Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 1 (6.1.1911)
- Date
- 1911-01-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Arthur Schnitzler 1× ep/1025577
- Eduard Engel 1× ep/1026013
- Fanny Lewald 1× ep/1025310
- Georg Brandes 1× ep/1024832
- Gustav Karpeles 1× ep/1004713
- Heinrich Landesmann 1× ep/1004839
- Jakob Wassermann 1× ep/1005248
- Karl Emil Franzos 1× ep/1026099
- Lazarus Geiger 1× ep/1023468
- Ludwig Fulda 1× ep/1026697
- Ludwig Geiger 1× ep/1027219
- Max Reinhardt 1× ep/1025508
- Peter Altenberg 1× ep/1024724
- Richard Wagner 1× ep/1025460
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
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Seile 10. Die Wahrheit.. , Nr. 1: stand darin, den Inhalt des Vortrages, den der Promovierte ihm Satz für Satz ins Ohr geflüstert, dem Auditorium zu erklären, zu erläutern, überhaupt mundgerecht zu machen. Allein der Meturgamon neigte vergebens sein Ohr dem neuen Rabbi hin, er vernahm keinen Laut, da eben dieser nichts z u s a g e n wußte. R. Juda b. Nachmani benützte diese Gelegenheit, um durch Anwendung eines Verses in Chabaknk (2. 19.), der die stummen Götzen verhöhnt, diese Promotionswirtschaft, oder richtiger Protektionswirtschaft in sarkastischer Weise zu geißeln: „Wehe, wenn mau zum Volke sprechen muß erwache! rege dich, oder zum Stein: Lehre, unterweise! Er ist ja nur in Gold und Silber eingefaßtliine liu tofus schow wochesef, a b er kein Geist ist in ihm" wecliol ruacli en bekirbao, und fugte hinzu: „Gott wird diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die solche „Lehrer" ordinieren, solche Individuen fördern, während verdienstvolle Gelehrte verkümmern müssen". Um solchen Mißgriffen vorzubeugen wurde damals der Beschluß gefaßt, daß in Zukunft der Patriarch ohne Zustimmung des Synhedrions die Promotion nicht vornehmen dürfe. (Jerus. Syuhedr. 1. 3.). Trotz diesen Schwächen erfreute sich R. Jehuda H.. und zwar seiner anderweitigen hohen Tugenden wegen, denn doch bis an sein Lebensende der allgemeinen Hochachtung und Liebe. Sein Bruder Hillel war auf dem Gebiete der Bibelexegese so tüchtig, daß selbst der Kirchenvater Orignes, der sich eifrigst mit dem Studium der hebräischen Sprache befaßte, ihn besuchte, um sich von ihm über schwierige biblische Stellen Aufschluß geben zu lassen. Die Inden in der Technik, der Kunst, der Wissenschaft nnd als Forscher, Entdecker nnd Erfinder. (Fortsetzung.) Auch in der Schauspielkunst zählen wir unter den glänzendsten Namen eine lange Reihe von Juden. So die unvergeßliche Rachel, eine der bedeutensten Tragödinnen aller Zeiten, und ihre Landsmännin, die vielgenannte Sarah Bernhard. Von deutschen Künstlern seien nnr genannt: Adolf v. S o n n e n t h a l, Ludwig B a r u a y. Bogumil D a v i f o n, Ernst P o s s a r t, EmanuelReicher, Rudolf Schildkraut,MaxPo hl,Siegln. Lautenbnrg, Joseph Jarno, Ludwig' Chronegk. Maximilian Ludwig, Emmerich Robert, Otto Lehfeld; auch der kürzlich erst einem qualvollem Leiden erlegene geniale Joseph Kainz war jüdischer Abstammung; bedeutende Schauspielerinnen sind: Irene Triesch und Friederike Bognar. Ein kühner Neuerer auf dem Gebiete der Regiekunst ist der vielumworbene Direktor des Deutschen Theaters in Berlin, Max Reinhardt. * * * Fast unübersehbar ist die Zahl der ^uden, die nn Laufe, der Zeit als Dichter und Schriftsteller ruhmvoll hervorgetreten sind. Schon unter den M i n n e s ä n g e r n gab es einen Juden, und zwar den Mediziner Süßkind, der sich nach der heute noch stehenden Burg in Unterfranken „von Trimberg" nannte, und der ums Jahr 1218—1222 dichtete: Unter den sechs Liedern, welche die allbekannte „Manasfische Sammlung" in Heidelberg von ihm aufbewahrt hat, finden sich keine neuen Formen, keine neuen Wege, er schloß sich in seinen Sprüchen weseutlich an Reinman und Werncher an, aber doch sagt von der Ha gen von ihm: „Erzeigt überall Sinn und Geschick, nnd weder Sprache noch Ausdruck würden den Juden verraten. Merkwürdig bleibt es immer, daß auf solche Weise ein Jude so ganz in die Reihe der Sangesmeister tritt, welche, später wenigstens, so heftig gegen die Juden dichteten. Vielleicht ist es nicht zufällig, daß Süßkind schon im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts in einer