Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1910
- Issue
- Heft 18 (6.5.1910)
- Date
- 1910-05-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Weisung der auf Namen lautenden Einladung gestattet. Der im Pru^ck befindliche Jahresbericht wird, dieser Tage an die Mitglieder versandt werden. l Wie«: (80jähriges GebnrtDfest Sr.'Majestät des Kaisers Franz Joseph I.) Der.Borstand des I. Wiener isr. hnm, Vereines „Hachiinias Katu", H. Große Spcrlgasse 32-84, hat in seiner am 8. April 1910 gehabten Ausfchußsitznng beschlossen, anläßlich des 80jährigßn Gebnrtsfestes Sr. Majestär unseres Kaisers Franz Joseph I. arn "16^ August- 4». A an zwei arme Waisenuiädcheii (Nichtmirglieder)^ welche.an. diesem..Tage in den Ehestand treten, einen Heirateansstattnngsbeitrag von je kL ZOO zu gewähren. Neflektantinnen wolleii ihre ungestempelten Gesuche mit' dem Nachweis ihrer Verwaisung und Armut an obgenannten Verein bis 31. Mai 1910 überreichen. Wien. Im türkisch-israelitischen Tempel in der Zirkusgasse wurde Mittwoch, den 27. April, vorinitlags, aus Anlaß des ersten Jahrestages der Tproubesteiguug des Sultans, ein Festgottesdienst abgehalten. Es sanden sich der Präsident der Gemeinde, Licco A d n t t mit dem Gesamtvorstande, Polizeibezirksleiter Polizeirat Vrandhuber v. Etschfeld, als Vertreter der Knltusgemeinde die Vorsteher Schrame k, Dr. L ö iv i und Anton Beck, Oberkanror Fuchs u. o. ein. Da der türkische Botichafter Mustafa R e s ch i d - P a s ch a derzeit in Konstantinopel weilt, ivar in seiner Vertretung der lürkiiche Geschäftsträger, Botschaftsrat Re sch ad Hi km et-Bet mit allen Herren der Botschaft erschienen. Die Feier wurde mit der historischen FreiheirsHymne eröffnet, den der Chor unter Leitung des Dirigenten, Kantor I. Löwir sang. Den Eröffuungsgesaug trug Oberkantor Bauer vor. Die Festrede sprach Chacham P a p o. Nach der Festhymue und dem Gebete für den Sultan ertönte die türkische Hymne, die der Sekretär der hiesigen türkischen Borschaft. Tewfik-Bei Davon d, komponiert und dem Sultan gewidmet har. Wien. (B e t h - H a m i d r a s ch T a l in u d-T Hora, EL M a lzg asse 16.) Samstag, den 7. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet daselbst ein Vonrag des Rabbiuatskaudidaleu Bela Fischer statt. Thema: „Die Gorteslehre und ihre Tradiroren." Wie«. („M a z m i a ch I e j ch n a.") Donnerstag, den 5. Mai, 3 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale der Synagoge. II. Leopoldsiaffe 29, die ordentliche Generalversammlung des Wobltätigkeits- und Krankenunrerstützungs-Bereines „Mazimach Jeichna" mit folgender Tagesordnung statt. 1. Rechenschaftsbericht des Ausschuffes. 2. Bericht der Rechnuugsrevisoren. 3. Wahl von sieben Ausschußmitgliedern und drei Rechnungsrevisoreu. 4. Antrag wegen Ernennung eines Ehrenmitgliedes. 5. Eveutualien. Wien. (Verein M a ch s i k e h a d a t h.) Sonntag, den 8. Mai, 3 Uhr nachmittags, findet im Vereinslokale, H. Obere Angartenstraße 40, die VI. ordentliche Generalversammlung mit nachstehender Tagesordnung statt. 1. Entgegennahme des Verwaltungs- und Rechenschaftsberichtes des Vorstandes; 2. Entgegennahme der Berichte der Revisoren, beziehungsweise Erteilung des Absolutoriums an den Vorstand; 3. Wahl von 3 Revisoren, 5 Schiedsrichtern und 2 Ersatzmännern mit einjähriger Funkrionsdauer. 