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Die Wahrheit · 1909-11-26 · Heft 46 (26.11.1909) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 46 (26.11.1909)
Date
1909-11-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seit? 6. -- -- Die Wahrheit. Nr. 46 meiude, und wird von seinem Stellvertreter,, dem LqndesschulrÄe/Dt.'MnstäÄ KöHn' auf das Wirksamste unterstützt. S timmen We'-^nik'Wr.'ÄÜ'-"iü den Ruf: Df- Adolf Stern und Dr. Gustav Köhü^ sie Kbsstt '.hh'ch!^ z'litn"o'ritlest Male erhebe ich den Becher, indem ich mir ' tief^'Dankbarkeit der Männer gedenke/ die seit vielen Jahren' an "der Spitze, des altehrwürdigen Waisenvereines.' . stehen und nlitgehölfeu habest, denselben zu seiiwr gegenwärtigen Blüte und 'zn hoheni Ruhme empör zu bringen: des, Vize-Präsidenten Wir.'A-rtu^*• K'ii;fä frd'ä,' des - Kurators Siegfried F l e i s'ch e r und der Mitglieder 'des Kuratoriums, sodann' der Mitglieder des Baukomitees, welche die Durchführung dieses Baues unermüdlich und in gerechter Weise leiten und überwachen; endlich jener Männer, die in Aufopferung und Hingebung die Arbeiten des Vorstandes der israelitischen Knltnsgemeinde, der größten ans unserem Kontinente, vollbringen. Ich leere den Becher mit dem Rufe: All die verdienstvollen Männer, sie leben hoch! Ich habe die feste Zuversicht, daß wir unsere Arbeit zur rechten Zeit und in klagloser Weise beendigen werden. In diesem Vertrauen ans den glücklichen Abschluß unserer Arbeiten werde ich bestärkt, wenn ich die wackere Schar meiner Mitarbeiter überblicke, allen voran meinen langjährigen Freund und Kollegen, den Sladtbanmeister Melcher, welcher unter meiner Leitung wiederholt Mounmentalbanten in gelungener Weise ausgeführt hat. dann all die bewährten Banfirmen und Banhandwerker, durchwegs tüchtige, solide Männer. Und nun wünsche ich. daß wir alle in geistiger Frische und in leiblichem Wohlbefinden uns wiederfinden mögen am Tage der Schlußsteinlegnug. ans daß sich betätige die Wahrheit des erhabenen Spruches: Weatem liadwekim ba Adonai Elolieckem ckajim, kulcliem hajom. Und Ihr, die Ihr in Treue anhänget an Eure m Gotte, Ihr lebet alle am heutigen Tage. Das walte Gott!" Hieraus ergriff Dr. Alfred Stern in doppelter Eigenschaft als Präsident der Knltnsgemeinde und Vize-Präsident des Waisenhaus-Kuratoriums das Wort und sagte folgendes: „Es ist heute fast auf den Tag ein Jahr, daß mir au der Spitze der Präsidenten der israelitischen Knltusgemeindeu der Kronlandshanptstädte Oesterreichs die hohe Ehre zuteil wurde, Seiner Majestät die Huldignngsadresse von 500 Knltnsgemeiuden, der gesamten österreichischen Jndenschaft unterbreiten zu dürfen. Auf meine ehrfurchtsvolle Ansprache geruhten Seine Majestät unter anderem wörtlich zu erwidern: „Ich schätze auch den Familiensinn Ihrer Glaubensgenossen und deren Freude am W v h l t u n". Huldvolle Worte Allerhöchster Anerkennung, die sich tief unseren Herzen einprägten. Reiche Spenden, reicher als in anderen Jahren, sind uns im letzten Jahre zngeflossen, wohltätige Stiftungen und Institutionen sind gegründet und gefördert worden, in erster Reihe Anstalten wie dieses nenerstehende israelitische Knabenweisenhaus, bestimmt für 100 Kinder. Gerrre hätten luir noch in diesem Jahre, am ersten Jahrestage des Kaiser-Jubiläums die Schlußsteinlegnug und auch die Eröffnung des Haitses effektuiert. Aber es ist Ihnen bekannt, welche Schwierigkeiten sich unserem Vorhaben entgegenstellteu und welchen Aufwandes an Zeit und Mühe es bedurfte, um dieselben zu überwinden. So müssen wir denn die vorerwähnte große offizielle Feier der Schlußsteinlegnug rmd Eröffnung des Hauses auf das kommende Jahr verschieben und uns heute, des Jahrestages des Kaiser-Jubiläums gedenkend, mit einer provisorischen, einer bloß im intimen Kreise veranstalteten Feier der Gleiche zufrieden geben. Meine Herren! Ich könnte Ihnen stattliche Reihen von Ziffern und Zahlen und Dateil vorführen; doch möge dies einer späteren Gelegenheit Vorbehalten bleiben. Für heute nur Einiges davon! Wir haben die Baugründe um EI 140.000 gekauft. Zu den Baukosten per K 500.000 stehen uns K 340.000 zur Verfügung. Es bestehen schon derzeit 20 Stiftplätze und es hat ein Wohltäter, den ich hier freudigst in unserer Mitte