Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 50 (24.12.1909)
- Date
- 1909-12-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 50: Die Wahrheit. Seite 13 M. M a y e r s o h n. Dr. R o s e n m a n n, Dr. Pro ß n i tz. Schriftsteller "Abr. Epstei u, Oberkantor Bauer, Kantor Löwit rc. Außerdem Langten zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme ein. Um */,9 Uhr eröffnete der Präsident Dr. M. H a l b e r st a mm die Feier mit einer schwungvollen Rede und hieraus entzündete Oberkantor M. Matyas die Chanukkalichter. Die darauffolgende wirkungsvoll vorgetragene deutsche Festrede des Herrn stuck, phil. Isidor Kohn machte tiefen Eindruck. Auch die hebräische '.Festrede des Herrn A. K r i st i a n p o l l e r fand bei den Sachverständigen Lob und Anerkennung. Von weiteren Programmpunkten seien erwähnt: Der empfindungsvolle Liedervortrag des Herrn Oberkantor M. Matyas, der -von minutenlangem Applaus begleitet war. ferner di großartigen Leistungen der Herren I. Z i m b l e r (Violine) und H. Kreisler (Cello), die ebenfalls mit wohlverdientem Beifall belohnt wurden. Stürmische Begeisterung erweckten die überaus geistreichen Ausführungen des Herrn Rektor Schwarz. Zum Schlüsse trug Herr V. Franz mit feiner Pointierung einige jung-jüdische Dichtungen vor. Wie». Wie verlautet, soll das Handelsministsrium an. alle Post- -ämter eine Verordnung erlaßen haben, laut welcher die Postbeamten beauftragt werden, auf den Sabbath und die jüdischen 'Feiertage Rücksicht zu nehmen. Der Erlaß bestimmt: 1. Alle Sendungen gegen Empsangsbestätignng (mit Ausnahme von Expreß-Sendungen, Gerichtsstücken, Wertsendungen, die durch längeres Liegen auf der Post beschädigt werden könnten), die für solche jüdische Adressaten bestimmt sind, die bisher am Sabbalh die Unterschriften der Empfangsbestätigung verweigerten, dürfen von nun ab durch die Post am Samstag weder avisirt noch zugestellt werden. 2. Solchen Inden, die gewillt sind, am Sabbath oder an jüdischen Feiertagen zu unterschreiben, können die Sendungen an diesen Tagen zugestellt werden. Es wird den einzelnen Postämtern zur Aufgabe gemacht, ein Register über diejenigen Inden zu führen, die den Sabbath und die jüdischen Feiertage halten und den Wunsch äußern, daß ihnen an diesen Tagen keine Postsendungen zugestellt werden. Wien. Der Berichterstatter über die am 9. Dezember d. I. im Parkhotel Schönbrunn stattgefundene Chanukafeier des Hietzinger israelitischen Frauenvereines in Nr. 49 der „Wahrheit" scheint den Namen des .Kantors des Hietzinger Tempelvereines vergessen zu haben, denn er schreibt: „Nach der Begrüßung durch die Präsidentin wurden die Chanukalichter durch den Kantor des Hietzinger Bethauses angezündet." Da nun aber im Hietzinger Bethaus, wie in allen großen Tempeln zwei Kantoren angestellt sind, so erlaube ich mir den Herrn Berichterstatter darauf aufmerksam zu machen, daß es der e r st e Kantor, Herr Gotthold Friedländer war, der bei dieser Feier nicht bloß die Lichter a n g e- .zündet, was übrigens jeder trifft, sondern auch die üblichen Channkalieder angestimmt und allgemeinen Beifall gesunden hat. Ein Hietzinger Tempelbesucher. Wien. Donnerstag, den 6. Jänner ^2 Uhr nachmittags findet im Seitenstettentempel die Trauung des Beamten der israel. Kultusgemeinde, .Herrn Moriz U n g a r, mit Fräulein Ernestine Nacht statt. Wien. Am 25. Dezember feiert Herr Heinrich Stiasuy mit seiner Gattin Fanny das Fest der silbernen Hochzeit. Ustron. Im hiesigen Tempel fand eine Makkabäerfeier statt, an welcher sich die ganze Gemeinde und die Schuljugend beteiligte. Nachdem Kantor L. Fuchs die Chanukahlichter angezündet, iang der -Chor das „Noo8-2ur". Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Marmorst e i n aus Skotichan. Dem Redner und dem Kantor wurde vollste 'Anerkennung für ihre Leistungen ausgesprochen. Budapest. Der seit mehr als 50 Jahren bestehende und segensreich wirkende Talmnd-Berein (Schasz-Ghewra) veranstaltete am 12. d. M. .aus Anlaß eines daselbst vom Vereinsrabbiner, Herrn Michael H e r sk o v i t s vorgetragenen und zum Abschluß gebrachten Traktates, eine Szijnm-Feier, bei welcher Gelegenheit der Bereinsrabbiner auf das letzte Thema aus dem Traktate näher einging, dasselbe tief und gründlich beleuchtete und solcherweise auch — nach altherkömmlicher Sitte — Anfang und Ende des Traktates in logischen Zusammenhang brachte. Zur -Erinnerung an diese Feier überreichte der greise verdienstvolle Bereins- .präses, Herr Gustav Taub, dem Vereinsrabbiner einen Silberpokal. Bei dem darauf folgenden Bankette, das von den Bethansvorstehern Jakob W e i s z und Mor. Borges vortrefflich arrangiert wurde, begrüßte Vorsteher, Herr Jg. B r a ü n, im Namen des Vorstandes die zahlreich erschienenen Festgäste, würdigte in einer geist- und sinnreichen Rede die Verdienste, die der Vereinsrabbiner um die geistige Tätigkeit des Vereines sich erworben, sowie die reichen Verdienste des Vereinsprüses um das Aufblühen und Gedeihen des Vereines. Es sprachen noch Rabbiner F e l d m a n n und Rabbiner Dr. Adler in geistreicher Werse und viele Andere; auch wurden namhafte Beträge dem Vereine gespendet. Neutra. Am 19. d. M. fand in der hiesigen jüdischen Volksküche für die Gründer derselben eine Gedenkfeier statt. Rabbiner Dr. Klein hielt eine znm Herzen dringende Gedenkrede, Oberkantor I. Weiß trug das Dl ruols rächamim in ergreifender Weise vor. Nach der Feier, welcher unter Führung der Präsidentin der Volksküche, Frau Dr. Jellinek, viele Damen und Herren beiwohnten, wurde eine größere Summe an Arme verteilt. ~ . Pakrac Am 7. d. M. veranstaltete die Chewra Kadischa der hiesigen Knltusgemeinde ihr traditionelles Festbankett. Um 5 Uhr abends -versammelten sich die Mitglieder der Chewra Kadischa, wie auch die entsendete» Vertreter niehrerer Nachbargemeiudeu in dem festlich beleuchteten 'Tempel. Herr Oberkantor Steiner betete das Mincha-Gebet und trug -bei dieser Gelegenheit zum ersten Male das von ihm verfaßte Rezitativ ^Uaneranss halolu“ vor. Nachher bestieg Herr Bezirksrabbiner Lazar «s chönf.eld die Kanzel und hielt eine zündende, nach Form und Inhalt gediegene Chanukah-Festrede. Nach dem Maaruv-Gebet versammelten sich die Gäste im Saal des „Hotel Pakrac" zu dem vom Vereine veranstalteten Festbankette. Der Bereinspräses Herr Ignatz Adler begrüßte die Erschienenen in kurzen Worten, woraus Herr Bezirksrabbiner Lazar Schönfeld in einer geistreichen von scharfsinnigen Midrasch-Erklärungen gewürzten Rede die Aufgaben einer Chewra Kadischa auseinauderjetzte und mit einem Appell an den Verein, in seinem eifrigen Streben zum Wohle der Armen und Kranken nicht zu erlahmen, schloß. Herr Vizepräses Dr. Berthold Hirsch sprach mit der ihm eigenen glänzenden Redegewandtheit herzliche Worte der Begrüßung an die erschienenen fremden Gäste und besonders an den Vertreter der Chewra Virovitica, Herrn Rabbiner Dr. K a u f m a n n und an den Abgesandten der Chewra in Daruvar Herrn Rabbiner Dr. Frankfurter. Die Herren Rabbiuen Dr. Kauf in a n n und Dr. Frankfurter sprachen mit glänzender Beredsamkeit und tiefer Gelehrsamkeit über die Aufgaben der jüdischen Institutionen. Herr Dr. Hirsch verherrlichte in einem Trinkspruche die Opsersrendigkeit unserer jüdischen Frauen, die in selbstlosester Weise und unter der Aussicht unseres Rabbiners das rituelle Kochen ans sich nahinen und zum Gelingen dieses Festes das meiste beitrugen. Herr Dr. Her m a n n eiferte in einer gehaltvollen Rede zur Weckung des jüdischen Selbsibewußtseins an. Herr Oberkantor Steiner würzte das Mahl mit seinem herrlichen Gesänge. Ans Antrag des Herrn Veterinär Hirsch wurden die Herren Rabbinen Dr. K a u fm a n n (Virovitica) und Dr. Frankfurter (Daruvar) zu Ehrenmitgliedern der Chewra Kadischa zu Pakrac gewählt. Bis 2 