Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1910
- Issue
- Heft 10 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3063520-3063530--06556-3073568- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Lette 10. Die Vereines der neuerlichen Erwägung im Kultusvorstande unterbreiten werde. Nach dem Berichte des Revisors Herrn Ferdinand Popper wurde hierauf dem Vorstand das Absolntorium erteilt und der Bericht einstimmig genehmigt. lieber Antrag des Herrn Moritz B'oudi wurden die Wahlen per Akklamation vvrgenommen und in den Vorstand' wiedergewählt die Herren: Isidor Schwarz, Carl F u ch s, Gustav Planer, Alois T h e u m a n u, Josef F l e s ch, Edmund Hofm a n n und Anton Schneider; und als Revisoren die Herren: Leo Deutsch,. Florian Haas und Ferdinand Popper. Nach Eledignng der Tagesordnung hielt Herr Rabbiner Dr. I. Tag licht einen höchst anregenden Vortrag über die Bedeutung und den Wert des Gebens und'Vermittelns von Wohltaten, der von den Anwesenden mit reichem Beifalle ausgenommen wurde. Mit einem Danke an den Vortragenden sowie an seine Mitarbeiter im Vorstände schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bei der. hierauf unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten im Vorstande, Herrn Moritz B r e i t n e r, folgenden Konstituierung des Vorstandes wurden die bisherigen Funktionäre einstimmig wiedergewählt. Wien. (Jüdischer Schulverein für den IX. Bezir k.) Am 20. Februar l. I. fand die General-Bersammlung des jüdischen Schulvereiues für den IX. Bezirk unter Vorsitz des Ehrenpräsidenten Hetrnn Dr. Gustav Kohn. Vizepräsident der israel. Knltusgemeinde, statt. lieber den Jahresbericht entspann sich eine angeregte Aussprache, in der allseitig der Befriedigung über die erreichten Fortschritte sowohl in der Frequenz der Anstalt als auch über die finanzielle Gebahrung znm Ausdrucke ge-. bracht wurde. Die Mitglieder-Beiträge und Spenden sind im Berichts- Jahre um zirka X 30Ö gestiegen. Die Schülerzahl beträgt 130. Dem Vorstande wurde das Absolntorium einstimmig erteilt, dem löbl. Vorstande der israel. Kultusgemeinde wurde für die munifizente Beförderung des Vereines der Dank votirt. Die vom Vorstande vorgeschlagenen Statuten- Aenderungen wurden einstimmig angenonimen. Im Vorstande wurden neugewählt: die Herren Dr. Siegfried H a l b e r st a m m, S. S a m u e l i, I. Weiß und S. Weiß. Frau Dr. Wilhelm H e r s ch hat zum Andenken ihres Gemahles Herrn Dr. Wilhelm H e r s ch sel. And. in Meran, dem Vereine eine Widmung von X 200 zugewendet, wofür derselben protokollarisch der Dank.der General-Versammlung ausgesprochen wurde. Der verstorbenen Mitglieder wurde in warmem Nachrufe gedacht. Schließlich wurde den Förderern unserer Freibibliothek für Spenden an Büchern und Zeitschriften der Dank ausgesprochen. Zur Erhaltung und dringend notwendigen Erweiterung der Lehranstalt bedarf der Verein größerer Mittel, und werden alle unsere wohltätigen Glaubensgenoffen gebeten, denselben zu unterstützen. Wien. Der israelitische Frauenverein sür den XVIII. Bezirk veranstaltet am 12. März im „Cafe Promenaden", Wien, I., Aspernplatz 4, einen Wohltätigkeits-Unterhaltungs-Abend mit Vorträgen und Tanz. Das Reinerträgnis fällt dem Fonde zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder zu. Eintrittskarten k K 2.—, Familienkarten (4 Personen) ä K 6.