Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit Seite 7. Nr. 14. Hunichte zu machen. Jmrä-ms Weib gebar einen Sohn. Die Mntterfrende aber verwandelte sich in Trauer, weil sie wußte, •bie Schergen Pharaos würden ihr das Kind bald entreißen. Während sie weinend dalag, erhob sich der Neugeborene und -sagte: s, Mutter, fürchte nichts und sorge nicht, denn mit uns -ist Gott." - - Da erkannte sie, daß ihr Sohn der Prophet sei, den der .Himmel zum Werkzeug der Rache über den gottlosen König ausersehen habe. In dieser Nacht wurde Pharao durch grauenvolle Ahnungen ans dem Schlaf geschreckt. Geheimnisvolle Stimmen ertönten und riefen: „Mose ist geboren, Pharaos Verhängnis mäht." Entsetzt und voll Wut sandte er seine Krieger ans, das -Kind zu suchen und zu töten. Nun aber geschah es. daß, während die Krieger das Land durchsuchten, die Mutter Moses das Gemach, in welchem das -Kind lag, verlassen mußte. Um das Kind indeß zu verbergen, legte sie es in den Ofen; seine Schwester, die nichts davon -wußte, machte Fetter, um das eben bereitete Brod zu backen. Die Häscher Pharaos betraten das Hans, während der Ofen -glühte, durchsuchten jeden Winkel, ohne Mose zu finden. Kaum waren sie fort, so kehrte die'Mutter zurück. Als sie das Feuer sah, schlug sie sich an die Brust und schalt die Tochter, die das Unglück ailgerichtet hatte. Sie stürzte der Stelle zu, um nach 'dem verbrannten Liebling zu sehen, freudig überrascht faub sie ihn unversehrt und zog ihn unverletzt heraus. Da das Feuer dem wunderbaren Kinde nichts anhabeu . konnte, schloß die Mutter, daß sie ebenso sicher ihn dem Wasser 'änvertrauen dürfe. Sie machte also eine kleine Arche, bestrich das Kind mit Salbe, färbte ihm die Finger mit trsnua, schloß den Deckel zu und legte das Kind an das User des Nils. Drei Tage , lang trieb das Schifichen im Schilf umher, dann schwamm es nach einem See mitten vor Pharaos Palast. Pharao hatte sieben Töchter, die alle mit bösen Uebeln chehaftet waren. Als das niedliche Schiffchen Hereintrieb, nahm -eben die älteste ein Bad. in dem See; neugierig. zog sie es -ans Ufer, um nach dem Inhalt zu sehen. Groß war ihr Erstaunen, -ein hebräisches Kind zu finden, dessen Gesicht wie die Sonne -strahlte und welches sie mit klugen Angen, wie es fast übernatürlich 'bei dieser Jugend war. aublickte. Sie drückte das Kind ans Herz und siehe da. sofort waren ihre alten Leiden geschwunden. Mau brachte das Kind zu 'Pharao und wurde selbes als mutmaßlicher Thronerbe mit großer Sorgfalt und Auszeichnung behandelt. Aber, obwohl die besten Ammen des Landes herbeigeschafft wurden, weigerte sich das Kind. Nahrung zu nehmen, bis seine Mutter gebracht wurde, die ihn ein ganzes Jahr lang nährte. Als Mose drei Jahre alt war, ließ ihn Pharao vor sich bringen und da ihm das hübsche kindliche Wesen gefiel, nahm -er ihn ans den Schoß, um mit ihm'zu spielen. Mose aber griff sogleich mit einer Hand nach des Königs Bart und ohrfeigte ihn tüchtig mit der anderen. Dadurch erwachte der alte Argwohn Pharaos aufs neue und wieder beschloß er den .Knaben zu tödten. Die gute Aja jedoch entschuldigte des Knaben Benehmen als kindliche Thorheit lind Gedankenlosigkeit. „Du wirst gleich sehen," sagte sie, daß der Knabe Recht und Unrecht nicht zu unterscheiden