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Die Wahrheit · 1911-04-28 · Heft 16 (28.4.1911) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 16 (28.4.1911)
Date
1911-04-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 16. Die Wahrheit Seite 9. <er unerwartet in die Stadt kam. sah er einen Egypter mit 'Meinem Israeliten in Streit und da letzterer um Hilse ries, erschlug er den Egypter. Die rasche Thal bereuend, floh er in die 'Wüste gegen Midian.; . Hungernd und durstend nahte er sich am achten Tage der Stadt und ließ sich au einem Brunnen nieder, au dem Hirten ihre Herden tränkten. Nachdem die Hirten ihre Herden getränkt hatten, wälzten -sie einen großen Stein vor den Brunnen, damit Sho'eibs <Jethros) Töchter nicht zu dem Wasser gelangen sollten. Mose wurde darüber w—zottig, daß er trotz seiner Eruüidnng dem Stein einen Stoß mit dem Fuße gab und dieser vierzig Fuß ' weit weggeschlendert wurde und Sho'eibs Töchter ihre Herden triststen konnten. Die beiden Töchter erzählten nun das Vorgesallene und .Jethro ließ den'Fremdling in sein Haus holen. Mose gewann durch seine Stärke und Rechtlichkeit Sho'eibs Gunst, er gab nhm seine älteste Tochter Safnra zum Weibe, mit der Bedingung, Ihm acht oder zehn Jahre zu dienen. Als die Zeit vergangen war, verlangte Mose darnach, sein Volk zu sehen und zn Sho'eibs großem Schmerze zog er mit seinem Weibe aus dent Laude der Midianiter und wandte sich 'wieder nach Egypten. Mose zog fort und lagerte in dem Wädy, da wurde sein 'Weib krank von den Mühen der Reises er wollte Feuer machen, aber Regen fiel und das nasse Holz wollte nicht brennen. Da chob Mose seine Aitgen aus, sah in der Ferne ein Feuer und sprach zn den Seinen: „Bleibethier, denn ich sehe eine Flamme, -vielleicht vermag ich einen Brand hierher 511 bringen, oder Beistand -au dem Feuer zn finden." Und indem^er näher trat, hörte er 'eine Stinime. welche sprach: „Mose, ich bin dein Gott, tue bie Schuhe von den Füßen, denn du bist in dem heiligen Wä,dy von Towä. Ich habe dich anserwählt, darum höre, was dir ,-offenbart wird. Ich bin dein Gott und außer mir ist kein Gott. Und Gott sprach zu Mose: „Gehe zn Pharao, denn er ist sehr ^gottlos." Mo.se antwortete dem Herrn und sprach: „Herr, tue meinen Mund auf und hilf mir, deinen Befehl aus- .znsühren mib löse das Band meiner Zunge, auf daß die Menschen meine Worte verstehen. Und gib mir einen Ratgeber ans meinem Volke/ Aaron, meinen Bruder. Gott sprach: „Mose, es sei wie du gebeten." Und der Engel des Herrn offenbarte dem Aaron, daß sein Bruder Mose dem Lande Egypten nahe sei. und trug ihn vor die Tore der Stadt, durch die Finsternis der Nacht au die Ulfer des Nils, da sahen die beiden Brüder sich wieder und cküßten sich. Dann ging Mose nach dem Palaste des Pharao, .und stellte sich unter das Tor; da erkannten ihn einige der Hwfleute, andere aber erkannten ihn nicht. Der Großvezier aber, legte Hand an Mose und warf ihn ins Gefängnis. Als Pharao hörte, was geschehen war. sürchtete er sich sehr und bebte an allen Gliedern. Er ließ Mose vor sich rusen .und fragte ihn: „Wer bist du?" Mose antwortete: „Ich bin ein Diener des allmächtigen Gottes und sein Gesandter, er hat .mich gewürdigt mit ihm zn reden.' „Dil bist mein Knecht," entgegnete Pharao, „und meiner Magd Sohn". Mose sprach: .^,Mit nichten, sondern ich bin gesandt, etwas von dir zu forden; du sollst bekennen und sprechen: Es ist kein Gott, außer Gott, und Moses ist der Prophet Gottes." Aharon aber war des .Königs Ratgeber und saß zn seiner Rechten. Als Mose diese Worte sprach, kam er herab vom Thron und bezeugte die Wahrheit der Sendung seines Bruders und forderte von dem .König, die Israeliten aus dem Lande ziehen zu lassen. Da ergrimmte Pharao sehr und befahl Aaron seiner Staatsgewänder zn entkleiden, und es geschah. Aber der Engel Gabriel kam herab und bedeckte ihn mit einem Gewand aus dem Paradies, und Pharao wunderte sich dessen, gebot dem Vezier, die beiden. Brüder in. sein Hans zu führen und durch Güte beide zur Unterwerfung zu bringen. Da sie sehr unbeugsam blieben, ließ Pharao sie wieder vor sich rufen, beschuldigte Moses des Undanks gegen ihn, da er ihn erzogen und -viele Wohltaten erwiesen habe. „Deine Wohltaten," sagte Moses, „sind mir teuer zu