Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 43 (5.11.1909)
- Date
- 1909-11-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8. Die Wahrheit Nr. 43 Willkommen sei im Gotteshaus, Willkommen sei vom Herzen! Dein sanftes Licht, es strahle aus, Zn lindern Leid und Schmerzen. Dein süßes Wort erschalle hier, Zur Abwehr unserer Feinde. Und F r i e d e z i e h e ein mit Dir In unsere Gemeinde! Gott führe Dich, Gott stütze Dich Auf allen Deinen Wegen. Gott grüße Dich, Gott schütze Dich Mit Heil und Glück und Segen! Dr. Fuchs war sichtlich gerührt. Er dankte dem lieben Kinde und streichelte ihm das goldene Haar, während alle Herren Dr. Süß dre Hand drückten, der feuchten Auges dastand und sein Kind bewunderte. Der Bezirkshanptmann sprach Begrüßnngslvorte namens der politischen Behörde, der Bürgermeister im Namen der Stadt, dann ttat Dr. Süß vor und hielt folgende Ansprache: „R.eeh ato, ki adonoj bocliar b’cko liwnoth bajitb lamikdosch, ckasak waaßeli! Siehe luni, der Ewige hat Dich erwählt, dieses Haus zum wahren H e i li g tume a uszubau e u. Sei standhaft und geh' ans Werk! Mit diesen Worten, die König David an seinen Sohn Salomo richtete, will ich Euer Ehrwürden in unserer Gemeinde herzlich begrüßen. Euer Ehrwürden möge es beschieden sein, unser schönes Gotteshaus seiner wirklich erhabenen Bestimmung zuzuführen, den Gottesdienst zu heben und zu verherrlichen, damit dieses Haus zum wahren Heiligtum werde, damit es stets gefüllt sei von andächtig Betenden, die hier Trost und Zuspruch, Freude und Zuversicht finden/ Mit wehmütigem Blicke mußten wir zusehen, wie ein fruchtbares Feld brach dar nieder liegt, wie Hunderte junger Stämmchen nach der erquickenden Nahrung lechzten, ohne sie zu finden! Euer Ehrwürden sind nun berufen, dieses Feld zu pfiügen und zu säen, neue Kraft durch Ihre mannhafte Tat, neues Leben durch Ihr heilsames Wort zu spenden! Unsere lieben Kinder aber blicken zu Euer Ehrwürdeit auf, zu ihrem Lehrmeister und ihrem Wegweiser, daß er sie hege und warte, auf daß sie wachsen und gedeihen, zur Freude der Gemeinde, zur Ehre des I u d e n t u ms! Und nun rufe ich Euer Ehrwürden nochmals zu: Ckasak waaßeh! Gehen S i e staitdhaft ans Werk! Stärken Sie die Gemeinde im Glauben an den einzigen Gott, im Glauben an unsere heilige Lehre, erziehen Sie unsere Jugend zu ehrsamen, strebsamen Menschen, die ihrem Stamme Ehre machen, ihrer Religion treu bleiben. Möge Ihnen der allmächtige Vater im Himmel bei diesem Werke beistehen und auch wir wollen Euer Ehrwürden, soweit es menschliche Kraft imstande ist, in Ihrem edlen Streben mit unserem ganzen Vermögen, mit unserem ganzen Können unterstützen, damit es Euer Ehrwürden gelinge, unserer Gemeinde die höchsten Güter: innere Stärke und F e st i g k e i t, E i utracht und Friede zu verleihen! Im Namen der ganzen Gemeinde heiße ich Euer Ehr würden nochmals herzlich willkommen!" Diese Ansprache hatte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck gemacht; auch die Orthodoxen nickten wiederholt zuftimmend. Dr. Fuchs dankte dem Kultusvorsteher für seine schönen Worte, dann trat er vor die Bundeslade hin und verharrte einige Minuten im stillen Gebete, während auf dem Harmonium ein ergreifendes Lied gespielt wurde. Die Damen blickten gespannt auf die Kanzel, einige Mädchen kokettierten inzwischen mit den jungen Leuten im Männerschiff, Dr. Fuchs aber, der in seinem weißen Seidentalar majestätisch aussah, hatte kein Auge für die Vorgänge ringsum. Er betrat die Kanzel und blickte