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Die Wahrheit · 1911-04-28 · Heft 16 (28.4.1911) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 16 (28.4.1911)
Date
1911-04-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. ... Die Wahrheit. .. 9ir. 16. zumeist aus Juden besteht. Sie hat zumeist die Lieferung von Einrichtungsstücken für das. k. k. Bezirksgericht in Czortkow erhalten.' zu deren Ausführung ihr das Technologische Institut eine Subvention verschafft hat; sie dürfte vom k. k. Arbeitsministerium mit den nötigen Maschinen versehen werden; ferner wurden errichtet und registriert die Genossenschaft der Bauerntuch erzenger ' in Rohatyn und die Kürschnergen o s s e n schüft in Z o l k i e w. In der Gründung begriffen ist die Genossenschaft der B ü r st e n bin der in M a g i e r o w, dünn der Hornka m m e rzeuge r in S a s s o w. Es wird nötig sein, daß diese Genossenschaften für den Anfang mit Betriebskapital dotiert werden, da die Beträge der von den einzelnen Genossenschaftern gezeichneten Anteilscheine nur' in kleinen Raten eiugehoben werden können, und da der galizische Laudesansschnß vielleicht eher zur Gewährung einer Subvention zu bewegen sein wird, wenn die Genossenschast bereits auf ihre Tätigkeit Hinweisen kann. Hier wäre ein fruchtbares Tätigkeitsgebiet für die von der I. 0. eingeleitete Hilfsorganisation zugunsten der galizischen Juden. Was die vom Galizischen Hilssverein eingeführten Industrien betrifft, verweist der Berichterstatter auf den vorliegenden Bericht, indem er bemerkt, daß es damit wie bei allen Industrien gehe, indem die geschäftliche Konjnnklur teils günstig, teils ungünstig einwirkte. Er hebt insbesondere hervor, daß die von dem Hilfsverein subventionierte K l e i d e r k o u f e k t i o n in Tarnow in eine G. m. b. H.. die zum größten Teile ans Christen besteht, aber von dem früheren jüdischen Geschäftsinhaber geleitet wird, übergegangen sei. Die Absicht des Hilfsvereines, die Kleiderkonfektion in Galizien in größerem Umfange zu begründen und dadurch jüdischen Schneidern Erwerb zu bringen, wird dadurch nicht beeinträchtigt, da die erwähnte Gesellschaft, ob sie nun will oder nicht, Juden als Arbeiter beschäftigen muß, da nur diese in Galizien derzeit fähig sind, als Koufektionsschneider tätig zu sein. Es ist im Gegenteil voranszusetzeu, daß durch die Umwandlung der Unternehmer in eme-G. m. b. H. eine größere Anzahl solcher Arbeiter Beschäftigung finden .werde. Zur F i n a n z g e b a r u n g übergehend, gibt Berichterstatter bekannt^ daß die Einnahme n des Hilfsvereines K 42.760 08, die Ausgaden dagegen K 45.860*62 betrugen, so.daß also im Berichtsjahre die Ausgaben höher waren als die Einnahmen, ein Umstand, der die Vereinsleitung nicht beunruhigt, weil sie von dem Gedanken ansgeht, daß der Hilssverein nicht zu thesanrieren habe. Die Mitgliedsbeiträge stellen sich im Berichtsjahre auf L 31.516 40, die Spenden auf K 1675.40. Nach diesen Ausführungen erstattete der Obmann des Aussichtsrates, Herr Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Bericht über die Gebarung der Vereinsleitung und beantragt, ihr das Absolutorium zu erteilen, ein Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Bei den hierauf vvrgenommenen Wahlen wurden gewählt, und zwar in die V e r e i n s l e i t u n g die Herren: Wilhelm Bachrach, Hermann Dsnes,' Gemeiuderat Max Frau k, Adolf H d fl g, Dr. Adolf K a p r a l i k, Jaques K a r p e l e s, Karl Klemperer, Adolf Pick, Leopold Louriö, Kommerzialrat S. Rosenzweig, sämtlich ans Wien, Dr. Theodor- Sonnen schein aus Troppau, Dr. Adolf Groß und Dr. Samuel Till es aus Krakau und Dr. Adolf Ringelheim ans Tarnow. Die in die Vereinsleitung gewählten Herren bilden nur den dritten Teil dieser Körperschaft, da jährlich bloß eine Drittelerneuerung statlfindet. In den Aufsichtsrat wurden gewählt die Herren: Siegfried E ii g l, Dr. Wilhelm Km ö p f m a ch e r, Dr. Leopold Kohn, Ferdinand Löwy. Wilhelm Pappenheim, Isidor Schwarz. S. Steiner, sämtlich aus Wien; in das Schiedsgericht die Herren: kais. Rat Wilhelm Auninger, Michel Benies, Oberrabbiner Dr. Moriz Güdemauu, Dir. Alexander Hecht, Dr. Albert