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Die Wahrheit · 1911-05-26 · Heft 20 (26.5.1911) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 20 (26.5.1911)
Date
1911-05-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 . Die Nr. 20. Erfüllung des eben angeführten Gebotes ihre Habe, und ihr Leben für ihren Gott hinopferten. Der Ausspruch des Antigoitos von Sökho (2. Jhv. Chk.): Seid nicht wie die Knechte, die ihrem Herr» dienen, um Löhn z» empfangen,"^) ist die herrschende Anschauung im JüdeNtüM geworden. Alles religiöse Tun muß um der Sache willen vollführk werde»- Es ist Selbstzweck. n3nn» Aus Liebe zu Gott müssen wir ihm dienen- Nicht ans Furcht, öder Mit irgendeiner Nebenabsicht. Dieser Gedanke bildet den Gruudton der ganzen religiösen Literatur des Mittelalters, die von der Bibel und dem Talmud ausgeht- „Bei deinen religiöse» lind sittlichen Handlungen sollst 8u nur die Ehre Gottes und die Sache selbst im Auge hüben, betrachte sie nicht als Krone, die dich schmücke, nicht als Grabscheit, um deinen Acker zu pflügen, "sagt R. El'azär den Cädög(mn 1OO n.)?) Bachjas Buch ..Herzenspflichten" ist nicht, wie S. meint, bloß eine Episode. Es hat vielmehr die weiteste Verbreitung unter den Inden gefunden und keines würde und wird so viel gelesen wie dieses Erbanungsbnch.' Es steht auch nicht vereinzelt da. Biele hunderte solcher Sittenbücher behandeln ausschließlich die Liebe zu Gott und die Pflicht, das Gute Nur um des Guten willen zu tun. S. möge sich etwa über den Inhalt des ebenfalls weitverbreiteten Büchleins Orchoth Zadikim informieren lassen. . Für die Auffassung Ss. und seine Neigung, Dinge in ihr Gegenteil zu verwandeln, ist ein einziges Wort ans Seite 261 bezeichnend. „Nicht Opfer, nicht Hingabe fordert Jahve, sondern' Gehorsam" schreibt S. und fuhrt folgendes Zitat als Beweis an: „Ich habe euren Vätern des Tages, da ich sie aus Aegypten führte, weder gesagt noch geboten von Braudopfern und anderen Opfern, sondern dies gebot ich ihnen und sprach: Gehorchet meinem Wort, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk fein, und wandelt auf allen Wegen, die ich euch gebiete, aüf. daß es euch wohlergehe",(Jerem. 7, 22. 23). Sschiebt da das Wörtchen „Hingabe" ein und gibt so 8er Sache ein anderes Gesicht, indem er dem Propheten Jeremia gerade das Gegenteil von dem, was er fügen wollte, unterlegt. Ein Schul-' beispiel für die quaterniö terminorum. Die Propheten kämpfen gegen die äußerliche, gedankenlose Religionsübung, besonders gegen die gewohnheitsmäßig dargebrachten Opfer au. Auf die Berinuerlichnug der Religion ist ihr Streben gerichtet. Das geht auch 'hier aus den Worten des Prophetei: klär hervor. Aber S., dem, weil der Kapitalismus abstrakt ist, auch düs JndentNM abstrakt erscheint, nimmt hier dem Worte „Opfer" die konkrete Bedeutung und schreibt: „Nicht Opfer, nicht Hingabe fordert Jühve." In Wirklichkeit sagt Jeremia: „N i ch t O p f e r. sondern Hingabe Gehorsam, fördert Gott." „Der Jude empfindet seine Umgebung nicht als Lebendiges und darum geht ihm auch der Sinn ab für die Eigenart des Lebendigen, für dessen Ganzheit, für' seine Nichtteilbarkeit, für das organisch Gewordene, für das natürlich Gewachsene" (318). Derartigen rein subjektiven Ansichten, die jeder Begründung entbehren, begegnet mün auf jeder Seite des Buchessie sind die Bausteine für die den Kapitalismus ermöglichende jüdische Eigenart. Ueber den Sinn für Natur und Leben bei den Juden waren Alexander v. Humboldt, und Herder anderer Meinung. Mau lese bloß das erste Kapitel der Bibel, die Schöpfungsgeschichte, und man wird die Willkürlichkeit der Behauptung Ss. erkennen. Und nun erst die herrlichen, unübertroffenen Naturschitderungen der Bibel. Da über der Kapitalismus gegen die Natur ist, müssen es auch die Juden in jedem Sinne sein. Die große Anzahl hervorragender jüdischer Maler weiß S. ans dein Wege zu schaffen. Allein, mit Bemerkungen wie die über Lieber- Mann, er male ..mit dem Gehirn," kann man denn doch nicht über Tatsachen hiuwegkommen. S. spricht den Juden Ritterlichkeit. Sentimentalität, Feudalismus, Patriarchalistnns üb (318). Was S. ituter Ritterlichkeit. Chevallerie und Feudalismus versteht, weiß ich nicht. Das Ganze macht den Eindruck einer leere» Redensart. Aber ich kenne 7) Aboth 1. 