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Die Wahrheit · 1911-07-21 · Heft 28 (21.7.1911) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 28 (21.7.1911)
Date
1911-07-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 28. Les Sinai-bestieg, sagte er zu den Israeliten,, daßer nach Ver- 4auf von 40 Tagen wieder kommen werde. Nachdem : die 40 Tage um waren, kam Satan, welcher einen Aufruhr in der 'Natur erregte,, niib sagte zu ihnen: „wo ist euer Lehrer Moses?" Sie antworteten, er sei in den Himmel gestiegen. Er: „die Zeit ist um, und Moses wird nicht wieder znrückkehren." Sie achteten nicht auf seine Worte. „Er ist tot!" Sie achteten nicht daraus. Da zeigte er. ihnen seine Pahre. Satan zeigte sich in der Nähe der Bathscheba als Vogel. David schoß nach ihm, "wodurch Bathscheba sich umwandte, so daß David ihr Angesicht sehen konnte. Satan klagte die Israeliten an, als sie aus Egypten Logen. Gott überließ ihn Jjob. Er suchte die Zeichen der Tamar zu. entfernen. War neidisch, als die Israeliten die Thora empfangen sollten. Als Todesengel wird er, wie der griechische Ärgus, voller Augen dargestellt, und man hatte vom Tode eine abschreckende und schauerliche Vorstellung, welche bis auf nufere Zeit, Gemeingut der Masse blieb. „Man sagt vom Todesengel. er sei voller Augen. Wenn der Mensch sterben soll, stellt er sich zu dessen Häupten und hält ein gezücktes Schwert in der .Hand, an dessen Spitze ein Tropfen Galle hängt, sobald der Sterbende seiner ansichtig wird, erschrickt er; seine Glieder heben, -sein Mund öffnet sich, da wirst der Todesengel ihm den Gallentropfen in den Mund, davon stirbt der Mensch, davon wird ^er stinkend, davon wird sein Antlitz gelb. Ueber Israel hätte der Todesengel keine Macht gehabt, wenn sie sich der Sünde mit dem goldenen Kalbe nicht schuldig .-gemacht hätten. Dessenungeachtet wurde ihm bereits bei Annahme des Gesetzes am Sinai die Macht über Israel genommen. Auch die göttlichen Männer, wenn sie auch dem unausweichlichen Tode am Ende ihrer irdischen Laufbahn sich unterwerfen mußten, hatten eine besondere Suprematie über den 'Todesengel, der er sich auch mit Scheu unterwarf. Der Todes- 'Lngel beschützte Abraham nach der „Opferung" mit seinem Schilde, damit er nicht wie Sarah sterbe. Moses warf ihn zu seinen ''Füßen nieder. Als er das ganze israelitische Volk wegen Korachs 'Empörung töten wollte, entsendete Moses den Ahron gegen ihn, und die Macht Satans erlahmte. Selbst in der Sterbestunde 'des Moses hatte er keine Gewalt über ihn. Samael hoffte -endlich, die Seele des Moses zu bekommen. Er sagte: O! Wann wird einmal Michael weinen und ich lachen! ... da befahl "Gott Gabriel, die Seele Moses zu holen. Dieser antwortete: „ich kann Moses nicht sterben sehen!" Gott befahl dasselbe dem Michael, dieser antwortete wie Gabriel. Gott sagte daun zu Samael: Er sei dir übergeben. Alsbald eilte Samael wutentbrannt davon. Bei Moses augekommen, fand er denselben gerade den „Schem Hamephorasch" schreibend und Samael -fürchtete sich vor ihm und sprach bei sich: „Gewiß kein Engel ist -im Stande, seine Seele zu nehmen". Moses aber rief ihm zu: „Keinen Gruß dem Ruchlosen, spricht Gott. Was willst du hier?" „Deine Seele nehmen".Entflieh, rief Moses, verfolgte ihn und stach ihm die Augen aus. Ueber die Genesis der Schedim berichtet der Talmud, daß -sie am Schlüsse des Schöpfnngsaktes, unmittelbar vor Eintritt des ersten Sabbats erschaffen worden seien. Doch wurden auch Geister (s'nin) von Adam in den 130 Jahren, in welchen er in Exkommunikation lebte, itub zwar durch unwillkürliche Pollutionen gezeugt. Sie propagieren sich aber auch fortwährend, wie bereits -oben erwähnt, dem Menschen ähnlich. Ueber die Zahl und das Sichtbarwerden der Schedim -spricht sich der Talmud folgenderart ans. Aba Benjamin sagte: Wäre dem Auge zu schauen gestattet, so könnte kaum jemand vor den Masikim (schädlichen Dämonen) bestehen. Der Beruf der Schedim ist, wie der der zerstörenden Engel Schaden, 'Gebrechen und Krankheiten der verschiedensten Art, dem Menschen zuzufügen, weshalb sie schädliche Potenzen (Masikim) heißen. 