Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1910
- Issue
- Heft 11 (11.3.1910)
- Date
- 1910-03-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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dir. 11. Die Wahrheit Seite 9. itnb be§ einigen, brüderlichen Streb ens zn würdigen. Besonders dieses Jahr wirb sehr bedeutsam werden. Es wird Zeuge sein der P r o k l a m a t i o n der Union von Südafrika. Die drei Prinzipien des Friedens, wie sie voll nnseren Rabbinen ansgesprochen wurden: Friede dem Lande, dem König nnb dem Allmächtigen, werden erfüllt werden. Die Union wird alle Rasfennnterschiede, die llvch existieren mögen, ansgleichen, sie wird alle Stämme unter einer Flagge vereinigen, in treuer Ergebenheit zu einem Herrscher, und sie wird edlere Gefühle wecken unter den verschiedenen Religionen. Jetzt gibt es keinen Grund dafür, warum es nicht allen Bürgern, geführt von ihrem Bürgermeister, unterstützt von den Gemeinderäten, gelingen solle, diese jüngste, aber reichste Stadt, nicht nur zu einem bebeiitenben .Handelszentrum zu machen, sondern auch zu einem hervorragenden Mittelpunkt geistiger Tätigkeit und moralischen Einflusses. In dieser Nichtnng muß viel geschehen. Viele wichtige -Erziehnngs- und Wohltätigkeitsinstitnte müssen noch errichtet werden. Eine junge Generation sprießt plötzlich empor: Die Zukunft Südafrika s. Erziehet sie in modernem Geiste — in einem Geiste von Liebe und Friede, von Gleichheit und Brüderlichkeit. All das kann leicht erreicht werden, wenn die patres et principes urbis, die Väter und Vornehmsten der Stadt, jeder einzelne und alle insgesamt von der Einsicht erfüllt sein werden, daß Mißlranen und Vorurteil die Wohlfahrt der Bürger nntergrabeu, daß Streit der größte Feind von Fortschritt und Wohlstand sei. Großorittanien hat eine solche dominierende, politische Stellung erlangt nnb wurde solch ein Zivilisations- Faktor in der modernen Welt, weil es all seine Völker und Stämme mit gleicher Liebe umschließt und weil sein Souverän die hehre Mission des Friedens mit bewundernswürdiger Standhaftigkeit verfolgt. Und nun wollen wir zu nuferem himmlischen Vater beten, daß er unsere Arbeit beglücken, unsere Mühe segnen möge: Allmächtiger Gott! Wir haben dieses Hans betreten, Dir zu danken für die Fülle Deiner Gnade und wir danken Dir auch -für den Geist der Aufklärung, den Du uns gewährt. Wir stehen Deinen Segen herab auf das Haupt des Bürgermeisters und auf diese Stadt, auf den Vizebürgermeister und die Gemeinderäte. Erfülle sie mit einem Geist von Eintracht und Brüderlichkeit, daß sie mit vereinten Kräften zum Ruhme dieser Stadt, zum Wohlergehen der Bürger, sowie zum Heile des ganzen Landes wirken mögen. Möge kein religiöses oder Rassenvorurteil die Harmonie ihres Rates stören, oder die Klarheit ihres Urteils trüben. O segne doch um Deiner Barmherzigkeit willen alle Bewohner dieser Stadt, gewähre ihnen sittliche Festigkeit und physische Kraft, das segensreiche Werk des Friedens und der Eintracht zu erhalten — Amen." Verschiedene Nachrichten. Wien. (Predigt im Tempel, XX., Klnckygasse 11.) Freitag, den 18. d. M., bei dem Abeikdgottesdieuste durch Se. Ehrwürdeu Herrn Rabbiner Dr. A b e l e s. Wien. Jüdische T o y n b e e h a l l e, Wien, XX., Othmargasse 46.) Freitag, den 11. März, Bibelvortrag. Rabb.-Kand. Bela Fischer. Samsrag, den 12., Orchesterkonzert, Arrangement Frau W o d n i a n s k y. Sonntag, den 13., „Ibsen als Erzieher", Bibliothekar Dr. Bernhard M ü n z. Montag, den 14., Thema Vorbehalten. Dr. Karl L i f c s i s. Dienstag, den 15., Jehuda Halevis Al Chasari (Fortsetzung), Rabb.