Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 34 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit Seite 7 3lr-i 34. Im Anschlüsse an diese Deputation dankte die Oberin des Haiserin Elisabeth-Krankenpflegerinnen-Justitntes, das seine Entstehung der Initiative des Kultnsvorstandes verdankt, Frau Grnma L ö w y, Dein Präsidenten für das Wohlwollen, welches er.'der jüngsten Schöpsnng der Gemeinde bisher immer entgegengellrachl habe. " Namens der Humanitäts-Vereine B'ne B'rith „Eintracht" und,),Wien", sowie der unter Patronanz derselben stehenden Vereine für. jüdischen Arbeitsnachweis, zur Errichtung von Kinderhorten und der jüdischen Toynbeehalle beglückwünschten den Präsidenten die Herren Dr. Edmund Kohn. Magistratssekretär i. P.. Dr. Wilhelm L ö w y. Sonnen s ch e i n und käiserl: Rat Weil. Für die israel. Armenanstalt erschienen die Herren Josef Jellinek, Wilhelm Pappen heim und Adolf S ch ra mek unter Ueberreichnng einer Adresse. Die Adresse der Chewra Kadischa überreichten die Vorsteher S. ''G o l d m a n n, Carl L e m b e r g e r und Samuel Steine r.j. - Jil seiner Entgegnung auf die Ansprache dieser Delegierten wies Präsident Dr. Stern darauf hin, daß, wo immer sich unsere Glaubensgenossen niedergelassen haben, sie zuerst an die Gründung solcher heiligen Vereine als die Urzellen jüdischen Gemeinwesens geschritten sind. Ueber die Bestrebungen und Ziele einer Ehewra Kadischa hat es überhaupt niemals Meinungsverschiedenheiten gegeben. Speziell aber waren die Beziehungen unserer Gemeinde zu diesem altehrwürdigen Vereine stets die allerbesten; der Verein, könne auch in Zukunft ans seine tatkräftige Förderung rechnen. Der Verein zur Unterstützung und Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der israel. Kultnsgemeinde Wien ließ durch Äen Sekretär der Knltnsgemeiude Herrn Kais. Rat. Dr. Theodor Lieben eine Adresse überreichen. Die meisten Beznkskommissionen hatten Glückwunschschreiben gesendet. Persönlich überbracht wurden sie für die des I. Bezirkes durch Herrn Dr. Edmund Kohn. des H. und XX. Bezirkes durch Herrn Dr. Josef Winternitz, VIII. und H. Bezirkes durch Herrn Gottlieb Bettelheim, des XXI. Bezirkes durch die Herren Dr, Jakob König und Emil Fanto. . Eine große Anzahl von Frauenvereinen hatte Adressen überreicht. An der Spitze der Frauenverein im I. Bezirk (Präsidentin Baronin Charlotte Königswarter), welcher insbesondere auch im Namen sämtlicher im Verbände zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen vereinigten Frauenvereine Wiens dem Präsidenten, für die besondere Förderung, welche er gerade diesem Zweige der Wohltätigkeit entgegenbringt, dankte. Adressen überreichten ferner der Verein „Frauenhort", vertreten durch die Damen Philippine Gelbhans Elenore Kohn und Regiue Bettelheim für die „Philanthropia" Rekonvaleszentenheim für arme jüdische Frauen, erschien Frau Amalie Beck und Herr Rabbiner Dr. Bauer, für' den Müdchennnd Frauenverein ..Biknr Chaulim" Fräulein Lea Bondi, Sophie Waltnch, für den Wöchnerinnenverband erschienen Herr Kais. Rat Krüger, und die Frauen Katharina Kohn und Schriftstellerin Clotilde Benedikt. Der Frauenverein für den XXI. Bezirk, endlich der Badener Frauenverein vertreten durch Frau Julie Leitner und Herrn Anton Schneider. Der Verein „Kaiser Franz Josef Ferienheim" und „Kaiser Franz Josef Jubiläums Seehospiz" (Präsidentin Frau Sofie Grünfeld) übermittelte die vom Sekretär Herrn Guido Fnchsgelb verlesene Adresse, ans welcher Folgendes hervorgehoben sei: „Als Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens ist es wohl anznsehen, wenn gerade seit jener Zeit, da Sie an der Spitze unseres Gemeinwesens stehen, die Wohltätigkeits-Stiftungen und Widmungen, deren Verwaltung in den Händen unserer Gemeindevorstehung liegt, eine solche imposante Vermehrung erfahren haben; aller Anerkennung wert ist die Tatsache, daß seither auch das Budget der Gemeinde der Not und dem Elend unter unseren Glaubensgenossen in erhöhtem Maße Rechnung trägt. . ... . Seit seinem nun 20jährigen Bestände hat sich das Ferienheim allzeit Ihrer fördernden Gönnerschaft