Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1910
- Issue
- Heft 49 (16.12.1910)
- Date
- 1910-12-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49. Die Wahrheit Seite 9. In diesem Zilsammetthalige därsen auch die Koryphäeu.der S a u g esk u n st, zumal wenn sich das gütige Geschenk der 'Natur mit einer hervorragenden darstellerischen Intelligenz paart, nicht unerwähnt bleiben. Man braucht nur Namen zu nennen wie:Sylva, Nicol. Roth mühst, H. Sontheim. Paul K alisch. Jul. Li bau. beit berühmten Bayreuter Mimen. Rudolf B e r g e r, den jüngst vom Babitonisten zum Heldentenor nmgesattelten Berliner Hofopernsänger. Hermann Jadlowker von der Karlsruher Hofbühue. einen ne-uaustauchenden Stern am Tenorislenhimmel; ferner den Konzertsünger Alex. He i n e m an n. Von hervorragenden Sängerinnen seien nur germnnt die unvergeßliche Panline Lncca, Lola Beeth. die Wiener Nachtigall Selma Kurz, die gefeierte Hamburger Altistin Ottilie Metzger, obwohl auch hier noch viel andere Künstlerinnen von Rang und Ruf genannt zu werden verdienen. (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag, den 16. Dezember 1910, abends Predigt des .Herrn Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n im Leopoldstädter Tempel. Wien. (Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag, den 22. Dezember 1910, präzise 1/28 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgafie 9, ein Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Alois Schweiger ans Erlau statt. Thema: „Die Religion im Lichte der Völkerpsychologie". Eintritt frei, ohne Karten. Wien. (B e t - H a m i d r a s ch „Talmud-Thor a", II. M a l z g a s s e 16.) Fr eitag -Abeud-Borträ ge: Am 16. Dezember Herr Rabbiner Moritz F l e s ch : „Wiederbelebung der erstarrten Glieder des jüdischen Volkskörpers". Am 23. Dezember Herr Rabbiner L. G o l d st e i n : „Die Hasmonäer". Beginn jedesmal um 7 Uhr 80 Min. Wien. (Jüdische T o y n b e e - H a l l e), Wien. XL., Othinargasse 46. Beginn der Borträge an Wochentagen lj2S Uhr, am Samstagen, sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortrags-Programm für die Zeit vom 17. bis 23. De- Dezember 1910: Samstag, 17. Konzert. Arrangement Frau Pros. Stock. Sonntag, 18. Vorlesung eigener Dichtungen. Schriftsteller H. Jork- S t e i n e r. Montag, 19. Thema Vorbehalten. Med. Dr. Heinrich Grün. Dienstag. 20. Elternabend. Oberlehrer Max Grünspan. Mittwoch, 21. Der Wert der Bildung. Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Oberländer. Donnerstag, 22. Volkswirtschaftliche Betrachtungen. Dr. Leop. P l a s ch k e s. Freitag, 23. Bibelerklärung. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Dr. I. Sa m n e l y, Wien, I. Fischerstiege 6, gelangen lassen. Wien. (Kaiser-Jubiläums F r a u e n - V e r e t n z nt Bekl eidnng n n d Unter st ü tzu n g armer alter Frauen, II., Fischergasse 1.) Ans Anlaß der zweiten von dem erst vor kurzem begründeten Vereines vorgenommeuen Beteilnnq von 80 alten Franen mit Kleidern und Naturalgeschenken, fand vorigen Donnerstag nachmittags im großen Saale der Produktenbörse eilte musikalisch-deklamatorische Veranstaltung statt, die sehr glänzend verlief. Nach herzlicher Begrüßung der Anwesenden, vorwiegend Frauen und Mädchen, durch die Präsidentin Frau Hermine Gerber, trug Herr Paul A s k o n a s vom deutschen Bolkstheater den von Herrn Dr. Alex. Singer verfaßten Prolog in wirkungsvoller Weise vor. Darauf folgte die von Herrn Rabbiner Dr. Feuchtw a n g gehaltene tiefempfunde Festrede, die nachhaltigen Eindruck zurückließ. Nach mehreren beifälligst aufgenommenen musikalischen Produktionen dankte Knltnsvorsteher Herr Dr. Marcus Spitzer der Bereinsleitung für die umsichtige Mühewaltung beim humanitären Werke, und