Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 8 (24.2.1911)
- Date
- 1911-02-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8. Die Wahrheit Seite Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag-Abend, den 24. d. M. wird Herr Rabbiner Dri'J. M. B a ch im Leopoldstädter-Tempel eine Predigt halten. Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und K u l t u r.) Donnerstag, den 2. März 1911, .präzise */,8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Bereines, I., Eschenbachgaffe.9, eine Vorlesung des Herrn Schriftstellers Jork-Steiner statt. Thema: „Die heilige Million," eine 'Tragikomödie ans dem Leben Wiener Inden. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. („O e st e r r e i ch i s ch - I s r a e l i t i s ch e U n i o ».") Donnerstag, den 2. März, ^8 Uhr abends, veranstaltet die „Oesterreichisch-JsraelUische Union" im Saale des Kaufmännischen Vereines, X, Johannesgaffe 4, einen Vortragsabend, an welchem Herr kais. Rat Johann Lichtenstadi, der vor kurzem zum Zwecke diesbezüglicher Studien in Amerika weilte, über „Die jüdische Auswanderung nach Amerika" sprechen wird. Der Vortrag wird durch Vorführung von Lichtbildern ein .besonderes Interesse gewinnen. Vien. Samstag, den 25. d. M. 1j.27 Uhr abends findet im Sitznugssaale der israel. Knltnsgemeinde. I., Seltenstettengaffe 4, 2. Stock, die ordentliche Generalversammlung des ,,V e r e i n e s zur Bekleidung u n d Unte r st ü tzung armer alter Männer i f r a e l. Kaufe s s i o n", statt. Nach Erledigung der Tagesordnung Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Armin A b e l e s. Vien. (O e st e r r. S e e h o s p i z.) Die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines finbet Dienstag, den 28. d. M., 6 Uhr .abends, im Sitznngssaale der israelitischen Knltnsgemeinde, I., Seitenstetteugasse 4, statt. Wien. (Eröffnung des T e st a m e u t e s des Baron 'Albert R o t b s ch i l d.) Beim Bezirksgericht Wieden wurde Mittwoch, den 17. d. M. das Testament des Baron Albert Rothschild knndgemacht. Zn Erben sind die Kinder des verstorbenen Barons eingesetzt. Zum Chef des Bankhauses S. M. v. Rothschild ist Baron Louis Rothschild designiert. Die Güter und Häuser des Baron Albert Rothschild fallen an die Söhne. Da Baron Alfons Rothschild das Palais in der Theresiannmgasse von seinem verstorbenen Onkel, dem Baron Nath an i el Rothschild, geerbt hat, vermachte Baron Albert Rothschild das von ihm bewohnte Palais in der Hengaffe seinem Sohne Louis Barou Rothschild, das derzeit vom amerikanischen Botschafter bewohnte. Palais in der Heugaffe Nr. 26 seinem Sohne Baron Engen Rotschild. Für wohltätige Zwecke ist, abgesehen von den 300.000 X, welche am Tage des Begräbnisses der israel. Knltnsgemeinde und der Starchalterei in Wien, sowie der Knltnsgemeinde und dem Mililsterium in Budapest zur Verteilung überwiesen wurden, ein Betrag von zwei Millionen Kronen ansgesetzt. Als Erbenoertreter werden die Herren 'Dr. Adolf Stein und Dr. Hans v. Mauthner figurieren. lieber die Absichten, die im Kreise der Familie Rothschild bezüglich der Verteilung der im Testamente ansgesetzten Wohltätigkeitslegate von zwei Millionen Kronen bestehen, verlautet von informierter Seite das Folgende: Die Anordnung des Testamentes lautet ganz allgemein: Zwei Millionen Kronen für wohltätige Legate. Die Bersügnug über diese Summe, steht den Erben zu. welche sich in dieser Richtung voraussichtlich mit den obersten Beamten des Hauses, insbesondere mit lenen Herren ins Einvernehmen setzen werden, die schon bisher den Wohltätigkeitsagenden und der Verwaltung der vom Hause-ansgesetzten Stiftungen vorstanden. Selbstverständlich werden die Erben ganz,nach den Weisungen und im Sinne des Verblichenen bei der Verwendung dieser vermachten Summe Vorgehen. Es gilt als nicht ausgeschlossen, daß auch in sonstigen nachgelassenen Papieren des verstorbenen Baron Albert Rothschild gewisse Weisungen oder Wünsche bezüglich der Verwendung dieser Summe und jener Zwecke vorliegen, welche nach seinen Intentionen ans den nachgelassenen Mitteln besonders gefördert werden sollen. Vien. („S tiftnugen für Kandidaten oder Doktoren der Medizi n") In der Nummer 41 des Amtsblattes zur Wiener Zeitung vom 19. Februar 1911 findet sich eine Kundmachung -stber die Dr. Gabriel P o r g e s'sche Homöopaten-Stiftung mit 2 Stiftplätzen a X 850.