linz, Dr. Funk, Preßburg, Dr. Goldschmidt, Prößnitz, Dozent Dr. Herzog, Graz, Dr. Lazarus, Gödiilg, Dr. Immanuel Löw, Szegedin, Dr. Niemirvwer, Bukarest, Dr. Adolf Schmied!, Wien, Dr. Schweiger, Erlau,' Dr. Ziegler, Karlsbad. Die Vorsteher' von Knltusgemeinden, Bethäusern 'und jüdisehen Vereinen: Moreno Adutt, Anton Beck. Jakob Kann, Theodor,. Kohn, Dr. Simon Schaff, Lemberg, Anton-Schneider, Baden Dr. Tilles, Krakau, S. A. Wasservogl. Herrenhansmitgl. Prof. Dr. Gomperz. Schriftsteller Dr. Heinrich Friedjnng. Gen.-Stabsarzt Dr. Znckermann, Dr. Daum, Hermine v. Mautner, Pros. Epstein, Direktor Löwith, Maler Koch, kais. Rät Rnziczka^ Fabrikant Heinrich Mendel, Max v. Guttmann. Hans v. Guttmann, Redakteur kais. Rat Basch, Frau Basch-Mahler,^ kais. Rat Gewitsch u. v. A. Die Pjalme» als Schulbuch. (Fortsetzung.) ' ' ... Und wie die Synagoge, so machte auch das Lehrhaus,, dessen Entstehung nicht viel jünger als diese ist, von den Psalmen,, welche gleich der Thora in 5 Bücher geteilt wurden, den weitesten Gebrauch (Kiddnschin 3b Midrasch. Tehillim 1, 2).. Fast an jeden Vers haben die jüdischen Weisen eine Lebensregel geknüpft. So z. B. zogen sie ans dem Vers „Durch den Mund der Kinder und Säuglinge begründest du die Macht" (8, 3), die Lehre von der Wichtigkeit des Unterrichtes der Schulkinder, um derentwillen die Welt erschaffen worden sei.. (Midrasch, Tehillim z. St.) Ans dem Umstande,-daß der erste Psalmenvers nicht damit beginnt „Fluch dem Manne, der im Rate der Frevler geht", folgerten sie, daß man sich einer euphemistischen Redeweise befleißen und jeden anstößigen, unästhetische:: Ausdruck vermeiden müsse. Und da die Psalmen diesen Anfor--- ddrungen vollkommen entsprechen, konnten die Lehrer den: pädagogischen Grundsätze gemäß „die Reinen nur Reines zu lehren" den Kindern: kein geeigneteres Bnch als die Psalmen vorlegen, aus denen uns ein heiliger Geist entgegenweht und wo keine einzige Stelle aus Furcht, daß sie die Keuschheit verletzen könnte, den Zöglingen vorenthalten zu werden braucht. Stehen wohl die Psalmen in: poetischen Werte hinter den lateinischen und griechischen Klassikern zurück, ihr sittlicher Gehalt wiegt diesem Mangel reichlich auf. Uebrigens herrscht , in den meisten Psalmen ein Wohlklang, der Worte, ein Ebenmaß der Versglieder, ein Rhythmus der Perioden und tritt in ihnen der Grundzng der hebräischen Poesie, " der in Antithesen sich bewegende Parallelismus, deutlich hervor,. welchen die an Synonymen reiche hebräische Sprache besondersbegnnstigt (vgl. Herder „Von: Geiste der hebräischen Poesie" I.,. S. 58, 59.) Man hat sogar in vielen Psalmen (42. 43. 46. 49. 56. 57. 64. 80. 84. 107. 132. 144 n. s. ,iv.) einenn 'Strophenban mit wiederkehrendem Refrain oder Sinnworte nachznweiseu gesucht.*) Doch mögen diese Knnstgebilde ungesucht und unbewußt in Erscheinung getreten sein. Denn die hebräische Poesie besitz! keine festen Regeln für den Versbau, keine Metrik.- Die jüdischen Dichter waren zu ernst, um sich mit dem Zählen und Messen *) D. H. Müller. Strophenbau und Responsien. Das. S. 54 macht Müller die Wahrnehmung, daß der 119. Ps., der aus 22 Strophen von je 8 Versen mit demselben Anfangsbuchstaben in alphabetischer Reihenfolge besteht, sich den 19. Ps. B. 18—20 zur Vorlage genommen hat, so daß: in jedem Verse der einzelnen 22 Strophen je eine Bezeichnung der Gvtteslehre aus dem Psalm 19 vorkommt. Vers 10 liest M. rnöK statt HUT . So geistreich auch dieser Einfall ist, stimmt er mit der Wirklichkeit nicht überein. Denn in Ps. 19 kommen bloß 6 Evitetha der Lehre vor, N12Q nnps mir. .TTin nähmlich, während der Ps. 119, 8 Bezeichnungen Wt, die auch von denen im Ps. 19 abweichen> nämlich PN min iTHI? Doch ist in 70 unter 176- Stropheu des Ps. 119 wie im Ps. 19 die Äunstform beachtet, daß das 1. Bersglied drei und das 2. zwei Wörter hat. Noch auf einige poetische Schönheiten will ich aufmerksam machen. Im 2. V. Kap. 4 schließen die ersten 4 Worte wie .auch das Schlußwort des 2. und 3. Versgliedes niit 'S- Im Kp. 118, V. 28 beginnt jedes Wort mit u ebenso 56, 4. 107, 3. 5. 14 hat jedes Wort ein ö 1, 1. 137. 8> 24, 7, 76, 3 ein V 83, 3 ein V- Up. 62 beginnt fast jeder- Vers mit