versprach, der guten Sache fortan fördernd zur Seite stehen zu wollen. Im gleichen Sinne sprach auch RegiernngSrat Dr. Schlag und mit einem weihevollen Chorgesange schloß die schöne, erhebende Feier. Wien. Im Prater-Biertel mehrt sich seit Jahren zusehends die Zahl der ii'rael. Bewohner, die zurzeit die Höhe von etwa 8000 Seelen erreicht haben dürfte. Selbstverständlich macht sich dadurch auch immer mehr das Bedürfnis geltend, ein eigenes Betlokal zu besitzen, eventuell auch die dazu gehörige Religionsschule, und so konstituierte sich dieser Tage im Cass' Winkler ein Tempelban-Komitee, das an den ebenfalls zu dieser Versammlung erschienenen Herrn S. Komet, der durch sein energisches Vorgehen in Sachen der religiösen Ueberzeugung auch anderweitig bekannt ist. herantrat, um ihn für ihre gute Sache zu gewinnen. Derselbe erklärte sich bereit, diesem allgemeinen Wunsche zu willfahren, und hat bereits ein entsprechendes Grundstück angekauft, welches für den Bau der Synagoge eventnell auch der Religionsschnle und eines Wohnhauses geeignet sein dürfte. Zugleich erbot sich derselbe für den Bau 2000 K und behufs Anschaffung eines Seser-Thora 200 K zu widmen. Zum Obmann des Komitees wurde Herr H. B o ii b i gewählt, als Obmann-Stellvertreter H. Jos. Goldberger und als Schriftführer Herr Max A l l i n a. Wien. (Humanitärer G es e l l i g ke its v e re i n „Rudolfsstund".) Dieser seit vielen Jahren für die Aermsten der Armen, die notleidende Schuljugend im II. Bezirke, in niunifizenter Weise, speziell vor Herannahen der rauhen Jahreszeit sorgende Verein bekleidete am Mittwoch abend im Cafs Orient 90 Kinder, die auch mit einer ausgiebigen Jause bewirtet wurden. Der Vereins-Obmann Herr Dr. Leop. B r a d y hieß die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen und legte denselben dringend ans Herz, die einem humanen Zwecke gewidmeten geselligen Abende durch ihre opferwillige Teilnahme zu verschönern, ebenso am 14. d. M. bei der Aufführung von „Troubadour" in der Volksoper ganz gewiß anwesend zn sein. Im Namen des Ortsschulrates sprach Herr Dr. Jgu. Weiß recht warme tiefempfundene Worte und ermahnte die Kinder, jederzeit durch Fleiß und gute Sitten sich dankbar zu zeigen, um dem Vereine, wie auch der Menschheit zur Ehre zu gereichen. Seine Rede klang in ein feuriges, dreifaches Hoch ans auf L>e. Majestät den Kaiser, den edlen Spender des Bolksschntzgesetzes. Zum Schluffe gab Herr Redakteur Ernst K l e b i n d e r der freudigen Genngtuung Ausdruck, daß der Bereinsvorstand seine milden Gaben ohne jeden Unterschied der Konfession spende und so zur Festigung des sozialen Friedens wesentlich beitrage. Mehrere als Gäste Erschienene haben bereitwilligst ihren Beitritt angemeldet. Wien. Sonntag, den 11. d. M. fand die ordentliche Generalversammlung des hnmanitären Vereines „Die Szenizer in Wien" statt. Nach Erstattung eines Berichtes durch den Obmann. Oberkantor I. Bauer und Kassabericht durch den Kaffier Herrn Max S ch n l m a n it. wurde die Neuwahl vorgenominen und einstimmig die bisher ausgezeichnet bewährte Leitung wiedergewählt. Zum Obmann Osterkantor I. Bauer, Obmann- Stellvertreter Josef Back, Kapier Max Schulmann, zn Schriftführern Alois Mandler, und Max Stärk, zu Ansschußmitgliedern die Herren Jos. Birnbaum. I. B e l l a k, Max R o t h o l z, Josef I e l l i n e k, Otto S ck ö ll m a n n und M. P a s ch k e ß. Wien. Wie wir erfahren, erhielt der Lektor der israel. theologischen Lehranstalt in Wien, Herr Dr. B. A p t o w i tz e r. eine Berusung an das Rabbinerseminar „Union College" in Cincinnati an Stelle de» kürzlich verstorbenen Talmudlehrers. Wien. Sonntag, den 25. d. findet im Zeremoniensaal der israelitischen Knltnsgemeinde. Seitenstettengasse 4, die Vermählung