Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 12 (24.3.1911)
- Date
- 1911-03-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Wahrheit Seite 7. Nr. 12. Besonders lobenswert ist die Einrichtung in der Bolksspeisehalle der „E i n b e i t“, daß die jüdischen Festtage auch in der Feststellung des Menü ohne erhebliche Erhöhung der billigen Preise zum Ausdrucke gelangen. 'So wird es an.Sabaten und Festtagen geübt/ und so hat die Vereins-' Leitung auch am letzten Pnrimtage die Gäste der Volksspeiiehalle mit einer P u v i m sn d e überrascht, wie sie in manchem bürgerlichen Hanse micht würdevoller und reichlicher zu sehen war. Diese Rücksichtnahme auf jüdische Sitte und Tradition macht die Volksspeisehalle der „Einheit" jo populär und sördernngswürdig. Und für die Zwecke dieser Speisehalle, welcher später ,noch andere in änderest Bezirken folgen sollen, ist das Reinerträgnls der Lotterie bestimmt. . . . :? Abgesehen von dem hniiianitäreil Zweck, bietet aber der Spielplau cher Lotterie auch bedeutende Gewinnstchaiicei!. Der gesamte Wert der Treffer beträgt X 63 000'—; darunter 4 Haupttreffer von X 30000'—, X 5.000 —, K 2.000-—und K 1.000'—, die ans Wunsch des Gewinners nach den üblichen Abzügen auch in barem Gelde ansbezahlt werden. Die Lose zu X 1.— das Stück sind im Lotterie-Bureau des jüdischen Vereines .,,E i u h e i t", I., Wollzeile 24 (Telefon 11.356) zu haben. Wien. Samstag, den 25. März, 1j28 Uhr abends, findet im großen -Saale des Zeiitralbnreau. IX., Türkenstra§e, die konstituierende Bollversainmlung des Vereines ,,N ensa academica J udaic a“, dessen Statuten von der hohen k. k. Statthalrerei bereits genehmigt wurden, start. Kollegen und Kolleginnen! Erscheinet recht zahlreich! Das 'Proponenteiikomitee. Wien. (T r a n n ir g.) Sonntag den 19. d. M. fand im festlich dekorierten Floridsdorfer Tempel die Trauung des Frl. Else Wodioka, Tochter des Kaufmannes und Hansbefitzers Herrn Ignaz Wodiöka mit Herrn Hermann Grosner statt. Unter den überaus zahlreichen Anwesenden bemerkte man die Großindustriellen Felix P o l l a k Edier v. Darnegg. Felix Hirs ch, Chef der F.rma S. Bmg, L e o b e il st e i n mnd Frau. Ches der Firma A. Bachrich, Herr Blau, Wattafabrikant Wein e r, Fabrikant Pivwall und Frau, Fabrikant R o s e n f e l d und Frau, Knltnsvorsteher Emanuel G r ü n w a l d. Obmann der Bezirkskommission Dr. Jakob König und Gabriel Dukes, Vorstand der Anglo Oesterr. Bank 11 l v i ch und Frau, Ches der Firma Büchler Herr G l a ii z. Chef der F ruia Arnstein und Konrad. Jakob W e i s e l e s Söhne, Herr Ignaz G r ü n w.a l d und Frau. Herr Lnstschitz und Frau, Herr Z e ck e n d o r f und Frau, Dr. K a n f m a n n und Frau, Dr. Mil n z, Josef B illitz, Alexander S ch ü d l i n g, Fabrikantin Frau Vogel und Doktor, n. v. a. Herr Rabbiner Dr. Rose n m a n n wies in seiner eindrucksvollen Aussprache ans die hervorragende ehrenvolle Stellung hin, welche sowohl der Brautvater als auch der Beänrigam in der Geschäftswelt einnehmen sowie ans die allgemeine Beliebtheit, deren sich beide erfreuen. Die kanloralen Fnnktiouen versah Kantor N o s e n b e r g mit Chor in ansge- .zeichneter Weise. Wien. Sonntag, den 26. März, 1j.2l Uhr mittags, findet im Kaiser Franz-Josef Jttbilänmstcmpel, Y., Siebenbrnnnengasse 1, die Trauung des .Herrn Maximilian Rassel, Sohn des Herrn Kantors Philipp N a fiel mit Frl. Josephine A n g e r m a n n statt. Wien. An der jüdischen Bühne findet der Ehrenabend des sehr beliebten und stimmbegabten Tenoristen Herrn Jakob Deutsch am 29. d. M., statt. Zur Aufführung gelangt „Der entloffene Soldat", Operette von Lateiner. Wien. Der rührige Kranken-llnterstütznngsverein „Bene B r i r h" XX. Bezirk, veranstaltete am 14. März im Hotel Guth ein Pnrimfest. bei welchem