— für mosaische Kandidaten der Medizin der Wiener oder Prager Universität oder an diesen Universitäten promovierte Doktoren der Medizin, welche sich der Homöopathie zuwenden wollen. Näheres in der bezeichneten Kundmachnng. Wien. (I ü d i s ch er Hand l u n g s g e h ils env erb and, -II. Taborstraße 20.) Dienstag, den 28. d. M. findet ein Vortrag des Schriftstellers Maxim. Auiu statt. Thema: „Problem der jüdischen Sozialpolitik." Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. Der I. Wiener israel. hnmanit. Heirats-Ausstattnugsverein „Hachnnsas Kalo". II. Große Sperlgaffe 32—84, veranstaltet Samstag, den 4. März, 9 Uhr abends, im Festsaale des „Hotel Central", H. Taborstraße 8, eine Wohltätigkeits-Akademie verbunden mit anschließendem Tanzkränzchen. Die Musik besorgt die Kapelle des k. n. k. Infanterie-Regimentes Nr. 12. Entree-Karten X 2.—, an der Kassa X 2.50, reservierte Plätze X 3.—, an der Kassa X 4.—, Stndentenkarten X 1.—. Wien. (Bethausverein „Am Bolkert".) Unter ungewöhnlicher Teilnahme fand Sonntag, am 19. Februar 1911. abends 5 Uhr in demBereinstempel, H. Fugbachgasse 7, die Trauerfeier für den verstorbenen Albert Freirhercn von Rothschild statt. Nebst dem Gesamtvorstande des Bethausvereutes waren in Vertretung des Kultus Vorstand es - die Herren Dr. Josef 'Winternitz, Dr. Anselm Holpern, S. Brod und S. A. 'Wasservogl erschienen. Die Tranerfeier wurde mit dem „Schiwissi" -eröffnet, das Oberkantor Giblichmann mit dem Chore stimmungsvoll vortrug. Hierauf hielt Bereinsrabbiner I. L. Abele» die Gedenkrede, in welcher er die Großzügigkeit des Charakters, den nnsrreichbaren Wohltätigkeitssinn und die vortrefflichen Wohlfahrtseinrichtungen dieses größten Philanthropen Wiens hervorhob und auch der überaus großen Spende gedachte, welche der verewigte Freiherr Albert von Rothschild dem Bethansvereine ans Anlaß des Baues des „Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempel" gezeichnet hat. Nach dem mit verständnisvoller Wärme erfolgten Vorträge des „El mole Rackmim" durch Oberkantor Giblichmann wurde die würdige Trauerfeier geschloffen. Nach kurzer Unterbrechung wurde die 34. ordentliche Generalversammlung eröffnet. Dieselbe gewann im heurigen Jahre noch besonders dadurch an.Jntereffe, daß nebst dem hockgeschätzten Präsidenten, Herrn Adolf S ch r a m e!, auch die übrigen ersten Funktionäre des Vereines turnusmäßig ausschieden und sich zur Wiederwahl meldeten und andererseits der Bau des „Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempel" die Tagesordnung beeinflußte. Nach Konstatierung der Beschlußfähigkeit begrüßte der Präsident die in Vertretung des Kultusvorstandes erschienenen Herren Dr. Josef Winternitz, Den Obmann der Bezirkskommisjlon des H. und XX. Bezirkes und den Kultusvorstand Dr. Anselm H a l p e r n. weirers den Kultusvorstand Herrn S. Brod und den Tempelvorsteher Herrn S. A. W a s s e r v o g l. das Ehrenmitglied Herrn Salomon Beck, den Chefredakteur der „Wahrheit" Herrn Dr. M. L ö w y und die Herren R osenbla t r und Leopold Wein w n r m. Weiters gedachte er in warmen Worten des leider so früh verstorbenen Gönners des zu erbauenden Tempels, Herrn Albert Freiherrn von Rothschild, und beantragte, nachdem fick die Versammlung zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen erhoben hatte, daß diese Tranerknndgebnng im Protokolle einverleibt werde. Nach Verlesung des Protokolles der letzten Generalversammlung durch den Schriftführer Dr. Moritz Ko bn und nach