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Die Wahrheit · 1910-03-11 · Heft 11 (11.3.1910) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1910
Issue
Heft 11 (11.3.1910)
Date
1910-03-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrheit. Nr. 11 „König von Ungarn" glänzend seinen Vorgängern an und der Veranstalter und Leiter Kicwsky bewies mit den künstlerischen Darbietungen seines Chores, was Tüchtigkeit, Begeisterung und volles Einsetzen in die Sache vermögen. Der vorzügliche Konzertsänger Herr Oberkantor M. Mätyäs aus Wien, die Gäste aus der Ferne, der vorzügliche Sänger K o p s st ü cf, der schöne und volle Bariton des Wiener Sängers Herrn Reich ergänzten mit vollem Gelingen die exakten und Jubel erweckenden gesanglichen Gaben dieses Abends, welcher vor einem überaus vollen Saale siattfand und welchen! das zündende Wort, der blendende Witz und die frohe Laune, die dem Pros. Ed. Nascher aus Wien innewohnr, das srohe Gevräge gab. Alle Mitwirkenden, besonders der sich so überaus verdient gemacht, um die nunmehr unentbehrlich gewordenen schönen Abende, Herr Kantor Kiewsky. wurden mit Beisall belohnt und geradezu gefeiert. Orlau. Am 20. d. M. wird in den Lokalitäten Silberstein ein Pnrimball abgehalten werden. Die Musik wird von der Regimentskapelle des k. u. k. Jnsanterie-Regimentes Nr. 3 besorgt werden und da das Arrangement in bewährten Händen liegt, dürfte der Purimball sich auch heuer würdig seinen Vorgängern anreihen. Der Reinertrag fließt den Humanitären Vereinen von Orlan zu. Ausruf. Am 24. April 1910 wird die „Oesterreichisch-Jsraelitische Union" das 25. Jahr ihres Bestandes vollenden. Was in diesem Vierteljahr h undert zum Schutze der Ehre und Rechte sowie der materiellen Existenz der österreichischen Inden von unserem Vereine geleistet ivnrde, ist in genügendem Maße bekannt. Wir haben den Kampf gegen unsere antisemitischen Gegner, gegen die willkürliche oder lässige Handhabung der Gesetze durch Organe der Staatsgewalt unermüdlich geführt und in mehr als s ü n f t a u s e n d Fällen bedrängten und schuldlos verfolgten Glanbensbrüdern ihr Recht und ihre Ehre wiedergegeben. Aber mit diesen vositiven Erfolgen ist unsere Wirksamkeit noch lange nicht abzuschätzeu. Vielleicht wichtiger und für die Beurteilung der Notwendigkeit unseres Bestandes entscheidender ist all das, was wir verhindert haben, ist der zähe, unbeugsame Widerstand, den wir unausgesetzt dem Eindringen antisemitischer Grundsätze und Neigungen in die Staatsverwaltung, in die bürgerliche Gesellschaft und in den täglichen geschäftlichen Verkehr entgegengesetzt haben. Weniger befriedigt find wir von der verhältnismäßig geringen Uuterstütznng, welche uns in diesem anfreibenden Kampfe ans unseren eigenen Reihen zuteil geworden ist. Die Zahl nnsererer Mitgleder beträgt nur wenig über 7000 und die Mitgliedsbeiträge decken noch immer nicht die jährlichen Kosten des Rechtsschutzes. Wiederholt waren wir in diesen 25 Jahren gezwungen, zur Deckung des Bedarfes, außerordentliche Mittel in Anspruch zu nehmen, so daß die Znrücklegung eines, wenn auch noch so kleinen Fonds für außergewöhnliche Ereignisse und Ausgaben ganz unmöglich war. Erwägt man, mit welcher Opferwilligkeit andere Schutzorganisationeu durch ihre Volksgenossen unterstützt werden — wir erwähnen nur die erfolgreiche Zwei Millionen-Sammlnng des Deutschen Schulvereines — so muß dieser Zustand chronisch wiederkehrenden Geldmangels bei einer so unentbehrlichen Jnstitntion, wie es unser Rechtsschutzbureau ist, als ein wahrhalst beschämender bezeichnet werden. Der Vorstand der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" hat daher beschlosten, das 25 jährige Jubiläum des Vereines nicht nur durch Veranstaltung einer großen F e st v e r s a m m l u n g im April l. I. und durch Herausgabe einer F e st s ch r i f t zu begehen, sondern aus diesem Anlasse auch einen Aufruf an die österreichische Judenschaft zur Ansbringuiig eines Reservefonds für den Rechtsschutz zu erlassen. Wir leben im Reiche der Unwahrscheinlichkeiren. Die Zukunft ist uns verhüllt, aber die Erfahrungen der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht und zu sterer Kampsbereitschair! Haben die Gegner die Schärfe unserer Waffen gefühlt, so ist es Pflicht der Freunde, diese Waffen nicht stumpf werden zu lasten und dafür zu sorgen, daß wir neuen Kämpfen und Gefahren mir erneuter Kraft und doppeltem Mute eurgegengehen können. Wir richten daher an die österreichische Judenichasr die herzliche und dringende Bille, ihrer Teilnahme an dem 25-jährigeu Jubiläum der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" durch Widmung von Beiträgen s ü r den Rechtsschutz-Reservefonds Ausdruck zu geben. Geldsendungen sind an das Vereinsbureau: Wien. IX., Universitätsstraße 8, zu adrefsiereu. Der Vorstand d e r O e st e r r. - I s r a e I. ll n i o n" : Sigmund Mayer, Präsident, kaiserl. Rat Wilhelm Nnninger. Vizepräsident. Dr. Jakob Ornstein. Vizepräsident, Julius Granichstädten. Schriftführer. Archirekr Edmund Melcher. Schriftführer. Nichsrd Teioeles, Kassier. Kommerzialrat Eduard Doktor. Dozent Dr. M. Hayek. Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Felix Hönigsmann, med. Dr. I. Samuely. Vorstandsmitglieder. Notizen. Wiener Bank-Verein. Die vierzigste ordentliche General-Versammlung findet am 6. April 1910 um 11 U h r ' vormittags in Wien. I., Herrengasse 8, statt. Verhandlungs - Gegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den .Rechnungsabschluss pro 1907 und Beschlussfassung über denselben. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1907 (§ 58, lit. c, der Statuten). 4. Beschlussfassung über Statutenänderungen in Absicht auf die Ausgabe von Bankschuldverschreibungen. 5. Wahlen in den Administrationsrat. 6. Wahlen in das Zensorenkollegium und den Aufsichtsrat für die Filialen. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden eingeladen, ihre Aktien samt Coupons bis spätestens 23. März d. J. in Wien bei der Liquidatur des; Wiener Bank-Verein (I., Herrengasse Nr. 8), in Agram, Aussig a. Elbe, Bielitz-Biala. Brünn, Budapest, Czernowitz, Friedek-Mistek, Graz, Innsbruck, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Lemberg, Marienbad, Meran, Pilsen, Prag, Prossnitz, Przemysl, St. Pölteii, Teplitz, Teschen, Villach und Wiener Neustadt bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank-Verein, in Triest beiderBanca Comerciale Triestina, in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank, in Dresden bei der Dresdner Bank und der Deutschen Bank-Filiale Dresden, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen .Vereinsbank, der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank und der Dresdner Bank in Frankfurt, in Stuttgart bei der Württemberg!sehen Vereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank und der Filiale der Dresdner Bank in München, in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein^ in Basel bei der Schweiz. Kreditanstalt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr & Co. zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignation erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäss § 55 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. W len, den 4. März 1910. Wiener Bank-Verein. Union-Bank. Die vierzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Dienstag, den 22. März 1910, um 11 Uhr vormittags, im Anstaltsgebäude, I., Renngasse 1, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Bilanzabschlusses pro 1909. 2. Bericht des Revisionsausschusses und Beschlussfassung hierüber. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahlen in den Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1910. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemässheit des H 27 der Statuten spätestens am 14. März 1910 deponieren und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union- Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Berlin bei dem A. Schaafihausenschen Bankverein oder bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und Wechsel- Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank oder bei der Filiale der Dresdner Bank in München, in Nürnberg bei der Filiale der Dresdner Bank in Nürnberg, in Genf, St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank (A. G.), in Basel bei den letztgenannten Instituten oder bei der Aktiengesellschaft von Speyr & Co. Die Aktien sind unter Anschluss von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die anderen Erlagsstellen in drei Exemplaren auszufertigen sind. Ein Exemplar der Konsignation erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung dieser Konsignationen ausgefolgt. Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines andern stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden (§ 28 der Statuten). K. k. priv. Allgemeine österreichische Boden-Credit-Anstalt. Die fünfundvierzigste ordentliche Generalversammlung findet am 20. April 1910 um Uhr nachmittags in Wien, I., Teinfaltstrasse Nr. 8, statt. Verhandlungsgegenstände : a) Bericht des Gouverneur-Stellvertreters. b) Bericht der Zensoren, e) Beschlussfassung über Errichtung eines „Theodor Ritter von Taussig-Fonds“. d) Beschlussfassung über die Gesellschaftsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes, e) Beschlussfassung über Statutenänderungen. f) Wahl von Verwaltungsräten, g) Wahl eines Zensors. In dieser Generalversammlung sind jene Herren Aktionäre stimmberechtigt, welche mindestens einen Monat vor dem Zusammentreten derselben, daher bis längstens 20. März 1. J., fünfzig Aktien nebst Coupons bei der Kasse der Gesellschaft in Wien (Teinfaltstrasse Nr. 8) oder in Paris (Avenue de 1/Opera Nr. 19) deponieren. yrrpattJertt-Tjm

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