Kuh, kais. Rat Leopold Sachs. Kultuspräsident Dr. Alfred Ster n, Julius W o .l f und Dir. Josef Z n ck e r. Zum letzten Punkte der Tagesordnung „Eventualia" nahm Herr Heinrich Mendl das Wort, um die Anregung zu geben, daß jene Privatpersonen, die, ohne das betreffende Handwerk zu betreiben, den in Galizien gegründeten Prödnktivgenoffenschafteir. mit der- Absicht beitreten, die ' in der Genossenschaft - vereinten- Gewerbetreibenden finanziell zu unterstützen, am Gewinn nicht partizipieren, sondern bloß eine müßige Verzinsung erhalten sollen, da in diesem Falle auch Personen außerhalb Galizienssich bereit finden werden, Anteilscheine zu zeichnen. Diese Anregung wurde mit Dank zur KenNtnis genommen. “ Hierauf wurde die Generalversammlung geschlossen. In der nach dieser Versammlnng stattgefuudenen Sitzung, der Vereinsleitung fand deren Konstituiernng statt und es wurden gewählt die Herren: Sigmund Mayer zum Obmänn, Prosi- Dr. Arthur Mahler zum I. Obmann-Stellvertreter, Moriz, Sonnenschein zum U. Obmann - Stellvertreter. Hugo T n g e n d h a t zum Schriftführer, Dr. Ednuitid Korn f e l bzum Schriftführer-Stellvertreter, Dir. Wilhelm Kux zum'Zahlmeister, Max Frank zum Zahlmeister-Stellvertreter. In den engeren Ausschuß wurden ans der Vereinsleitung delegiert r Prof. Dr, Arthur M a h l e r, Moriz Sonne n sch e i n, Max Fra n k. Gustav B r ü l l, Karl K l e in pere r, Dr. Edmund Kornfeld Josef I. Le in kauf, Josef M an d l, Richard P e t s ch e k. Adolf P i ck. David R o t t e r, Kommerzialrat S. R o s e n z w ei g, Alexander S ch o r r, Kommerzialrat Max Schweiger, Hugo Tug endhat. Die Redaktion kann nicht umhin, die Attsinerksamkeit der Leser ans das eminent wohltätige Wirken des Galizischen Hilfsvereines zu lenken. Nur dadurch, daß den 600.000 armengalizischen Inden Arbeit und Verdienst zugeführt wird, werden diese unsere Glaubensgenossen nicht mir auf ein besseresmaterielles, sondern zugleich auch auf ein höheres kulturelles und-- . moralisches Niveau gebracht. Dieser großartige Gedanke, den der Galizische Hilfsverein in die Tat nmznsetzen sich bestrebt, bedarf zu seiner Verwirklichung sowohl einer fortgesetzten, unermüdlichen Tätigkeit, als auch der reichlichen Unterstützung der Juden in* ganz Oesterreich. Wir bitten daher unsere Leser, ohne Unterschied des Geschlechtes, diesem Vereine als Mitglieder beizutreteir und auf diese Weise dieses segensreiche Werk zu fördern. Der mindeste Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich K 4.—; Beitrittserklärungen sind an die Adresse des Hilfsvereines, Wien, IX.r Berggasse 4, zn richten. Die Landtagsstichwalst in Czernowitz. Das Ergebnis der Mittwoch, den 26. 'April vorgenom- Menen engeren Wahl zur Besetzung der beiden des deutschen Städtewahlbezirkes der allgemeinen Wählerkurie ist folgendes: Gewählt wurden Dr. Weiße lb erg er (Straucher- Partei) mit 4758 und Universitätsprofessor Dr. Kellnerjüdischer Volksrat) mit 4669 Stimmen. Hofrät.Dr. SkedL blieb mit 4285 Stimmen in der Minorität. Die Erregung^ insbesondere in der jüdischen Wählerschaft, war eine sehr große. Zahlreiche Volksmaffen durchziehen die Stadt und bringen den. Gewählten Ovationen. Nach der mit der neuen Wahlordnungvon den Landtagsparteien beabsichtigten Aufteilung der Mandate* sollten von den zwei deutschen Mandaten in der Czernowitzerallgemeinen Kurie eines ein jüdisches und eines ein deutsches- Mandat sein. Diese Absicht ist durch den Ausfall der Wahlen vereitelt. Das Mehrheitsmandat gelangte in die Hände bei*- Partei Dr. Strauchers. Allein auch das zweite Mandat erhielt ein jüdischer Bewerber, da die Sozialdemokraten für diesen. .stimmten, wodurch der deutsche Bewerber Hofrat Skedl in der Minorität blieb. Nach dem Ausfall der heutigen Wahl dürfte das Minoritätsmandat für die Deutschen ständig verloren bleiben^ Der Auszug Israels ans Egypten nach her m oh anuned ani sch en Weberliesernng. Von A. Stößler, Olmütz. (Schluß.) Mose blieb an Pharaos Hof hochgeehrt, bis er vierzig Jahre alt war. Seine hebräischen Brüder waren indeß immer härter von den Egyptern bedrückt worden. Eines Tages, als-

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