4. Anträge und Jnterpellationeii. Wien. (Jüdisches Muse u m.) Außer den daselbst neu ausgestellten Porträts und Adreffen für den Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n ist daselbst ein künstlerisches Tableau vom Maler S. B e n e s ch aufgestellt, welches iu trefflicher allegorischer Darstellung die umfassende, menschenfreundliche Tätigkeit des Landesschulrates auf dem Schulgebiete zeigt. Diese Allegorie wird durch einen Kranz von biblischen Emblemen eingefaßt. Die Sammlungen dieses Museums, II., Praterstraße 28, werden am 15. d. M. für diese Saison geschloffen. Wien. (I ü d i s ch e a k a d e m i s ch e V e r b i n d u n g „Unitas.") An Stelle des bisherigen Präses, Herrn I. H. C. Jakob Herzbau m. der plötzlich verreisen mußte, wurde Herr J. U. C. Max Bäudler, zum Erstchargierten gewählt. Wien. An den letztvergangenen Pessachseiertageu hatte ich Gelegenheit, iu Floridsdorf dem Gottesdienst beizuwohuen und freue mich, konstatieren zu können, daß ich von demselben außerordentlich erbaut war. Insbesondere muß ich die ausgezeichnete Leistung des dortigen I. Kantors Rosenberg hervorheben, der die ersten Tage trotz seines Unwohlseins bewunderungswürdig fungierte und seine schöne Stimme und sein würdevoller Vortrag machten ans den Zuhörer einen erhebenden Eindruck. G. B . . . . Wie«. Die bekannte Spezialfirma für Synagogenornate Rudolf Goldsteiu, Wien, H., Taborstraße 54, erhielt Aufträge kostbare Ornate zu liefern nach Petersburg. Die Firma lieferte Ornate für den Tempel des V. Bezirkes in Wien, und erhielt schriftlich den Ausdruck besonderer Zufriedenheit und Anerkennung über ihre Leistungen. Wie«. Hofrat Profeffor Dr. Leopold O s e r feiert in diesem Jahre sein 25-jährigcs Profefforenjubiläum. Der Jubilar, der Vorsitzender des Niederösterreichischen Landes-Sanitätsrates, Direktor und Primararzt des Spitals der Israelitischen Knltusgemeinde und Abteilnngsvorstand der Allgemeinen Poliklinik ist, steht ini 71. Lebeusjabre und tritt mit Ende des heurigen Studienjahres von seinem Lehrberufe zurück. Wie«. Es ist publizistische Ehrensache, wenn wir unsere Leser auf einen verdienstvollen durch Charakter und Lebensführung gleich ausgezeichneten jüdische» Schriftstellers würdigend aufmerksam machen. Dies ist Herr Markus W e i ß m a n n - C h a j n t h, welcher am 15. Mai b. I. sein 80. Lebensjahr vollendet. Seit mehr als sechzig Jahren gehört Weißmann der hebräischen Literatur an, die er durch eine Legion gediegener, geistreicher Arbeiten bereichert hat und es gibt kaum eine hebräische Zeit¬ oder Sammelschrift, in der Weißmann nicht figuriert. Sein Schriftstellername ist. unter, dein. Namen „Moach“ — _rnö — allenthalben, bekannt gewordeii. Selbständig sind bon ihm die ,,Dil?:fe chachamim vecliidotham* in drei Teilen erschienen, welche zu den vorzüglichen Erzeugnissen der jüdischen Poesie zählen. Voraussichtlich werden dein. Jubilar anläßlich seines .Ehrentages viele -Glückwünsche und : Ehrungen zuteil werden. Herrn.Weißmanns.Adresse ist: II., Kleine Schiffgasse 17. , .. ... ■- .... —ss—J'"- Wien. Sonntäg, den 8. Mai 1910, nin 3 Uhr nachmittags, findet im Gemeindetempel XVIII., Schöpenhauerstraße 39^ . dieLTraunüg. d:es Fräulein Paula-Hö-w y, , Tochter -des Herrn Dr. Wilhelm L.ö w y> L.mit Herrn Richard. L i ß.s a p. statt- . ... ' Wie«. Den erste' Kantor der isräel. Kulttisgeüieinde, Herr" Jakob Schleife r, hat durch den Heimgang seiner Mutter, welche im 86. Lebensjahre verstorben ist. einen' schweren Verlust erlitten. Die Heimgegangene bat sich durch Frömmigkeit und Wohltätigkeit ebenso ausgezeichnet, wie durch Kenntnis des jüdischen Schrifttums, und in ihrer Heimat bewahrt man ihr ein ehrendes Andenken. Wien. Donnerstag, den 28. April ist nach langem, schwerem Leiden der I. Kantor des Brigittenauer Israel. Tempelvereines. Herr Inda R v m a n, im 69. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, ein ausgezeichneter Chasen der alten Schule, mar vorher in Neutra, Kaschan, Floridsdorf und seit 18 Jahren im XX. Bezirke tätig, wo er sich anßervrdenllicher Beliebtheit erfreute. Das Leichenbegängnis fand Montag, den 2. Mai, 11 Uhr vormittags am Zentralfriedhofe unter großer Beteiligung statt. Der Vorstand des Brigittenauer Tempelvereuies erfchien unter Führung des Präsidenten Herrn Hermann E l t b o g e n, und auch zahlreiche Mitglieder gaben ihrem langjährigem Funktionär das letzte Geleite. Die Wiener Kantoren waren durch die Herren kais. Rat Singer, Baue