Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 31 (6.8.1909)
- Date
- 1909-08-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31. Die Wahrheit Seite 7. Prachtvoller Vortrag, wie auch seine schöne Teuorstimme fanden allgemein lebha ten Beifall. Oberkantor Kopfstück wurde auch nachher mehrmals auf- .gefordert, etwas Chasonus vorzntragen und unter dem Dargeborenen wurde ein Mischeberach, komponiert von Herrn Oberkanlor Josef Kijewsky in Preßburg (Verfasser des Werkes Schir chodosch), besonders beifällig aufgenommen. Meran. Die verflossene Saison des Kurortes i'lbertraf durch ihre (Frequenz alle vorhergehenden, was ein Beweis sür das Aufblühen Merans ist. Ebenso wie die Kurverwaltung für die Errichtung jener Institute sorgt, die ein moderner Kurort verlangt, so haben auch die Königswarterstiftung und der Verein „Asyl für mittellose kranke Israeliten" in Meran in diesem Fahre bewiesen, daß auch sie, so weit es in den Bereich ihrer Pflicht fällt, sich ihrer Aufgaben in dem Weltkurorte Meran bewußt sind. Die Königswarterstiftung hat ihre Sorge auf eine repräsentable Behandlung und Verwaltung der Knltnsangelegenheiien gelenkt und sich durch den von allen Tempelbesuchern rühmend anerkannten Gottesdienst, ferner durch Besorgung des Religionsunterrichtes und schließlich die Anlage des neuen Friedhofes, der von derselben die größten Opfer forderte, großes Lob verdient; größer ist das Verdienst des noch ganz jungen Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten", der mit erstaunlicher Kraft und Energie das großartige Genesungsheim mit an 100 Betten aus dem alten kleinen 'Asyl mit 14 Betten geschaffen hat. Seit 26. Jänner 1909 stand das Genesungsheim in vollem Betriebe und rechtfertigte das Vertrauen, das der Vorstand in den ärztlichen Leiter Dr. med. Kores und den geschäftsführenden Vizepräsidenten gesetzt hat. Durch die ganz außergewöhnliche Arbeitskraft dieses Herrn war es möglich, das humanitäre Werk zu schaffen nnd in so kurzer Zeit . in Betrieb zu setzen. Es waren in den wenigen Monaten der ersten Frühjahrssaison über 100 Pfleglinge aus aller Herren Länder fast alle die ganze Saison hindurch im Hause in 'Pflege, und darf sich die Anstalt rühmen, sehr günstige Resultate erzielt zu haben. Das Genesungsheim wurde von vielen illnstren Persönlichkeiten besucht, so insbesonders M. 1l. Dr. Schlesinger, Professor an der Wiener Universität, M. II. Dr. Stiller, Professor an der Universität in Budapest, M. U. Dr. Münzer, Professor an der Prager Universität, welche übereinstimmend in dem uneingeschränkten Lobe des Genesungsheimes sagen, daß man durch die tadellose Reinlichkeit nnd Ordnung überrascht i st nnd daß wir in Oesterreich glücklich sein können, für unsere Glaubensgenossen eine solche Heilstätte zu besitzen. Die Anstalt, welche streng rituell geführt wird, wird mit 26. September wieder den Betrieb aufnehmen, nnd beweist die große Zahl von Anfnahmsgesuchen, daß dieses Hans eine segensreiche Notwendigkeit ist. Wir sehen dem diesjährigen Jahresbericht mit Interesse entgegen und wünschen dem Hanse das beste Gedeihen nnd lenken die Aufmerksamkeit aller Menschenfreunde und Wohltäter auf dieses eminent humanitäre Werk. Szenic;. Der seit Jahren in S a u d o r f a, (einer Filialgemeinde von Szemczj, herrschende Unfriede, durch den auch das religiöse Leben im allgemeinen in ganz deroute Zustände gelangte, ist durch das energische Eingreifen unseres