Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 9 (3.3.1911)
- Date
- 1911-03-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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SeitL 10. Die Wahrheit. Nr. 9. Der vom Sekretär Dr. M. Löwy erstattete ausführliche Bericht konstariert, daß der Verein im abgelaufenen Jahre zirka L 8000 für Bekleidung und Barunterstüngen verausgabt hat. Nach Verlesung des Kassaberichtes durch Kassier Isidor G o l d b l a r t, gab Schriftführer Gustav Planer einige Anregungen betreffs Arbeitszuwendung an die Schützlinge, der Vereines. aus welche die Herren Siegfried Lengsfelder und Dr. Julius W e i ß reflektierten. Der Delegierte der Kultusgemeinde Dr. Joses W i n t e rnitz dankte dem Vereine im Namen des Präsidenten und des Kultnsvorstandes für das ersprießliche Wirken und versprach das seiner Anschauung nach gerechte Ersuchen des Vereines an kompetenter Stelle nachdrücklichst zu befürworten.' Auch als Mitglied schließe er sich diesem Danke gerne an nnd wünsche, daß der Verein sich ans einer zarten Knospe zn einer herrlichen Blume entwickeln möge. Nach den Berichte des Revisors Ferdinand Popper wurde der Rechenschaftsbericht einstimmig genehmigt und dem Vorstände das Absolutorium erteilt. Bei den hierauf vorgeuommenen Wahlen wurden hie turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Moritz B r e i i n e r, Martin Rose u b erg und Dr. Julius W e i ß wieder¬ und Herr Siegfried Lengsselder ueugewählt; zu Revisoren die Herren : Lev Deutsch, Florian Haas und Ferdinand Popper. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt Herr Rabbiner Dr. Armin A b e l e s einen überaus anregenden und geistvollen Vortrag, der von den Anwesenden mit reichem Beisalle ausgenommen wurde. Mit einem Danke an den Vortragenden, sowie an seine Mitarbeiter im Vorstände schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bei der hieraus unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten Herrn Moritz B r e i t n e r folgenden Konstituierung des Vorstandes wurden nachfolgende Funktionäre gewählt: Isidor Schwarz, Präsident, Carl Fuchs. H. Präsident, Gustav P laue r, I. Kassier, Sieqm. Löwv, II. Kapier. Alois Th enmann, I..Schriftführer, Isidor G o l d b l a t t. II. Schriftführer. Wien. (B e t - H a m i d r a s ch „T a l m u d -Thor a", H., Malzgasse 16.) F re itag - Abe n d - V vrträ ge: Am 3. März abends 8 Uhr Herr Professor Autsch erb: „Meister und Meisterwerke hebräischer Dichtkunst." Freitag, den 10. März: Herr Rabbiner L. G o l dfl e i u: Schlnßvortrag. Dien. Die Talmud Thora-Volksschule, H.. Malzgasie 16, veranstaltet am Dienstag, den 7. März (7. Adar) d. I., um 3.0 Uhr vormittags, im Bethause daselbst die Trauerfeier nach dem ehemaligen Oberlehrer Herrn Ignatz L ö w s. A. Schüler nnd Gönner dieser Schule werden dazu auf diesem Wege eingeladen. Wien. (B e t h a u s v e r e i n „A m B o l k e r t") Am 25. Februar d. I. fand die konstituierende Sitzung des Bethausvereines „Am Bolkert" statts wobei mit Rücksicht auf die stärkere Inanspruchnahme des Vorstandes durch den neuen Tempelbau die Zahl der Funktionäre vermehrt wurde und der Vorstand sich in folgender Weise konstituierte: Adolf Schramek, Obmann; Hermann E h r e n s e l d und Michael G log au, Obmannstellvertreter im Bethausvereine; Dr. Moritz Ko hu, Schriftführer; Julius Beck, Schriftführerstellvertreter; Joses Fischer, Kassier;^ Salomon Hoffmann und Heinrich G.a ß n e r, Kontrollore; Wilhelm Bäudler, Bernhard Pick und Joses Werner. Bethausverwalter; Samuel Adler uud Bernhard F i s ch e r, Obmannstellverireter im Baukomitee; Simon Wes-sely, Buchhalter im Baukomitee; Moritz Fürth und Albert Körn er. Revisoren; Friedrich A l li n a, Simon B a u d l e r, Salomon B eck, Elkan Bauer, Adolf Glaser, Hermann Kais er, Ignaz Reiser, Architekt, Moritz R o s e n b l a t t, Jakob Singer, Salomon E h r e n r e i ch, Sigmund Eisinger, Friedrich Maier, Simon Reiß und Josef Seher, Vorstände. Im Laufe des Monates März werden alle Vorarbeiten für den Baubeginn durchgeführt fein, weshalb also an die wohltätigen und begüterten Glaubensbrüder der neuerliche Mahnruf gerichtet