-Kand. Bela Fischer. Mittwoch, den 16., lieber das Auswanderungswesen (mit Lichtbildern), Dr. I. S a m u e l y. Donnerstag, den 17., „Moses", Lehrer Löw-Bogel, Freilag, den 18., Bibelportrag. Wien. (Beth Hamidrasch Talmud Thora, II., Malzgasse 16.) Freitag, den 11. März 1910, abends 8 Uhr, findet daselbst ein Vortrag des Herrn Oberlehrer Jakob Kohn statt. Thema: „Denkwürdigkeiten aus der jüdischen Geschichte", H. Samstag, den 12. März 1910, nachmittags 3 Uhr Vortrag des Herrn Rabbinats-Kandidaten Bela Fischer. Thema: „Unsere Targumim". Wien. (Jüdische akademische Verbindung „U n i t a s".) Die jüdisch-akademische Verbindung „Unitas", veranstaltete um 5. d. M. in Döbling, Kasino Zögernitz, eine Damenkneive. die einen glänzenden Verlauf nahm. Nebst einem zahlreichen distinguierten Publikum waren erschienen: A. H. R.-A. Dozent Dr. Arthur Mahler, als Vertreter des innerösterreichischen Distriktskomitees A. H. Dr. Karl P o l l a k, Vertreter der Wiener zionistischen Korporationen Jvria, Kadimah, Makkabäa. Zephirah, der B. I. St. München und Berlin. Nach der Begrüßung durch den Präses J. U. C. Jakob Herzbaum. ergriff cand. med. Theodor Kohn das Wort, um in längerer eindrucksvoller Rede Ziele und Zwecke des modernen jüdischen Nationalismils und Zionismus darzulegen. J. U. C. Ernst Sknrezky wendere sich vornehmlich an die jüdischen Frauen und Mädchen. Der Ulk — ein Orchester, das ein modern-realistisches Programm meisterhaft darnellte — rief die größre Heiterkeit hervor. Hierauf trat der Tanz in seine Rechte, der bis in die frühen Morgenstunden währte. Wie». Der 60. Geburtstag des Obmannes und Ehreninirgliedes des Teinpelvereines für die Bezirke Wieden und Margareren in Wien. Herr Adolf Hoffman n, boc seinen zahlreichen Freunden Gelegenheit, diesen Tagsestlich zn begehen. Am Vorabende vereinigren sich die Fam.lienmitglieder. die BorNandsinitalieder des Vereines mir ihren Daiuen und die engeren Freunde des Jubilars im Restauränr Tonello bei einem solennen Festmahle, welchem die Ueberreichung eurer reich ausgestatreten Adresse voranging Zur Ehrung des Jubilars wurde von den Vorslandsmitgliedern und Freunden desselben eine „A d o l f u n d Caroline H o f f in a n n - S t i f r u n g" errichtet. Bei dem Festmahle, welchem unter anderen auch die Knllnsvorneher kaiierl. Rat Siegmund tauber» und kaiserl. Rat Wilhelm P o l l a k. das Bocstandsmirglled des Tempelvereines für den VIII. Bezirk, Herr Philipp W e i ß, Se. Ehrw., Herr Rabbiner H. L. Reich sowie der neue Kanror des Teinpelvereines. Herr Simon Weiß, beiwohnren. hielt Se. Ehrw.. Herr Rabbiner H. L. Reich, eine sdiwiillgvolle Ansprache an den Jubilar und dessen Gattin. Ebenso begrüßten die Herren kaiserl. Rar Wilhelm P o l l a k, Josef Sonnenschein und Max Spitzer den Jubilar in herzlickien Ansprachen. In einem sehr launigen, von stürmischer Heirerkeit gefolgten Poem feierte der Schriftführer des Tempelvereines. Herr Franz Frankl, seinen langjährigen Freund, den er als „Kaporehühnl" bezeichnete. der als Obmann des Teinpelvereines für die Fehler aller anderen zu büßen habe. In herzlicher Weise dankte der Obmann, Herr Adolf H o f f m a n n. für die ihm zuteil gewordenen zahlreichen Ehrnngen. Sonnrag. den 5. d. M. fand ans dem gleichen Anlasse ein Festgottes dienst in dem festlich geschmückten alten Bereinstemvel statt, der in seinen Räumen überfüllt war. Durch die Anwesenheit des Präsidenren der israel. Knllusgemeiiide, Herrn Dr. Alfred Stern sowie des Knltnsvorstehers, Herrn S. Steine r. wurde der Jubilar besonders