debatteloser Genehmigung des durch den Bereinsrevisor Herrn Moritz Fürth erstatteten Gebahrnngsansweises wird dem Vorstände unter lanrer Beifallsbezengnng das Absolutorinm erteilt. Hierauf ergriff als erster Redner Herr Samuel Adler, Obmann der Schulseknon des Berhausvereines, das Wort. Er hob hervor, daß die im Vorjahre errichtete Sprach- und Bibelschnle in ihrer Entwicklung bedeutend vorwärts schreite, daß, während im ersten Schuljahre nur 60 Schüler den Unterricht' genossen, un Henrigen Schuljahre die Zahl der Schüler schon die dreifache Zahl erreicht har und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die im neuen Gorteshanse in Aussicht genommenen Räume für die Bibelschnle die Möglichkeit bieten werden, alle Anmeldungen zu berücksichtigen. Herr Dr. Winternitz bemerkte, daß er über persönliches Ersuchen des Präsidenten der israelitischen Knltnsgemeinde, Herrn Dr. Alired Stern, erschienen sei, in dessen Namen und Ansrrage er die besonderen Leistungen dieses Vereines auf kulturellem Gebiete, die musterhafte Verwaltung und und Leitung zu rühmen habe, dem Vereine als einem der wichtigsten Zentren des echt religiösen Lebens in Wien das größte Wohlwollen entgegenbringe und daher den Tempelbän mit besten Kräften und wärmsten» fördern wolle. Kultnsvorsteher Dr. H a l p e r n erklärte, daß die Kultusgemeinde mit offensichtlicher Freude die intensive Pflege des Knlmswesens und die religiös-sittliche Erziehung der Heranwachsenden Jugend in diesem Vereine wahrnehme und versicherte, daß er im Kultnsvorstande der Dolmetsch des regen, geistigen Lebens dieses Vereines sein wird, damit das ans der ersten Seite des schönen Jahresberichtes gezeichnete Bild des „Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempel" baldigst in die Wirklichkeit trete. Als dritter Vertreter der Kultusgemeinde. jedoch ohne Delegatioit, svrach Knltusvorsteher S. Brod, der anknüpfend au die Ausführnngen des Obmannes der Schulsektion, Herrn Samuel Adler, auf die hohe Bedeutung des Religionsunterrichtes hinwies, der in diesem Vereine so großartig gefördert wurde: 'Talmud Thora keneged kulom. Hirauf wurde zum nächsten Punkte der Tagesordnung „Wahlen" übergegangen. Der turnusmäßige Austritt traf im heurigen Jahre nachstehende Vorstandsmitglieder: Obmann Adolf Schrämet, Obmannstellvertreter Elkan Bauer, Schriftführer Dr. Moriz Kotzn. Kassier Josef Fischer. Obmannstellvertreter des Bankomitees Bernhard Fischer und das Ehrenmitglied Salomon Beck. An den Wahlen nahmen 52 Mitglieder teil. Die sechs ansscheidenden Herren wurden wieder- und mit Rücksicht auf die hohen Aufgaben beim Baue des neuen Tempels die Herren Hermann Ehrenfeld, Friedrich A l l i n a. Michael G l o g a u, Adolf Glaser, Moritz Rosenblatt und Ignaz Reiser neugewählt. Da behufs Aenderung der Statuten die nötige Zweidrittelzahl sämtlicher Mitglieder nicht anwesend war, wurde sodann die Generatversammlnug nach zweistündiger Dauer geschloffen und allseits der sehr würdige Verlauf der Tranerfeier und der Generalversammlung betont. Die Konstitniernng des Vorstandes wurde für Samstag, den 25. Feber 1911, abends 8 Uhr, bestimmt. Wien. Am Sonntag, den 19. d. M. fand im Turnsaale der „Talmud-Thora" eine gutbesnchte Generalversammluiig des Vereines „Tiferes Bachurim" statt und hielt bei derselben nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch Herrn Obmann Langer Herr Rabbiner Flesch vom Bethausverein „Montefiore" einen formvollendeten, ideenreichen Bortrag über die humanitäre und religionsfördernde Tendenz des Vereines. Hierauf begab man sich ins nahe Lokal des Vereines „Einheit," dessen Obmann Herr B. Hofbauer den geräumigen Saal bereitwilligst zu einem Festbankette zur Verfügung stellte. Wien. (Generalversammlung des Brigittenauer iir. Unterstützungs- Vereines.) Der Brigittenaner isr. Unterstützungsvereiu hielt am 8. d. M. in der Restauratioit des Herrn Hermann K o h n seine ordentliche General-