'Wie alle alten Naturvölker, insbesondere Egypter und Brammen, die Natnrkräfte als höhere Wesen menschlicher Art sich vorstellten und die Krankheiten als Werke der erzürnten Götter und menschenfeindlicher Dämone hielten, so bewirkten die Masikim die meisten 'Krankheiten, ja beide werden im Talmud oft identifiziert. Als ckrankmachende Potenzen lauern sie den Menschen auf, bis diese durch gewisse Blößen ihrem perniziösen Einfluß zugänglich werden. Seite 7. Mitten unter diesen Einflüssen steht, bewegt sich .und handelt der Mensch, als Bürger zweier Welten durch die von Gott ihm eingehauchte lebendige Seele. Dte Seele belebt den.befruchtenden Keim im . Mutterleibe und steigt von einem heiligen Ort herab, sich in den menschlichen Körper zu-kleiden und ihre irdische Wallfahrt zu vollbringen. Und dahin kehrt sie, nach gelöster Aufgabe zurück. Im siebenten Himmel (Araboth), heißt es im Talmud, weilen die Seelen der Frommen; daselbst befinden sich auch die Geister und Seelen derer, die noch geboren werden sollen. Die Seele ist also ihrem Wesen nach, von der Materie, und ihrer Genesis nach, von der materiellen Bildung und Entwicklung des Menschen, streng zu scheiden. Die Rabbinen lehrten: drei Faktoren haben Teil an den werdenden Menschen: Gott, der Vater und die Mutter. Vom Vater stammt alles Farblose in ihm (gleich dem farblosen Semen. Virile): Knochen. Adern, Nägel, Gehirn, das Weiße im Auge u. s. w. Von der Mutter alles Farbige (Rote, vom Blute der Mutter): Haut, Fleisch, Blut, Haare und das Dunkle im Auge. Gott gibt ihm den Geist, die Seele, den Ausdruck des Antlitzes, Sehkraft, Gehör, Sprache, Bewegung, Erkenntnis, Verstand und Vernunft. Als Bürgerin einer höheren Welt, war die Seele vor ihrer Inkarnation in einem menschlichen Körper, ein reines, makelloses, wissendes und höchst moralisches Wesen, welche bei der Erscheinung auf dieser Welt, einen Rückschritt bis zum Unbewußten macht und nur nach Maßgabe ihrer Bestrebungen und ihres moralischen Verhaltens, ein gewisses Maß ihres früheren Seins gewinnt. Der Talmud stellt sie in folgender, sehr sinniger Allegorie dar. Rabbi Simlai trug Folgendes vor: das Kind im Mutterleibe gleicht einer zusammeugelegten Schreibtafel. Beide Arme liegen an den Körperseiten. Die Ellbogen an den Knien. Der Kopf liegt zwischen den Schenkeln. Der Mund ist geschlossen, der Nabel offen; es ißt von dem. was die Mutter ißt, und trinkt von dem, was die Mutter trinkt; setzt aber keinen Unrat ab, denn dieser könnte den Tod der Mutter herbeiführen. Sobald es das Licht der Welt erblickt, öffnet sich das Geschlossene und schließt sich was offen war, da es sonst nicht eine Stunde leben könnte. Ein Licht brennt über seinem Haupte, und schaut von einem Ende der Welt bis zum anderen. Zn keiner Zeit lebt der Mensch glücklicher, als in jenen Tagen. Man lehrt ihn auch die ganze Thora. Sobald aber das Kind das Licht der Welt erblickt, kommt ein Engel und schlägt es auf den Mund und macht es die ganze Thora vergessen. Nicht eher verläßt der Mensch den Mutterleib, als bis man ihn früher beschworen. Und wie lautet die Beschwörung? Sei gerecht und nicht ruchlos. Wisse, daß Gott ein reines Wesen ist, daß seine Diener rein sind, und daß die Seele, die dir gegeben, rein ist. Hältst du sie in ihrer Reinheit, wohl, wo nicht, so nehme ich sie von dir. Die menschliche Seele heißt: „Licht Gottes". Nicht nur ist sie eine Ausstrahlung des göttlichen Wesens, sondern auch ihrem Wesen und ihren Attributen nach, Gott ähnlich. Sie ist das Triebrad aller organischen Funktionen, wie sie das Prinzip des geistigen Lebens des Menschen ist. Wie Gott, so sagt der Talmud, das ganze Weltall erfüllt, so erfüllt die Seele den ganzen Körper. Wie Gott flehet, ohne gesehen zu werden, so die Seele. Wie Gott das All ernährt, so ernährt die Seele den ganzen Körper. Wie Gott rein ist, so ist die Seele rein. Wie Gott im Verborgenen thront, so auch die Seele. Durch ihren Abglanz, welcher sich in der Gestalt und dein Gesichtsansdruck des Menschen abspiegelt, ist der Mensch Herr der Schöpfung, bewältigt die Natur und ist den Tieren furchtbar. Nur dann, sagt Rama bar Aba, wagt sich das Tier an den Menschen, wenn er ihm wie ein Vieh vorkommt, und dieses geschieht dann, wenn der, dem Menschen innewohnende am “i:r> feilten Adel verdunkelt. Die Fortdauer der Seele nach dem Tode ist dem Menschen wie die Gottesidee angeboren und es dürfte kein Volk in der Geschichte der Menschheit nachznweisen sein, dem die Idee der Unsterblichkeit fremd geblieben wäre. Wenn Moses aus uns unbekannten Gründen die Wiedervergeltung nach dem Tode nicht zum Regulator des moralischen Verhaltens im Leben setzte, so war doch die Wahrheit der Fortdatier nach dem Tode ein Eigentum des israelitischen Volkes. Ja die Gewißheit der Un- Die- Wahrheit

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