erfreut und alseS daran ging, als Schwesterinstitntion das Seehospiz zu gründen, haben Sie durch Uebernahme des Vorsitzes in der konstituierenden Versammlung und durch den : Eintritt in das Kuratorium Ihr hochehrendes Wohlwollen uns gerne bekundet." Für das ..Kinderheim" für verkrüppelte Kinder in Laa und für den „Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinuenhort" erschien Herr kais. Rat Dr. Krüger. Die Zentralstelle für das jüdische Armenwesen, das all- . gemeine österreichisch israelitische Taubstnmmeu-Jnstilut, der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender hatten gleichfalls Adressen übersandt, die jüdisch akademische Lese- und Redehalle war durch die Herren phil. Hirschl und jnr. Schick, der jüdische Kolonisauonsverein für Palästina, dessen Ehrenmitglied Dr. Stern ist, durch den Sekretär H a r t m a n n vertreten. Die Insassen des Versorgungshanses ^hatten unter Führung des Verwalters M. B r ö s l e r eine Deputation bestehend aus drei Männern und drei Frauen entsendet, . um dem Präsidenten für seine ganz besondere Fürsorge für das Versorgungshaus zu danken, die er auch durch die in Gemeinschaft mit seinem verewigten Bruder Herrn Julius Stern seinerzeit znm Ansban des Versorgungshanses errichtete Stiftung werktätig bekundete. Der Verein „Kinderbewahranstalt" (Präsidentin Frau Sarah von Stern) widmete dem Jubilar eine geschmackvoll ansgestalrete mit einem Bilde des Gebäudes der Kinderbewahranstalt geschmückte Schreibmappe. Die unter Aufsicht des Herrn Oberlehrers Bader in Pohrlitz untergebrachten, unter der Obsorge der Knltusgemeinde stehenden 21 verlassenen Kinder sandten einen herzlichen Glückwunsch in Versen. Sichtlich erfreut war Präsident Dr. Stern durch die Gratulation, die ihm eine Anzahl von aus den vier jüdischen Waisenhäusern Wiens und ans der von der Knltusgemeinde errichteten Heimstätte für verlassene Kinder entsendeten Zöglinge überbrachte. Die Kinder boten durch ihr gesundes und gepflegtes Aussehen einen herzerfreuenden Anblick. Rührend war es, als eines dieser Kinder mit bewegter Stimme einen Feftgruß vortrug. Nach den Empfängen war Dr. Stern im Villengarten, wo die Festgäste sich zu einem vom Restaurateur Ransuitz beigestellten opulenten Buffet znsammenfanden, noch Gegenstand zahlreicher, herzlicher Ovationen. Mit den vom Oberkanwr M o r g e n st e r n zu Ehren des Präsidenten, des Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, der Familie des Jubilars, des Badener Kultnsprüsidenten M. Leitner und des Nestors der Wiener Kantoren. Oberkantor kais. Rat Singer, in alltradi» tioneller Weise vorgecragenen Mischeberachs fand die allen Teilnehmern itnvergeßliche Feier ihren Abschluß. Bon Körperschaften gratulierten in Adressen, Telegrammen und Zuschriften: Die n.-ö. Advokatenkammer, die n.-ö. Handelskammer. der Journalistenltnd Schrifstellerverein „Concordia", die Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen, der Zentralverein guu Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag, die Kllltnsgemeinden Bielitz, Brody, Brunn, Eibenschitz, Esset, Frauzeusbad, Friedek-Mistek. Gablonz. Graz, Jglau, Innsbruck, Jungbnnzlau, Karlsbad, Kgl. Weinberge. Leipnik. Lemberg, Mähr. Aussee, Mähr. Weißkirchen, Mistelbach, Mödling, St. Pölten, Prag. Tachau, Tarnopol, Teschen. Troppau. Tulln. Ung. Brod. Wr. Neustadt, sämtliche Wiener Tempel- und Bethansvereine. sowie zahlreiche humanitäre und politische Vereine. Nach vielen Hunderten zählten die Glückwünsche hervorragender Persönlichkeiten Der Minister für Kultus und Unterricht Graf Stürckgh gratulierte in einem warm gehaltenen Telegramm. Sektionsches Prof. Dr. Max Ritter von H u ssar ek . bittet, zu der seltenen imd schönen Feier die ergebensten Glückwünsche entgegenznnehmen und schreibt weiter: Insbesondere ist mir dieselbe ein hochwillkommener Anlaß, der bleibenden großen Verdienste zu gedenken, welche Euer Hochwohlgeboren als Präsident der Knltusgemeinde ans allen Gebieten der segensreichen Tätigkeit dieser und um die Pstege ausgezeichneter Beziehungen zur Staatsverwaltung erworben haben. Statthalter Baron