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Die Wahrheit · 1911-01-06 · Heft 1 (6.1.1911) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1911
Issue
Heft 1 (6.1.1911)
Date
1911-01-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr, 1. schwerer Krankheit und bringt den Antrag desselben zur Abstimmung, er wird einstimmig angenommen und als Revisoren für das Jahr 1911 gewähltdie Herren Moritz Mantler und Leopold St o wasser, als Ersatzrevisor Herr Dr. Karl Löwy. Nach Festsetzung des Mitgliedsbeitrages in der bisherigen Höhe von K 12.— wird zum nächsten Punkt der Tagesordnung „Wahlen in den Vorstand<' geschrittem Gemäß § 13 der Statuten ist eine Neuwahl aus die Dauer von drei Jahren für die aus dem Vorstande scheidenden Herren: Angnst Fischest Vizepräsident Friedrich P o l l ü k, kaiserl. Rat Toffler und eine Ersatzwahl für den dahingeschiedenen Herrn Hermann Li ebermann auf die Dauer von zwei Jahren vorzunehmen. Es kandidieren hierauf unter großem Beifall der Anwesenden die drei erstgenannten Herren zur Wiederwahl und Herr Heinrich Bäck zur Neuwahl. Es wird zur Wahl geschritten und als Strutaioren nominiert die Herren: Josef Ba rk a n, David Ko h n. Ludwig Mahler und S. L emb erg er. — Abgegeben wurden 40 Stimmen. Die Wahl ergab folgendes Resultat: Herr August Fische! 40 Summen, Herr Friedrich Pollak 40 Stimmen, Herr kaiierl. .Rat Toffler 40 Stimmen, Herr Heinrich Bäck 34 Stimmen, die übrigen waren zersplittert. Nachdem gegen den Wahlvorgang keine Einwendung erhoben wurde, erklärt der'Herr Vorsitzende die Herren August Fische!, Friedrich Pollak tind Josef Toffler als auf drei Jahre und Herrn Heinrich Bäck als auf zwei Jahre gewählt. Zum Schluß spricht Herr Josef Bark an namens der Mitglieder dem Vorstande den herzlichsten Dank für seine vortreffliche Gebahrung aus und schließt der Vorsitzende nach erschöpfter Tagesordnung, mit dem Danke an die Erschienenen die XXXVII. ordentliche Generalversammlung. Geueralversammlung des Krigittcrmncr i>». Tempel» errines Die Generalversammlung des Brigittenauer isr. Tempelvereines fand Donnerstag, den 22. v. M. unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Vereinsmitgli/der statt. Ueber den äußerst würdigen Verlauf derselben wird uns Nachstehendes berichtet: Der Obmann Herr Hermann Eltbogen eröffnete die Versammlung nach Begrüßung der Ehrengäste — alo solche waren erschlenen: die Präsidentin des Frauenvereines Frau Dr. Weiß mit der Vizepräsidentin Frau Marie Ko hn, und mehreren Vorstandsdamen, der Herausgeberder „Oesterreichischen Wochenschrift" Herr Dr. I. S. Bloch, der Herausgeber der „Neuen National-Zeitung" Herr Dr. S. R. Land an — welchen er für ihr Erscheinen und das dem Vereine stets bezeugte Wohlwollen herzlichst dankt, und begrüßt ferner unter dem Ausdrucke der Freude die hohe Frequenzziffer der Mitglieder. Er teilt weiters mit, daß vom Präsidium der Kultusgemeinde eine Zuschrift eingelaufen sei, wonach die Entsendung eines Delegierten wegen der gleichzeitig stattfindenden Budgetberatung nicht möglich sei. Entschuldigungen seien eingelangt: von Herrn S alo Cohn, welchen er zum Beweise der Dankbarkeit des Vereines für die demselben geleisteten Dienste speziell eingeladen habe, wegen Unwohlseins, nnd von Herrn Redakteur Dr. Löwy wegen dienstlicher Verhinderung. Ferner haben die Vorstandsmitglieder Wünsch und Reiter ihr Fernbleiben entschuldigt. Der Redner weist darauf hin, daß die heutige Generalversammlung den Abschluß einer Gebahrungsperiode bilde, welche durch mehrere,. besonders hervorzuhebende Ereignisse gekennzeichnet sei, insbesondere seien es zwei Momente, welche derselben ein festliches Gepräge verleihen. Der Obmann gedenkt sohin in warmen, von tiefem patriotischen Empfinden zeugenden Worten des 80. Geburtsfestes unseres erhabenen Monarchen und beantragt die Absendung einer Huldiguugsdepesche an die Kabinettskauzlei. (Hiezu erteilt die Versammlung, welche diese schöne Kundgebung der Liebe zu unserem greisen Kaiser stehend angehört hatteunter brausenden Hochrufen die Zustimmung.)» Fortfahrend erinnert der Redner daran, daß mit dem heurigen Jahre das erste Jahrzehnt seit der