feiner Strophen für „Gedankenfreiheit" eintritt. Unter den lyrischen Dichtern der letzten IM Jahre glänzt natürlich als Stern erster Größe Heinrich Heine, der ungezogene Liebling der Grazien, nächst Goethe wohl der größtr lyrische Dichter Deutschlands. Sodann Ludwig Ja cobo wsk^ der früh verstorbene, und der Oesterreicher Ludwig August Frankl. Ferner seien inderschier unübersehbarenZahl nur genannt) ohne auf ihre dichterische Bedeutung näher einzügehen: Hieronimus L o r m, Berthold A u e r b a ch, Max R i n 9,. I. I. D ä v id,. der viel zu früh verstorbene Jakob Wassermann. Peter Ältenberg, Felix- Holländer, Hans Land, Georg Herr m a n n, Adalbert M e i n h a r d (Marie Hirsch), Anselma, Heine. . ' Unter den Dramatiker n zeichneten sich ans: .Michael B ee r, der Dichter des „Struensee", zu dem sein Bruder Meyerbeer eine ergreifende Musik schrieb, Arthur Schnitzler, der 1908 für sein Drama „Zwischenspiel" den Grillparzerpreis erhielt, sodann Ludwig Fulda, Georg H i r s ch f e l d, H. voll H 0 fm an u s th a I und Georg En g el. Von ausländischen Dramatikern/ seien -genannt: der französische Dichter Catulle Mendös, einer der, ersten, der in Frankreich für Richard' Wagner eintrat und der Rumäne Ronetti Roman, dessen Drama „Manaffeh" geradezu Sensation machte, und das selbst antisemitische Rezensenten als das beste bisher geschriebene rnmä-- nische Drama anerkennen mußten. Ferner die Dänen Hermann Bang und Georg Brandes und der aus Holland nach Deutschland übersiedelte Hermann H e y e r m a n s. Wohl ddn größten Anteil.hat jedoch der jüdische Esprit an dem heiteren literarischen Genre, den L ü st sp i e l en, und Possen. Es seien hier nur genannt: David Kali sch, Hugo- Lu b l i uer, Adolf L' A r r 0 n g e, Eduard J a c o b s o h 11, Oskar Blum e n t h a l, Benno I a c 0 b s 0 h n, Gustav K a-7 d e l b u r g. ' Als Ro man sch r if t st eller und Novellisten sind hervorzuheben : Berth. Auerb ach,Georg Eb e r s.Karl Emil Franzos, Leopold K0 mp er t. Hieronymus Lorm, Max R i n g, Felix, Holländer, Jacob W a s s e rm a n n, Julius R 0 d e n b e r g. A. Bernstein. Außerdem verdienen noch genannt zu werden die Schriftsteller : Max N0 rd an, Fritz Ma nthner, Theodor Herzl, Julius Stettenheim, Maximilian H a r d e n, Rudolf L ö w e n st e i n, Alexander M 0 sz k 0 w s k i, Otto B r a h m, Eduard Mauthner, Leopold Schön h o ff, und die Literarhistoriker: Dr. Eduard Engel und Gustav Karpeles, der feinsinnige Biograph Heinrich Heines. Ferner Ludwig Geiger, der verdienstvolle Herausgeber des Goethe-Jahrbuches, der Sohn von Lazarus Geiger, dem berühmten Sprach-- Philosophen. Ferner die bekannten Goetheforscher Albert: B i el sch 0wsk y und Michael B e r n a y s. Als Literatur-' Historiker genießt Richard M. Meyer mit Recht hohes Ansehen.. Dr. Josef Ettling er, der Herausgeber des Salonfeuilletons, hat sich auch als Übersetzer und feinsinniger Interpret deutscher. Dichter einen geachteten Namen geschaffen. Unter^ den jüdischen Schriftstellerinnen ragtem besonders hervor: Fanny Lewald und Nahel Levin, die Gattin Varnhagen von Enses. Die Vertreter der Presse sind es ja gewöhnt, daßman ihre Arbeit nicht gerade übermäßig hoch einschätzt. Als Herolde des Ruhmes der andern treten sie selber meist bescheiden in den Hintergrund, und doch welches Quantum kultureller Arbeit ist gerade auch auf diesem Gebiete von jüdischer/Seitegeleistet worden! (Fortsetzung folgt.) Uerschiedeue Nachrichten. Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte,. Literatur und Kultu r.) Donnerstag, den 12. Jänner 1911,. präzise ^8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschcnbachgafie 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners- Dr. Ludwig Lazarus ans Göding statt. Thema: „Ahasver in der Weltliteratur". Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten.- Wien. B e t - H a m i d r a s ch „Talmud- T h o r a", H., Malzgasse 16.) Freitag-Ab e n d - V o r t r ä g e : Am 6. Jänner Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen." Am 13. Jäüner' 1911 Herr Rabbiner L. Gold stein: „Der Talmnd und dessen Schicksale.^ Beginn jedesmal, um 7 Uhr 30 Min. Wien. (Verein zur H ebung der G ew erb e in Wien.) Sonntag, den 8. Jänner, präzise 7 Uhr abends, findet im Festsaale des