Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 17 (5.5.1911)
- Date
- 1911-05-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/3062972-3063572-3063589--07249-3074318- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DtenWihrtzO Ar.. 17. W°mcht^chr^THah^SW^WtMackLM-'tzeWStM'^üüV-sLUld^ve^ vÄHMenKen iManüMn -" dss MMlbeils--Ätd- 'des -'! MssenhäsisS. Bereite Herren! Einer der größten Dichters-fteht' -enteM seiner größteit Helden das^Wort ün den Mund: Es ist der ■W#j4äl« GWMO AÄfM-r UMMSreiM lier Eis?" berkchi^Grrlaknng Der rMeüMenrechAk ^rchat sich zwei der herrlichsiZi^Wittetb^aIs dem schönsten Platze unserer schönen Stadt errichtet, .in der Hoffnung, frei dort ft^wden MM W''der-VolOsiele^'eiNgenisiW-Me^Geister''des Hüffes, de^ '- niedrigen Neides, ' der Unterdrückung und Vergewaltigung. - . Wie anders, wenn wir dieses Haus betrachten, in dessen Räumen wir uns heute befinden, ein altes, fast zerfallenes Haus mit engen Gängen und Gemächern den Eindruck der Gedrücktheit machend, der Zeit entsprechend, der es seine Entstehung verdankt. Jedoch der Geist, der dieses Hans beseelt, ist der gleiche geblieben, wie jener seiner Schöpfer, wie jener der Männer, deren Bildnis die einzige Zierde dieses sonst schmucklosen Raumes bildet und die, wenn sie es könnten, befriedigt herablächeln wurden auf ihre Nachfolger auf den von ihnen einst eingenommenen Plätzen, darob, wie treu und verständnisvoll sie diesenalten Geist bewahren. Wenn Sie in den Gängen dieses winkeligen Hauses Umschau halten, so leuchtet aus jedem äußeren Anzeichen, aus jeder Aufschrift dieser Geist entgegen. Er ist der des Wohltnns, der Menschenliebe, der Humanität, des regen, tatkräftigen Schaffens zum Wöhle der Mitbürger und Glaubensgenossen. Zn einem Worte: Der jüdische Geist, die Liebe zum Inden turne. Und von diesem Geiste, von dieser Liebe hat sich zeitlebens Seele und Herz meines Vaters getragen gefühlt, nicht nur als Vorstand dieser Gemeinde, sondern auch im eigenen Hanse. Deshalb hat er im Vereine mit unserer sel. Mutter, einer wahren b-rrntfK im Sinne des königlichen Dichters, in uns geweckt und wach erhalten die Liebe zum Judentum und hat er uns als Tradition überwiesen, unsere Kinder im gleichen Sinne und Geiste zu erziehen, und deshalb kann ich Ihnen ruhig hier feierlich geloben, daß wir und die Unseren zeitlebens bleiben werden, was wir sind und waren und was unser Vater gewesen ist: Gute und treue Iudien! Frage mii» Animort an Herrn Professor Kahler. - Im Midrasch-Rabba zu Levitikns Kap. 4 wird erzählt, ein Heide habe einmal R. Josua b. Karcha gefragt, warum die Inden sich nicht den Heiden bezüglich des Kultus anschließen, was sie ja nach dem Gebote der Thora: „achre rabbim lehatos“ sich nach der Mehrheit zu richten, tun müßten. R. Josua erwiderte darauf mit der Frage, ob sein heidnischer Freund Kinder habe. Dieser , antwortete: „Mit deiner Frage berührst du eine überaus schmerzliche Wunde." Und als R. Josua darauf entgegnete: „Warum denn?", sagte der Heide, er habe sogar viele Kinder, aber so oft sie sich zu Tische setzen und zu beten beginnen, ruft ein jedes eine andere Gottheit au, dadurch entstehe immer Zank und Streit unter ihnen, die nicht selten in blutige Tätlichkeiten ausarten. R. Josua fragte nun, ob er denn nicht den Versuch gemacht habe, seine Kinder untereinander anszugleichen und Einigkeit und Uebereinstimmung bezüglich des Kultus unter ihnen herznstellen. Darauf erwiderte der Heide: „Wohl habe ich dies versucht, aber alle meine Bemühungen sind bisher vollständig vergeblich gewesen." R. Josua schloß nun die Unterredung mit der Bemerkung, er möge nur seine Bemühungen fortsetzen und sobald diese von Erfolg gekrönt und seine Kinder sich untereinander geeinigt haben werden, könne er wieder zu ihm kommen, um mit ihm wegen Anschließung der Juden zu unterhandeln. Wie seinerzeit das Heidentum, bildet jetzt das Christentum