begrüße, einen Pavillon für 25 Knaben zit stiften nnternommen. — Unter dem Zeichen des kaiserlichen Losungswortes „Für das Kind" sind wir an die Errichtung dieses schon seit Jahren geplanten Wohltätigkeitsinstitutes gegangen, und so möge, so wie ich mit einem Kaiserworte begann, und mit einem Kaiserniorteschtieße,; meine Ansprache in den Ruf ausklingen: Unser Kaiser Franz-Joseph I. lebe hoch!" ...... : -; : / Mit einem Rundgang durch Ban, tlilstPark: unter Führung des Stadlbanmeisters Me l che r schloß die.intime Feier.::. Aus der Wiener Kullusgemeinde. Aus der Plenarsitzung des Kultnsvorstandes vom: 14. November 1909 unter dem Borsitze des Präsidenten Är. Alfred Stern. Beginn 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe befinden sich: Dankschreiben des Spitalsdirektors Herrn Hofrat Prof. Dr. L. Os er für die durch den Knltnsvorstand erfolgte Errichtung von zwei seinen Namen tragenden Bettstiftnngen anläßlich seines 70. Geburtstages. Mitteilung des Fortbildnngsschnlrates in Wien, daß über erfolgte Borstellllng des Kultusvorstaildes eine Kundmachung behufs Besetzung von Snpplentenstellen dahin richtig gestellt wurde, daß neben die Worte „Mit Taufschein" die Wörter: „bezw. Gebnrtszengnis" eingefügt wurden. Dankschreiben der Familie Lektor Friedmann sür die Widmung eines Grabsteines für den Verstorbenen durch den Knltnsvorstand. Eine Einladung des Rekonvaleszentenheimes „Philautropia" zur Besichtigung der Anstalt durch den Knltnsvorstand. Im Präsidialberichte verliest der Präsident ein Schreiben des Vertreters Dr. Berger, in welchem derselbe mitteilt, daß er mit Rücksicht ans seinen leidenden Zustand sich veranlaßt sehe, seine bisher innegehabten Mandate als Mitglied des Vertreterkollegiums und als Obmannstellvertreter der Kommission für Schnlaugelegenheiten zurückzulegen. Diese Mitteilung wird unter dem Ausdrucke der herzlichsten Sympathien für den Genannten unter besten Wünschen für seine Wiederherstellung mit lebhaftem Bedauern zur Kenntnis genommen. Weiters wird zur Kenntnis gebracht, daß Dr. Felix Katzan sein Mandat als Mitglied des Vertreterkolleginms znrückgelegt habe, lieber Antrag mehrerer Vorstandsmitglieder, welche an Herrn Dr. Katzan den dringenden Appell richten, seine Entschließung znrückznzieheu, wird einhellig beschlossen, die Resignation des Herrn Dr. Katzan derzeit nicht zur Kenntnis zu nehmen. Subventionen werden bewilligt: Der Simon Edlen von Lämmelschnle in Jerusalem, dem Beth-Hainidrasch-Verein „Talmud- Thora", Wien, II., Malzgasse 16, dem jüdischen Turnverein im XV. Bezirk, dem Verein Tefilas Haneorim, der Zeitschrift „Mitteilungen für jüdische Volkskunde". Verliehen wurden: Die Abel Rappaportffche Stiftung zwei Plätze ä K 1100.— an zwei Hörer der Medizin. Die Max Marmarosch-Stiftung für Handelsakademiker ein Platz a K 660.—. Konform den Anträgen des Kuratoriums der Bildungsanstalt für Religionslehrer an Volks- und Bürgerschulen in Wien und der Unterrichtskommission beantragt das Vertreterkolleginm die Angliederung eines V. Jahrganges an diese Anstalt. In dem Organisationsstatute, welches vom Plenum des Knltnsvorstandes in der Sitzung vom 10. Juni 1906 beschlossen wurde, war die Dauer des Kurses mit vier Jahren vorgesehen und der Lehrplan dementsprechend eingeteilt. Mit Rücksicht auf die Sachlage wurde unter Anerkennung der besonders guten Prüfungsresultate bei der mit Ablauf des III. Jahrganges vorgenommenen öffentlichen Prüfung der Zöglinge die Anregung gegeben, die Angliedernng eines V. Jahrganges in Erwägung zu ziehen, wobei auch das Bestreben zum Ausdrucke kam, das Lehrpensum für den IV. und V. Jahrgang derart einzurichten, daß Absolventen des V. Jahrganges, aufbauend auf die erworbenen Kenntnisse durch eigenen Privatfleiß sich zur allgemeinen staatlichen Reifeprüfung für das Lehramt an öffentlichen Volksschulen vorbereiten könnten. Demgemäß ist auch der Zeichenilnterricht im Ausmaße von zwei Wochenstunden in den Lehrplan ausgenommen worden und es.hat sich in Betätigung feines Interesses für die Anstalt der akademische Maler Herr David Kohn bereit gefunden, diesen Unterricht zu übernehmen. Das Plenum genehmigte diese Anträge des Vertreterkollegiums sowie den Antrag, das

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