wird, zur Errichtung dieser geheiligten Andachtsstätte, die einerseits mit Rücksicht auf die stetige Zunahme der jüdischen Bevölkerung in diesem Bezirkssprengel, andererseits mit Rücksicht auf den nur allzusehr fühlbaren Mangel an geeigneten Bethäusern mit andachtsvollem Gottesdienste ein wahres Bedürfnis geworden ist, ihr Scherfleiu beizutragen und für den dankbaren Zweck zu opfern. Wie«. Ueber den projektierten Bau eines neuen Tempels in der inneren Stadt berichtet die „N. F. P." folgendes: Wir haben vor einiger Zeit gemeldet, daß die israelitische Kultusgemeinde die Absicht habe, einen neuen Tempel zu bauen. Die Absicht ging dahin, auf der Area des heutigen Admiuistrationsgebändes in der Seitenstettengasie den Tempel aufzuführen. Dies scheiterte damals an mancherlei Hindernissen. Wie wir nun ans Gemeinderatskreisen vernehmen, find in den letzten Tagen die Verhandlungen wieder ausgenommen worden, welche sich ans den Neubau eines Tempels nnd mit der Regulierung der Seitenstettengasie befaffen. Die Angelegenheit bildet den Gegenstand von Studien beim Magistrat. Es soll der bestehende. Tempel in der Seitenstettengasie gegen den neu zn regulierenden Fleischmarkt zu eine Ausgestaltung in Form einer Erweiterung erfahren. Das Administrationsgebäude in der Seitenstettengasie würde demoliert werden und einem modernen Neubau Platz machen, für den bereits ein bestimmter Zweck vorgesehen ist. Damit würde die Möglichkeit gegeben werden, die Seltenstettengasie an der betreffenden Stelle gegen die Judengasie hin zu erweitern. Die Kultusgemeinde ist weiter auch an die Gemeinde Wien mit dem Ersuchen herangetreten, man möge von dem ohnehin großen Rndolsspark eine Baustelle gegen die Gonzagagasie zu abtrcnnen. Auf dieser Fläche soll ein zweiter neuer, in modernstem Stil gehaltener israelitischer Tempel entstehen. Auch für diesen monnmentalen neuen Tempel liegen bereits Pläne vor. Die Angelegenheit wird vor den Stadt-' rat und den Gemeinderar kommen. Wien. (Jüdische T o y n b e e - H a.1 i e), Wien, XX., Othmargasie 46. W o ch e n p r o g r a m m vom 4'. bis 10. Marz 1911: Samstag, 4., Konzert. Arrangement Pianistin Helene L a m p l. Sonntag. 5., : „Die' Juden in Alexandrien." Oberlehrer R i e s e nfel d. Montag, 6., „Benja-- jamin D'Jsraeli" (Zyklus II.) Cand phil. I. K rug. Dienstag, 7., „Ge-- schichte der Juden in Oesterreich." (Zyklus.) Dr. K. K n p f e r. Mittwochs 8., Konzert. Arrangement Frau Freund-Funk. Donnerstag. 9., Grillparzer und sein Werk. (II) Professor Dr. Ludw. Singer. Freitag, 10., Bibelvortrag. Rab.-Cand. Bela Fischer. - Wien. (Jüdisches T h egt,er.) Regie M. Siegler, Hotel Stefanie, H., Taborstr. Ab Freitag, den 3: März, „Die goldene Chasiene"' Komische Operette von I. Latainer. Sonntag nachmittag, halb 4 Uhr „Bar" Kochba" Operette von A. Goldfaden. Montag, 6. „Herzale Mejiches^ von M. Richter. Dienstag, 7. Zum fünfzigsten Male „Mensch soll men sein" Operette von Schor. Mittwoch 8. Ehrenabend des Dnettenpaares M. und P. Weinberg. Zur Aufführung gelangt: „Gibor Chäjel" v. I. Latainer^ Donnerstag/ 9. „Jontel Schnorer" Operette A. Goldfaden, In Vorbereitung : „Chaim in Amerika". In Studium: „König. Achaschwerosch." Olmütz. Der hiesige Knltusausschuß bat in Würdigung der tadellosen Erfüllung ihrer Amtsobliegenheiten Herrn Arnold Sr ö ß l e r zum I. Kantor und Herrn Otto Friedländer znin H. Kantor ernannt. Budapest. (Auszeichnung.) In Anerkennung seiner Verdienste aus dem Gebiete der Augenheilkunde hat Se. Majestät dem außer-' ordentlichen Professor an der Budapester Universität Dr. Wilhelm G o l dz i e h e r den Titel eines kön. nng. H o f r a t e s verliehen. Budapest. Im Budapester Rabbinerseminar wurden kürzlich vier" Kandidaren, die ihre Prüfungen mit Erfolg bestanden haben, zu Rabbinern promoviert. Die neuen Rabbiner sind Dr. Euren, Dr. Kandl, Dr. Schwarz, uud Dr. Steiner.. Seitens des leitenden Komiteesdes Seminars waren zur Promotion entsendet, die Mitglieder der Prüfungskommission Oberrabbiner Dr. Moritz Klein (Nagybecskerek) und Oberrabbiner Dr. Josef Szidon (Vericcz). Den Promotiousakt leitete Rektor Dr. Wilhelm Bacher, der an die