r, S ch o r r, Fuchs, I u r b e r g e r, B a s s l, M a t y a s, S m. o t r i tz k y, Kläger, P e k a r u i k, R v s e u b e r g e r, G i b l i ch m a n n. Weiß, Wolfens o h n, S e g a l und P i n k a s s o w i t s ch vertreten. Oberkantor Baffer rezitierte unter Mitwirkung des Chores das Hazur tomim und El mole racliamim in äußerst ergreifender Weise und Rabbiner Dr. A b e l e s schilderte in einem warmberedteu Nachruf den Verblichenen als hervorragenden Vertreter seines Berufes. Namens des Vorstandes sprach Präsident Hermann E l t b o g e n, der die . bedeutenden Fähigkeiten und treue Dienstleistung des Heimgegangenen Funktionärs würdigte. Wien. Vor einigen Tagen starb hier die seit dem Jahre 1864 verwitwete Frau Theresia Robitschek nach achttägigem Krankenlager im hohen Alter von 91 Jahren. Nach der Verblichenen trauern fünf verheiratete Kinder, viele Enkel und Urenkel. Ein Sohn derselben, Herr David Robitschek, versieht schon seit vielen Jahren das Amt eines Vorstehers im Bethaufe „Achdus Israel“, II., Rembrandtstraße 32 und erfreut sich bei Arm und Reich nngeleillen Sympathien. Wien. Montag vormittags fand unter zahlreicher Beteiligung die Beerdigung des Herrn Ignaz Z e l i n k a. der nahezu 30 Jahre als Vereinsiilkassailt des Vereines „Leopoldstädter Nächstenliebe" fungierte, statt. Der Gesamtvorstaud mit dem Obmanne, Herrn Rosenblatt, viele Mitglieder und Freunde gaben dem Verblichenen die letzte Ehre. Der Obmann des Vereines, Herr R o s e n b l a t t, widmete dem Heungegallgenen herzliche Abschiedsworte. Derselbe war ein treuer Mitarbeiter und Berater des Vereines. Auch der einzige Bruder des Verstorbenen, der Kantor in Korneubnrg ist, nahm in herzlichen Worten Abschied von demselben. Wien. Unter sehr großer Beteiligung fand am 29. v. M. das Leichenbegängnis des Religionslehrers der israel. Knltusgemeinde und' städtischen Lehrers Josef Schwarz statt. Rabbiner Tr. Grunwald hielt eine ergreifende Trauerrede, in der er die Lehrtätigkeit des Verstorbenen und dessen Opferwilligkeit und Anspruchslosigkeit rühmend hervorhob. Die kantoralen Funktionen versah in erhebender Weise Herr Oberkantor M. Scharr. Unter den Trauergästen befanden sich die Herren: Inspektor Dr. L a n g f e l d e r, Amtsleiter I. Braun, die dienstfreien Religionslehrer, ferner ans der Mädchenbürgerschule im XII. Bezirk, Migazziplatz, an der der Verstorbene lange Jahre als Lehrer wirkte, eine Deputation mit einer Kranzspende. Budapest. Am jüngstvergangenen Pessachtage hatte ich dem Gottesdienste in Arad (Ungarn) beigewohnt. Am Altar stand Herr Oberkantor David Ko hu. Ich hörte einen Sänger mit einer wunderschönen Baritonstimme, einen Künstler in seinem Fache und last non least — einen wahren Chasen. Ich stand vor einer Revelation. Die wunderschönsten Melodien des altpolnischen Gesanges derart schön modernisiert aufzutischen, hatte ich noch nirgends gehört. Seine Qualitäten, wie die noch immer prächtige, samtweiche Stimme, herrlichste Gedanken, eine allererste Koloratursängerin beschämende Koloratur und reinster, wie aus tausend Perlen zusammengesetzter Triller stempeln ihn zum Meister des schönen, des bei canto Gesanges. Allein Herr Kohn singt nicht nur schön, er singt auch, und ganz besonders — gut. Er singt auch für jene, die nicht nur mit dem Ohre, sondern mit dem Gemüte sich seinem Gesänge hingeben. Bleibt das gehörte „Ausheben" mir ewig unvergeßlich, so finde ich keine Worte, seinen „Tal" zu beschreiben. Das war eine begeisterte, breitwogende Jnhelhymne zur ewigen Freiheit, eine seelenvolle, die Herzen aller Zichörer berauschende, jauchzende Begrüßung des schönsten aller Feiertage — des Frühlings. Dr. Berthold R a d 6. Die geehrten Leser unseres Blattes werden auf die dieswöchentliche Beilage, enthaltend Jüd. Pr eh stimmen über „Graf Cohn", Roman von Paul Langenscheidt, Berlin, 2. Anfl. aufmerksam gemachte Die Wahrheit. «3> m