Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 3 (20.1.1911)
- Date
- 1911-01-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Serie 8. Die Wahrheit. _. . . ■ _ Nr. 3 Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag, den 20. Jänner abends. Predigt im Stadttempel. Wie«. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 26. Jänner 1911, präzise ^/z8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Escheubachgafse 9. ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. A. Löwenthal aus Hamburg statt. Thema: „Heitere und ernste Moralprediger aus dem Mittelalter." Eintritt frei, ohne Karten. Wien B e t - H a m i d r a s ch „Talmud-Thor a", II., Malzgasse 16.) Freitag-Abeud-Vorträge : Am Am 20. Jänner Herr Rabbiner Moritz F l e s ch : „Der Mensch, die Krone der Schöpfung." Am 27. Jänner: Herr Professor A n t s ch e r l: „Alte jüdische Briefe." Beginn jedesmal um 7 Uhr 30 Min. Wien. Die ordentliche Generalversammlung des israel. Tempelvereines sür die Bezirke Wieden-Margarethen studet Sonntag, den 22. Jänner, 10 Uhr vormittags im Sitzungssaale des neuen Tempelgebändes, V., Siebenbrunnengasse 1, L Stock, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über das abgelaufene Bereinsjahr. 2. Bericht des Kaffenverwalters. 3. Bericht der Revisoren. 4. Bericht über den Abschluß der Tempelbau-Augelegenheit. 5. Anträge und Interpellationen. 6. Neu- und Ersatzwahlen in den Vorstand: (§ 6 der Statuten.) 7. Wahl der Nechuungsrevisoren. Im Falle die für 10 Uhr vormirtags einberusene Generalversammlung, n i ch t. beschlußsähig sein sollte, wird um 10*/., Uhr vormittags au demselben Tage und an demselben Orte im Sinne des § 13 der Staturen eine neuerliche Generalversammlung mit der gleichen Tagesordnung abgehalten. Wien. (Jüdische T o y n b e e - H a ll e), Wien, XX., Othmargajfe 46. B o r t r a g s-P r o g r a m m für* die Zeit vom 20. bis 27. Jänner 1911: Freitag, 20. Bibelvortrag. Lehrer Leopold Weiß. Samstag, 21. Konzert. Mitwirkend die Herren: Pros. Roderich Baß (Klavier), L i s s a n e r (Gesang), P a st e r (Geige). Sonntag, 22. Ueber Erbrecht. Dr. Leopold P l a s ch k e s. Montag, 23. „Das Eindringen sozialer Triebkräfte in die Medizin." Dr. Heinrick Grün. Dienstag, 24. „Geschichte der Inden in Oesterreich", Zyklus JX Dr. K. Kupfe r. Mittwoch, 25. „Das erste und das zweite Wiener Ghetto." Nach dem Bucke des Dr. Jg. Schwarz. Frau Rahel Edelstein. Donnerstag. 26. „Kunst und Kultur im alten Orient." Mit Lichtbildern. Prof. Dr. Emmerich K o h n. Freitag, 27. Bibelvortrag. Herr I. R os n er. Wien. (G e n e r a l v e r s a m.m l u n g.) Bei Anwesenheit zahlreicher Mitglieder und Gönner hat Sonntag, den 15. d. M., in den Räumen der Bnai Brith-Vereinigungen die Generalversammlung des Vereines der Wiener Jüdischen Toynbee-Halle und daran anschließend, die des Vereines zur Errichtung und Erhaltung von Horten: für schulpflichtige Kinder stattgefnuden. Nebst dem Delegierten der Kultusgemeinde Herrn kais. Rat Jonas Weil hatten sich die Kultusvorsteher S. B r o d, Prof. E h r m a n » und Karl Lemberger, Religionsschulinspektor Prof. K a n i tz, die Präsidenten der Bnai Brith-Vereinignng, Dr. Edmund Kohn und Dr. Wilhelm Löwy, die Vorsitzende des Schutzdamenkomitees der Horte, Frau S. Steiner vnt dem Daineukomitee und v. a. eingefnnden. Mit lebhaftem Interesse nahm die Versammlung den ausführlichen Tätigkeitsbericht, der vom Obmanne der beiden Vereine, Herrn Dr. I. Samuely erstattet wurde und auf den wir in einer der nächsten Nummern unseres Blattes zurückkommeil werden, entgegen. Den Kasten- und Revisionsberrcht erstattete für die Toynbeehalle Herr Franz K a tz und für die Kinderhorte Herr Anton P i ck. Kais. Rat Jonas Weil brachte den Bereinsleitnugen den Dank und die Anerkennung