die Mehrheit der Völker, unter welchen die Inden überall als kleineMiNderheirNebelwDas Chr isten tu m.'hat viele Minder, seine Bekenner zählen nach huMeiEv^MillichlM^chberstanchLseiue wlntige-'l Erbitterung und ■ Grausamkeit v geführteil > RelWönsklÄgeü iMe Inden noch mehr als die Christen zu leideMHattenpHa^gewöhnlich beide feindliche Parteien ihre-Angriffs zttMtrsHlfMe Juden richteten. /hch Schon die Apostelgeschichte und noch, 'mehr)! die-.Episteln des Paulus zeigen, daß in vielen wesentliMnirPnuktÄr Me Meinungen nnd Ansichten der Apostel anseinaüher ^gingen/;nicht allein-über die weitere Verbindlichkeit des mosäischen.Gesetzes, sondern auch über Glaubensünd.Heilslehrelß. .übsHDüg:uÄr. Es war noch kein ganzes Jahrhundert'seit öerDrAnndung des Christentums vergangen, als schon der rö mischejchhitösop h ische Schriftsteller Lncian das, wie der fromme und christstch-gsesinnte Geschichtschreiber Georg Weber sagt, durch Wnickrerglanheil?rtitb Schwärmerei bereits ..entstellte" Christentum6ÄL§chot1«te;r)kenlLN Unterschied zwischen Kern und Schale, zwischen! WMn.nndGütartnng machend. In den folgenden Jahrhunderten nahmen -die dogmatischen Meinungsverschiedenheiten immeL^Mehräzu^mrd wuchs die Zahl der Sekten und Häretiker iüsEnMserLi Fchxer» wähne hier nur die Nazaräer und Ebioniten, -diLlGnöstiket und Manichäer, die Montanisten und Novatiarrer, rerinnerd nnv.län die Chiliasten und Donatisten. hauptsächlich aber'!M.:deu-cfurchtbaren Kampf, der im vierten Jahrhnnderte'MüHyMe-yNätur .Christi, zwischen den alexandrinischen GelstlichenmAMls 'und Athanasius entstand. „Homonsios" (wesensgleich)-!Er Womoiusios" (wesensähnlich) war die. .Kampfesparo,fchri„'DyömLMffn Blut", sagt Weber, „wurden wegen dieser - dem^menschlichen Geiste nnersorschlichen Lehrsatznngen vergoffen^pjpW Auch zwischen den Kirchenvätern gibt es-keineschölleiUebereinstimmnng. Gegen die Ansicht des b ri tisch eit Mon ches.- Pelagi ns „daß durch den Sündensall Adams die menschlichL-Natirr:-keineswegs überhaupt verderbt sei und auch änßerhaWidesnChristentnms durch die Kraft seines Willens der göttlichen-.-Gnade würdig werden könne", begründete Angnstinns seine/Äehrevon der Prädestination oder Gnadenwahl, nach ^vKcherÄ' „durch Adams Sündenfall die menschliche Natur mit efnM unendlichen Schuld belastet, unfähig zum Guten aus eigener Mrast^ daher nur die göttliche Gnade ohne des Menschen-ZütuwndnrchsMe Kirche in einigen ein neues Leben schaffe, andÄ'e.nthrem Merderben überlasse, also von Ewigkeit her zur? Verdammnisse? stimmt habe." Bekanntlich haben gerade Luther.nndsKalvim diese strenge Lehre des Angnstinns -sehr schärft zrun Ausdrucke' gebracht. Welche Zerfahrenheit in der byzantinischenMirche vor - und nach ihrer vollständigen Trennung, von der römischen'-geherrscht hat, ist jedem halbwegs Geschichtsknndigen bekamftöö Da chabRs Thomaschristen oder Nestorianer, Chaldäische Christen,:Jakobiten, Maroniten; da gab es Streit darüber, ob in der PersotbCHÄsti ' zwei Naturen und ein Wille oder nur Eine Natnft und EinWille gewirkt habe. (Mo nop Hy fiten und MonotheleteMü Bpn'Ordern hundertjährigen Krieg zwischen den IkonodulenU (W ld er di euer) und Jkonoklasten (Bilderstürmer) will ich gar Nttchtlxedesi. ^jru: Ein etwas einheitlicheres Bild zeigte die-MWch6Kirche bis zur Zeit der Reformation. Aber auch, da scheu tzmir (abgesehen von einzelnen Ketzern, wie Arnold vouchBNßeick^'iÄen Friedrich Barbarossa an den Papst Adrian IV. lansgelieferti hat und den dieser vor dem Haupttore Routs verbveMM lveß-nnüd noch einige', audereft die- -Waldenser Und -Albigchftr?Md' die nach ihnen benannten blutigen Kriege, innsMßcheniüanch die jüdischen Gemeinden der' Provence viel zu leidenöhatt^üftJn England trat Joh. Wycliffe im 14. Jahrhnndert-Hegün!:-viele Einrichtungen der römischen Kirche auf nnd emtzes-Mhrzehnte später Johann Hnß in Böhmen, .welche beide alsM-eneigentlichen.