Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 23 (16.6.1911)
- Date
- 1911-06-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6, Die Wahrheit Nr. 23. ganz gute Deutsche sein, auch wenn. sie so viel Hebräisch verständen wie - die christlichen Gymnasialabitnrienten und. der jüdische Jargon selbst würde sie ebensowenig verhindern, deutsch zu fühlen, zu denken und zu handeln, wie das Berliner Patois / die Berliner Massen verhindert, Deutsche zu sein. Die K l e i d u lt g der Inden, die früher von der der deutschen Bevölkerung abwich, abweichen mußte, unterscheidet sich heute im Guten wie im Bösen, im Schönen wie im Häßlichen in nichts von der aller anderen Bewohner Deutschlands. Die Männer entblößen ihr Haupt, was sie früher nicht taten und verzichten gern ans die Schmachtlöckchen, wie die Frauen gern den „Scheitel" entbehren und lieber mit dem eigenen Haar fnrliebuehmeu, wenn sie auch gleich sehr vielen echt deutschen Frauen und Jungfrauen gern etwas Hinzntnn. Kaim es dem deutschen Bolle irgendwie'schaden, wenn Juden ihre eigenen Küchen bei U a t e s s e n haben? Sind sie weniger deutsch, weil sie „jüdische Fische" lieben, als diejenigen Deutschen, die französische Küche bevorzugen? Warum sollen, Deutsche nicht ebensogut eine jüdische Küche lieben, wie andere Deutsche eine schlesische, rheinische, pommelsche, bayrische, englische, französische Küche bevorzugen, ohne darum an Wert als Deutsche zu vertieren? Zwiebel, die der Inden Speise sein soll, spielt in der germanischen Küche, kaum eine minder große Rolle und der .Knoblauch gehört noch mehr zur französischen als heute zur jüdischen Küche, von den anderen Völkern, die Zwiebel und Knoblauch mit Wonne genießen, ganz abgesehen. ' Ohne Zwang, ohne Zureden und ohne die Absicht, darum als vollkommene Deutsche - zu gelten, haben die Juden nach und nach mehr von ihren Sitten und Eigenheiten aufgegeben,. als sie behalten Haben und auch die mit zähester Anhänglichkeit beibehalteneu tun dem Deutschtum nicht den geringsten Abbruch, selbst wenn es sich um den Genuß von Fleisch nur geschlichteter Tiere handelt. Ihren Sabbat sollen die Inden a u f g e b e n und mit den übrigen Deutschen den Sonntag feiern. Das verlangen selbst.diejenigen, die nicht daran denken, die Inden zur Taufe bewegen zu wollen und die durchaus keine Antisemiten sind. Nicht nur orthodoxe, sondern auch freisinnige Juden werden - sagen, ihre Glaubensgenossen haben nur zu sehr/ teils -ans religiöser Gleichgültigkeit, teils der Not gehorchend, die der wirtschaftliche Kampf ums Dasein geschaffen hat, den Sabbat aufgegeben. Den Sonntag wie -die anderetl christlichen' Feiertage mitzufeieru,: sind die Juden .durch die Staatsgesctze gezwungen. Die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag kann man, obwohl es vielfach auch von den Juden durchaus Wohlwollender Seite geschieht, nicht gut verlangen, in Anbetracht, daß einige christliche Sekten gerade den Sabbat zu feiern, sich verpflichtet fühlen als den Tag, an welchem Gott nach Erschaffung der Welt geruht hat. Erst vor kurzem ging durch die. ganze Presse die Meldung, daß ein Christ die schwersten Strafen ruhig hinnahm, weil er auch als Soldat den Sabbat heiligen, und alle Befehle zur Ausführung von Arbeiten ignorieren zu müsien glaubte. v Mau vergißt gar zu gern, daß.die Inden in Deutschland nur eine Neligionsgenossenjchaft von allerkleinstem Umfangs bilden. Die Katholiken in einem protestantischen und die Protestanten in einem katholischen Staat können an großen Staaten einen Rückhalt finden. Das können, die Juden nicht. Selbst wenn es einmal, ' was nicht sonderlich wahrscheinlich ist, einen zionistischen Staat geben sollte, wird er weder in geistlicher Hinsicht die Inden außerhalb beeinflussen wollen, noch in weltlicher beeinflussen können. Die Juden sollen nicht-nur keine Deutsche sein, sondern durch ihren sprichwörtlichen Erwerbs sinn, durch ihren Re ich 1 um auf das deutsches Volk verderblich, zersetzend eingewirkt, und es an Luxus gewöhnt haben. Wir wollen Nicht darauf znrückkommen, daß der jüdische- - El werbssinn -von den Christen gezüchtet worden ist und noch heute gezüchtet wird dadurch, daß man den Inden die mehr Ehren lütb Würden eintragenden Berufe und Laufbahnen: .vorenthält und sie in großen Geldgewinn abr.verfe'nde hineindrängt. Der jüdische Reichtum ist eine. Labt« eGnvenue. Man vergißt über die tausend - reichen und selbst sehr, reichen Inden die Hunderttausende, ' die von der Hand in