Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite -8. Die Wahrheit. Nr. 14. / Z»aim. Samstag, den 25. März fand . in-Appelfelds. Restaurations- Saal em 'von der: Hiesigen jüdischen Jugend veranstaltetes Kränzchen statt. Fluter.dcn zahlreichssn Gästen bemerkte man: Rabbiner Ar. K a Han und Frau, den Vorsteher der Chewra-Kadischa Herrn Schic f i n g e r - und Frau, Lie Mlltusräte Herren B a r t h,, Lause r, ,'M i n k u s und K o h.n, den OLmanu des Turuerklubs Herrn W e i n e r und. Frau. Dr. S ch.ä ch n e r und Frau ^u. v/ Ä.-Das Komitee mit den Herren G o l df i n g e x und Scho n b r u n u an der Spitze,. gab sich, große? Mühe um-das Gelingen des sehr ' animierten Abends. Das Reinerträgnis floß der- Chewra-Kadischa zu/ : ,,;•;. ' i, Am 25, v. feierte der . einzige Sohn des Oberlehrers Herrn Mor5 D e u t f ch das Fest feiner Barnnzwa. Nachdem der Konfirmand beim Bormittagsgottesdienste in der Synagoge die Haftora aufs präziseste .rezitiert hatte und die Eltern allseitig.beglückwünscht wurden, versammelten sich nachmittags sämtliche Mitglieder der Kultusgemeinde mit ihren Frauen, so auch die Jugend in den Wohnungsräumlichkeiten des Festgebers, um durch ihre Anwesenheit das Fest zu heben und dem langjährigen, bewährten Jugendbildner der Kultusgemeinde ihre Achtung zu bezeugen. Der Konfirmand hielt eine schöne Rede, die mit einem stimmungsvollen Gebete für die ehrsame Szeniczer Gemeinde endete, in welcher sein Bater durch 23 Jahre ehrenvoll und erfolgreich seinem Berufe lebt. Hierauf richtete der ehrw. Herr Rabbiner M a r m o r st e i n eine Ansprache an den Kousirmaudeu, ihn ermahnend, daß seine Handlungen stets den göttlichen Geboten entsprechen, und er auch nie von den ihm von seinen frommen Eltern vorgezeichueten Bahnen weichen, möge. Meran. Sonntag, den 26. März fand die HL ordentliche Generalversammlung des Vereines „Asyl für mittellose, kranke Israeliten in Meran" statt. Präsident, Herr Dr. Med. M. K o r e f, begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, widmete den verstorbenen Vorstandsmitgliedern, Herren Gustav R i e, Moriz Schick und Filipp Fa l k e n h e i m, sowie den verewigten Förderern Herren Josef T r i t s ch, Albert Freiherrn von Roths ch i l d. Julius Schotrländer und Siegmund Mandl Worte warmen Gedenkens und erstattete der Generalversammlung die Mitteilimg, daß Herr Hermann P a ch -Wien, als neuer Kurator der Königswarterstiftung nunmehr auch dem Vorstände des Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" angehört. Sodann erstattete die gefchäftssührendc Bizepräsidentin Frau Tr. Rosa H e r s ch ihren Tätigkeitsbericht. in welchem sie die Bewegung des Vereines, die wirtschaftliche Führung des Genesungsheimes, die Maßnahmen des Vorstandes in Rücksicht auf die verteuerten Lebensmittelpreise und die erfolgreiche Propaganda auseinandersetzte. Die Ausführungen des Tätigkeitsberichtes wurden von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. Nach dem Kassaberichte des Kasiiers. Herrn Gustav K a H e n st e i n und dem Revisionsberichte des Revisors, Herrn Heinrich G ut m an n, wurde beiden Herren unter Beifall der Dank für ihre mühevolle Arbeit ausgesprochen und dem Vorstände das Abfolutorium erteilt. Lebhaftes Jutereffe erweckten die