3. 312 bzpb n;a bs mn ns an3j?3 rnn *) iSTedarim 62 a, vgl. Abotli 2. 12 und 4. 5 ,j5TWh ^2 ans ^anrlb rnai? D»rä aaa1? nani t&yM ätS& fi’nän ‘nöii* * .13 mi; amip.atf j?n kein Volk der Erdebei - dem - der 'Patriarchalismus so fest wurzelte und so ausgebildet wäre wie bei) den Inden. Mud inbezug auf die Sentimentalität sind die jüdischen Dichter und Schriftsteller bis auf die neueste Zeit, ein beredtes Zeugnis dafiü> daß der Jude die Natur nnd.l-.das Leben Mit EinpfittdsaMkeit anschaut.-- Seite 322 schreibt- G: selbst von- Schnitzler Hermann und-Hirschfeld: - „Was ihre» Werken den großen Reiz, verleihtist jene milde, verklärte; Weise, mit der sie - das Leben auschatlen. Der wehmütige. - WeicheZilg- 'der alleihre Dichtuugelt durchzieht-., ist bas in gutem Sinne Sentimentale ihres Wesens:" Er findet jedoch ein „aber." Düs hebräische Wort nuarn,' das mehr als .-Mitleid" bedeutet, kennzeichnet das jüdischeweiche, empfindsame Herz so sehr uitd hat zii allen Zeiten auch ni den kleinste» Gemeinden durch gute Werke ilnd dauernde Wohlfatzrtsaustalten sich in einer Weise betätigtdaß man es. mit bloßen Worten nicht ans der Welt schaffe» kanil. „Die Fragen, die de»:' Inden das größte Interesse abgewiunen. sind nach S.: Warunr, wozu, was tragts. was nützts? Kein Wort klingt dem Ohr des Jude» vertrauter als das Wort Datzülis, das Zweck. Ziel, Endresultat bedeutet, laolilis muß etwas sei», damit mau es tue" (321)- Gegen diese Behauptung spricht die Geschichte des jüdische» Volkes, das seit Jahrtausenden für ein Ideal, für seine Religion lebt und stirb» S. betont einmal die große Wertschätzung der Gelehrsamkeit bei den Juden. Selbstverständlich wird er auch dahinter Tachlis, ^ei» Geschäft" wittern. Aber man findet heute noch in den lsoolitbotli (Talinndschnlen) tausende junger Leute, die sich dem Taluiudstudium widmen, ohne je an einen praktischen Zweck z» denke»- Sie lernen, um zu wissen. Mm den Geist der göttlichen Lehre zN erfassen. Einen anderen Zweck erreiche» sie auch nicht. Mit geringen Ausnahmen widmen sie sich nach ihrer Verheiratung dem kaufmännischen Berufein welchem ihnen ihre langjährige» Studien keinerlei Vorteil bringen können- Das ist die jüdische Zweckbedachtheit, die Zielstrebigkeit, die Sals ein Dogma hinstellt, das sind die unmittelbaren Zwecke, von denen, auch nach Goethe, die Juden beherrscht sein sollen. (Fortsetzung folgt.) Von 21. Stößler, Olmütz- Lange schwankte die Meinung der Fachgelehrten, ob der Berg Sinai, ans dem die Herrlichkeit Gottes sich dem Menschengeiste ditrch die Vermittlung Israels offenbarte, der „Djebel Mnsä" oder der ihm benachbarte Berg ,-Serbä.l" sei. Die biblische» Geographen hüben sich über diese Frage immer i» zwei Parteien geschieden. Die eine behauptet, Jebel Serbäl, der höchste Berg der westlichen Gruppe, sei der-Schauplatz der Gesetzgebung gewesen' die andere hält den Jebel Mnsü dafüreine» Bergan dessen Fuß das Kathariuenklöster steht. -Beide Parteien stützen ihre Meinung auf die Tradition. Der EngländerH. S. Palmer hat. aber auf Grund genauester vörgenomMener Bemessungen mit Beltützung biblischer Angaben »achgeiviesen, daß mit großer Wahrscheinlichkeit der „Djebel Musa" (Mosesberg) jene kulturhistorisch wichtige Stätte sei- Zu dieser Ansicht ist er durch verschiedene Erwägungen geleitet worden. Erstens scheint der Name „Berg Gottes", den die Bibel deüt Berg Sinai beilegt, eine» dem Mose wohlbekannten Berg anzudenten, welchen Gott besonders begünstigte, höchstwahrscheinlich derselbe Berg, der i» den Augen des Gesetzgebers schön geheiligt war durch eine frühere Offenbarung während seines ersten Aufenthaltes, in der Wüste. (Im 2. Bitch Möse 3,12 scheint es außer Zweifel, daß der Berg des brennenden Busches und der Berg der Gesetzgebung ei» und derselbe ist: „Wenn Du iuein Voll ans Egypten geführt hast, werdet ihr Gött opfern auf diesem Berge".) Der Mosesberg ist über nicht ein einzelner Berggipfelsondern ein etwa 2 Meilen langer Und 1 Meile breiter Berg- . rücken liilt eNgen Tältzr» a» beideit Seite». Die Spitze dieses Berges türmt sich majestätisch bis zu einer Höhe bö» mehr als ] 80 Meter empor. Der Nördliche Gipfel, Ras SussL, ntißt etwa

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