nur auf jene alte Dame, die ihm gegenüber auf der Frauengalerie stand und-still, weinte. Für sie allein s Pr ach er, ihr ä l l e i n w o l l t e e r g e f a l l e n. Ein junges Mädchen, das hinter der alten Frau stand, sagte ganz laut: „Warum weint denn die eigentlich?" Da wandte sich die Frau um: „Der junge Mann, der dort auf der Kanzel steht, ist mein einziges Kind-" „Und deshalb weint sie!" rief das Mädchen und blickte geistlos in die Luft. Die alten Frauen aber, die das hörten, sagten: „Beneidenswert die Mutter, die dieses Glück erlebt hat!" (Fortsetzung folgt.) Notiz. Nehmen Sie, wenn Sie verschnupft, heiser, verschleimt sind, Feller's Fluid mit der Marke „Elsafluid". Wir überzeugten uns selbst bei Brustschmerzen, Halsweh rc. von seiner heilenden, hnstenstillenden, erfrischenden Wirkung. Probedutzend 5 X, zwei Dutzend 8 X 60 h franko. Erzeuger nur Apotheker Feller in Stubica. Elsaplatz Nr. 153 (Kroatien). Anstritte ans dem Indentnm. B a s s a B e r t h o l d, Bankbeamter, geb. 30. November 1685 in Wien, XVII., Schumanngasse 55. Benedikt Isidor, Beamter der Kreditanstalt, geb. 16. September 1863 in Wien, IV., Starhemberggasse 32. Berger Paula, geb. 1. April 1889 in Wien, I. Adlergasse 8. Freudenfeld Jda, Apothekersgattin, geb. 7. Juni 1684 in Wien, XVIIL, Gersthoferstraße 29. Finger Emil, geb. 11. März 1872 zu Liechtenstein in Böhmen, VII. Schottenfeldgasse 71. G o l d s ch m i d t Oskar, Prokurist, geb. 4. Mai 1876 in Wien, I. Koloivratring 7. G o l d st e i n Josef, Kaufmann, geb. 11. Oktober 1871 in Wien,. I. Tuchlauben 13. H a m m e r s ch l a g Mathilde. Private, geb. 23. März 1886 in Wien, II. Große Stadtgutgasse 29. Königsgarten Richard, Schlossergehilfe, geb. 14. Oktober 1677 in Gaya, XVII., Frauenfelderstraße 13. K u n w a l d Hedwig, Private, geb. 5. Juni 1883 in Wien, 1., Schulerstraße 1. Pollak Walter, Dr., Edler von Par n egg, Industrieller^ geb. 29. Juli 1877 in Wien, I., Babeubergerstraße 1. Pollak Otto, Dr., praktischer Arzt, geb. 3. September 1865 in Wien, 1., Grillparzerstraße 14. Stadien Max, Dr., Advokat, geb. 18. Dezember 1872 in Lemberg,. 11., Novaragasse 53. Stern licht Alice Karoline, Private, geb. 7. Dezember 1887 zu. Wien, I., Stallburggasse 4. Schick Julius, Klavierhändler, geb. 27. Oktober 1862 zu Nimburg in Böhmen, I., Tnchlauben 19. Sterk Siegfried, geb. 11. August 1883 zu Wien, XXI., Leopoldauerstraße 79. Parolla Josef Otto, geb. 6. November 1889 zu Wien, VI., Kaserngasse 13. Markus Julius, Bankbeamter, geb. 12. März 1860 zu Berlin, VIII. , Schlößelgaste 3. Papier Dora, Varieteesäugerin, geb. 18. Jänner 1860 zu Wien,. II., Zirkusgasse 8. R o s e n b a u m Paul, Lithograph, geb. 2. August 1877 zu Wien, II., Kastellezgasse 33. Goldschmidt Bertha geb. Ehrlich, Private, geb. 10. April 1870 zu Wien, VIII.. Laudongasse 3. Dub s Anna. Kontoristin, geb. 16.Juli 1884 zu Czüdiu i. d.Bukowina. VIEL, Zeltgasse 11. Bacher Edwin Nikolaus, Ingenieur, geb. 19. Oktober 1862 zu. Wien, IV., Paulanergasse 9. B a b Fritz, Fabrikant, geb. 26. Dezember 1872 zu Wien, XIX., Hasenauerstraße 12. Roth D r. Wilhelm. Advokaturs-Kandidat, geb. 23. Oktober 1878 zu Walters hausen bei Gotha in Sachsen-Koburg-Gotha, H., Untere Angarteustraße 39. Fränkel Berthold, Buchhalter, geb. 19. Juli 1873 zu Engels iu Schlesien, II., Untere Augartenstraße 26. Bretisch Katharina, Private, geb. 14. Februar 1885 zu Wien, V., Diehlgasse 52. Kurth Dr. phil. Ernst, geb. zu Wien (laut Zuschrift des Königs Amtsgerichtes Barmen ääo. 16. Oktober 1909).