Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 17 (5.5.1911)
- Date
- 1911-05-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47. .Urhebern -rö-er >mm.Mehr;. ralsst'M.AtchchMbtzrhrHKtexOMMr' 5ÄefoMatrmöS^mshtB.'MMsrMMW«zij £•*#;MZE. -^d-^jAher^aUch-chie-RchMmation^hät wichen NWiSpälkungiOch THMgöWckrBODnheiß. Md-Kkie^w-iilH^MistMuW-WhMD. f ^üHerrsuüdifKwmKinlMMezl HchsMb^pjdiDMranssMMtiMMKj?ls^«MÄKo>btemg< emtzÄzM ckM JgtztaiMjAMtzMr ÄMK j . M^AmÄWriS'Mev chjeMatrft-sEhriAiiHMMylMn ^ich ssyMr! Len Socinianer Servet wegen.Wrr-jÄhweWWtt^WsichtMKhK j -die^Trsnitat 1M3 -in'GMfMyMnnm;, DitzjvielKtkWpMtionen, i '-Mit Ai'jelidrs^t.zwHchMbdLl^-VerwMrusi/d^r lyfixschiMntzLichsn j :WsMchemKoMeMnön.abg.chMUZW»MW,,DhMr,me M echtzr ] MiedeMeLLM.igMgr sondern immer nur zlt 'größeren Spaltungen : pudiTrennnirgen-zur Bildung von immer neuen Sekten. Alle Memühungeiz Kaiser Karls V.' mtb alle seine.Kriege eine Einigung herbeiznführen, waren vergeblich gewesen, worüber mißmutig, er ^die^Wone-nicherlegte und sich in die Einsamkeit zurückzog. Es -4st faB/unmöglich, die vielen Sekten aufzuzählen, die infolge der Deformation üsich^ in Deutschland, Frankreich, England, Polen ,r.!-.-s.-- -w.gebildet-Haben. Da half keine Konkordienformel, kein ... SynkretismÄs, keine Anstrengnug der weltberühmten Gelehrten ^Prof.-Kalixtns irr Helmstadt und Leibnitz, v -i^uEbensoMiBerheerungen wie der 30jährige Religionskrieg -in - Deutschland und Oesterreich, haben die Hngenottenkriege -Warthöloinmrs,nacht) in Frankreich angerichtet; und am blutigsten wütetendivMeligionskriege durch fast zwei Jahrhunderte in England. Män denke nur an Heinrich VIII. und Maria Stuart, an Karl? I. .und-Kromwell, an die englische Hochkirche, an. die aschottischeDresbyterialkirche und die Puritaner, Quäker iu s. w.. -feriter; aniNsiDissidenteu in Polen, an die böhmischen Brüder, an die-Pietistellinlld Herrenhnter, Wiedertäufer Und Sabbathäer. Diese.? vielen^christlichen Konfessionen und Sekten unter einen uHut.^zu--.bringen-Uns eine Glaubensformel zu einigen, wäre ein -sehr-'verdienstvolles Werk. Die ganze Menschheit würde dadurch uiel gewinnen--? weil der abscheulichste Haß, der Glaubenshaß, dadurch schwinden, möchte. Die Inden z. B. besitzen, seit Moses . Zeiten-entL^solche Formel. Sie lautet : H ö r e I s r a e tl - D e r Mm ich -e-chst neu s er G o t t, der^ Ew.i-ge ist einig-einzig. Alle Parteiungen und Spaltungen, an denen es im Laufe wöü -Jahrhunderten auch unter den Inden nicht gefehlt hat, habeniv.diest;Formel, dieses einfache und erhabene Glanbensbökennsiris'Unberührt gelassen. Und auch jetzt bildet es das feste Bänd,^welches! alle Inden, orthodoxe und fortschrittlich gesinnte, M'einemMätlzen vereinigt, in welches niemand eine Spaltung -Herbeiznführen imstande sein wird, auch Sie nicht, sehr geehrter -Herr Professor. -Wenn Sie wirklich eine hohe, ans Göttliche ' grenzende: Kraft in sich fühlen, .warum verwenden Sie diese micht darauf, - 'eine Einigung zwischen allen christlichen Bekennt- 7nisten- -ilttd-U Sekten herbeizuführen, eine Glaubensformel zu 'konstruieren,- die allen annehmbar erscheinen und auch von allen .akzeptiert!werden möchte. Sie würden sich damit einen Ruhm erwerbenKderfast bis zu dem des Stifters des Christentums hinanreichen-(würde. Freilich sind die Erfahrungen, welche iu jüngster "ZeitKder Prinz Max von Sachsen bei seinem Bemühen, -auchwur--eine!Einigung zwischen der römischen und griechischen -Kirche herbeiznführen, gemacht hat, wenig aufmnnternd zu einer -solch Hehren -Aufgabe; und noch weniger animiert dazu der (Vorfall:-siM der Dreieinigkeilskirche von Hexeton, über welche mUängst die-Zeitungen berichteten. Verzweifeln darf man aber - deswegendoch nicht. Das Gute muß immer von neuem versucht - iverdwj,'-Vielleicht gelingt Ihnen das, was bisher den Größten mich MächtiKten, den Weisesten nnd Gelehrtesten nicht gelungen aisklWir.-Inden wünschen es Ihnen aus vollem Herzen. Und -.Mch was u-jetzt fast Unmöglichscheinende zur Wahrheit und 'Wirklichkeit werden, so treten- Sie daun getrost an uns heran, -wir zwÄdeMiMiit uns sprechen lassen und die neue GlaubensttifarnMr prüfen. In der Sittenlehre sind wir ja ohnehin einig. 