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Die Wahrheit · 1911-05-05 · Heft 17 (5.5.1911) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 17 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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' Seite 10. Die Wahrheit Nr..17,.;: Mensch en, dt e i hn a ns ü b e n, z u b es e i t i g en", (Einleitung S. VI.) Sodann beginnt Mader seine Untersuchung über die Menschenopfer Lei den.'Nachbarvölkern , der . alten Hebräer.-^nnl^ dem Ursprung des. Wolochdienstes nachzugehen. Dsie Vertreter der Ansicht, datzÄeMens^enopfer einen integrierenden Bestandteil der . alttestamentlicheu, Religion bildeten, berufensich darauf, daß jene Heiden,' mit denen dieHebi-äer am öftesten und> intinüste» in Verkehr standen, die Aegypter und Babylönier.Menschen-/ opfer gar nicht, känntsts) affp/stlüßten biefe Öem; a010jfamenflieli.;. Kult inhärent sein: .Insbesondere ließe/sich/ ans:-/ägyptischen^ Inschriften nichts nachweiseil. Dagegen sprechen jedoch die von Mader angeführten Beweise für ägyptische Menschenopfer, die durch w e g Anschriften entnommen sind, so daß er gu dem Schlüsse kommt, „daß von keinem Volke des Altertums die Menschenopfer urschriftlich so gut bezeugt sind als von den Aegyptern." (S. 34.) Nur von diesen könnten die. alten Hebräer, wie Madelexegetisch ausführt, den Molochdienst übernommen haben. Nachdem dann Mader die Beziehungen der Menschenopfer aller anderen umliegenden Völkerschaften zu den althebräischen erörtert hat, sucht er die Beziehungen dieser zum orthodoxen Zahvekult festzustellen. Seine Erwägungen führen ihn zürn Schluffe. daß die strengen Verbote des Fünfbuches, die abweisende Stellung der Propheten gegen die Menschenopfer beweisen, wie weit der reine Jahvismus den Molochdienst als Götzendienst von sich wies, und daß „die definitive Abschaffung der Menschenopfer in Israel nicht auf den bloßen Einfluß Persischer Zivilisation zurückgeführt werden kann, sondern ihren tiefsten Grund in der scharfen Polemik und in dem unerbittlichen Kampf hat, welchen die geistesmächtigen Propheten gegen den Greuel eröffneten". (S. 182.) Wie sollte es auch anders sein, als daß das kleine Bölklein inmitten einer heidnischen Umwelt deren Einflüssen zeitweise unterlag? Trotzdem hält Mader es für gewiß, „daß der reine Jahvedienst der Propheten nicht ein reformierter Molochdienst gewesen, sondern schon bei seinem ersten Erwachsen in einer ganz anderen Ideenwelt stand und Inhalt und Fo.rmen zeigte, die. unendlich vers chreden sind von jenen, w e l ch e zur Ber söhnnn g des Sch u l d b e w u ß t seins n o ch b l u t i g e M e n s ch e nopfer forderten. (S. 184.) Uerschiedene Nachrichten. Wien. (Generalversammlung der Israelitischen Allianz.) Die 38. ordentliche Generalversammlung der „Israelitischen Allianz zu Wien", findet am Mittwoch, den 10. Mai, um 6 Uhr abends im Saale der israelitischen Kultusgemeinde, 1., Seitenstettengafie 4, 2. Stock, mit folgender Tagesordnmig statt: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines im Jahre 1810. 2. Bericht über die finanzielle Gebahrung im Jahre 1910. 3. Wahl von fünf Vorstandsmitgliedern mit vierjähriger Fnnktionsdauer, ferner Genehmigung der Kooptation von zwei Vorstandsmitgliedern mit einjähriger Fnnktionsdauer. 4^ Etwaige Anträge der P. T. Mitglieder (§ 8 der Statuten.) Der Eintritt in das Versammlungslokal ist nur gegen Vorweisung der auf Namen lautenden Einladungen gestattet. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein „Die Szeniczer in Wien", unternimmt einen „Pfingstausflug" nach Szenicz (am 4. und 5. Juni) mittelst Separatzug ab Kutti. In Szenicz hat sich bereits ein Herren-und Damen-Festkomitee gebildet, um die Wiener Landsleute festlich zu begrüßen. Anläßlich des Aufenthaltes findet im Nachbarkurorte (Szmrdak) Büdöskö ein Konzert, Bankett und Kränzchen, statt. Rechtzeitige Anmeldungen nehmen entgegen der Präsident Oberkantor ,B a n e r. H., Novaragasse 27 (Telefon 4938/11), sowie der Reisemarschall, Herr Josef B i r n b a u ui, IL, Taborstraße 41. Berlin. Anläßlich der Aufstellung des Grabsteines für ihren verewigten Geschäftsführer, Schriftsteller M. A. K l ä u s n e r, veranstaltet die Deutsche Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraslite Universelle am Sonntag, den'7. Mai, vormittags 12 Uhr, aus dem Friedhof in Weißensee am Grade des Entschlafenen, Feld Ul, eine Gedenkseier. ßm AMores. Bon Babette Fried, Prag, v (Fortsetzung.) VII. Diesen Brief sandte Martha durch die Post. Als er in das Brannffche Haus anlangte, war Ludwig schon abgereist. Er fühle sich schon ganz wohl, sagte Ludwig dem Vater. Dieser sich als vollkomnM^genesx)Mrklärje;/^Mürthas^^chMbeiihht^ wan ihm üntä?