des Knltnsvorstandes in herzlichen Worten zum Ausdrucke. Schnlinspektor Proi. K a n r tz trat wärmstens für die vom Kiuderhortvorstande geplante Errichtung eiues Mädchenhortes in der Brigittenau ein und verwies aus die Notwendigkeit, alsbald auch für die Pratergegend jüdische Kinderhorte zu schaffen. Namens der Biiai Brith-Vereinignng „Eintracht", unter deren Patronanz die beiden Vereine stehen, würdigte Präsident Dr. Wilhelm Löwy die zielbewnßte Tätigkeit des Obmannes, Herrn Dr. I. Samuely, die hingebungsvolle menschenfreundliche Wirksamkeit des Obmann-Stellvertreters Karl Freund und dessen Gattin Frau Marie Fr e u n d, die rührige Mitarbeit des Damenkomitees, das erfolgreiche Wirken des Lehrpersonales, wie des Sekretärs der Institutionen, Herrn Guido Fuchsgelb. Nach Erteilung des Absolurorinms und Vornahme der Vorstandswablen wurden die ausgestellten Zöglingsarbeiien der Horte: Knabenhort XX. Othmargaste 46 (Leiter Lehrer Z w i r n), Mädchenhort XIV. Herklotzgaste 21 (Leirerin Fräulein S a x). Knabenhort XIV. Herklotzgaste 21 (Leiter Lehrer H u s ch a k), besichtigt, womit die Generalversammlung unter lebhaften Ovationen für die Funktionäre der Vereine ihr Ende fand. Wien. lB ortrag über das Rassenproble m.) Dienstag, den 24. d. M. findet im Lokal des „Jüdischen Handlungsgehilfenverbandes" (Achwah) H., Taborstraße 20. Souterrain, ein Vorrrag des Herrn Dr. Koloman Freu d er statt. Thema: „Das Rastenproblem". Beginn 8 Uhr abends. Gäste (Damen und Herren) willkommen. Wien. (Populäre Vorträge im Vereine „Ackwah, Jüdische Brüder" rituelle Volksspeisehalle, Wien, II., Hermiuengafse 8.) Im Lokale dieses Vereines, in desten Speisehalle an Unbemittelte zu den bei den heutigen Teuerungsverhällttisten eminent billigen Preise von 40 Hellern mittags und 30 Hellern abends eine kräftige, streng rituelle Mahlzeit verabreicht wird, finden vom 21. Jänner d. I. angefangen, allwöchentlich am Samstag präzise 8 Uhr abends, populäre Vorträge statt, zu denen jederman freien Zutritt hat. Wien. (Jüdisches Theater.) Regie M. Siegler, Hotel Stefanie, H., Taborstraße 12. Freitag, 20., Samstag, den 21., Sonntag, den 22. Jänner: „Rabi Joselmann." Operette von A. Goldfaden. Sonn-- tag Nachmittag halb 4 Uhr „König Lear" von I. Gordin, mit Herrn Sam. Halm als Gast. Montag, 23., „Der Gemeinderat." Komödie von M. Richter. Dienstag, 24., „Mensch sol men sein." Operette von A. Schor^ Mittwoch, 25., „Schabes Kojdesch" von S. Feinmann. Donnerstag, 26.r „Jüdala der Blinde" von I. Lateiner. Ab Freitag, 27., „Die eiserne- Frau." In Vorbereitung: „König Salomon". Wien. Der Primarius an der internen Abteilung des Spitales der* israel. Knltusgemeiude, Dozent Dr. Ludwig Braun, ist znm außerordentlichen Universität-Professor ernannt worden. Wien. Der bekannte Historiker Dr. Heinrich F r i e d j u n g. beging am 18. Jänner seinen 60. Geburtstag. Zur Ehrung des Jubilars hat sich ein Komitee ans dem Kreise seiner näheren Bekannten und Freunde grbildet, das ihm sein lebensgroßes, vom akademischen Maler Rudolf* Bacher ansgeführtes und vortrefflich gelungenes Porträt im prächtigen Rahmen überreichte. Dem Komitee gehören an: Rudolf Hans Bartsch. Dr. Edmund Benedikt, Alfred Freiherr von Berger, Dr. Anton B e t t e l h e i m, Dr. Karl G l o s s y, Professor Theodor G o m p e r z. Paul Hammer s ch l a g, Lndo M. Hartman», der ehemalige Ministerpräsident Dr. Ernst Koerber, Herreilhausmitglied Ludwig Lobmey r. Engelbert P e r n e r st o r f e r. Hofrat Profesfor Engen P h i l i p p o v i ch v. P h i l i p p s b e r g, Präsident Ernst Freiherr v. P l e n e r, Alb. F. P r i b r a m, Professor Oswald Redlich, Josef Freiherr v. S ch e n fr Karl Schönherr, Präsident Professor Ed. S n e ß, Präsident Dr. Josef Unger und Gustav Winter. Dem