stehen gekommen; denn du hast mein Volk -geknechtet und hart gedrückt, ihre Söhne hast du erschlagen und ihre Töchter der Schande preisgegeben". Pharao, der auf seinem Lager ruhte, erhob sich bei diesen Worten und sprach zn Mose: „Wer ist dieser Gott des Weltalls, dessen Prophet zn sein du vorgibst? Wenn du nicht bekennest, daß kein Gott außer mir, will ich dich mit schwerer Strafe züchtigen; es sei denn, daß bu mir Wnuderzeichen bringest". Mose und Aaron taten die Wnuderzeichen vor Pharao, sowie Gott ihnen geboten. Der gottlose König verhärtete sein Herz jedoch immer mehr und befahl einen hohen Turm zn bauen, wozu die Steine zum erstenmale mit Mörtel zitsammengefügt wurden und sagte: „Ich will anfsteigen gelt Himmel, dem Gott des Mose znm Trotze." Als der Ban fertig und die Spitze des nngehenren Turmes aufgerichtel war. schoß er einen Pfeil nach dem Himmel, und als dieser mit Blut befleckt zu seinen Füßen wieder niederfiel, sprach er in voller Verblendung: „Ich habe den Gott des Moses gelötet", und eilte so unaufhaltsam dem Verderben entgegen. Da ließ Gott schwere Plagen über Egypten kommen. Zuerst fiel kein Regen mehr im Laude, nnd es gab keine Ernte; das Vieh starb hin an bösen Geschwüren; die Häuser stürzten zusammen; eine große Flur setzte acht Tage lang das Land unter Wasser; ein Henschreckenichwarm fraß, was ans dem Felde wuchs; Läuse bedeckten die Erde und die Menschen. Myriaden Fröschekamen und krochen selbst in die Speisen, das war die schrecklichste der Plagen. Dann gebot Gott dem Mose, er solle mit seinem Stabe den Nil schlagen, da verwandelte sich das Wasser in Blut, und die Menschen starben nor Durst. Es geschah, daß, ein Israelit und ein Egypter mit einander ans dem Strom trinken wollten, das Wasser für beu ersteren rein und klar war, während der andere nur Blut schöpfte. Dann vertrockneten die Wasser des Nils, und das Volk murrte gegen Pharao, und er ging hinaus mit ihnen, ob er vielleicht den Gewässern zn fließen gebieten kömte. Als sie aber näher kamen, wich das Wasser zurück, und keiner konnte den Durst stillen. Da wandte Pharao sich ab, warf sich zur Erde, demütigte sich vor Gott, bekannte seine Sünden und betete, daß das Volk tticht um seinetwillen gestraft und daß ihnen tvieder Wasser zum Trinken gegeben werde. Da erhörte Gott sein Gebet, itnd die Wasser begannen zn fließen. Als Pharao das Wunder sah, verhärtete er sein Herz abermals und gab vor, er habe, den Fluß in sein Bett znrückgeführt. Das Volk fiel nieder vor ihm und betete ihn an. nannte ihn Gottes Herr, so daß sein Unglaube und seine Gottlosigkeit immer größer wurden. Eines Tages erschien der Engel Gabriel vor ihm und sprach: „Ich bin ein Diener des Königs, meines Herrn und verlange, daß er ein Urteil über einen meiner Knechte spreche. Ich habe ihn mit Wohltaten überhäuft, er aber hat sich amgelehnt gegen mich, verlängnet mein Recht über ihn und macht Anspruch au meinen Namen und meine Macht." Pharao antwortete: „Er soll im Meere ertränkt werden". Und er schrieb das Urteil mit eigener Hand, besiegelte es und der Engel schied von ihm. Da befahl Gott dem Mose, die Kinder Israels zu sammeln und gegen die Wüste zn ziehen. Pharao glaubte, sie seien aus Furcht vor ihm geflohen, zog ihnen nach mit einem großen Heere und ereilte sie nahe am roten Meere. Und der Herr gebot dem Mose, die See mit seinem Stabe zn schlagen, worauf die Wasser sich zu großen Haufen auf beiden Seiten teilten. In der Milte des Wassers zeigten sich zwölf Wege, auf welchen die zwölf Stämme Israels hindurchzogen. Als Pharao dies sah, wollte er den Israeliten uachjageu; das Pferd des Königs aber bäumte sich 1111b wollte nicht hinein, bis der Engel Gabriel zn Roß erschien und voranritt. Als das egyvtische Heer mitten im Meere war. näherte sich Gabriel dem König und zog das von ihm geschriebene und besiegelte Todesurteil hervor; und da Pharao es gelesen, erkannte er, daß seine Stunde gekommen war. Nun hätte er gerne Buße getan und den Gott Israels als den einigen Gott anerkannt, aber es war zn spät. Die Wasser verschlangen Pharao und sein ganzes Heer.__ Verschiedene Nachrichten. Wien. Samstag, den 29. d. hält Dr. Max &tuntoatb int Leopoldstädter Tempel die Predigt.

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