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Die Wahrheit · 1909-10-15 · Heft 40 (15.10.1909) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 40 (15.10.1909)
Date
1909-10-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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')lv. 40. Die Wahrheit Seite 9. Bedauernswerten, untersuchte ihn. verschrieb ein Mittel und sagte I M der Frau: Ich habe hier ein Mittel verschrieben, das du ins Wasser geben und auflösen lassen mußt, dann reichst du dem Kranken das Medikament, das zweifellos wirken wird. Die Frau aber hatte in ihrer Aufregung und Verzweiflung den Arzt mißverstanden und als er sich entfernte, nahm sie das Rezept, gab es ins Wasser, ließ es auflösen und reichte dann dem Kranken dieses sonderbare Medikament, das selbstverständlich wirkungslos geblieben. — Am andern Morgen besuchte der Arzt, ehe er den Ort verließ, noch einmal den Kranken, um sich von der Wirkung des von ihm verschriebenen Mittels zu überzeugen, allein wie unangenehm überrascht war er, als er sah, daß der Zustand des Patienten sich nicht nur nicht gebessert, sondern verschlechtert hatte. „Hat denn dein Mann, frug er die Frau, von dem Mittel, das ich ihm verschrieben habe, keinen Gebrauch gemacht? Ja, entgegnete sie, er nahm die ganze Medizin, die ich ihm reichte, ein. Und wie hast du sie znbereitet? Ich gab, antwortete sie ganz naiv, das Papier ins Wasser, ließ es auflösen und reichte ihm dann dieses Medikament. O du liebe Einfalt, rief der Arzt mit bitterer Ironie ans. Das Rezept kann doch nicht helfen, l'ondern das Mittel, das verschrieben wurde. Du hättest mit dem Rezept in die Apotheke gehen sollen, dort würde man dir ein Pulver bereitet haben, das, wenn es im Wasser ansgelöst, und dann dem Kranken gereicht worden wäre, gewiß nicht verfehlt Haben würde, dessen Genesung zu fördern. (Schluß folgt.) Die Grniihrung der Uervösen. Unter den zahlreichen Krankheitsznständen, die eine besonders energische Kräftigung durch eine entsprechende Diät erfordern, ist speziell die Nervosität zu nennen. Jedermann kennt ^as vielgestaltige Leiden, das wegen seiner ungeheuren Verbreitung bei alt und jung, reich und arm geradezu als das Knlturnbel unserer Zeit bezeichnet werden muß; jeder weiß auch, wie schwergerade der Nervöse oft unter seiner allgemeinen Mattigkeit, seinergedrückten Stimmung und seiner Unlust zur Arbeit leidet, ohne doch eigentlich als krank zu gelten. Die Maßnahmen, die man gegen diese ebenso lästigen wie gefährlichen Symptome leider noch immer zur Anwendung bringt, lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Einerseits greift man hänsig zu Reizmitteln, weil alle Nervösen ein instinktives Bedürfnis nach Mitteln empfinden, die dem Körper das verloren gegangene Kraflgefühl schnell wiedergeben. Daß damit aber im besten Fall nur Augenblickserfolge erzielt werden können, und daß die Widerstandsfähigkeit des Nervösen um so sicherer wieder schwinden muß, sobald die Reizwirknng abgeklungen ist, liegt auf der Hand. Reizmittel wirken eben auf den Organismus nicht anders wie die Peitsche aus das müde Pferd. Einer Beliebtheit, die der ernste Kritiker ebenfalls völlig verurteilen muß, erfreuen sich anderseits bei vielen Nervösen die -Beruhigungsmittel. Auch mit diesen kann die Nervosität natürlich nicht geheilt werden. Sie setzen zwar die als besonders unangenehm empfundene Ueberregbarkeit der Nerven herab und beseitigen so das Unlnstgesühl der Nervösen, aber von einer Dauerwirkung kann selbstverständlich nicht die Rede sein. Eine solche kann nur durch Mittel erzielt werden, die das Uebel an der Wurzel fassen und die Ursache der Nervenschwäche beseitigen. In dieser Hinsicht wird neuerdings mit allem Nachdruck betont, daß den rein körperlichen Vorgängen der Ernährung und des Stoffwechsels für das Zustandekommen dieses anscheinend mehr seelischen Leidens eine viel höhere Bedeutung beigemessen -werden muß, als man noch vor wenigen Jahren allgemein annahm. Diese wissenschaftliche Feststellung steht mit den Erfahrungen des täglichen Lebens durchaus im Einklang; wissen wir doch, daß sich an dauernde Ueberaustrengung, au eine schlechte Blntbesch affen heit, an die nach Krankheiten und Operationen zurückbleibende Erschöpfung so oft eine langwierige, reizbare Schwäche des Nervensystems anschließt. Die große Wichtigkeit einer ausgiebigen körperlichen Kräftigung bei solchen