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Die Wahrheit · 1911-05-12 · Heft 18 (12.5.1911) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 18 (12.5.1911)
Date
1911-05-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 18. Die Wahrheit Seite 7. So erhielt den Nobelpreis für Physik 1907 Professor A l b e r t A b r a h a m M i ch e l s o n in Chicago, der dort -seit 1893 einen Lehrstuhl innehat. Der Gelehrte hat hauptsächlich «Ns dem Gebiete der Optik und besonders der Interferenz des 'Lichtes gearbeitet. Seine wichtigste Erfindung ist das sogenannte Stufenspektroskop, ein Apparat, der das Licht sehr weitgehend spektral zerlegt. Berühmt ist auch sein Versuch, den Einfluß der Erdbewegung aus die Fortpflanzung des Lichtes festzustellen, der freilich nur einen negativen Erfolg hatte. Michelson ist Mitglied der Akademie zu London und Paris; vor. einigen Jahren erhielt er auch die große Rumford-Medaille. Den Nobelpreis für Medizin erhielt 1908 Prof. Paul '<£ hrli ch, der ausgezeichnete Direktor des Frankfurter Instituts für experimentelle Therapie. Er ist 1854 zu Strehlen in Schlesien geboren und machte seine medizinischen Studien in Breslau und Straßburg. 1878 legte er die ärztliche Staatsprüfung ab. -wurde 1889 Privatdozent in Berlin und trat 1890 in das von Koch geleitete Institut für Infektionskrankheiten. Die wichtigen "Ergebnisse seiner Forschungen an diesem Institut waren die Veranlassung, daß Ehrlich 1891 eine außerordentliche Professur -erhielt und sodann 1896 an die Spitze des damals begründeten Instituts für Serumforschmlg und Serumprüsung gestellt wurde. Diese Anstalt gab den Grundstock des Instituts für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. ab. das Ehrlich seit 1899 leitet. An dieser Stelle gelang es ihm nach zahllosen mühevollen Tlntersnchungen ein sicher wirkendes Heilmittel gegen die Syphilis, eine der scheußlichsten und gefährlichsten Krankheiten, das viel genannte E h r l i ch - H a t a 606 zu entdecken. Diese Erfindung machte in der ganzen Welt das. größte Aufsehen, nächst dem Grafen Zeppelin dürfte Paul Ehrlich der meistgenannte Name der jüngsten Zeit gewesen sein. (Schluß folgt). Verschiedene Nachrichten. Wien. Samstag, den 13. Mai d. I., vormittags, Predigt des .Herrn Rabbiners Dr. R o s e n m a u n im Leopoldstädter Tempel. . Wien. (T emp e l v erein M a r i ah i l s-Neu b au.) Aus 'Anlaß ' des 80. Geburtstages seines hochverehrten Vizepräsidenten Herrn "Friedrich Po llak veranstaltet der Vorstand des Israel. Tempelvereines für Mariahilf und Neubau Samstag, den 13. Mai d. I., 9 Uhr vormittags, im Tempel VI.. Schmalzhofgaste 3, einen feierlichen Gottesdienst. .Wien. S a b b a t n a ch m i t t a g s - B o r t r a g am „Bethamidrasch Talmud Thora", II., Malzgaffe 16. Am l3. Mai l. I. Herr -Prof. Mor. A n ts ch e r l: „D i e R o l l e Ruth in der hebräischen P o e s i e". Beginn 3.30 nachmittags. Wien. (B eth ans v er e in Ad aß Jes ch urun IX., Pfluggaffe 5). Samstag, den 13. Mai. 1911, nachmittags 6 Uhr. findet im Vereinsbethause ein Vortrag des Herrn Rabbinatskandidaten Böla Fischer 'statt. Thema: „Lebensphilosophie im Talmud" (Vortrag III). Wien.. (Danksagung an den jüdischen Verein ^Einheit"). Der Vorstand des Vereines „Einheit", der bekanntlich zugunsten seiner jüdischen Bolksspeisehalle eine große Wohltätigkeitslotterie veranstaltet,' erhielt von den jüdischen Soldaten, welche anläßlich des diesjährigen Peßachfestes auf Kosten des Vorstandes der Wiener isr. Knltnsgemeinde m der Speisehalle der „Einheit" verköstigt wurden, das nachfolgende Dankschreiben: An den geehrten Vorstand des jüdischen