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Die Wahrheit · 1910-12-23 · Heft 50 (23.12.1910) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 50 (23.12.1910)
Date
1910-12-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 50 Die Wahrheit Seite 9. Das würde für die S. G unter diesen Annahmen eine Verzinsung von fast 7%«.''für die Arbeiter einen Bonns von mehr als 100°/o ihres Lohnes ergeben. Legen wir der Sicherheit halber nur eine Gesamtver- Zinsung von 40/0 zugrunde, io wäre der Reinertrag 12.000 Mark. Davon erhielt der N. F. 6000 Mark, die S. G. 4500 Mark, die Arbeiterschaft 1500 Mark; der Betrieb verzinste sich für die S. G. immer noch mit 472%- Und legen wir schließlich, um das vorläufig zu erhoffende Maximum ansznrechnen, einen der jndäischen Rentabilität entiprechenden Satz von 12"^ zugrunde, so wären im ganzen 36.000 Mark zu verteilen; davon entfielen ans den N. F. 3000 Mark, ans die S. G 10.500 Mark 10l/2% und auf die Arbeiterschaft 19 500 Mark. Nach der Überzengnng von Fachleuten kann svätestens vom dritten Jahre an mindestens mit der unter 1. berechneten Nenlabilität kalkuliert werden. Nähere Angaben lassen sich natürlich heute noch nicht machen. Immerhin wird ins Gewicht fallen, daß der erste kleine Versuch einer kleinen landwirtschaftlichen Arbeiterproduktivgenossenschaft, den Dr. Rnppiu. Vorstand des Palästina-Amtes, im vorigen Jahre in Um-Djnmi gemacht hat, -vorzüglich geglückt ist. Nach den bisher vorliegenden vorläufigen Bilanzen haben die 6 oder 7 Mann,,, die dort arbeiteten, im -ersten Jahre über 2000 Francs Überschuß für sich heransgewirtschaftet, eine erstaunliche Summe, wenn man weiß, daß der Betrieb sehr spät begonnen wurde und mit sehr geringer Technik betrieben worden ist. Der Genossenschastsfond ist unter dem Namen ..Erez ^Israel" Siedlnngsgesellschaft mit beschränkter Haftung, rite beim Amtsgerichte Cöln eingetragen mit einem Kapital von 100.000 Mark, von dem der Nationalfond, vertreten dnrch Herrn Dr. Bodenheimer, vorläufig 99.500 Mark und Dr. Oppenheimer 600 Mark übernommen haben. Der N. F. tritt allen denjenigen, die 500 Mark oder dnrch 500 Mark teilbare Summen bar ein- .zahlen, die entsprechende Anzahl von Anteilen ab und händigt dafür gedruckte, numerierte und vom Geschäftsführer Dr. Bodenheimer Unterzeichnete Anteilsdvknmente mit Talon ans. Die -Gesellschafter sind nach dem deutschen Gesetz für Gesellschaften mit beschränkter Haftung stimmberechtigt und dividendenberechtigt. Außerdem händigt der N. F. allen denjenigen, die wenigstens 80 Mark bar einzahlen, Gennßscheine ans. Deren Inhaber sind nicht stimmberechtigt, aber berechtigt zur Teilnahme an der Dividende und an der späteren Rückzahlung des Kapttals. Sie werden dnrch den N. F. vertreten und erhalten von ihm den auf sie fallenden Zinsbetrag überwiesen. Es ist über die Übergangsbestimmungen noch folgendes chinzuzufügen: Wenn die Arbeiterschaft in der Lage ist, einen bedeutenden Teil, etwa 500/^ des von der S. G. investierten 'Kapitals zmnckzuzahlen und für den Rest genügende Sicherheit zu bestellen, so kann sie den Pachtkontrakt selbständig übernehmen. Die S.„ G. wird dann ihr Kapital aus ein neues Objekt weitersetzen. Über die nötigen Modalitäten ist noch zu verhandeln, -namentlich darüber, ob die Arbeiterschaft nur den Buchwert des Kapitals oder einen billig berechneten Mehrwert 511 bezahlen hat, und über die Sicherung der übrigen gemeinnützigen Verab- -redungen, die der' Vertrag zwischen N. F. und S. G. einerseits, zwischen S. G. und Arbeiterschaft anderseits zu enthalten Hut. Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag, den 23. Dezember 1910, abends Predigt im ^rtadttempel. Wien. B e t - H a m i d r a s ch „Ta l m n d - T h 0 r a", II., M a l z g a s s e 16.) Freitag-Abe ltb -Borträge : Am ■28. Dezember Herr Rabbiner L. ® 0 1 b ft e i n : „Die Hasmonäer". Am 30. Dezember Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen." Beginn jedesmal um 7 Uhr 30 Min. . Wien. Donnerstag, den 22. d. M. findet die Generalversammlung Des Brigitten au er Tempelvereines statt, die mit Rücksicht auf den im heurigen Jahre sich vollziehenden 10 jährigen Bestand des ■ineuen Tempels sich besonders festlich gestalten wird. Wien. Im Berichte über das Sonntag, den 11. d. M., im Türk. Tempel stattgefundene Requiem wurde irrtümlicherweise nicht angeführt, Daß auch Vorstandsmitglied Herr Lazar S u s s i n anwesend war. Wie». (Jüdische Toynbee-Halle), Wien, XX., Othmargasse 46. Beginn der Borträge an Wochentagen lJ28 Uhr, am Samstagen, sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Eintritt frei für jede» Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 24. bis 30. Dezember 1910: Samstag. 24. Literarischer Abend. Sekretär Guido Fuchsgelb. Sonnrag, 25. 3 Uhr nachmittags: Kindersestjause. 7 Uhr abends: Chanukafeier und Konzert. Montag, 26. Kunst und Kultur im alten Orient. (Mil Lichtbildern.) Prof. Dr. M. K 0 h n. Dienstag, 27. Die Bolkszählung. Magistr.-Sekr. 1.P. Dr. Wilh. Löwy. Mittwoch. 28. Thema Vorbehalten. Donnerstag, 29. Die Familie und ihr Recht. Dr. Leop. Plaschke s. Freitag, 30. Bibelerklärung. I. R 0 s n e r. — Anmeldungen von Borträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Dr. I. S a m u e l y. Wien, I. Fischerstieae 6. gelangen lasten. Wie». Sonntag, den 25. d. M., 4 Uhr nachmittags, findet in der Synagoge des Vereines „B e l h - I s r a e l", II., Leopoldsgaste 29, eine Chanukafeier statt. Wien. Sonntag, den 25. Dezember 1910 findet im Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Tempel 7.. Slebeubrunuengasse 1. um 4 Uhr uachinittags, eine Chanukafeier statt. Wien. (Allgemeiner Jüdischer Arbeiterverein (Poale Zion) II., Stephaniestraste 2 (separierter Saal des Cars Stephanie). Samstag, den 24. d. M., 8 Uhr abends, Bortrag des Genosten Salomon Kaplansky. Thema: „Die Bolkszählung und die Anerkennung der jüdischen Nationalität." — Montag, den 26. d. M. M a k k a b ä e r f e i e r mit Vorträgen beliebter Künstler und Tanzkrünzcheu in den Souterrainlokalitüten des Cafe Folly. I, Gonzagagaste 11. Beginn 7 Uhr. Karten ä X —.70 an der Kassa erhältlich. Wien. (Jüdisches Thealer.i Sonntag abend. 25. Dezember: „Mensch soll men sein." Operette von A. und M. Schorr. — Sonntag nachmittag: „Der Jeschiwe Bocher". — Montag abends. 26. Dezember: „Bar Kochba". Operette von A. Goldfaden. — Montag nachmittags: „Bas Jerischnlajem". Von Ch. Wolssthal. — Dienstag. 27. Dezember: „Bar Kochba." — Mittwoch. 28. Dezember: Berelnsabend des Vereines „Eines Weschnlem". — Donnerstag. 29. Dezember: „Bar Kochba". — In Vorbereitung : „Die Schchiete" von I. Gordin. Wien. Der H i e tz i n g e r i s r a e l. F r a n e n - B e r e i n hat als eine seiner Agenden die Inspektion der „Berlastenen Kinder" der israel. Kultnsgemeinde. die in den Bezirken III.