Krankheitsznständen bürste daher ohne weiteres einleuchten. Eine solche Kräftigung aber wird, wie die berühmtesten Vertreter der medizinischen Wissenschaft in unzähligen Versuchen sestgestellt haben, sicher und schnell mit dem Sanatogen erreicht. Das Sanatogen wirkt vermöge seiner höchst zweckmäßigen Zusammensetzung auf den menschlichen Körper und ganz speziell aus die Nervenzellen als Stärkungsmittel allerersten Ranges. Es besteht nämlich aus reinstem Milcheiweiß und Glyzerophosphat. Die hohe Bedeutung des Eiweißes für die Ernährung ist allgemein bekannt; seit Liebigs grundlegenden Forschungen gilt es als der wichtigste aller Nährstoffe und als die hauptsächlichste Quelle aller Muskelkraft. Das im Sanatogen enthaltene Milcheiweiß zeigt eine chemische und bakteriologische Reinheit, wie sie bisher für diesen Stoff noch tliemals erreicht worden ist. Diese Reinheit ist nicht etwa durch Erhitzen erzielt, das die Eiweißkörper in hohem Maß schädigt und die giftigen Produkte mancher Bakterien doch nicht zu zerstören mag; sie beruht vielmehr auf einer mnstergiltigen Fabrikation ans reinsten Urstosfen. Der andere Bestandteil des Sanatogen, das sogenannte Glyzerophosphat, ist der wirksame Kern der Lezithine, jener chemischen Körper, die in erster Linie zum Aufbau und zur Erhaltung des Gehirns und der Nerven erforderlich sind. In dieser Zusammensetzung und unerreichten Reinheit des Sanatogens liegt die Erklärung für seine Bekömmlichkeit und seine vorzügliche Wirkung. Sanatogen wird oft noch ausgezeichnet verdaut, wenn der Organismus zur Verarbeitung anderer 'Nahrung unfähig ist. Alle diese Tatsachen begründen die Unentbehrlichkeit des Sanatogens bei der Ernährung Nervöser wie auch Kranker, die schnell und nachhaltig gekrästigt werden sollen. In allen diesen Fällen bildet unstreitig Sanatogen die ideale Ernährung. Diese günstige Beurteilung des Sanatogens gründet sich ans die rückhaltlose Anerkennung der deutschen Aerzteichaft. Das Präparat ist in unzähligen Fällen klinisch erprobt worden; die Ergebnisse dieser Prüfung sind in nicht weniger als 120 Veröffentlichungen in medizinischen Zeitungen niedergelegt. Diese Literatur wird ergänzt durch mehr als 12.000 günstige Urteile von seiten praktischer Aerzle. Wer über Sanatogen und seine Anwendung näher unterrichtet zu werden wünscht, erhält auf Verlangen von den Sanatogeu-Werken, Berlin 81V. 48, Mitteilungen aus dem in zehn Jahren des Bestehens angesammelten Sanatogen-Archiv. Sanatogen selber ist bekanntlich in den Apotheken und Drogerien erhältlich. Verschiedene Nachrichten. Wie». Freitag, am 15. Oktober 1909, Abends Predigt im Stadrtemvel. Wien. Mittwoch, den 13. Oktober, abends 8 Uhr, fand im Sitzungssaale des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau. VI., Schmalzhofgasse 3, eine Versammlung des ..Zentralverein der jüdisch-territorialistischen Organisation (Jto) für Oesterreich" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des österreichischen Delegierten der Londoner Konferenz des Jnternationalrates der „Jto". 2. Stellungnahme zu dem in Wien abznhaltenden Emigrationskougreß. Uber den überaus interessanten Verlartf der Versammlung werden wir nächstens ausführlicher berichten. Wien. (I ü d i s ch es Muse u m.) Die Wiedereröffnung des Museums, II., Praterstraße 28, findet Samstag, den 16. Oktober d. I. statt. Besuchszeiten sind wie bisher, jeder Samstag und Sonntag von 11—1 Uhr mittags. Wien. In der Synagoge, VI.. Stumpergasse 42. fand am Scheruini Azeres, Vormittag 10 Uhr, die feierliche Einweihung der Thorarolle statt, die Frau Regine Laudeis, zum Andeukeu ihres seligen Galten, des Fabrikanten Leopold Land eis. gespendet hat. Begleitet vom Gesamtvorstand. holte Herr Rabbiner Fürst die Thorarolle aus der Filiale des Tempels ein, woraus eine Hakofoh veranstaltet wurde. Dann bestieg Herr Rabbiner Fürst die Kanzel, würdigte die Bedeurung des Momentes,! feierte die bekannte Wohltäterin und wies in zündender Rede auf die Dringlichkeit der Erbauung eines neuen Tempels hin. Unrer dem Eindrücke der Rede wurden bei der Thoravorlesung mehrere tausend Kronen gespendet und dem Baufond zugeführt. Wien. Sonntag, den 17. Oktober. 1 Uhr mittags, findet im Tempel, 1., Seitenstettengasse. die Trauung des Fräulein Jella R o t t e r, Tochter des Religiouslehrers Herrn Adolf R o t t e r, mit Herrn Robert Reich, statt.

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