— sind während der Amtsstunden von 9—2 Uhr in der Vereiuskanzlei, XVIII., Schopenhauerstraße 39 und an der Abendkasse erhältlich. Beginn präzise 9 Uhr. Wien. (Verband d e r i s r a e l i t i s ch e n R e ligionsl e h r e r an den ö st e r r e i ch i s ch e n Mittelschule n.) In den Semesterferieu trat der Ausschuß des Verbandes unter dem Vorsitze des Obmannes Prof. Dr. H. Pollak zu einer Sitzung zusammen, in der mehrere Anfragen ans den Kreisen der Mitglieder erledigt wurden. Auch war der Ausschuß wieder m der Lage neue Mitglieder aufnehme» zu können. Aus der Reihe der gefaßten Beschlüsse sind hervorzuheben: Eine Petition an die zuständige Behörde in Angelegenheit der anzustrebenden Ruhegenüffe für nicht definitive Religionslehrer an Mittelschulen, ferner über Antrag des Prof. Dr. A. Weiß die deputative Vorstellung der Verbandsverrretung bei dem neuen Vizepräsidenten des k. k. n.-ö. Landesschulrates Dr. v. K h o ß. Wien. Infolge Mandatsniederlegung des Vorstandes des Brigittenauer Tempelvereines fand anr 26. v. M., 8 Uhr abends in Kohus Restauration, XX., Heinzelmanngaffe 1, eine außerordentliche Generalversammlung zum Zwecke der Wahl eines neuen Vorstandes statt. Der Verlauf der Versammlung, die vom Vereinspräsidenten Herrn Hermann E l t b o g e n, mit Takt und Umsicht geleitet wurde, war ein ziemlich erregter, es wurden heftige Anklagen gegen den Kultusvorstand über Vernachlässigung des Bezirkes erhoben, die der anwesende Delegierte der Knltusgemeinde. Herr Knltusvorsteher Adolf S ch r a m e k, zu widerlegen suchte, wobei er auch die Hoffnung aussprach, daß es gelingen werde, die zwischen der Kultusgemeinde und dem Bezirke bestehenden Differenzen zu schlichten, wozu er seine Mitwirkung anbot. Nach langen, leidenschaftlichen Debatten, wurde endlich zur Wahl geschritten und sämtliche Funktionäre wiedergewählt. Trotzdem einige Herren sich betreffs Annahme der Mandate Bedenkzeit vorbehielten, dürfte es doch zu einer allseits befriedigenden Lösung .der schwebenden Fragen kommen. Wie«. (Jüdische akademische Verbindung „U n i t a s.) Die jüdische akademische Verbindung „Unitas" schloß am 21. v. M. das Wintersemester ab. Aus dem Rechenschaftsbericht, den der scheidende Präses cand. agr. Ernst Weiß ablegte, geht hervor, daß die „Unitas" wieder auf ein tätiges und erfolgreiches Semester zurückblickeu kann. Nach innen und außen gestärkt, hat die Verbindung ihren wahren Zweck, Pflege des Judentums und der zionistischen Idee, voll und ganz gedient. Aus der Bude fanden öfters zionistische Vorträge und Diskussionen statt. Unter anderem sei ein Vortrag des A. H. Dr. Philipp Schön wald über Dr. Zollschans (A. H.) neu erschienenes Buch „Das Raffenproblem", erwähnt, dem ein zahlreiches Auditorium und der Autor selbst beiwohnte. Nicht minder regen Anteil hot die Verbindung am gesellschaftlichen Leben genommen Bei der im Winter von den Wiener zionistischen Korporationen veranstalteten Makkabäerfeier war die „Unitas" hervorragend beteiligt. Nr. 10 Der am 2. Februar 'zn.Gunstenches jüdischen Stndeutenheims.iim Hotel Kontinental stattgefundene.Berhiudnngsball hat einen--glänzenden Verlauf genommen.-und sich zu einem der glänzendsten jüdischen Repräsentationsbälle. gestaltet. Die Chargenwahlen für das.Sommersemester 1910 ergäbet! folgendes Resultat; I. Ü. E. Jakob Herz bäum X, med. Emil Medal X X F X, jur. Markus Elti.s X X x . Verbindungslokal: VIII., Anerspergstraße 21. Couleurcafs: Cafe Louvre, Wipplingerstraße 27, Telephon Nr: 14.039. , Wie« Dem Vereine „Tifere's Bachurini“ ist es gelungen, anläßlich ' seiner diesjährigen Generalversammlung, welche am 20. Februar im Turnsaale der Talmud-Torahschule, II., Malzgasie 16 stattfand, Seiner Ehrwürden- Herrn Rabbiner Dr, Fench.twang '.zu einem Vortrage zp gewinnen, der die zahlreich erschienene Mitgliederschaft und Gäste mit zündenden Worten für „wahre Torah" begeisterte. Gewählt wurden in ötn Vorstand: Die Herren Lunzer, R o s u e r, F r o m m e r. G r ü nh n t, P.i n ka s, Glück, B r o d y, L e i t u e r. W e s l, L a m m, N e u f e l d, W o s u e r,. © t e r » und 93 e r g nt a u n. Wie«. Samstag, den 26. Februar feierte der Obmannstellvertreter des „Ung.