vermag. Sie ließ ein silbernes -Becken mit einer Dattel und mit einer glühenden Kohle bringen, stellte es vor Mose und gebot ihm, eines der Dinge zu wählen. Im Augenblick, da er nach der Dattel griff, trat der Engel -Gabriel hinzu, schlug ihm die Hand auf die Kohle und machte, daß er diese in den Mund steckte, wodurch er die Zunge heftig verbrannte. Pharao' war nun von dem Blödsinn des Kindes "überzeugt. Von Stund an aber behielt Mose eine schwere Zunge. (Schluß folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. (Predigt int S'eopolbftäbter Tempe l.) ^Herr Rabbiner Tr. M. R o s e n m a u n wird am Samstag, den 8. April beim Vormittagsgottesdienste eine Predigt haltern Wien. (Israelitische K u l t u s g e m e i n d e.) Sonntag, den 9. April, 10 Uhr vormittags, findet eine öffentliche P l e n a r s itzu n g des Borstandes der israelitischen Kultnsgemeinde, Wien. I. Seitenstettengasse 4, 2. Stock, statt. Tagesordnung: 1. Einlaus. 2. Präsidialbericht. 3. Prüfung und Erledigung der Rechnungsabschlüsse pro 1910 über die Einnahinen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter der Gemeindeverwaltung stehenden Fonde und Anstalten. Wien. (G e n e r a l v e r s a m in 1 n n g der Oe st e r r.- I s r a e l. U n i o u.) Dienstag, den 11. d. M., präzise halb 8 Uhr, findet im Saale des „Hotel Guth", II. Stefaniestraße 14. die 26. ordentliche Generalversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischeu Union" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen des Präsidiums. 2. Rechenschaftsbericht. 3. Kassabericht. 4. Diskussion. 5. Wahlen in den Borstand. 6. Anträge und Interpellationen. — Der Eintritt zu dieser Generalversammlung ist nur Mitgliedern gestattet. Wie». (Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizie it.) Sonntag, den 9. Aprtl 1911, 10 Uhr vormittags, findet in den Räuinlichkeiteu des isr. Humanitürsveremes, „Wien" B'uai Writh, H Uuiversitätsstraße 4, die ordentliche Geueralversamullung des Bereiues statt. Wien. (Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger Waise n.) Jin Kaiser Franz Josef Jubiläums-Kuabeu-Waisenhaus, XIX Pcobusgasse 2, findet Sonntag, den 23. April, 11 Uhr vormittags, die Schlußsteinlegung statt. Hieran wird sich nntnirrelbar eine Generalversammlilng des Vereines anschließen mit nachstehender Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vereines. 2. Bericht über die finanzielle Gebarung des Vereines. 3. Abänderung der Statuten. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Anträge der Mitglieder. Wien. (Jüdischer S ch u l v e r e i n für den IX. Bezirk.) Der Borstatid macht darauf aufmerksam, daß die Aufnahme für den Bar- Mizwah-Borbereitungskurs Sonntag von 10—12 Uhr vormittags, sonst von 5—7 Uhr stattfindet. Wien. (B e t h a u s v e r e i n A d a ß I e s ch u r u n. IX. P f l u g g a s s e 5.) Donnerstag, den 13. April, vormittags. 