bewährte Knnstkrüfte äußerst gelungene Darbietungen gaben. Den Glanzpunkt des Programms bildcte der Gesaugsvortrag des Oberkantors P i n k a s s o w i cz, der durch seine schöne Stimme und seelenvollen Bortrag, alle Gäste entzückte. Den Zwecken des Vereines wurde entsprechendes Reinerträgnis zngeführt. Wien. Der hnmanitäre Unterstützttngsvereiil der Kolomeaer veranstaltet am Sonntag den 2. April im Cafe „Promenaden" ein Nach- Kränzchen unter Mitwirkung von Knuftkräften ans der Gesangschnle des Frl. Alice G o l d b e r g. Diese Veranstaltung dürfte sich würdig der Wohltätigkeitsakademie anreihen. Beginn präzise 6 Uhr abends. Wien. Der Humanitäre Geselligkeitsverein der Holleschauer in Wien peranstalret Samstag, den 25. März, im großen Saale des Hotel Central, H., Taborstraße 8, eine Akademie mit darauffolgendem Tanzkränzchen Zu dieser Veranstaltung haben hervorragende Kunstkräfte ihre Mitwirkung zngesagt. Die Musik besorgt die Kapelle des k. u. k. Infanterie-Regiment Mr- 99. Eintritt X 2.— pro Person. Beginn 9 Uhr abends. Wien. Der Verein „Achwah" veranstaltete Samstag, den 18. d. M.. im Prachtsaale des Hotel Guth ein Pnrim-Fest, dessen Reinerträgnis für die unentgeltliche Ansspeiinng armer kranker Juden bestimmt wurde. Der Abend nahm einen glänzenden Verlaus. Unter den mitwirkenden Knnstikcäften war auch Herr Deutsch, Mitglied der „Jüdischen Bühne", der mit seiner phänoinenalen Stimme einige schöne Lieder sang und dem Publikum einen rein ästhetischen Genuß gewährte. Auf die Akademie, welche über ein sehr reichhaltiges Programm verfügte, folgte das Tanzkränzchen. Im allgemeinen machte dieses Fest, welches eigentlich eine Fortsetzung der am 14. d. M. in eigenem Lokale veranstalteten Purim-Feier, die Dank der Opferwilligkeit des Vorstandsmitgliedes Herrn K a r n i g l und der Unermüdlichkeit des Herrn und Frau Kamm einen glanzvollen, feierlichen Charakter hatte, einen sehr guten Eindruck. Wir wünschen, daß der Verein „Achwah" im Sinne seines Programms eine recht fruchtbare Wirksamkeit entfalte, was ihm ermöglicht sein wird, wenn ihm die Wiener Judenheit recht zahlreichen Zuspruch schenken werden. N. 6-. Wien. (Jüdische T oy n b e e - H all e), Wien. XX., Othmargasse 46. W o ch e n p r o g r a m m für' die Zeit vom 25. bis 31. März 1911: Samstag. 25., Konzert. Sonntag, 26.. Ueber Erbrecht, Dr. Leopold P l a s ch k e s. Mourag, 27.. „Pädagogik in Bibel und Talmud". Rabbiiiarskandidat Bsla Fischer. Dienstag. 28.. „Geschichte der Juden in Oesterreich." (Zyklus.) Dr. K. K n p f e r. Mittwoch, 29., „Ueber die Himmelskörper" (mir Lichtbildern). Dr. I. Samnely. Donnerstag, 30.. „Jüdische Privatbriefe ans dem XVI. Jahrhundert", Besprechung Frau Rahe! Edelstein. Freitag, 31., Bibelvortrag. I. Rofner. Wien. (Jüdisches Theater. Direktion: M. Siegler. Hotel Stefanie. Ü. Taborstraße 12. Freitag den 24., Samstag. 25. und Sonntag, 26 März, zum ersten Male: „Chajem in Amerika". von I. Lateiner. Samstag, uachinirtags, „Mensch >ol men sein", Operette von Schon Sonntag. nachmittag, „König Achaschwerosch", Operette von A. Goldfaden. Montag. 27. „Die Goldene Hochzeit", v. Latainer. Dienstag. 28. „Opferung Jsaks". Operette von A. Goldfaden. Mittwoch, 29. Ehrenabend von Herrn und Frau Deutsch. Zur Aufführung gelangt „Der Deserteur", Lebensbild von I. Lateiirer. Donnerstag, 30. „Kol Nidrei", Operette von I. Lateiner. In Vorbereitung, „Kune Lemel", Operette von A. Goldfaden. In Studium, „Der Bal Chnlojm" von I. Jtzigiohn. Linz. Montag, den 6. d. M.. verschied in Linz der allseits geachtete und wegen seines Bledersinues und liebenswürdigen Wesens allgemein beliebte Fabrikant, Herr Sigmund Kafka. Durch nahezu 40 Jahre war er im Knltnsvorstaiide als Vorstandsmitglied und Vorsteherstellverrreter eifrig tätig. Mehr