Ubr morgens dauerte diese wahre .tjkj bcrnipD* welche noch lauge in angenehmer Erinnerung aller Anwesenden bleiben wird. Berlin. Die Alliance Israelite Universelle hat ihren Schulleiter in Beirut, Herrn Jomtob S e m a ch, beauftragt, sich nach Jemen zu begeben, um sich über die Verhältnisse der Inden daselbst zn unterrichten und darnachVorschlüge zu machen, ivie die üble materielle und kulturelle Lage der Inden von Jemen zn verbeffern wäre. Herr S e m a ch wird seine Reise in den nächsten Tagen antreren. Petersburg. Das jüdische Niederlassungsgebiet in Rußland, jener Nnsiedlnngsrayon im Nordwest-und Weichselgebiete, welcher den Juden zum ständigen Ansenthalte angewiesen ist. soll aufgehoben werden. Wie berichtet wird, arbeitet die Kaüettensrakcion gegenwärtig einen Gesetzentwurf über die Aushebung des jüdischen Ansiedlungsrayons ans. womit sie gegen den Willen S r o l y p i n s die Judenfrage anschneidet. Der Entwurf wird von einem Teil der Oktobristen unterstützt. Bisher haben gegen dreißig angesehene Oktobristen, darunter Baron M e y e u d o r f, .Lerche, S w e n g i uz e w. K a m e n s k l und andere, den Entwurf unterschrieben. Hamburg. (H a m b n r g - A m e r i ka - L i n i e.) Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdamvfern finden statt: Nach N e wy o r k: Die Postdampfer: Graf Waldersee 25./12., Pretoria 30./12., Blücher 6./1. 10, President Lincoln 8./1., Cincinnati 13./1., President Grant 18./I., Amerika 22./I. Nach Boston: Die Postdampfer: Bosnia 29. /12., Bethania 13./1. 10. Nach Baltimore: Die Postdampser: Bosnia 29 /12., Bethania 13./I. 10. Nach Philadelpia: Die Postdampfer: Pallanza 16./12.. Arcadia 5./1. 10. Nach New- Orleans: Postdamvfer Nicvmedia 30./12. Nach W e st i n d i e n : Die Postdampser : Scotia 27./12., Birgina 3./1. 10. Nach Mexiko: Die Postdampfer: Allemannia 28./12., Westphalia 3./1,10, Albingia 14./1. Nach O sta s i eit : Die Postdampser: Spezia 30./12., C. .Ferd. Laesisz 10./1. 10, Alesia 30. /1. Nach Wladiwostok: Postdampfer Ambria 10./1. Arabisch- Persischer D i e n st: Sparta 2 4./12. gitevtttnv. Ost Jiitb West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Heransgegeben von Leo W i n z. Verlag von O st und W e st, Berlin S. 42. Organ der Deutschen Konferenz-Gesellschaft der Alliance Israelite Universelle. 9. Jahrgang. Hefr 12. Dezember 1909. Inhalt: „Die Inden in den Ostmarken." (Was haben sie dem preußischen Staat und was hat er ihnen geleistet.) Von Justizrat W o l f f. „Peter der Große als Schiffszimmermann in Zaardam." Bon Leopold Berustamm. (Mit Illustration von Karl Schwarz.) „Cejare Lombroso." (Mit Faksimile.) „Chaim Esra Capitain." Von Dr. I. Niemirower. (Zeichnungen von Regina Mnndlak.) „Revue der Revuen." „Felix Salten." Von Max Schacherl. „Schach." Von Dr. Emanuel Las k er. „Ein hebräisches Schachgedicht." Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „A l l i a n c e I s r a e l i t e Universelle": I. Die Israeliten in Rußland. II. Schnlersolge in Bagdad. III. Die Lage in Südpersien. IV. Notizen: a) Frankfurt a. M. b) Ludwigshafen a. Rh. — Inserate. Trauergebenkbuch. DaS soeben erschienene und vom Maler und Kalligraphen M. Kn n st a dt, Wien, II.. Gr. Psarrgasse 5, herausgegebene Trauergedenkbuch überbietet in Zweckmäßigkeit des Inhaltes und Schönheit der Ausstattung alle bisherigen Erscheinungen. Wie jedes andere Album kann es in dem besten Hanse ansliegen und ist schon dadurch geeignet die Erinnerung an die Verstorbenen wach zn erhalten. Für diejenigen, die nicht hebräisch lesen können, aber doch das Bedürfnis haben, das Kaddisch- und Maskirgeber zu verrichten, sind die beiden Gebete in deutscher Lesart verzeichnet. Außerdem enthält das mit Illustrationen reich ausgestattere Gedenkbuch ein Tabelle, welche die Maskirtage nach bürgerlicher Zeitrechnung für die nächstfolgenden 50 Jahre enthält. Preis des Buches 1 Krone 50 Heller.