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Die Wahrheit · 1909-10-15 · Heft 40 (15.10.1909) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 40 (15.10.1909)
Date
1909-10-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Die Wahrheit Nr. 40 Seite 5 frage." Es wäre am besten, den ganzen Wisch wörtlich abzu-; schreiben, ohne Kommentar, und es jedem Menschen, der noch einen Funken Anstand, ein Kernchen Moral sich bewahrt; hat, das Urteil zu überlassen; doch aus Raummangel und angeborenem Reinlichkeitsgefühle müssen wir uns mit Stich-; proben begnügen. i „Wenn das Wort: „Wohin ihr saßt," blasphemiert! ,Das Blatts „ihr werdet Juden fassen, das Volk des; Herrn" irgendwo Geltung hat, so ist es hinsichtlich des Mädchen- . Handels der Fall. Wohl mag in dem einen oder anderen Falle; auch einmal ein Nichtjude den Hebräern Handlangerdienste leisten; und als Hilfsorgan eines schlauen Juden, der es versteht, sich klug im Hintergründe zu halten und christliche Strohmänner! ans die gefährlichsten Posten vorzuschicken, von den Behörden j abgefaßt werden, die Hauptmasse der internationalen Mädchen-; Händler und gewissermaßen die Großunternehmer dieses unsan-; deren Handwerkes sind aber Inden, allüberall Juden. Inden > sind die meisten Bordellbesitzer, Juden die erdrückende Mehrheit; der Agenten der öffentlichen Häuser. Inden, man kann es ■ ungeschent sagen, auch die meisten der gewissenlosen Verführer, die, wenn sie ihr Opfer genügend ansgekostet haben, sich keine , Skrupel machen, dasselbe dann an einen Mädchenhündler zu verschachern. Zumal sind es jüdische sogenannte Literaten, die : in den Tagesblättern in Romanen und Novellen, in unzähligen > Feuilletons und Theaterstücken der Unsittlichkeit Vorschub leisten, : indem sie als Hanptversechter der modernen Theorie von der Notwendigkeit sich ansznleben, das Recht ans maßlosen Siuneugenuß propagieren und damit zur Lockerung der Sitten beitragen, die den berufsmäßigen Mädchenhändlern ihre Ausgabe so wesentlich erleichtert." Nun folgt ein Kampf mit den Jndenblättern „Neues Wiener Tagblatt" und „Nene Freie Presse" um. Inserate. In der ihm eigenen, vornehmen, konzilianten Manier traktiert er die beiden Blätter solgendermaßeti: „Aber unsere großen Judenblätter lassen es bei dieser indirekten Förderung des Schandgewerbes der Mädchenhändler nicht bewenden. Sie betreiben mit einer Unverschämtheit, die man nicht für möglich halten sollte, wenn man sie nicht täglich neu beobachten müßte, ganz offen in ihrem Inseratenteile das Kuppelhandwerk." Wir fühlen uns nicht im geringsten veranlaßt, die „Jndenblätter" in unsere Obhut zu nehmen — sie würden sich übrigens dies verbeten — wir führten die paar Sätze nur an, um zu zeigen, wie weit die Elephantiasis des „Volksblattes" fortgeschritten ist. Wir möchten nur dieses kern-arische brave Antisemitenblatll fragen, ob es auch den Börsenjuden gegenüber — wenn sie inserieren — dieselbe Sprache führen. Eine naive Frage, direkt hinterwälderisch, aber sie mußte gestellt werden. Wir lesen weiter: „Der Kongreß ist gestern im Wiener Rathause empfangen worden, wo gottlob seit langem ein antisemitisches Regime etabliert ist, und er wurde auch vom antisemitischen Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses begrüßt. Die sich bietende Gelegenheit, die Rolle zu beleuchten, die das I u d e n t u m im Mädchenhandel spielt, wurde leider versäumt. In Nr. 7460 vom 7. Oktober 1909 schreibt das Blatt weiter: „Die ganze Konferenz scheint nur den Zweck zu haben," — ja, ich zitiere wörtlich — „den Leuten Sand in die Angen zu werfen. Die Konferenz soll der Schirm und das Schild sein, hinter dem die Juden den -Mädchenhandel und die Jndenpresse den dazu gehörigen Knpplerdienst weiter entfalten und ansgestalten können. In der Gesellschaft, die da aus dem Kongresse beisammen ist, sind auch einige Leute, denen bie scheinbare Bekämpfung des Mädchenhandels rein nur Geschüstszweck ist. . . Nach unseren Informationen wird die Jndenfrage und die Frage der Knppelinserate absolut nicht berührt werden." Lauter Worte, für die der Sprecher verdiente, daß man ihn. nach Art der Parther, durch Einschütten von glühendem Golde in den Mund bezahlte. In Nr. 7459: „Die Judenfrage lösen, heißt, in der Hauptsache den Mädchenhandel