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Die Wahrheit · 1910-08-26 · Heft 34 (26.8.1910) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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©eile 4. Die Wahrheit Nr. 34. Euch kleinen Füchsen, noch vor dem großen Fuchs Kunschak. Ihr Schreiben bestätigt uns nur, daß wir von Bestien in Menschengestalt umgeben sind, das; Ihr Euch nicht scheut, das Heiligste und Erhabenste in den Kot zu zerren, wenn es nur den Zweck erfüllt, den Volkszorn gegen seine Verführer und Berrärer auf die Juden abzuleiten. Laßt Euch aber gesagt sein, Ihr werdet uns ans unserem Posten finden. Wir werden Euch die Maske vom Gesichte reißen, wobei wir Eure zarte, arische Ham nicht schonen werden. Erstehung;mu Abfälle in jüdischen Familien. Mit steigender Besorgnis registrieren die jüdischen Blätter die sich leider mehrenden Fälle von Fahnenflucht ans dem Judentnme. Das Betrübendste dabei ist die Tatsache, daß nicht i m in e r, wenn auch in den weitaus meisten Fällen, das gemeine Strebertum und der nackte Egoismus allein den Antrieb zu dieser traurigen Erscheinung bilden. Diese massenhafte Abkehr ruft zwar bereits im Schoße des Judentums eine energische Reaktion gegen die Ueberlänfer hervor, indem zwischen Taufe und Konfessionslosigkeit kein Unterschied mehr gemacht wird, trotzdem kann aber diese bedauerliche Erscheinung nicht erfolgreich gebannt werden, so lange ihre Ursachen fort b e st e h e n. Worin diese liegen, darüber werden von Zeit zu Zeit in den jüdischen Blättern verschiedene Vermutungen ausgesprochen und meist ungenügender R e l i g i o n s n n t e r i ch t als die wirkende Ursache angegeben. Der Volksbeobachter und Psychologe weiß aber, daß Religionswissenschaft allein noch nicht das religiöse Ge m ü t zu sichern imstande ist, und die Tatsache ist nicht selten, daß Abfälle vom Judentnme auch in solchen Familien Vorkommen, in denen eingehendere Kenntnis der religiösen Literatur herrschte. Za, verhältnismäßig ereignen sich in solchen Gelehrtenkreisen Taufen noch zahlreicher als in nngebildeten, aber an den religiösen Formen in der Familie mit frommem Gemüte hängenden, in jeder Beziehung armen jüdischen Volkskreisen. Die Ausbildung des Verstandes allein garantiert eben nicht auch die Wohlbildung des Charakters und der G e s i u n n n g. Das Schwergewicht der Gemütsbild u n g. des Familiensinnes und der Religiosität liegt eben in dem V o r b i l d e, welches den Kindern in der Familie geboten wird, in der Wertschätz u n g, welche die Eltern den materiellen und geistigen Gütern entgegenbringen und in dem Grade der Harmonie dieser Wertschätzungen. Daß dem so sein mich, vermag auch der Laie ohne eingehendere pädagogische Kenntnisse und psychologische Erfahrungen zu erkennen, denn das Kind verbringt den größten Teil seines Lebens unter dem Einflüsse seiner Eltern und kein Rabbiner und Lehrer ist in normalen Verhältnissen imstande, auf das Kind einen größeren Einfluß zu erlangen, als dessen liebende, es selbstlos mit allem Nötigen versorgende Eltern. Weder die Schulerziehnng überhaupt, noch weniger die dem Kinde a n f g e z w u n g e n e sittlich-religiöse Erziehung in der Form der religiösen U e b u n g e n kann religiöse und nationale Gesinnung ohne harmonische Mithilfe seitens der F a m i l i e n e r z i e h u n g zur Reise bringen. Betrachten wir nun jene Familienerziehnug, welcher die jüdische Jugend in den weitaus zahlreichsten Fällen gegenwärtig ausgesetzt erscheint! Vor allem sind die jüdischen Eltern in ihrer überschwenglichen Fürsorge beflissen, schon ihren neugeborenen Sprößlingen dadurch den Lebenskampf in der judenseindlichen Welt zu erleichtern, daß sie ihnen vermeintlich schönklingende arische Namen beilegen. Robert, Artur, Alfred muß der kleine Sprößling heißen, aber beileibe nicht etwa Rüben, Aron oder Abraham, denn dies könnte seine Laufbahn im Leben beeinträchtigen. O, wie kurzsichtig! So lange der Jndenjnnge eben Jude bleibt, vermag ihn sein arischer Name auch nicht vor dem Religions- und Rassenhasse zu retten, ja, wie die Tatsachen beweisen, sogar die Taufe nicht, denn er bleibt auch dann noch I n d e n st ä m m l i n g. Dem jüdischen