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Die Wahrheit · 1910-06-03 · Heft 22 (3.6.1910) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 22 (3.6.1910)
Date
1910-06-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Seite 7. Nr. 22. Die Wahrheit Dielen Agenden unserer Gemeinde, welche den Gottesdienst, die Schule, die Wohltätigkeit betreffen, betätigte? Es ist dies alles in unserer lebhaften Erinnerung, welche nie verlöschen und ihm ein dauerndes Andenken bei uns sichern wird. Sie haben sich zum Zeichen Ihrer Beistimmung von ihren Sitzen erhoben und es werden diese Tralwrkundgebungen .in dem Protokolle unserer Sitzung Anfnahme sinben. Im Eiulaus befinden sich an Spenden: Bon Frau Louis M a u d t gemäß einem letzten Wunsche ihres verl'torbenen Gatten für bedürftige Arme X 1000, von Herrn Vorsteher Moritz Edlen v. Kn sfner für Beteilung Armer des XVI. und XVII. Bezirkes X 680, von Frau Bertha P o l t a k für jüdische Arme des IV., VI., VII., X.. XI. und XIV. Bezirkes je X 100, zusammen X 500, von Familie S ch ö n g n t anläßlich der Beerdiqung des Herrn Moritz S ch ö n g n t für die Armen des XVI. und XVII. Bezirkes X 200. von .Herrn Moritz M e d a k zur Beteilung von Armen des XVI. und XVII. Bezirkes X 60, von Herrn General Eduard Fischer, als KranzablösungSfvende nach Herrn kais. Rat Wilhelm P o l l a k, für wohltätige Zwecke X 30. Dankschreiben des Herrn Dr. Arnold R o s e n b a ch e r, Präsident der isr. Knltusgemeinde Prag, für die Gratulation des Knllusvorstandes anläßlich seines 70. Geburtstages. Dankschreiben des Herrn Pros. Dr. L König stein für die Gratulation des Kiiltnsvorstalldes anläßlich seines 60. Geburtstages. Dankschreiben der Frau Jeuny Klemperer für die Teilnahme des Kultusvorstandes anläßlich des Hinscheidens des Herrn Dr. Alois K l e m p e r e r. Kondolenzschreiben des Vorstandes des Kaiser Franz Josef Jubiläumstempels für den X. Wiener Gemeindebezirk und des Vereines „Adaß Jisroel" anläßlich des Hinscheidens des Vorstandsmitgliedes Herrn kais. Rat Wilhelm P o l l a k. Dankschreiben des Herrn Gynla N n ß b a n m in Preßburg für die seiner Frau im Spitale der Kultusgemeinde zuteil gewordene allsgezeichnete Pstege. Dankschreiben der Frau Bertha I e l l i tz für das seitens der Kultusgemeiude unentgeltlich veranstaltete Leichenbegängnis ihrer Mutter. Dankschreiben der Frau Bertha Pollak für die Teilnahme des Killtnsvorstaudes anläßlich des Hinscheidens ihres -Gatten des Herrn kais. Rat Wilhelm Pollak. N e ll s y st e m i s i e r u n g der R e l i g i o n s l e h r e rb e z ü g e. Konform beu Anträgen des Vertrelerkolleginms und der Unterrichtskommission wird eine Nellsystemisiernng der Religionslehrerbezüge und eine Neuregelung der Lehrerbestellungen vom Plenum genehmigt. Durch die neuen Bestimmungen wird eine einheitliche Lehrverpflichtung für die wirklichen Religionslehrer normiert und durch die Einführung eines Zeitavancements und die Erhöhung des Gehaltsminimums, wie des Gehaltmaximums, eine wesentliche Besserstellung des Lehrpersouales herbeigeführt. Die Tendenz der Systemisierungsbestimmungen geht dahin, dem Lehrer nach längerer Dienstzeit je nach Maßgabe seiner Qualifikation die Erlangung eines Gehaltmaximums von K 4200, bezw. K 4800 zu ermöglichen. Dabei wurde die Wartezeit in den niederen Gehnltsklassen kürzer, in den höheren länger vorgesehen. Jene Lehrer, welche im öffentlichen Schuldienste wirken und nur im Nebenamte den Religionsunterricht versehen, erhalten Dezennalzulagen. Für den Unterricht an Knabenbürgerschulen wird sämtlichen Lehrpersonen eine Zulage pro Wochenstunde gewährt. Die Kosten der Neuregnliernng belaufen sich für das Jahr 1910 unter Einbeziehung der bisher provisorisch bemessenen Teuerungszulage, die nunmehr entfällt, ans rund X 18.000 und wird das diesfällige Erfordernis durch die Ginführung des Zeitavancements schon in den nächsten Jahren eine Steigerung bis aus das doppelte des diesjährigen Betrages erfahren. Die vom Vorstand der Chewra Kadischa kooptierten Herren Samuel Gold m a im und Karl Leinberger werden vom Kultusvorstande in dieser Eigenschaft bestätigt. Nach Erledigung von Stiftungsaugelegenheiten wird die Sitzung um halb 2 Uhr nachmittags geschlossen. Die KortpflanMNg von Fehlern. Sehr geehrter Herr Redakteur! Da ich Ihnen meine in der vorletzten Nummer dieses Blaues erschienene Notiz schon vor Wochen zugeseudet habe, so dachte ich, daß dieselbe überhaupt nicht mehr zum Abdruck kommen werde, sonst