-Ostraer Wohltätigkeitsvereines", Herr Salomou Ho fm a tt n, mit seiner Gattin Julie das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse wurden dem Jubilar, der ein stetiger Besucher des Leopoldstädter Tempels ist, beim Gottesdienste, dem die Familienangehörigen und zahlreiche Freunde beiwohnten, besondere Ehrungen zuteil. Herr Hofmann wurde hoch zur Thora gerufen und nachVerlesung des Abschnittes rezitierte Oberkamor Guttmann einen zu diesem Anlässe verfaßten Mischeberach. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. S ch m i e d l eine geistvolle Ansprache an den Jubilar, die der letztere mit einigen Dankesworten an die Gemeinde erwiderte. Nach dem Gottesdienste gratulierten dem Jubelpaare im Zeremoniensaale Herr Magistratsrat A s p e r g e r namens des erkrankten Bürgermeisters, Präsident Dr. Alfred Stern namens des Kultttsvvrstandes und Dr. Berthold Reif namens des Ung.-Ostraer. Wohltätigkeitsvereines, dessen gesamter Vorstand der Feier beiwohnte. Wien. Am 22. v. M. ist Herr David H o r w i tz. Obmann des Bethausvereines „Schön-Latern-Schul", der nach kurzem Leiden im Alter von 83. Jahren gestorben ist, unter zahlreicher Beteiligung zn Grabe getragen worden. Bei dem Leichenbegängnisse waren Vorsteher der Kultusgemeinde und Delegierte von vielen Betbansvereinen und Wohltätigkeits- Instituten erschienen. Herr Rabbiner Dr. B a ch hielt demselben, einen warmempfundeneu Nachruf, der unter anderem auch hervorhod: Der Verstorbene hat eine schwere Aufgabe übernommen und sie im Lebetl ehrlich durchgeführt, er hatte nämlich die Verpflichtung, als ältester Sohn des Rabbiners H o r w i tz, dessen Namen in seinem Glanze zu erhalten, jenes Mannes, der nicht nur durch seine Gelehrsamkeit, sondern auch durch einen nntadelhaften Charakter eine Leuchte Israels war. Dem Namen, der ihm solche Verpflichtungen auferlegte, ist von ihm in vollem Maße Rechnung getragen worden. Heute noch gedenkt die Gemeinde Brody in dankbarer Erinnerung des Verewigten, der daselbst cm Spital gründete und eilte Musterschnle ins Leben rief. Hier in Wien war es ihm vergönnt, lange Jahre an der Stelle, wo sein seliger Vater lehrte, Obmann des bewährten Bethansvereines „Schön-Latern-Schule" zu sein. Der Verblichene war eite treuer Gatte und hingebungsvoller Vater. Sein Name ruft das Andenken seines großen Ahnen uns in Erinnerung, dessen berühmtes Werk „Die zwei Tafeln des Bundes" bekannt ist. Der Verstorbene hat die Pflichten gegen Gott und gegen die Menschen, die die Bundestafelii uns lehren, in schönster Weise erfüllt und hochgehalteu. ßingesendel. Da die genaue Einhaltung somit der Feststellung der „Jahrzeit" sür die Masse der Juden von großer Wichtigkeit ist. so wollen wir die in den Organen „Oest. Wochenschrift" und „Jüdische Volksstimme" letztere zu Tage getretene Meinungsverschiedenheit bezüglich einer Abhaltung der Jahrzeit im Schaltjahre in Weadar, für solche, deren Eltern in einem gewöhnlichen Jahre das Zeitliche gesegnet haben, normgemäß präzisieren, da all die geäußerten Rechtsanschanungen lückenhaft wiedergegeben sind: Die in einem Responsnm der „Oest. Wochenschrift" angegebene Jahrzeit mit Weadar, welche Religionslehrer Schön verficht, entspricht nicht dem allgemein anerkannten Remon. dessen Entscheidungen den Rabbinern maßgebend sind und zu dessen Bekräftigung der Joreh Deah seinen Ausspruch unangefochten festhält. Jedoch unterließ es Herr Kollege Hahn anzugeben, daß nach Ansicht der erwähnten Dezisoren die Jahrzeit an beiden Monaten Adar und Weadar abzuhalten wäre, welcher Minhag auch, tatsächlich eingehalten wird. Mit Volksgrnß Rabbiner Sagher, Innsbruck. WM- Die heutige Nummer enthält als Beilage einen Prospekt der Verlagsbuchhandlung Gystav Engel, Leipzig, ans welchen wir unsere Leser aufmerksam machen.