Einweihung unseres Gotteshauses verstrichen sei. Es dränge ihn, dem alten jüdischen Brauche gemäß, den Lobsprüch : „Gelobt seist du. Ewiger, uüser" Gott, König der Welt, sostsllsolisgouo, wekimoira, wehigijonu laseman üaseli" zu sprechen/ denn mit freudigen Gefühlen und mit berechtigtem Stolze können wir alle auf den verflossenen Zeitabschnitt zurückblicken. Er wolle nicht die Geschichte des' Vereines hier darlegen, denn dies würde wohl weit über den Rahmen der heutigen Versammlung hinausreichen. Doch könne er sich nicht enthalten, in wenigen Worten darznstellen, welche Leistungen der Verein aus sich genommen und mit Gotteshilse auch erfüllt habe. Es . war ün Jahre 1873, als einige tatkräftige Männer, die Herren Moritz Heller, Moritz K o h n, Salomon Fried und Jakob'Süß — die Kinder der Genannten weilen heute noch in unserer Mitte und das Andenken ihrer Väter möge ihnen zum Segen sein -—es unternahmen, ni dem Haust" Klosterneuburgerstraße 41 ein Betlokal zu errichten. Später übersiedelte dasselbe in das Haus Webergasse 20. Der Verein zählt/ damals 30 bis 40 Mitglieder, aber schon Im Jahre 1895 'war die Zahl derselben auf 96 gestiegen. Im Jahre 1896 aber reifte in den Mitgliedern des damaligen Vorstandes schon die Idee, einen der Zahl der Bewohner des Bezirkes entsprechend großen, der Würde seiner Bestimmung Ausdruck gebenden Ban für unsere Andachtsstätte zu errichten. Dem Redner sei es, als Obmann seit dem Jahre 1896, gegönnt gewesen, dieses Projekt zur vollen Reife zu bringen. Leicht wurde uns die Ausführung unseres höchsten Wunsches nicht gemacht. Spärlich und mühsam nur stoffen die Zuwendungen für den Ban auf . unsere Bitten ein. Von den Baukosten per X 170.000 mußten wir wohl an K 90.000 selbst durch Sammlungen aufbringen. Für die . Erhaltung unseres Tempels und die Aufrechterhaltnng des Gottesdienstes haben wir in 10 Jahren rund K 263.000 aufgebracht:. Der Obmann gedenkt sohin in wehmutsvollen Worten jener Männer, welche mit dazu beitrugenj den Verein indem abgelaufenen Dezennium zu heben und zu stärken, denen, es aber nicht mehr gegönnt war, den heutigen Tag zu erleben. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Vereine noch lange gegönnc sein werde, unter, dem Schutze Gottes und der Leitung verdienstvoller, zielbewußter Männer mit Unterstützung der Knltusgemeinde auch ferner Ersprießliches zu schaffen, und daß dereinst, wenn er und seine Kollegen, welche ihm stets treu zur Seite standen, nicht mehr auf diesem Platze sein werden, ihnen eiu freundliches Gedenken werde bewahrt werden. Zur Berichterstattung über das abgelaufene Vereinsjahi' übergehend, gedenkt der Obmann vor allem der Dahingeschiedenen dieses Jahres, der Herren Siegfried F i s ch e r, Bernhard Kämpf, C. H. Karpel, Leopold Preßburger und nicht an letzter Stelle des verschiedenen II. Kantors, Herrn Juda Roman, er war ein Chasen vom alten Schlage in des Wortesbester Bedeutung — einfach und ungekünstelt, wie sich ihm die Gebete aus dem Herzen rangen, sind sie auch tief ins Herz, gedrungen. Das letztvergangene Jahr war' reich an Ereignissen von größter Bedeutung für unser Vereinsleben. Ergab sich doch zum erstenmale seit dem Bestände unseres Vereines die Notwendigkeit, zwei außerordentliche Generalversammlungen einzuberufen. Die eine wurde durch die Mandatsniederlegnng des Vereins-Vorstandes, infolge von Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und dem Kultusvorstande, hervorgerufeu, und wir wurden beauftragt. unsere Mandate zu behalten und Verhandlungen behufs Beilegung dieser Divergenzen mit dem Herrn Präsidenten der Kultusgemeinde zu pflegen; es wurden uns seitens desselben gewisse Versprechungen gemacht, welche jedoch bisher nur zum' Teile erfüllt wurderl. Die wichtigste der strittigen Fragen habe die Rabbinerangelegenheit betroffen, über welche Herr Josef Ko hu referieren werde. Die zweite außerordentliche Generalversammlung habe dem Projekte des Baues eines Schul- und Vereinshauses gegolten. Leider haben sich die Verhandlungen mit dem Besitzer des Baugrundes zerschlagen,' so daß wir nichts Positives zu berichten

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