beseitigen, weil bei einer radikalen Lösung der Judenfrage den Hanptengrossisten im Mädchenhandel ihr schmutziges Handwerk gelegt ist." Der Schrei nach der Polizei ist um so lächerlicher, je weniger er gehört wird, und wir haben uns ihn schon lange abgewöhnt. Wir wissen, daß wir moralisch vogelsrei sind; wir wissen, daß es jedem Pülcher freisteht, über die Inden zu schimpfen, zu Mord und Totschlag zu reizen nach Herzenslust; wir wissen, daß der § 303 sich nicht ans die Inden bezieht. Aber Freiherr von Härdtl hat erst vorige Woche feierlich betom, die Juden sind eine Konfession — welches Glück für Herrn Hofrat Gomperz! Von Herrn Knranda, dem Demütigen, und Herrn Löwenstein, dem Schönen, sehe ich ab — und das „Volksblatt" beschuldigt das Judentum, nicht die Inden, daß es den Mädchenhandel sördert; es beschuldigt die Konferenz, daß sie nur zu diesem Zwecke znsammenbernfen ist, um ein Schirm und Schild zu sein, hinter dem die Inden den Mädchenhandel und die Jndenpresse den dazu gehörigen Knpplerdienst weiter ensalten und ansgestalten können. Fand die Staatsanwaltschaft hier gar keinen Anlaß, das objektive Verfahren anznwenden? Wenn schon nicht den Inden zuliebe — die stehen einmal moralisch außerhalb des Schutzes der Gesetze — doch der Konferenz gegenüber, die von den Staaten offiziell beschickt 'wurde. Existiert denn nicht eine inlernationate Höflichkeit? Hai Gras Aehrenthal dem Anslande gegenüber keine Pflichten? Und hat nicht die Staatsanwaltschaft die Pflicht, wegen Beleidigung einer vom Staate anerkannten Konfession und Beleidigung fremdstaatlicher Funktionäre das sllbjektive Verfahren einznleiten? Es wird nicht geschehen, wir sind nicht so naiv, daran zu glauben. Aber andererseits dürfen wir diese bodenlose Gemeinheit ans uns nicht sitzen lassen; die israelitische Knltnsgemeinde muß öffentlich diese Perfidie znrückweisen. es müssen auch Volksversammlungen abgehalten werden und es muß auch das Ausland aufmerksam gemacht werden, damit es sich gnc überlege, bevor es sich in Wien versammelt; es mnß der antisemitische Willkommen aller Welt verkündet werden. Wir dürfen diese Tollhänslerei über uns nicht ruhig ergehen lassen. Zacherlin, Terpentin! Und wir dürfen es stolz tun; wir können uns auf einen einwandfreien Zeugen berufen, ans Ernst Vergani: „Als gestern im Privatkreise auch der Leitartikel der gestrigen Ausgabe des „Deutschen Volksblattes" besprochen wurde, erklärte man ganz entrüstet: ,Nicht die Juden in Galizien, sondern die polnischen Hocharistokraten seien die gefährlichsten Müdchenhändler?" (Siehe „Deutsches Volksblatt" vom 7. Oktober 1909, Nr. 7460.) *) Also ans Ihr offiziellen Vertreter des Judentums, tut euere Pflicht! Zn den Waffen! — Die Wahlreform fnr die Äutronnnn. Die mit der Wahlreform für die Bukowina im Entwurf des Permanenzansschnsses geplante Bildung einer jüdischen Kurie ist nunmehr durch die Regierung endgiltig abgelehm worden. Dienstag, den 5. Oktober erschienen namens des Nationalvereines in Oesterreich dessen Vorstandsmitglieder Adolf B ö h m, Dr. Jakob K o h n und Dr. Karl P o l l a k beim Minister des Innern Baron H aerdtl, um im Einvernehmen mit dem durch die polnische Bewegung im Lande festgehaltenen Obmann des jüdischen Klubs Abg. Dr. S t r a n ch e r den in dem Entwurf für die Landtagswahlordnung in der Bukowina enthaltenen Vorschlag zur Schaffung einer jüdischen Kurie des Bnkowinaer Landes Line weitere Aufklärung, wo Mädchenhandel betrieben wird, erhalte»! wir im Abendblatt der „Zeit" vom t2. (Oktober d. 3. Das genannte Blatt schreibt daselbst unter dem Schlagwort: „L i n e B a c 0 n i n als Mädchenhändlerin" Folgendes: „Aus Frankfurt wird uns telegraphiert: Den Ermittlungen der Kriminalpolizei gelang die Aufdeckung eines internationalen Mädchenhandelbureaus, das. von einer Baronin 0. Randow geleitet wurde. Die Baronin wurde verhaftet. Ls ist erwiesen, daß zahlreiche junge Frankfurter Mädchen, vielfach auch aus besseren Gesellschaftsklassen, in pariser öffentliche Häuser verschleppt wurden". Man sieht also,' Fräulein Pappenheim und die pariser Alliance hätten vor ihrer eigenen Türe mehr Arbeit als in der Polakei. Leider kann ihre Intervention nichts nützen, da es sich um raffenreine Arier handelt.

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