—XTX. unrergebracht sind, übernommen. Dieser Verein sorgt nicht nur zur 'Winterszeit, sondern auch während des ganzen Jahres freiwillig für die Bekleidung dieser Schützlinge. Am 6. d. M. fand im Park-Hotel in Schönbrunn eine F.ier starr, bei welcher 83 gemeinsame Schützlinge der Kultnsgemeinde und des Hietzinger Frauenvereines reichlich mit Winterkleldnug. Schuhen, Wäsche und Spielwaren beteilt wurden. Auster diesen 83 verlassenen Kindern hat der Verein noch 25 arme jüdische Schulkinder ans dem XIII. Bezirke mit vollständiger Wiilterkleidung, Wäsche und Beschnhnng versehen. Eine sehr schöne Einrichtung des Vereines ist es auch, dast er solchen Pflegeparteien, die sich durch besonders fürsorgliche Pflege und Erziehung der ihnen auvertranten Pfleglinge Verdienste erworben haben, Prämien bewilligt. Auch bei der diesjährigen Feier erhielten zwei Parteien, Frau Rosa Steiner und Frau Kamilla Spennadel, Prämien von X 20.— in Gold. Die Tätigkeit der Vereinsleitnng, an deren Spitze die edlen Damen Lanra K r e u b e r g e r. Hermine B e r n s e l d und Gisela Z i r n e r stehen, verdient für dieses so humane Wirken das vollste Lob. X. X. Wien. (Lotterie des Vereines „Ein hei c".) Seine Majestät der Kaiser hat dem jüdischen Vereine „Einheit" znr Ausgestaltung seiner Speisehalle eine Effekten-Lorterie bewilligt, und bereits anfangs des neuen JahreS wird die intensive Tätigkeit deS Bureaus beginnen. ES ist wahrhaft sehr wünschenswert, daß diese Lotterie von vollem Erfolg gekrönt wird, da der Verein bei der jetzigen Teuernilg mir kolossalen Schwierigkeiten zu kämpsen hat. Nur der tatkräftigen'und umsichtigen Leitung ist es zu verdanken, dast der Verein bei einer täglichen Frequenz von 1100 bis 1200 Personen trotz der minimalen Preise den Betrieb ungeschmälert aufrecht erhalten kann. Ganz besonders ist hier die Tätigkeit des Herrn Vorstehers Adolf F i s ch er hervorzuheben, der seine ganze Erfahrung und feine hervorragende Tüchtigkeit in den Dienst des Vereines stellt. Man könnte sagen, so wie der Obmann Herr Bernhard H o f b a ne r den Körper des Vereines, die Repräsentanz nach außen bildet, so bildet Herr Adolf Fischer die Seele des Vereines. Obwohl er selbst ein großes Geschäftshaus zu leiten hat. vernachlästigt er oft im Interesse der guten Sache seine eigenen Angelegenheiten, um nur Vorteile und Verbesserungen für die „Einheit" zu erzielen. So ist es ihm auch geglückt, in einer sehr wichtigen Sache einen bedeutenden Erfolg zu erzielen, und er würde noch mehr erreichen, wenn er auch von den maßgebenden Faktoren mehr unterstützt würde. Mit rührigem Eifer steht ihm Herr Max H o f.b a u e r zur Seile. Dem Lotterie-Komitee, dem gediegene, erfahrene Leute angehören, wünschen wir den besten Erfolg. Wien. (Fusionierung zweier Verein e.t Seit mehreren Jahren bestanden im XX. Bezirke nebst dem von der Knltusgemeinde anerkannten Ullterstützungs- und Bethausvcrein nach poln. jüd. Ritus, „Bne Brilh", auch noch die beiden von derselben nicht genehmigten Vereine: „Sehomer Hadath“ und „Linath Hazedek“, welche die gleichen Tendenzen, sowohl in sozialer wie in religiöser Beziehung verfolgten. Diese aus den ärmeren Schichten galizischer Inden sich zusammensetzenden Vereine haben sich die gegenseitige materielle Hilfeleistung wie gemeinsame Hebung des alttraditionellen Gottesdienstes zur Aufgabe gemacht. Wenn die Verwaltung der Kultusgemeinde diesen beiden Vereine» die Bewilligung zur Abhaltung öffentlicher Gottesdienste verweigerte, so

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