Martin bleibt der Kampf gegen den bornierten Judenhaß ebenso wenig erspart wie dem Moses. In den Augen der gerechteren und intelligenteren Arier muß dieses schmähliche V e r st e ck e n s s p i e l geradezu M i stach t n n g heransfordern, denn mit Recht denken dieselben: „Die Inden schämen sich ja ihres Volkstnmes selbst." U n d ni ü s s e 11 d a n n n n sere Kinde r n i ch t d a sselbe denken? Die Inden haben um so weniger Ursache, diese unwürdige Uebnng beiznbehalten, weil ja die christlichen Arier trotz ihrer Abneigung gegen das Judentum die Kinder massenhaft ebenfalls mit jüdischen Namen belegen. Haben etwa die Namen: Josef, Johann, Michael, Jakob, Maria, Johanna, Snsanna usw. nicht hebräischen Ursprung? Warum sollen dann die Namen: Moses, Abraham, Jsak, Samuel, Rachel. Lea. Sarah verschmäht werden? Ist es nicht feig und blöde, sich von unseren Feinden derart beeinflußen zu lassen? Betrachten wir nun eine zweite Tatsache! Im Lause der Jahrhunderte ist es den Judenfeinden gelungen, alles G emeine. Schändliche und Empören de als spezifisch jüdisch hinzustellen, und dies in dem Maße, daß sich sogar edlere und freisinnige Christen von diesem Vorurteile in der Regel nicht befreien können. Beweis dessen bedauern dieselben, sobald sie an einem Juden edlere Gesinnungen entdecken, daß es ein Jude sei, oder erklären, der Freund sei gar kein Jude, weil er christlich denke. Wenn nun dem Einflüsse dieses gefährlichen Giftes ans das jüdische Kind nicht kräftig durch ein gemütvolles, religiöses Familienleben entgegengewirkt wird, wenn das nüchterne Einerlei in der Familie Freitag abends niemals durch die traute Segnung von der Eltern Hand unterbrochen wird, wenn in der jüdischen Familie. nie ein Sederabend abgehalten wird, luemi auch die nationalen Channkatage ohne Lichtseier spurlos vorübergeheu, dafür aber in jüdischen Familien Christbänme für die Kinder angezündet werden, kann sich dann ein Mensch, welcher seine Angen nicht absichtlich den Tatsachen verschließt, ernstlich darüber wundern, wenn sich dann das jüdische Kind mit Kops und Herz dem Judentnme ab- und dem Christentnme znwendet? Erziehen solche Eltern ihr Kind nicht selbst znm Abfalle, zumal wenn sie alle religiösen Familiennbnngen erhaben bespötteln, wenn sie den Verkehr mit jüdischen Kreisen einschränken, dafür aber eifrig christlich-arische Sitten und Lebensweise nachäffen? Wird da das Kind nicht gewaltsam zur Meinung gebracht, die jüdische Lebensweise sei minderwertig und rückständig, nur die christliche Lebensweise stehe ans bei; Höhe der Zeit und der Kultur? Ist es unter so bewandten Umständen, besonders wenn die Eltern jeden ehrlichen Sinn unter frommen jüdischen Kreisen in Abrede stellen, verwunderlich, wenn solche Kinder zuletzt alle jüdischen religiösen Lebensformen für. heuchlerischen Firlefanz ansehen, sich ihres Indem tum es s ch ä m e n und der antisemitischen These von der jüdischen Minderwertigkeit beipflichten? Es ist durchaus nicht nötig, unseren Kindern etwa die Teilnahme an der hochentwickelten Kultur. der arischen Völker irgendwie aus angegebenen Gründen zu beschränken. Nein, wir wollen und sollen durch intensive Teilnahme nützlich werden und uns als deutsche, tschechische, polnische Inden nsw. und nicht als Fremde erweisen, den wütenden Inden- Hassern zum Trotze, die den Inden fortwährend als schädlich wirkenden Fremdkörper erklären. Auch ist es zur Erhaltung des Judentnmes unnötig und unmöglich, der Jugend etwa die ungeheure jüdisch-religiöse Literatur beizubringen und sie mit allen Glaubenslehren vollständig auszustatten. Dies war nie möglich und am allerwenigsten kann dies gegenwärtig geschehen, weil der bevorstehende Lebenserhaltungskampf nahezu die ganze Jugendzeit zur genügenden Ausrüstung für denselben in Anspruch nimmt. Aber die religiöse u n d n a t i ö n a l e Uebnng i ii der Familie darf vornehmlich in mit Kindern gesegneten jüdischen Familien nicht außer Uebnng geraten, denn traute Familienszenen graben sich tief in die Herzen und Gemüter fürs ganze Lehen. Alle Veranstaltungen in Schule und Tempel vermögen diese Wirkung nicht zu ersetzen.!äMti

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