6Ms itzahWKnnen wir auf Ihren gewiß wohlgemeinten Rat chuichtilesnßshru,-weil wir Inden um wenigsten wisien und eutuMeidMkjönmn, welches unter den vielen .christlichen Glaubens- MekennhMeü-kkäs wahre und richtige ist. und gegenwärtig auch '-MuMMsecheu mit unserem eigenen, Glaubensbekenntnisse und .--ZÜlstzrertzizunÄsteu Ueberzengung übereinstimmt. Erst also Aus- ^lUchi WUschM Menr chrsstlichen MkemtzMe»^, Wd- HMeH- - und UMsEMfe^geworde^r so-^ Mge xdgnlb, 'Ausgleich mit den " -'••• ‘' 'J .^ ~ e* St.' :?>ö iji sfOl? It € 'liK* ^nj i^Da^-D!apL-WWchmal.Ml^n:HugMjAliW<>wWn ymn. hie AWÄ.Ä üuaMexMxjsijer.-.Md ^.DeWyhep^ vMHsicheru - -in UnserM-WZelwlättssrntiliest.: -Es-. wird-. einM schwer znsagen, worüber mau mehr-staunen soll: Über die Unkenntnis, welche besagte Krmklente an den Tag legen, oder den selbstbewußten Torr, den sie anschlageu. Die Herren besitzen übrigens große Vorbilder. Nennen wir nur Arthur Schopenhauer, der es auszusprechen wagte, die Bibel, d. h. das. alte Testament, kenne keine Tierschutzgebote. Nur ein Blick ans unser Sabbathgebot hätte ihn eines besseren belehrt. Doch er schwärmt für den Buddhismus, und da kommt denn bei ihm die Bibel allerdings schlecht weg. Doch zur Sache. Da „bespricht" irgend ein Anonymus — „m" ist seine Chiffre, das Werk eines Herrn Dr. M. B i e n e nstock: .Das jüdische Element in Heines Werken", in der Nummer der „Neuen Freien Presse" vom Sonntag 23. April. Wir kennen den Herrn Bienenstock und sein Werk nicht. Aber gegen einen Satz des kritisierenden Anonymus müssen wir uns wenden, der in seiner Besprechung wörtlich sagt: „Der ätzende Hohn, b ns Wo r t sp i e l, .kurzum das, was die Alttagsmode als den spezifischen Judenwitz betrachtet und behandelt, findet sich nicht im alten Testament. Der Witz taucht, nach Unserem Jgnotus, im jüdischen Stamme schwerlich vor der Diaspora cmf. Die Patriarchen und Propheten des Alten Testaments sind nicht auf Humor gestimmt." Da mag unser Kritikus recht haben. Aber, wenn er sich die Mühe gegeben hätte, nur ein wenig in unserer Bibel zu. blättern, er hätte eine solche Menge witziger Wendungen, geistreicher Wortspiele, satyrischer Erzählungen, kurz eine solche Fülle feinsten Humors, auch bei den Propheten, die freilich nicht „auf den Humor" gestimmt sind, gefunden, daß ihm die eigentliche Quelle des jüdischen Witzes, die allerdings nicht im Talmud und Midrasch zu suchen ist, nicht unbekannt geblieben wäre. Die folgende Skizze macht auf Vollständigkeit keinen Anspruch, aber durch die Beispiele, die sie anführen wird, versucht sie ein wenig, die etwas voreiligen Bemerkungen des anonymen Kritikers zu widerlegen und auch die Frage des Völkerpsychologen Jakob Burckhard, wann wohl der jüdische Witz zuerst auftauchte. zu beantworten. Greifen wir zunächst nach Genesis. Ist die Erzählung vom babylonischen Turmbau und der Sprachenverwirrnng nicht eine großartige Satyre? Die etymologische Erklärung von „Babel" aus „bolal" verwirren, muß als ein geistvolles Witzwort bezeichnet werden. Es ist allerdings notwendig, Kenntnis der hebräischen Sprache zu besitzen, um ihren Reichtum an Wortspielen zu erfassen. Und da lese man den Vers 3 in diesem XI. Kapitel der Genesis. Das läßt sich freilich in keiner, noch so guten Übersetzung wiedergeben, wie hier die Herstellung der Backsteins geschildert wird. („Lewenah und Owen, Chemar und Chanmer".) Damit vergleiche man „Richter^, XV, 16, den Ausruf Simsons, der über die Niederlage der Philister, mit den Worten jubelt: „Mit dem Kinnbacken des Packträgers (Chamor, Esels) Pack über Pack, mit dem Kinnladen des Packträgers erschlug ich lausend Mann". Ein berühmtes Wortspiel, das ans der Ähnlichkeit oder Gleichheit der Worte. Chamor nnd Chamorosaim beruht. In dem berühmten Deborahliede „Richter" V, 15 n. 16. werden die Männer aus dem Stamme Renben mit einem satyrischen Wortspiel abgetan, indem sie als: „Gedoliin chikke Lev“ und dann wieder als: „Gedolim chikre Lev“ bezeichnet werden, „große Grübler, gewaltige Ergründer". Die Feinheit der Unterscheidung erkennt der des Hebräischen Kundige. Aber auch die Propheten, die nicht humoristisch „Gestimmten" verschmähen das ätzende Witzwort, das Wortspiel nicht. Man lese im I. Kapitel der .Jesaias, den einzig in seiner Art da-