des Fräuleins Selma L i ch t e n st a d t, Tochter des Redakteurs kaiserlichen Rates Johann Llchtenstadt, mit Herrn Hugo F r a n k f n r t h e r, Kanfmann in Wien, statt. Wien. Sonntag, den 11. d. M. fand im Tempel der türkischen Gemeinde die Trauung des Frl. Margarete Goldberger, Tochter des Herrn Moritz Goldberger, mit Herrn Carlos I. R u s f o statt. Die Funktionen versahen Rabbiner P a p o und Oberkantor Bauer. Wien. Sonntag, den 11. d. M. fand im Tempel der türkischen Gemeinde ein Regniem für die verstorbenen Mitglieder der Familie M e n a ch e m H. Elias, Veneciana Elias. Abraham Elias, Pauline und Heinrich Elias, statt. Zn der Trauerfeier hatten sich der Präses der türkischen Gemeinde Lico A d u t t mit den Vorstehern Jochanan A s r i e l, Moses de M a y o. Abraham A l b a t a, S. R. F a r ch y, Dr. A r d i 11 i. Leon H a i in und Tempelvorsteher Sal. H a s s a n. in Vertretung des Kultnsvorstandes Dr. I. S a m u e l y. sowie fast sämmtliche Mitglieder der Gemeinde samt den Damen eingefunden. Menackem H. Elias war ein großer Philantrop und hat sich unvergängliche Verdienste um die Gemeinde und deren Institutionen erworben. Noch zn Lebzeiten spendete er der Gemeinde ein großes Haus, in welchem seit Jahrzehnten die türkische Gemeindeschule untergebracht ist und die Gemeindefilnktiouäre wohnen. Weiters gründete Menachem H. Elias ein „Beth-Hamidrasch" und den Verein „Hachnasat-Orechrm". sür zugereiste ' würdige Arme und Gelehrte. Dann errichtete er eine bedeutende „Minjan- Stiftung". mit welcher für ewige Zeiten das Minjan und die Abhaltung des täglichen Gottesdienstes gesichert ist. Dieses warmfühlende, von tiefer Religiosität und wahrer Humanität erfüllte jüdische Herz vererbte sich auf seine Kinder Heinrich und Abraham Elias und die vor einem Jahre verstorbene Frau Panline Elias, die alle große hnmanitäre Stiftungen für verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen der Gemeinde errichteten. Am Jahrestage der Frau Panline Elias nahm der Vorstand der türkischen Gemeinde Veranlassung, eine weihevolle Trauerandacht zu veranstalten und gleichzeitig eine Gedenktafel zn enthüllen. Die Feier begann mit der Aufführung des Psalmes „Schimu sot“. den Oberkantor Bauer unter Orgelbegleitung mit dem vom Kantor L ö w i t dirigierten Chore vortrug, worauf Rabbiner P a v o die Gedenkrede hielt, in welcher er die hervorragenden Verdienste und seltenen Eigenschaften der dahingeschiedenen Familienmitglieder Elias würdigte, die die großen Wohltäter der türkischen Gemeinde waren. Im Namen des Vorstandes hielt das Vorstandsmitglied Herr Leon H a i m, folgende Ansprache: Hochgeehrte Gemeindeversammlung! Bangen Herzens stehe ich vor Ihnen, da ich zum ersten Male meine Stimme in den heiligen Hallen unserer Synagoge erheben soll. Nur der pietätvolle Zweck, der in der Erfüllung des mir zuteil gewordenen ehrenvollen Auftrages liegt, läßt mrch meine Zaghaftigkeit überwinden, um auch im Namen des Gesamtvorstandes anläßlich der heutigen Enthüllungsfeier das 'Wort zn ergreifen. Sie haben durch den berufenen und redegewandten Mund unseres Ehrwürdigen Herrn Rabbiners vernommen, welch' hohe und unvergängliche Verdienste sich die bereits verewigten Familienmitglieder — Männer und Franen — ans dem altehrwürdigen Hause Elias erworben haben, nicht nur um den Bestand unserer Gemeinde, sondern auch um der Erhaltung und Festlegung des täglichen Gottesdienstes und die pekuniäre Förderung unserer Wohlfahrtsinstitnte. Anfgewachsen in deu Traditionen jüdisch-sephardischer Glaubenstreue haben diese Mitglieder der Familie Elias es nicht j verschmäht, selbst, als sie in der Finanzhierarchie zu hoher Stellung und! Ansehen gelangten, für ihre Stammesgemeinde und deren Angelegenheiten