^ aiiberE -ÄMeiM Briestü stachgeschickt: -Abervergebens/lvartMe sie auf eine Antwort. Es -kam. keine)''Äuch^uchchWöcheN^Wtohaken nicht.. . Die Äermg-- sfchätzmig,. HlAHf ^lchwiMewW,sie nicht ab, in dessen/ sväterlich'E'Härff^'"nach'/'w^stor'zu verkehren. Eigentlich vieb stfter, viel st/st/ st//^^ \ Der MteiWMlMgrAhME?igMorden und verließ nur/ sielten - daL^Haus^^^WiwAtHGL widmete alle Zeit und- Kraft ihm,, dem einzigen Brrrder? / Da waren Marthas Besucheeine Wohltat für diese.einsamen Leute. 'Um pichMüin.^er->Welthätte die Lehrerin ihnen diese entziehen wollen,A^HeM.siM.,allch., das Herz stürmisch pochte, wenn sie die SchweffAIheA Hanfes / betrat, in welchem er gelebt und gewiß viel ihi^er gedacht, und ' welches er verlassen mit Groll gegen sie. .?//, V!.'/*.- Einmal fragte sie das alte Fräulein, als,' sse.Mer-/'den,. bedenklichen Znstand des Bruders klagte, nicht den ältesten Sohn des Kranken kommest,jcf Arzt und als solcher doppelt verpflichtet. bei' dHy/skxlfvkeln.PgteA zu weilen, seine Gegenwart könne auf den ZuM^'W^HHknteyrsi heilsam wirken. Diese antwortete ärgerlich: „Lassen Sie mich mit. diesem ApikorG^.t^DüI^ 'beni sind feine Studien wichtiger, als der kränke'MD^M^.^ztzftz.- alle miteinander. Er befindet sich eben anf 'eiuEDtlMMiM Wer weiß, an welchem Ende der Welt er Einige - Tagespäter'kam ein Schreiben boust^nft^hMseM den, worin er mitteilt, wo ihn ein Brief trHe^^^ste^''HiH^ Brief brachte eine Trauerbotschaft; der Weg aber ein .so weiter, als daß Ludwig hätte zur.. kommen können. Die jüngeren Brüder Ludwigs/'gef/eiteken/derr Vater zur letzten Ruhestätte. Dein Martha eine ' treue Freundin , geblieben und .sie/,./hMe ^sichstfös innig an die alte Dame, angeschlossen, daß '/^'-"Hr^Hech M' Mute war, als diese den Ort verließ, wo niemsind^.sinM' ihW). bedurfte. /.-/''?, - ' %* ^r-y-is Sie hatte nnr abgewartet, bis Ludwig //n^'DDseMD kommen war, um den Nachlaß des Vaters'zu^strönest//'baE zog sie weit weg zrr einer verwitweten SchweM^D^M'/wMM pflegen konnte. Fräulein Julie mußte sich i^g^chwE/iiÜtzllcksi machen, sollte sie mit ihrem Lose zufrieden sein),?'^ Doktor Braun' hatte, als er-- :bi'e-' /NaHrH/^ des Vaters erhielt, sofort seine. Reise unterbrpM^M^ u^.M Heimat zu eilen. Was ihn mehr ' als - der - trübte, war der Umstand, daß er sich dem VÄ^wiMsi/stigelD über eigentlich eine Pflichtverletzung zu Schulden HE MMn lassen, da er ihn in seinen 'letzten, LebenstagEMstHelaW-^ Der Tod des alten Mannes hatte ihn wenigw'McösMvt,?' alsman dachte; er betrachtete ihn als Erlösung.//'"; „Wer schon alt ist und /nicht ganz gesüM^deAj'^isWM Leben eine Last, der. Tod eine-Erlösung", sagte' Von Tante. Julchen. erfuhr er, wie opferungsvoll sich Martha während der gaiMw ^it ihnen gegenüber bewiesen habe, und sie forderte ihn/au^"der^ftÄejr Freundin des Hauses einen Besuch zu machen und/sieiW^Dank für ihre der Familie bewiesene Teilnahme'/aüsHs^HW ',H^ -gute Dame hatte keine Ahnung, was sich zwsiMn^Äst/sisit'gen Leuten abgespielt hatte, sonst hätte sie ihm Wp'hl-Wftn VöM schlag, nicht gemacht. - Aber der Doktor nahm diesen Vorschlag g'eWdenw es zog?ihn mächtig hin zu dem stillen selbstchs^irMä^chUl'''.!'^ Die Zeit, die er bis zur gänzlichen OrdlftmERe.rMiNM lassenschaft des Vaters hier bleiben/milßte, benützte^ekstm^aKeE Beziehungen, wieder anzuknüpfen. Der Döktost'WaMe''ilW^.' die Frage zu vernehmen, warum..er ihren Brie'ft'stüA^stbWt-'- wortet habe," aber Martha vermied es sörgfältig^sin'^enst'G'E sprächen ans diesen Gegenstand zurückzirkommen, 'SliM schweigen darüber.verhinderte ihn nicht', seine WerbnE^W'-erneuern jedoch mit dem gleichen Erfolge wie > . ' (Fortsetzung folgt.) .

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