als 25 Jahre wirkte er als Direktor des isr. Frauenvereines unserer Killtnsgemeinde. Die massenhafte Beteilignng am Leichenbegängnisse seitens aller Kreise unserer Stadt gab ein beredtes Zeugiris für die Beliebtheit dieses Mannes, deffen Heimgang tief bedauert wird. Nachdem Herr Oberkanlor Bernhard L ö w e n s o h n das Haznr Tamim in ergreifender Weife rezitiert hatte, hielt Herr Rabbiner Friedman» eine lief zu Herzen dringende Abschiedsrede, in welcher er die Tugenden des Verblichenen als Jude, als Familienvater und als Freund schilderte. Am offenen Grabe dankte Knltnsvorsteher Benediki Schwager dem Dahingeschiedenen für sein Wirkeil im Interesse der Gemeinde, worauf Herr Knlrnsvorsteher- Stellvertreter Tr. Hermanii S ck> n e e iv e k s; namens des Frauenvereines warme Worte des Abschiedes.au den Heimgegailgenen richtete. Sein Wohltätigkeitssiun hat dem Verstorbenen einen unvergänglichen Denkstein in unserer Gemeinde gesetzt. Ehre seinem Andenken! B. 8. Znaim D.r Israel. Franen-Wohltätigkeitsverein und der Znaimer Turnerklnb, veranstalteten am 11. d. M., eine Konzert-Akademie mit Tanzkränzcheu, die sich eines recht zahlreictien Besuches erfreute. Man bemerkte unter den Gästen die Spitzen der Beliördeir, die Honoratioren der Gemeinde, sowie der gesamte Vorstand der Kulmsgemeinde mit dem Vorsteher W o tz i l ka an der Spitze, der VorsteherderChewraKadischa Schlesinger, Rabbiner Dr. K a h a n u. v. A. Die mirwirkenden Künstler u. zw., die Herren Paul Kittel, k. k. Hofoperusänger in Wien, Maximilian K r i e n e r, Mitglied der Wiener Volksoper, Jurist Fritz Stein e r- Znaim, L. Schuck- Wien und Frl. Carmon, Mitglied der Wiener Bolksover, wurden mir ihren trefflickieli Darbietungen mir reichem Beifall bedacht. Um das Gelingen des Festes haben sich der Obmann des Turnerklubs, Herr Robert Steine r. sowie das gesamte Herren- und Damen-Komitee besondere Verdienste erworben, und ihren Bemühungen ist es zn danken, daß den hiesigen Wohltärigkeirsvereinen ein schönes Reinerträgnis znfließt. Mifilitz. Am 11. d. M.. fand hierorts in sämtlichen Lokalitäten des Horel Bader eine Pnrimseier mit reichhaltigem Programm statt. Den musikalischen Teil leitete mit sicheren Händen Herr Overkantor Mayerovitsch, der auch selbst Arien ans beit Opern „Die Zauberflöte" und „Mignon" wunderschön zu Bortrag brachte. Den literarischen Teil übernahm Herr Lehrer R i e s e n f e l d, welcher mit Schulkindern zwei sehr gelungene Märchenspiele anfiührre. Das zahlreich erschienene Publikum bereitete allen Mitwirkenden, besonders aber Herrn Oberkantor Mayerovitsch stürmische Ovationen. Pakrae. Am 18. d. M. fand hier unter großer Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Mitglieder die Einweihnng eines neuen Seser Thora statt, wobei Oberkanror I. Steiner durch seinen weihe- und kunstvollen Bortrag und Rabbiner Dr. Glück durch feine erhebende und geistvolle Einweihungsrede allgemeine Anerkennung fanden. Jassy. Wir erhalten die betrübende Kunde vom Hinscheiden der Gattin des Nestors der jüdischen W'.ssenschaft, wie der jüdischen Kulturarbeit in Jassy, Herrn Dr. Karpel Lippe, mit welcher er 54 Jahre in glücklicher Ebe gelebt hat. Wir wollen hoffen, daß dieser Moment den Gelehrten veranlassen wird, seine dem Jndentume geweihte Tätigkeit nach Przemyil zu verlegen, wo seine Tochter. Frau Hochfeld, lebt. Genug der Arbeit auf dem etwas steinigen, undankbaren, rumänischen Boden. Lippe, der ausgezeichnete Sohn galizischer Eltern, möge wieder nach Galizien übersiedeln, wo ihn seine zahlreichen Freunde mit offenen Armen empfangen werden. Feuilleton. tzin Apikores. Bon Babette Fried, Prag. (Fortsetzung.) „Wissen Sie," fuhr der Herr fort, „da hat vor einiger Zeit in einem Bergnüguugsetablissement eine Damenkapelle musi-