Vereines „Einheit" Wien. Die Unterzeichneten israelitischen Soldaten der Wiener Garnison erachten es als ihre Pflicht, einem geehrten Vorstände für die ausgezeichnete Verköstigung während des diesjährigen Peßachfestes ihren wärmsten Dank ab- Lnstatten. Wir sind dem löblichen Vorstände der isc. Knltusgemeuide Wien besonders dankbar dafür, daß er die Geneigtheit hatte, uns die Verköstigung während des Peßachfestes im Verein „Einheit" anznweisen. Die herzliche, säst väterliche Art, in welcher uns die Kost verabreicht wnrde, die weihevolle Stimmung, die während der Mahlzeiten herrschte, ließ uns vergessen, daß wir in der Fremde „daS Brot der Armut" genießen. Wir fühlten es, daß wir in einem jüdischen Hause jüdisches Gastrecht genießen, und deshalb werden uns diese Tage unvergeßlich in angenehmer Erinnerung bleiben. Nochmals besten Dank! Mit vorzüglicher Hochachtung vom 24. Jnf.-Reg.: Meier Frnchter, Korporal- Hermann Fris ch. Einj. Freiw. I. W e i ß in a n n, Infanterist. Ludwig F i j ch b a d, Korporal. Leo R o s e n b l a r t, Gefreiter. Moses Sperb e r, Gefreiter. Mendel I w a n i e r, Gefreiter; Samnel Rot h. Korporal im 12. Hus.-Reg. Die Infanteristen: Moriz E n g l e r, Salomon G o l z, Osias Hecht, Mendel G o l d s ch m i d t, Simche K n o r r, Mendel G o l d n e r. Einj. Freiw. Egon E h r e n z w e i g. Korporal Max A l t e n h a u s. Infanterist Moses Zimmer. Infanterist Salomon Berg m a n n. Korporal Schmul B e t u st e i n. Korporal M. Hel l m a n n. Gefreiter Armin L i ch t m a n n. Die Einj. Freiw. M. H. F e i g e n b a n m. Bela Pete r f und M. L n d w a k. Für die übrigen Kameraden: Adolf G o l d stein, k. k. Zugsführer im Infanterie-Regiment Nr. 37. Wien. Herr Adolf Beck, Chef des bekannten Welthauses Wilhelm Beck und Söhne, langjähriges Vorstandsmitglied des Tempelvereines im VTIL Bezirke, feierte am 1. Mai seinen 60. Geburtstag, aus welchem Anlässe, der Gesamtvorstand des Tempelvereines in der Wohnung des Jubilars erschien und eine, sein ausgestattete Adresse überreichte, in welcher die Verdienste des Herrn Adolf Beck gewürdigt wurden. Ebenso erschienen Rabbiner Dr. Bauer, Oberkantor N e n m a n n und Kantor Grob und die anderen Beamten. Dr. Bauer hielt im Namen der Funktionäre eine Ansprache an den Jubilar. Ans verschiedenen Kreisen kamen Gratnlationszuschriften. Vien. (I sr. Wohltätig ke its- und Krankenunterstützungs-Be rein „Mazmiach Jes chna"). Am 7. Mai l. I. fand die Generalversammlung dieses Vereines im Sitzungssaals der Synagoge II., Leopoldsgaffe 29, statt. Der Vorsitzende, Präses Herr Ignatz Zolles, eröffnet die Generalversammlung, begrüßt die erschienenen Mitglieder ans daherzlichste, und läßt durch den Schriftführer Herrn Emil P o m e r a n z den Rechenschaftsbericht verlesen. Der Bericht widmet den in diesem Jahre verstorbenen Mitgliedern einen warmen und ehrenden Nachruf, den die Versammlung stehend anhörte. Nach Erstattung des Revisionsberichtes durch die Rechnuugsrevisoren Herrn S. Schindel und Oskar T^h iemann, wurde über deren Antrag dem Vorstände einstimmig das Absolutorium erteilt und der Dank votiert. In Erledigung der weiteren Tagesordnung wurden als Vorstandsmitglieder per Akklamation die Herren H. B a r t f e l d, P. H a l p e r n, Os. I u e r, Atex. Land a u, Ignatz Löwy, Jakob W e i ch s e l b a u m wieder- und die Herren Leo A g »d und S. Schindel neugewählt. Als Rechnungsrevisoren wurden gewählt die Herren S. Riesner, Jakob Stolzberg und Oskar Th iemann; ferner wurden über Antrag des Vorstandes die Vorstandsmitglieder Herren Louis Flamm nnd Alexander Landau, in Würdigung ihrer langjährigen ersprießlichen Tätigkeit im Vorstände und hervorragenden Verdienste um den Verein, von der Generalversammlung per Akklamation zu Ehrenmitgliedern ernannt. Wien. (Verein derSabbathfrennde„Schomre S ch a b b o s", Wien, II., Kleine Schiffgaffe 10.) Sonntag, den 14. Mai, halb 3 Uhr nachmittags, findet in dem Turnsaal der Talmud-Thora- Schule, H., Malzgaffe Nr. 16, die zweite ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Vorstands wählen und Wah l zweier Revisoren. 