Ausführungen des ärztlichen Berichtes, den Herr Dr. Med. M. K o r e f, als ärztlicher Leiter des Genesungsheimes erstattete, und aus welchem die Versammlung mit großer Befriedigung von den schönen Heilerfolgen Kenntnis nahm. Die Generalversammlung berief sodann an Stelle der beiden Schiedsrichter, welche durch den Tod entrissen wurden, einstimmig die Herren Salo Co h n und Jacques Ka rp e l e s, Wien. Mit den erfreulichen Worten der Anerkennung und Würdigung, die Herr Professor Dr. Egmout Münzer-Prag, der Tätigkeit und Entwicklung des Genesnngsheinies widmete, nahm die. Versammlung ihren Abschluß. Lotterie -es jüdischen Vereines „Einheit." Am 3. d. M. fand im Turnsaale der Talmnd-Thoraschule, H. Malzgasse, die 5. Generalversammlung des Vereines „ Einheit" statt, die einen überaus zahlreichen Besuch auflvies. Der Vereinsobmann Herr Bernhard Hosbauer begrüßte nach Eröffnung der Versammlung die erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere die Gemeinderäte Dr. Mittler, Neu st a d t l und S ch w a r z- Hiller, ferner Gemeinderabbiner Dr. Rosenmann, vom Kultusvorstande, Kultusvorsteher S. Brod, für die B'nai Brith, Kommerzielrat R o s e n z w e i g. für den Verein „Handlungsangehöriger Israeliten" Herrn Siegmnnd Kanders, für den Tempelverein im TUE. Bezirk, Herrn Hermann Pollak, für den Verein „Adaß-Jsrael" die Herren Dr. I. Reiniger und Wilhelm Kritzler, für den Unterstützungsverein „Tomach Ewjonim" die Herren Markus Spiegel und Wilhelm K o h n, sowie die erschienenen Herren Oberkanwr Mayer Schorr und Philipp Bak, Direktor des israelitischen Taubstummen-Jnstitutes Dr. F r i e d e b e r g und den Obmann des zionistischen Distriktskomitees Dr. Körner u. m. a. Hierauf wurde sowohl der Rechenschaftsbericht, wie auch der Kassabericht des -Vorstandes zur Kenntnis genommen und dem Vorstande aus Antrag des Revisors Jakob Stern einstimmig das Absolutorium erteilt. Zn kurzen aber kräftigen Worten erklärte Herr Stern, es als innere Befriedigung anzusehen, in einem, solchen Vereine, wie es die „Einheit" ist, Mitarbeiten zu können. Der inteveficuite Bericht weist ein Kassagebahrungsbudget von K 125,995-39 ans. Sehr lehrreich,-ist die mnt. großem Derstqndniß angelegte, Statistik'des- Umsatzes-und der Küchenfrequenz nach Mpnateil^ die imBetriebßjahre einen Besuchsdnrchschnitl zil.Mittag^won H521.und deß Abends von,1422 per -Woche,ergihL.?-,;; :/Nach Henehmignng ,des Berichtes -würde zur. .Wahldreiex Vorstandsmitglieder geschritten, ans welcher die Herren Alexander El g e r, Dr. I. Pe in. i g esund;Natan,S ch-i f f als gewählt hervorgingen. Znm letztest Pnvste »AstregnßgeH entwickelte.dssp Vertreter . der die,Non8a aaaäonaioa?dxs .Vereines ..Einheit/' besuchenden Studentenschaft Herr G o lch h a h n, den Stands Punkt der studentischen Besucher der Speisehalle zu der vom Vereine veranstalteten Wohllätigkeitslotterie imd forderte eine entsprechende Berücksichtigung der Wünsche der Studenten, die es gerne sehen möchten, daß ein Teil des Reinerträguisses der Lotterie für die Errichtung einer ^Nonsa aoadoniioa judaioa/ im eigenen Heime verwendet werde. Vorstandsmitglied Dr, R yb aczo w sky stellt fest, daß der Vereinsvorstand den berechtigten Wünschen der Smdentenschaft stets Rechnung .getragen, und schon in der ersten Sitzung des Vorstandesüber die Angelegenheit der Lotterie > den Beschluß gefaßt habe, von . dem Neinerträgnisse der Lotterie einen noch festzusetzenden Betrag für" die Ausgestaltung der ^Noosa academica“ des Vereines „Einheit" abznsondern. Der Obmann des zionistischen Distriktskomitees' Herr Dr. Körner zollte dem Gesamtvorstande und insbesondere den^ Obmanne Herrn Hofbauer volles Lob für ihre Tätigkeit im Jntereffe der unbemittelten jüdischen Volksgenossen und Haupt-, sächlich dafür, daß der, Verein „Einheit" der erste war, der di-e seit Jahren vielfach besprochene Idee einer ^Noo8a aoackoraieajudaica“, wenn auch nur im Rahmen vorläufig bescheidener Verhältnisse, in-die Tat nmgesetzt hat. Er ist gerne bereit, wie er es bisher getan, die Intervention zur Beseitigung der zwischen der Studentenschaft und der Vereinsleitung etwa noch obschwebenden Mißverständnisse zu übernehmen, wobei er allerdings den guten Willen.und das Gerechtigkeitsgefühl auf?beiden Seiten voranssetzt. Herr Filipp B a k spricht seine Freude darüber^ aus, daß er Gelegenheit hatte, in die Gebarung eines Vereines Einblick zu gewinnen, dessen humanitäre und soziale Tätigkeit' ein wahrer Segen ist. Dr. K r e n b e r g e r als' Schöpfer und unerschrockener Verfechter der Mensa-Idee gibt eine ausführliche' Schilderung über die Entstehung der Mensa des Vereines „Einheit" und erklärt namens des Vorstandes, daß derselbe, trotz einiger unliebsamer Vorfälle, auch in Zukunft alles aufbieten werde, um die ,/ftlensa academica judaica“ auf eine feste Grundlage zu stellen. Unter großem Beisalle ergriff hierasist Kultusvorsteher S. B ro d daß Wort, um zunächst festznstellen,. daß der Kultnsvorstand, wenn auch naturgemäß nicht ausreichendes, so doch immerhin sehr vieles für die jüdischen' Studenten leistet. Was den Verein „Einheit" betrifft, so habeer aus eigener Wahrnehmung die Ueberzengnug gewonnen, daß. der Verein in seiner jüdischen Volksspeisehalle nicht nur den^ Hunger der armen Glaubeirsgettoffen stillt, sondern auch auf ihr Herz und Gemüt? wohltuend einwirkt, indem er alles aufbietet, - daß die Besucher der Speisehalle sich dort in des Wortes wahrstem Sinne an einem jüdischen Tisch zuhausefühlen. Nachdem 'noch. Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner' S. Fürst, für dessen Beaufsichtigung und Förderung .der' Volksspeisehalle, .ferner dem Vorstande der Knltusgemeinde„. sowie allen Förderern und Gönnern des Vereines und nicht zuletzt, dem unermüdlichen Oekonom. des. Vereines, Herrn Adolf Fis ch er, dessen geradezu beispielloser Mühewaltimg und Fachkemitnis das heutige Niveau .und die hervorragende Leistungsfähigkeit der Küche zu /danken, ist, der Dank der Generalver? sammlung ausgesprochen wurde, . machte . Schriftsteller Jakob Krauß die Mitteilung, daß-die Lotterie-Verwaltung des Vereines „Einheit"/ mit' dem Versand der Lose bereits eingesetzt hat und sprach die /Hoffnung aiisf? 'daß "die Vereinsniitglieber, ifyrr Damen und - hauptsächlich die jüdischen' Studenten sich an der Propaganda und an dem Verkaufeder Lose tatkräftigst beteiligen werden, damit, das große Werk auch von dem gewünschten -Er-t-- .solge begleitet sei. ' . - . , - Hieranf wurde, die'Versammlung.'geschlossen. /