den-Mund -leben. Mau vergißt auch/ daßl der Reich? tnm 'der meisten jüdischen Reichen-, etwas Flngsandähnliches hat, Er findet sich dank Fleiß rmd Sparsamkeit schnell zusammen,--ist locker geschichtet, sieht darum noch viel, mehr aus und verfliegt schuell. Erhat nicht das Befestigte des Grundbesitzes, nicht das noch Kindern und : Enkeln Znstattenkommende der Zugehörigkeit zum Adel, zur Armee nnd selbst zur Bnreaukratie. Aber ist denn das Trachten nach Gelderwerb eine spezifisch jüdische Eigenschaft? Der römische Dichter,-der das Wort „auri sacra fames“ geprägt, hat vielleicht nie einen Inden gesehen, - kaum von der Existenz von Inden gewußt... - Dierömischen Patrizier haben - wahrlich nicht ipenig im Geldzusammenscharren geleistet- Philipp von Riazedonien, der von dem Festungen öffnenden goldenen Schlüssel sprach,'. wußte auch ohne Juden, daß Menschen nach Geld brachten. . Und noch weiter zurück, lehren die Sagen von/ Midas und von dem -Goldregen/ der schönen Danae, daß andere als Inden und unabhängig von Juden großen Wert auf Geldbesitz legten. ’ Und hatte etwa Goethe bei seinem : „Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles"', an- Inden gedacht? In Stadt /und Land bei .uns hat eszu jeder. Zeit über und über genüg Leute gegeben und gibt es noch, die den geldbegierigsten Juden im Jagen/nach Gold mindestens ebenbürtig waren bezw. sind. Ihr Erwerbssinn sollte darum die ‘ Inden nicht unwürdig des Deutschlums machen, wohl aber Hai er sich oft ungemein verdient gemacht um die Hebung des deutschen Wohlstandes. ' - / :^ Man liebt es. die Inden verantwortlich - zu - machen für die.mancherlei Veränderungen, die tatsächlich in der Denkweise und in der Lebensführung. des deutschen/Volkes im. Laufe -des letzten, halben Jahrhunderts Platz gegriffen, haben.. Man schreibt sie dem z er s etzen d eil Ein f I n j s e der.Jnden zur Sehen wir uns einige der in der Tat . bedauerlichen und von älteren Deutschen auch sehr bedauerten Veränderungen ach und prüfen wir, ob 1nicht andere Ursachen sie bewirkt haben. "'-/' Das Dentsche Volk lebt heule leichter, luxuriöser, ist prunk-- liebender als früher. 'Aber teils istdas eine natürliche- Folge des wunderbaren wirtschafllichen Aufschwungs/ den Dentschland; in .den letzten vierzig bis sünszig Jahren genonlmenhat,/'teils der Reflex des von der Kaiserkröne ausgehenden Glanzes. : Kein Geringerer als Gustav Freytag hat -diese Wirkung - der Kaiserkrone nicht etwa nur bezeugt, sondern voransgesagt. Alle.Völker führen ein üppiger es Leben. wenn es ihnen gut geht, und brauchen dazu weiter keine Inden,/ die, . weit entfernt,/ das. dentsche Volk - infiziert zu haben, die Veränderungen nur selbst mitgemacht haben, dem allgemeinen Stromgefolgt sind. . , „Etwas unangenehm E i n ge b i l d e t es, Unerzogenes, ge? - fallsüchtiges Brutales ist vielfältig!i n d e wt sch e W e s en hineingekommen" nsw., so schreibt ein guter deutscher Professor Dr,Ed. H e y-ck, in dem Maiheft einer guten deutschen Zeitschrift,- Velhagen & Klasings „Monatsheften", Aber nicht - die Jgden macht er verantwortlich dafür, sondern die Tatsache, daß „gewaltige M-assen von unseren' Landsleuten, die' früher in örtlicher Gebundenheit sympathisch zur bürgerlichen Bildung aufstrebten, -durch . die mächtige wirtschaftliche Entwicklung unvermittelt rasch in die : allgemeine erfolgreiche Betriebsamkeit eingestellt worden - sind, überall - bemerkt werden müssen,- sich als Persönlichkeit fühlen -und die instinktiv empfundenen Lücken in ihrem Selbstbewnßtsein/durch eine aggressive Art von Sicherheit zu verschleiern' suchen"./Weiter heißt es in dem Aufsätze: - „Englische Sckuiftsteller, und --zwar solche -von'Urteil und Objektivität, die, Deutschland seit Jahrzehnten' kennen, heben den Ri.esenausschwnng, aber auch; die; zunehmende Unliebenswürdigkeit und innere Geschmacklosigkeit hervor." Durch solche 'Erklärungen sachverständiger- .und objektiver Beurteiler werden nicht nur die Inden freigesprochen von./der Schuld, das dentsche Volk verdorben zn haben, sondern auch die - nilangenehllnn sogellannten jüdischen Eigenschaftenals/diwchans, ilichtjndisch, nicht den Juden allein eigentümlichklargestellt. Gleich - dem Deutschen' und. , vielleicht, den meisten Menschen /nnterliegen auch die Inden den /Wirkungen eines' persönlichen-/ oder, allgeiiteiiien witschaftlichen Änfschwungs/ .und der „Vornehmheitssnobismus", den man so gern den. jüdischen Kommerzienrätennn-/ dichtet, ist nach Prof. Heyck „neudeutsch".