geehrt. Am Vorabende wohnte der Präsident des Wiener Kantorenvereines, Herr kaiserl. Rat Josef Singer, dem Festgotcesdiensle bei. Als Festgüste waren Vorstandsmitglieder fast sämtlicher Tempelvereine anwesend, und zwar: Die Herren Obmänner Gottliev B e t t e l h e i m, Hermann E l t b o g e n, Dr. S. K r e n b e r g e r. Philipp 91 u b b a u m. letzterer mit 2 Vorstandsmitgliedern des Vereines „Machsike Thora"; ferner die Herren Vorsteher Hermann Lieberm a n n. Jakob Modern, S. Steiner, Heinrich M Ü n z e r, Sekretär Elias Springer u. n. v. a. Der Jubilar wurde zur Thora gerufen und jpenvere einen namhaften Betrag für die zu seinen Ehren errichtete Adoif und Caroline Hoffmann-Stiftnng. Der neue Kantor des Vereines, Herr Simon W e i ß, widmete dem Obmanne einen von ihm verfaßten Mischeb.eracli, welchen er in gesanglich vollendeter Weise zum Vortrage brachte. Se. Ehrw.. Herr Rabbiner H. L. R e i ch. feierte in e.ner vorzüglich anfgebanten Rede die vortrefflichen Eigenschaften des Jubilars und feiner Gemahlin. Ganz besonders anerkeniienswert war die gesangliche Leistung des jugendlichen Kantors, Herrn Simon Weiß, der den vollsten Beifall seiner Zuhörerschaft errang und seinem Meister. Herrn Oberkantvr Mayer S ch o r r, als würdiger Schüler alle Ehre machte. Wien. (Jüdisches Theater, Regie M. Siegler, Hotel Stefanie, II.. Taborstraße 12.) Ab Freitag, den 11. März : „S ch e m a Isrne l" (Wizekönig) von Feinmann. Mittwoch, den 16. März: Znm dritten Male „Z i r i k g e k i m e n" von Schalom Asch. Donnerstag, den 17. März: Benefizvorstellung der beliebten Sängerin Frl. Lalcia Weinberg „Der wilde Me n s ch" von I. Gordin. Wien. (Verein zur Beförderung der H a n d iv e r k e unter den inländischen I s r a e l i t e n.) Mittwoch, den 16. März genau um 1j2l llhr abends, findet im kleinen Saale des Gremiums der Wiener Kanfmannschaft. IV.. Schwarzenbergplatz 16, die zur Feier des 70 jährigen Bestandes des Vereines voranstaltere Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Erstattung des Rechenschaftsberichtes 1900—1909. 2 Wahl des Vorstandes. 3. Eventuelles. Wien. (Adas I i s r o e l. (Schiffschul)). Sonntag, den 13. März 1J2S Uhr nachmittags, findet im Beth-Hamidrasch, II., Gr. Schiffgasse 8, die ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Tagesordnung: I. Mitteilttiigen des Obmannes, 2. Rechenschaftsbericht und Vorlage des Kaffenausweises. 3. Bericht der Revisoren. 4. Ersatzwahlen. 5. Anträge und Interpellationen. Wien. Am Montag, den 7. d. M., wurden die sterblichen Reste des Herrn Wilhelm Emerling, Gründers des Bethaus-Bereines „Bne Berith" unter zahlreicher Betheilrrng der Mitglieder zu Grabe getragen und ebenso erschien vollzählig der Vorstand des Bildnngsvereines „Schomre Hadahs" im Tranerhanse und widmete der frühere Obmann, Herr D i ck st e i n am Grabe dem Dahingeschiedenen eine seine Verdienste um diesen Verein und seine Standhaftigkeit im Ertragen von physischen Leiden rühmenden Nachruf. Boskowitz. Vor kurzem feierten die Gemeinderäre der israel. politischen Gemeinde» die Herren Adolf H a t s ch e k und Sigmund Beer ihren 70. Geburtstag und wurden denselben aus diesem Anlässe seitens der gesamten Gemeindevertretung Gratulationen dargebracht. Preffburg. (K o n z e r t d e s S ch i r C h a d a s ch.) Alljährliich bildet der sich an künstlerischen Erfolgen immer steigernde Konzertabeud des Männergesangvereines „Schir Chadasch" unter der befeuernden fachtüchtigen Leitung des Kantors I. K i e w s k y ein Ereignis der Saison. Auch in diesem Jahre reiht sich der Abend am 27. v. M. im Hotel