Promovenden eine schwungvolle Ansprache richtete und ihnen zum Schluffe in ungarischer nnd hebräischer Sprache den Segen erteilte... Der Feier wohnten auch die Spitzen der Pester israel. Knltnsgemeinde nndder Chewra-Kadischa bei. Berlin. (Alliance Isra 6 lite Universelle.) Am Mittwoch, den 22. Februar, hat in dem Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4, die G en erälv ersamm lun g der Berliner Mitglieder, der Alliance Jsraslite Universelle stattgefunden. Der stellvertretende Vorsitzende des Berliner Lokal-Komitees Rabbiner Dr. Weisse erstattete den Bericht. Er gedachte zunächst des schmerzlichen, fast unersetzlichen Verlustes, den das Lokal-Komitee Berlin durch das am 7. September 1910 erfolgte Hinscheiden des Geschäftsführers der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft,. Herrn M. A. Klausner erlitten hat. Die organisatorische Kraft Klausners^ sein gediegenes vielseitiges Wissen, seine nie versagende Hilfsbereitschaft,. - seine Beziehungen zu einer großen Anzahl leitender Staatsmänner machtenihn, so führte der Vortragende aus, zu einem der fähigsten und geistvollsten' Führer der Alliance in Deutschland, der dem Alliancewerk in unwandelbarer Liebe ergeben war. Die Amtsniederlegung des Herrn Geheimrat Goldberger bezeichnet er als einen schweren Verlust für die Alliance' Jsraslite Universelle. Herr Geheimrat Goldberger hat während der Dauer seiner Amtszeit in großzügiger und wirksamer Arbeit der Sache der A. I. U. unschätzbare Dienste geleistet nnd im Verein mit Klausner die Alliance in Deutschland zn hohem Aufschwünge geführt. Nach der Amtsniederlegung des Herrn Geheimrat Timendorfer, der wegen Ueberbürdung in anderen Ehrenämtern die Präsidentschaft in der A. I. U. 'nur provisorisch inne hatte, übernahm der jetzige Präsident, " Herr Jnstizrat Max' Fuchs, die Leitung der Geschäfte. Ihm war es Vorbehalten, die Differenzen zwischen dem Zentral-Komiree nnd der deutschen Konferenz-Gemeinschaft beizulegen. Ans dem Bericht war ferner zu entnehmen, daß das Schulwerk der Alliance weiter Fortschritte gemacht hat, daß mehrere neue Schulen gegründet, daß die Alliance im Jahre 1910 für die von ihr iir drei Erdteilen erhaltenen 150 Schulen über zwei Millionen Francs ausgegeben hat. Zu Gunsten der persischen Inden, die durch die dort ausgebrochenen Unruhen schwer bedrängt waren, hat die Alliance mit Erfolg bei der persischen Regierung intervenieren lassen. Auch hat sie den unglücklichen Opfern von. Schiras eine größere Summe telegrafisch überwiesen. In den Städten des Orients und Afrikas, in denen die dort herrschende Choleraepidemie zahlreiche Opfer forderte, hat die Alliance mit ihren reichen Mitteln erngegriffen und viel zur Linderung der Not beigetragen. Die Generalversamnilung nahm den Bericht mit Zustimmung und Anerkennung entgegen. Sie wählte die turnusmäßig ausscheidenden' Mitglieder durch Akklamation wieder. Gleichzeitig wurden 4 neue Mitglieder per Akklamation in das Lokal-Komitee gewählt. Dieses besteht jetzt ans den Herren dipl. Ing. Ludwig Adler, Professor Dr. Apt, Professor Dr. A. Baginsky, Max Beer, Jlia. Ber, Benno Braun, Siegfried Brunn,. Kommerzienrat Alfred Cohn, Justizrat Dzialoszinsky, -Direktor Moriz Dorn. Rabbiner Dr. I. Eschelbacher, Heinrich Fränkel, Sanitätsrat Dr.- Fränkel, Jnstizrat Max Fuchs, Stadtrat L. Gimkiewicz, Dr. Herbert Ginsberg, Dr. Max Ginsberg. Rechtsanwalt Dr. A. Hantke, Gideou Heymann, Prof. Dr. S. Kälischer, Geh. Mediziualrat Prof. Dr. Landau, Dr. med. Eugen Lehfeld, Rabbiner Dr. Emil Levy, Prof. Dr. Masse,. Direktor Oskar Oliven,: Louis Rosenbaum, Prof. Dr. Heinrich Rosin. Gustav Sachs, Rechtsanwalt Dr. Salomon, Professor Dr. A. Silbergleit,. Hermann Struck, Oscar Tietz, Rabbiner Dr. S. Weisse, Dr. A. S. Iahnda. Bei der Konstituierung der Bureaux wurde der bisherige stellvertretende Präsident der .Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der A. I. U., Herr Justizrat Max Fuchs-Berlin, zum Präsidenten. Herr Geheimer Medizmälrät Professor Dr. Landau-Berlin und . Herr Rabbiner Dr! Werner- München zn stellvertretenden Präsidenten'der Deutschen Konferenz-Gemein-- schüft gewählt worden. .