1 210 Uhr, findet im Bereiusbethause eine Predigt des Herrn Rabbinatskandidaten Bela Fischer statt. Wien. Der Verein „T o m e ch E w j o n i m" zur unentgeltlichen Ausspeisung und Unterstützung armer Israeliten in Wien veranstaltete am 26. März eine Wohltätigkeits-Akademie im Festsaale des österr. Jngenieüruud Architektenvereines, welche eilten glänzenden Verlauf nahm. Der Erfolg des Abends, dessen artistische Leitung den Herren Ignaz B r o d y und Rudolf Eiland oblag, ist der rührigen Tätigkeit des Jugendkomitees zu danken. Wien. Der h u nr a n i t ä r e Verein zur U n t erst ützungjüdischerKurbedürftiger, Wien, II'I, Große Stadtgutgaffe 7, veranstaltete am 18. März 1911 im Festsaale des „Hotel Central" seine diesjährige Wohltätigkeilsakadentie, die eilten glänzenden Verlauf nahm. Ein zahlreiches, distinguiertes Publikum füllte den Festsaal. Allgemeinen Beifall fand der von Hermann Stein verfaßte Prolog, den die zivölfjährige Ella B e r g n e r meisterhaft vortrug. Stürmisch applaudiert wurden Herr Karl Ziegler, sowie Fräulein P e t k o von der Volksoper und Fräulein Spieler vom Trianontheater in Berlin. Sehr gut gefiel Herr F l e i s ch m a u u von „Max und Moriz." Auch die übrigen Programmttnmmern wurden beifällig aufgeltontuteu. Die artistische Leitung hatte Herr Josef Mohr, der weder Zeit noch Mühe scheute, um dem Publikum einen genußreichen Abend zu bieten. Volle Anerkennung gebührt Herrn Bankbeamten Richard Bruck, der als Koiniteeobmaun viel zum Gelingen des Festes beitrug. Die Damell des Komitees haben sich in anerkennenswerter Weise Mühe gegeben, durch regen Kartenverkauf den Bereinsfond zu stärken. Ein großes Verdienst um das Zustandekommen des Abends gebührt dem Bereiusobrnanlt Herrtt Dr. Isidor L. Brau tt, sowie den Herren Professor S a l z m a u n, Dr. Max I a c o b s o h n, S. K u l k a, Max Wagner, Heber, Sperling, Leo und Hugo Heller. Wien. Das Komitee zur Feier des zehnjährigen Dienstjubiläums des Herrn Oberkatttors Don Fuchs, das am 20. April stattfindet. besteht aus folgenden Herren: Kais. Rat L i ch t e n st a d t, Dr. Josef W inte ru i tz, Hof- und Gerichtsadvokat. Professor Ludwig Mahler. Simon Stein grabe r. Prokurist der Gebrüder v. Gutmann. Isidor Schwarz, Disponent der Firma Clayton u. Schutleworth, Dr. Adolf K a p r a l e k, Oskar T o u e l l o. Theodor Schur, Großfabrikaut, S. Horzetz ky, Jnformatious-Bureau. Wien. Montag, am - 3. d. fand das Leichenbegängnis des Herrn A. S. S p r i n z e l e s statt. Der Verewigte, der tut 87. Lebensjahre verschieden ist, erneute sich infolge feiner Herzensgute und Menschenfreundlichkeit allgemeiner Sympathie. Er war eines der ältesten Mitglieder der ältesten jüdischen Vereine der Stadt Wien. Herr Rabbiner Dr. F e u ch tw a n g hielt dem Verblichenen einen lvarmempfnndenen Nachruf, in welcher er dessen Religiösität besonders würdigte. Hernach sprach Herr Rabbiner Mich. Leop. G o l d st e i n. Unter den Trauergästen bemerkte man Chacham M. Pap o, Oberkautor Baue r, Kantor L ö w t t, I. Lichtmeß und viele andere. Auch der Verein „Chesed schel Emes" war vertreten. Wien. (Jüdisches Theater. Direktion: M. Siegler, Hotel Stefanie. Ü. Taborstraße 12. Letzte acht Vorstellnugen. Freitag den 7. und Samstag. 8. April „Kune Lemel", Komische Operette von A. Goldfaden. Sonntag, 9. April „Das zehnte Gebot" Operette von A. Goldfaden. Sonntag nachmittag „Chaim in Amerika" von Rudolf Max. Montag, 10. April Benefize der Herreir Graf. M e st e l und S p i w a k o f f „Der wilde Mensch" von I. Gordiu. Auftreten des Herrn Sam. Hahn» Dienstag. 11. April „Der Deserteur" von I. Lateiner. Bis Sonntag, 16. April geschloffen.