4. Anträge und Interpellationen. Laut § 14 sind Anträge 9 Tage vor der Generalversammlung, schriftlich an den Obmann mitznteilen. Wien. (Theologischer Verein der Hörer der i s r. th e o l. Le h r a nst a lt in Wien.) Der neugewählte Ausschuß besteht aus folgenden Funktionären: Präsident Dr. Alexander K r.i st i a n p o l l e r. Vizepräsident Mayer Winkler. Kaffier Hersch Andermann. I. Schriftführer Albert W eine r. II. Schriftführer Gustav Schö ir. Ernst Deutsch. Wien. Der bekannte Schriftsteller Kantor Joses Grob tritt nach dem Schwuosseste seinen Urlaub an, nnd wird derselbe, über Einladung mehrerer großer Vereine in Galizien und Bukowina. Borträge eigener Dichtungen halten. Neutra. Herr Simon Deutsch ist in der Repräfentantensitzung vom 23. v. M. zum Oberkantor der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Gewitsch. Herr Adolf D u k e s z ist zum 1. Kantor unserer Gemeinde einstimmig gewählt worden und hat seinen Posten bereits angetreten. Köln. (Der Jüdische N a t i o n a l s o n d s.) In seinem uns vorliegenden neuen Flugblatt gibt das Hauptburean des Jüdischen Nationalfonds in Köln. Karolingerring 31. eine gedrängte aber umsaffende Uebersicht über die Ziele, die bisherigen Erfolge nnd die verschiedenen Sammelmittel des Fonds. Aus dem interessanten Inhalt heben wir nur folgendes hervor: Der ini Jahre 1902 ins Leben gerufene „Jüdische Nationalsonds" hat die Ausgabe, für die heimatlosen Inden Grnnd nnd Boden in Palästina anzukansen nnd ihnen durch Beschäftigung in der Laudwirtschast dauernde Erwerbsmöglichkeiten zu schaffett. Diese Bestrebungen muß jeder bewußte Jude billigen und unterstützen, weil ans diese Weite ans elenden Menschen kraftvolle freie Banerir werden. Für feinen Zweck hat der Fonds bisher drei Millionen Francs aufgebracht, obwohl er ausjchließltch ans freiwillige Mitarbeiter in allen Ländern angewiesen ist. Bon diesem Kapital hat er schon einen beträchtlichen Theil zum Erwerb von Land in Palästina anfgewandt; er besitzt mehrere Ländereien, die mit Oliven und Orangengärten gepflanzt sind, er hat ferner dem Mustergut Kinereth und der neu errichteten Siedlnngsgenossenschast in Merchaivja (Galiläa) den Boden zur Verfügung gestellt. Ferner hat der Nationalsonds mehreren jüdischen Ballgesellschaften Kredite zur Errichtung moderner jüdischer Stadtviertel gewährt und namhafte Summen für die Errichtung von Arbeiter- Häusern in den jüdischen Kolonien ausgewandt. An den meisten jüdischen gemein.intzigen Unternehmungen in Palästina ist der Jüdische Nationalsonds mit größeren Unterstützungen beteiligt. Zur Erleichterung der Sammlungen benutzt die Nationalsfondsverwaltitug mehrere sehr populäre Sammelmitlel, deren Sonderzwecke und Handhabung in dem Flugblatt ausführlich beschrieben sind. Das Flugblatt ist mit einem künstlerisch änsgeführteu Rahmen versehen und in jeder Beziehung schön und gefällig ausgestattet. gtti Apikores. Bon Babette Fried, Prag. (Fortsetzung.) „Ein wundes Herz können Sie heilen; was könnte ein geschickter Arzt nicht zu. Wege bringen? Aber einem Toten wieder Leben einhauchen, das wurde Ihnen nie und nimmer--

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