Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 20 (26.5.1911)
- Date
- 1911-05-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 20. Seite 5. Freuden .gefallenlassen,- die i eifrigsten - .unter - ihnen sogar für wahnsried-sähig erachtet." u; Der Fall Meyerbeer, ist für Wagner besonders gravierend: „ . . Nach Wagners^ Darstellung »hat Meyerbeer ihm niemals ehrlich genützt,; immer nur aus Konknrrenzftlrcht hinterrücks geschadet. Wie stimmt über .diese- Behauptung zu der Tatsache, daß Wagner zu Zeiten, wo er von; solchem unwürdigen ^1^9^ Meyerbeers »längst / hätte Wissen müssen, an diesen; die überschwänglichsten, demütig ergebensten- Briefe gerichtet hat. So schrieb im Jahre 1842,-als Meyerbeer dem Berliner Intendanten Grasen Redern den „Fliegenden Holländer" nochmals warm empfohlen hatte, Wagner an seinen Protektor: „Ach, wenn Sie wüßten, welch unermeßliche Wohltat Sie mir dadurch angedeihen ließen! Wenn Sie empfinden könnten, zu welch überschwenglichem Dankgefühle Sie mich durch diesen so einfach an den Tag gelegten und deshalb so hoch zu ehrenden Beweis Ihrer Teilnahme Hinreißen! Ich werde in aller Ewigkeit nichts anderes gegen Sie aussprechen dürfen, als Dank! Dank! Gott mache Ihnen jeden Tag Ihres schönen Lebens zur Freude und trübe Ihr Auge nie mit Kummer, dies das aufrichtige Gebet Ihres alleraufrichtigsten Schreibers und Dieners Richard Wagner." Damit vergleiche man den kühlen, spöttischen, verächtlichen Ton, den Wagner in seinen Erinnerungen anschlägt, so oft von Meyerbeer die Rede ist. Felix Mendelssohn ergeht es kaum besser. Aber an seiner Persönlichkeit, an seinen Leistungen geht Wagner mit kaum verhehlter Feindseligkeit vorüber. i * Wie das italienische Amtsblatt meldet, wurde Senator Ludwig M o r t a r a zum G e n e r a l p r o k n r a t o r am K a s s at io ns Hofe in Rom ernannt. Die italienischen Blätter schreiben dieser Ernennung eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung, besonders der Zivilprozeßordnung in Italien zu. Mortara ist nämlich der Verfasser eures Kommentars zur gesamten italienischen Gesetzessammlung und ist der Begründer einer modernen, liberalen Richtung ans dem Gebiete der Gerichtsbarkeit. * * * > Als Beweis der vorurteilsfreien Gesinnung der bulgarischen Regierung gegenüber den Juden wird der „N. I. K." folgendes aus Sofia berichtet: Unser neuer Ministerpräsident Iwan Geschow empfing dieser Tage eine Abordnung der bulgarischen Juden, bestehend aus dem Großrabbiner Dr. M. Ehrenpreis, dem stellvertretenden Vorsitzenden und dem Sekretär der Sofiaer jüdischen Gemeinde und. einer Anzahl jüdischer Notabeln aus der Hauptstadt und der Provinz. Rabbiner Dr. Ehrenpreis hielt eine kurze Ansprache an den Premier, in der er hauptsächlich der Erwartung der bulgarischen Judenheit Ausdruck gab, daß das neue Kabinett die Rechte der religiösen und Wohlfahrtsinstitutionen der bulgarischen Judenheit bestätigen und ihn die Möglichkeit der freien Entwicklung sichern werde. In seiner Antwort betonte Ministerpräsident Geschow, daß er stets ein aufrichtiger Freund und Bewunderer der Juden gewesen sei. Das bulgarische Volk habe niemals judenfeindliche Neigungen, wie sie in anderen Ländern häufig zutage treten, bekundet. Schließlich versprach der Ministerpräsident, die Frage der Korporationsrechte der jüdischen Gemeinde-Institutionen, gemäß dem Wunsche der Abordnung, einer günstigen Erledigung entgegenzuführen. * * * Am 1. Mai wurde die neue Diamantbörse in Amsterdam ihrer Bestimmung zugeführt, die nach Bau und innerer Einrichtung eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bildet. Beichieser Gelegenheitfeier wähnt, daß dieBesucher der Diamantbörse, deren Zahl über 12OO beträgt, vorwiegend unsere Glaubensgenossen sind; noch nicht IO Nichtjudeu sind Mitglieder der Diamantbörse, da der Diamanthandel und die Diamantindustriein Amsterdam seit Altersher in den Händen der Juden liegt. In Amsterdam stand die Wiege der Diamantindustrie. Die etwa hundert nichtjüdischen