Jubilar kamen außerdem sehr zahlreiche schriftliche und telegraphische Glückwünsche zu. Wien. Montag, den 16. d. M. ist nach langem Leiden Herr Moses Ehrlich, Vater des Vorstandsmitgliedes des „Donanklub", Herrn Julius Ehrlich und des Selchwaren-Fabrikanten Herrn Leopold E hrlich, im 77. Lebensjahre gestorben. - Das Leichenbegängnis fand am Mittwoch 11 Uhr vormittags, vom Trauerhanse, II., Große Pfarrgasse 11, unter zahlreicher Beteiligung statt. Ueber letztwillige Verfügung, wurde die Leiche nach Baden überführt und am dortigen israel. Friedhofe beerdigt. Wien. Sonntag, den 22. d. M. findet die Trauung des Fräulein Grete Engel, Tochter des Kultusvorstehers und Präsidenten des Tempelvereiues im VI. und VH. Bezirke Herrn Dr. Jacob Engel, mit Herrn Dr. Richard Herrmann statt. Empfang nach der Trauung von 4—6- Uhr nachmittag, VI., Königseggasse 2. Wien. Zur Richtigstellung der iit der vorwöchentlichen Notiz über den Heimgang der Frau Caroline G l e si n g e r in Teschen, werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß dieselbe nicht die Witwe nach dem Knltusvorsteher I. P. Giesing er in Teschen sondern die Witwe nach dembereits im Jahre 1888 verstorbenen Herrn Bernhard G l e s i n g e r war, der allerdings gleichfalls durch mehrere Dezennien an der Spitze der israelitischen Knltusgemeiude in Teschen stand. Der einzige Sohn des letzteren* und der eben Verstorbenen ist Herr Dr. Robert Giesing er, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien. Prag. (Afike Jehuda). Der von dem Verein zur Förderung und- Verbreitung der Wissenschaft des Judentums veranstaltete erste Diskussionsabend nahm einen würdigen Verlauf. Das zahlreich erschienene Auditorium* hörte beide Referate: „Einfluß des Judentums auf den Humanismus" und „Rückwirkung des Humanismus auf das Judentum" mit sichtbarem Interesse an und konnte aus der Fülle der dargebotenen wissenschaftlichen Erörteruugen viel Anregung empfangen. Der erste Referent wies an der Hand zahlreicher Daten der einschlägigen Literatur nach, wie die Juden von der Zeit ihrer regen Uebersetzungstätigkeit aus den namentlich in arabischer Sprache abgefaßten Werken die klassische Bildung des Altertums bei* den abendländischen Völkern tatkräftigst förderten und wie sie namentlich inbezug auf die hebräische Sprache und die Bibelkunde direkt als die Lehrer der christlichen Theologen gewirkt haben. Das zweite Referat bot manchen interessanten Ausschluß darüber, wie die humanistische Bildung neben viel Segensreichem im allgemeinen bei einzelnen sonst begabten Männern innerhalb des Judentums, wie beispielsweise Leo de Modenavon nachteiliger Wirkung wären. Die Referate fanden wohlverdienten reichen Beifall. Stiftung des Herrn Samuel Kolisch. zum Andenken an seinen Bruder Ignaz Freih. v. Koliscli.. Anzahl der PIStze: Unbestimmt zusammen K 800.—. Bewerbuugsber'-ehtigt sind: a) In erster Reihe arme Verwandte , des Stifters und zwar: 1. Deszeudeuten desselben ohne- Einschränkung auf einen bestimmten Grad. 2. .Abstämmlinge der Grosseltern des Stifters bis zum 6. Grade der Seitenlinie von dem Stifter ab gerechnet, b) In -Ermangelung solcher, vier arme israel. Familien in Wien.. Verleihungstag: 27. April 1911 — 29. Nissan. Gesuchsbeilagen: Sämtliche Bewerber haben Zenguisse über ihre Armut und Würdigkeit, mit dem Stifter verwandte Personen, überdies den legalen Nachweis über diese Verwandtschaft zu erbringen. Von d-n, mit dem Stifter nichtverwandten Bewerbern ist die Zugehörigkeit zum Judenturne auszuweisen. . Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Jänner 1911. Einreichstelle: I., Sei fensterten gasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen. Wien, 1. Jänner 1911. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde in Wien.