hätte ich Ihnen folgende Ergänzung schon früher zukommen lassen. Ich habe mir nämlich inzwischen Herbelols Werke „Bibliotheque Orientale Nouvelle Edition ä Paris 1782" verschafft. Im 4. Bande, S. 542, habe ich nun die Sage von den fünf Federn Esras nebst mehreren anderen von ihm erzählten wunderbaren Dingen gefunden. Herbelot bringt sie alle s. v. Ozair ben Scherahia" pag. 589 im Namen arabischer Schriftsteller und weist auch auf den Koran hin. wo Mohammed behauptet, daß die Inden Esra, wie die Christen Jesu, wegen der wunderbaren Dinge, die mit ihm geschehen und die er ansgeführl haben soll, für einen Sohn Gottes gehalten haben. In der Tat findet sich eine solche Behauptung in der 9. Sure, welche Troubah (die Buße) betitelt ist. Herbelot. Verschon auf dem Titelblarte seines Werkes viele der von ihm gebrachten Geschichten and Traditionen als fabelhast bezeichnet, ist auch einsichtig und gerecht genug, die Behauptung Mohammeds von dem Gottessohne, soweit sie sich auf die Juden bezieht. als eine diesen gemachte Supposition zu bezeichnen. Immerhin kann man daraus erseheu, ivohin tvir kommen könnten, wenn jüdische Gelehrte in jüdischen märchenhaften Sagen in ihren wissenschaftlichen Wahrnehmungen voll und ernsthaft behandelt würden. Indem ich bitte, diese meine Zeilen schon in der nächsten Nummer Ihres geschützten Blattes zu veröffentlichen, bemerke ich noch, daß es in meiner letzten Notiz nicht heißen soll: Ab. d. R. H., sondern Ab. d. R. X. (Nathan) und ebenso nicht „Augenheilkunde", sondern „A rz n e i kn u d e." Hochachtungsvoll 22. Mai 1910. M. Stark. Uerschiedene Nachrichten. Wien. (B e t h - H a m i d r a s ch Talinud - Th o r a, II. Malzgasse 16.) Samstag. den 4. Juni 1910, nachmittags 3 Uhr, findet daselbst ein Vortrag des Herrn RabbinatSkandidaten Bela Fischer statt. Thema: „Das Justalionis in Israel." Bortrag III. Wien. Sonntag, den 5. Juni 1910. um 10 Uhr vormittags, findet im Kaiser Franz Joiei-JubiläumSrempel der Bezirke Wieden und Margarethen in Wien. V. Siebenbrnnnengasse 1, eine T r au e r a n d a ch t für das verstorbene BeremSmitglced Herrn kais. Rat Wilhelm Pollak statt. Wien. (Jüdisches Muse u m.) Wir werden um Aufnahme folgender Zuschrift ersucht: Als ich vergangenen Samstag nur einem Freunde das „Jüdische Museum" beiuchen wollte, fand ich dasselbe geschlossen. Ich besragre die HanSmeisterin, die mich jedoch abwies und dabei bemerkte, daß ich mich entfernen solle, da sie die Stiegen zu waschen habe. Ich glaube, daß es keine so große Sache wäre, ein Zettelchen „Geschlossen" anznbriugen, damit die eventuellen Besucher nicht genötigt sind, mit der weltbekannten Liebenswürdigkeit der Wiener HanSmeisterin Bekanntschaft zu machen. B. B. Wien. (K n a b e n m a i s e n h a u S.) Das neue Knabenwaisenhaus XIX., Probllsgasse, das seiner Bollendung entgegeugehr, ist eben mit einer ersten Widmung seit seinem Bestände bedacht ivorden. Herr Vertreter Salo Cohn hat für diese Anstalt einen Srifrvlatz mir 12.000 X errichtet. Der Waijenverein har diese hochherzige Svende mit gebührendem Dank begrüßt. In gleich hochherziger Weise haben Herr Siegfried Fleischer, Vorstandsmitglied des ifrael. WaisenvereiueS. und seine Frau Gemahlin für den Beriaal des neuen Knabenwaisenhauses eine Reihe von Devononalien gespendet und zwar ein neues Sefer Thora und dazugehörige Ornamente, ein Parocheth und eine altertümliche silberne Lampe. Nachahmung wäre zeitwie vlatzgemäß und ein edles Tun. Wien. Der hervorragende Anatom und beliebte Hochschullehrer Hosrat Professor Dr. Emil Zucker kan dl, dessen Tod seine zahllosen Verehrer in tiefste Betrübnis versetzte und für die medizinische Wissenschaft einen schweren Verlust bedeutet, ist mit den höchsten akademischen Ehren zu Grabe getragen worden. Die Beteiligung an dem Montag, den 30. Mai starrgehabteu Leichenbegängnisse am Döblinger Friedhofe ivar außerordentlich stark, und namentlich die medizinischen Kreise waren fast vollzählig erschienen. Der Sarg, in dem die Leiche ZuckerkandlS ruht, war in dem Zeremoniensaale einfach anfgebahrt. In tiefstem Schmerze umstand die Familie den Sarg, und zwar: die Witwe Frau Berrha Z n ck e r k a n d l. der Sohn Fritz Z u ck e r k a n d l. die Brüder Generaldirektor Biktor Znckerkandl und die Professoren Dr. Robert Zucke rk a n d l und Dr. Otto Zuckerka ndl, Frau Professor Amalie R e dl i ch, der Schwager Chefredakteur des „Fremden-Blatt" Dr. Julius

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