Diamantschleifer, unter den IO—12OOO jüdischen, haben letztere als ihre Lehrmeister 'gehabt. Der Präsident der Diamantbörse ist ein streng orthodoxer Jude, Schwiegersohn des Amsterdamer Oberrabbiners. So wird auch m der Börse, die an Samstagen und jüdischen Feiertagen geschlossen ist, den Gesetzestrenen. weitgehend Rechnung getragen., In den Wiutermonaren wird die Börse Freitag nachmittags um 3 Uhr und in den Sommermonaten um 5 Uhr geschlossen. Das Buffet der Börse steht unter strenger Rabbinatsaufsicht. Jeden Nachmittag geht der »Portier der Diamantbörse mit einer mächtigen Büchse, auf welcher die Worte: „Zedokoli l’anijim“ stehen, durch den Saat und macht zugleich auch durch dieses Geräusch die Börfenbesncher aufmerksam, daß die Zeit des „Miucha-Gebets* angebrochen sei, welches in einem Nebenzimmer gemeinschaftlich verrichtet wird. In unserer heutigen. Zeit, wo leider unsere Religion vielfach mit Füßen getreten wird, ist es gewiß herzerhebeud zu vernehmen, daß eine große Handelsbörse es in solcher Weise ihren jüdischen Besuchern möglich macht, auch bei ihrer geschäftlichen Betätigung ihres Judentums eingedenk zu bleiben. * * Etwa 2000 eiugewanderle jüdische Arbeiter, die sich bei ihrer Ankunft in Paris beeilt hatten, den Gewerkschaften und dem allgemeinen Arbeitsbund beizntreten, hielten eine Versammlung ab, in der sie den an die Klerikalen und Antisemiten verkauften Patand heftig angriffen und dem Allgemeinen Arbeitsbund bittere Vorwürfe machten, weil er sich von diesem Ueberläufer noch nicht offen und entschieden losgefagt habe. Pataud war persönlich in der Versammlung erschienen. Er versuchte seine Haltung damit zu erklären, daß er mit seinem Antisemitismus nur die Groß-Jnden, nicht aber die kleinen jüdischen Arbeiter treffen wolle. .Er wurde schon nach den ersten Worten unterbrochen, konnte nicht weitersprechen und mußte inmitten heftiger Beschimpfungen und Bedrohungen den Saal verlassen. Die Versammlung nahm eine Tagesordnung an. in der sie alle zielbewußte Proletarier und besonders die gewerkschaftlich gegliederten Elektriker mib den Allgemeinen Arbeitsbund auffordert, sich ihrer Verwahrung anzuschließen und Pataud zu verleugnen. * * * Die Kämpfe in Marokko, die das allgemeine politische Interesse in den letzten Wochen in Anspruch nahmen und von denen man nur hoffen kann, daß sie keine europäische Verwicklung Hervorrufen, haben, wie der „Univers Israelitett berichtet, wenigstens einmal eine Probe jüdischer Tapferkeit gezeigt. Die Stadt Mequinez wurde von einheimischen Stämmen umzingelt, fünf Tage lang belagert, mit besonderer Erbitterung das jüdische Viertel. Die bewaffneten Israeliten verteidigten mutig ihr Viertel und hinderten dessen Plünderung. Sie warfen ihre Gegner mit Verlitst zurück, erlitten selbst geringe Verluste und trugen dazu bei, die Ordnung in der Stadt wieder herznstellen. Inden nnd Judentum in der Darstellung Werner Somdarts. Bon Dr. I. Taglicht. (Fortsetzung.) Ich möchte nur folgendes benierken: Die Thora ist nicht den Engeln, des Himmels gegeben worden. B) Sie ist das für Menschen geschriebene Buch des Lebens, in welchem daher die erziehlichen Momente wohl beachtet werden müssen. „Nur die Unwissenden, die Frauen und die Kinder dienen Gott aus Furcht oder in der Erwartung des Lohnes, die man zum ,Gottdienen aus Furcht anhält, bis sie zur Erkenntnis gelangen nnd. nur von Liebe zu Gott geleitet, ihm dienen. 6) Wäre S. nicht ein gar so treuer Nachtreter Wellhausens, dann hätte der eine Satz: „Du sollst den Ewigen deinen Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Vermögen lieben" (Deutr. 6,4), ihn über das wahre Wesen der jüdischen Religion belehrt. Daß die Juden den Unterschied zwischen israelitischer und jüdischer Religion, wie ihn S. konstruieren will, nicht gekannt haben, bewiesen sie zur Genüge, indem sie so häufig in 5) Berach. 2o b. man nTin rtfm «) jVIaimonides, Hilch. Teschuba 10, 1. "p“! n Q'lwy s'UI nanntp ny nn-rv nay1? jmx craanaw a^topm v'vini pxrt >»y npu nt ♦renao nayn py-r