verehrten Herrn Bezirksrabbiners Dr. Marmorstein aus Szenicz und durch die weise und zielbewnßte Leitung, durch welche der Herr Oberstuhlrichter Dr. S z a l e die Verhandlungen zu günstigem Abschlüsse brachte, endlich geschlichtet worden. Als Zeichen des günstigen Resultates dient, daß der Präses der Gemeinde, Herr Großgrundbesitzer Jakob Deutsch jun., auf seine Forderung von 600 Kronen, welche er bei der Renovierung des Bethauses verausgabte, verzichtete. Budapest.. Unter dem Vorsitze des Kanzleipräsidenten Moriz Mezey hielten die Distriktspräsidenten der neologeu Kulrusgemeinden dieser Tage eine Konferenz ab, über welche wir aus dem offiziellen Berichte folgendes entnehmen: Die Versammlung war infolge politischer Verhältnisse erst für den Herbst geplant, aber inzwischen sind die staatlichen Subventionen angelangt nnd das Interesse einzelner armer Gemeinden erfordert es, daß die Verteilung dieser Unterstützung keinen Aufschub erleide. Der Staat hat dieses Jahr für die Kongreß-Gemeinden 43.000 Kronen bewilligt. (Ein Betrag von gleicher Höhe wird staatlicherseits den orthodoxen Genieinden zugewendet.! Nach eingehendem Gedankenaustausch hat die Versammlung beschlossen, die die vitalen Interessen der Konfession berührenden Fragen erst in den Herbstmonaten vorznnehmen. Die Kanzlei teilte der Versammlung .mit, daß das Streben des Kultusministers und seines Staatssekretärs dahin gehe, daß die auf dem Gebiete der Verwaltung aufgetauchten und eben nicht ans politischen Gründen entstandenen Schwierigkeiten beseitigt werden und daß die jüdische Frage zur Zufriedenheit der gesamten .Konfession ehestens gelöst werde. Ein, wenn auch bescheidenes Zeichen dafür, ist der Umstand, daß die für die jüdische Konfession festgesetzte Staatsnnterstütznng von 90.000 lüvoimi im Budget für das Jahr 1910 auf 120.000 Kronen erhöht werden wird. Heidelberg. Bei dem ersten offiziellen Besuche, den das badische Großherzogpaar vom 1. bis 3. Juli der Stadt Heidelberg abstattete, wurde auch der Bezirksrabbiner Dr. Pinkuß vom Großherzog zur Audienz befohlen. Beim Beginne derselben betonte der hohe Herr, er habe Wert daraus gelegt, auch den Rabbiner bei sich zu sehen. Dann erkundigte er sich nach den Verhältnissen der israelitischen Gemeinde nnd folgte mit offensichtlichem Interesse den Ausführungen, welche der Bezirksrabbiner machte. Im Laufe der Unterredung bemerkte der Großherzog nochmals, er habe Herrn Dr. Pinkuß zu sich gebeten, um zu zeigen, daß ihm alle seine Untertanen gleich nahe ständen. Bezeichnend für die zarte und rücksichtsvolle Art des hohen Herrn war die Frage: „Ich habe Sie doch nicht gestört, es ist heute Samstag?“ Da die Audienz Samstag 1 Uhr stattfand, konnte der Rabbiner versichern, daß der Gottesdienst längst vorüber sei. Der Großherzog wünschte dem Rabbiner den Segen Gottes für seine Tätigkeit; mit dem Ausdruck der Freude, ihn bei sich gesehen zu haben, schloß er die Audienz, die in der erfreulichsten Weise dartat. daß unser jetziger Fürst gegen die israelitischen Bürger seines Landes von der gleichen, gerechten und vorurteilsfreien Gesinnung erfüllt ist, wie sein Vater, unser unvergeßlicher Großherzog Friedrich I. — Auch zu der feierlichen Eröffnungssitzung der Heidelberger Akademie, an der das großherzogliche Paar teilnahm, hatte Herr Dr. Pinkuß eine Einladung erhalten. Konstantinopel. Anläßlich der Grundsteinlegung für das Denkmal zu Ehren der gefallenen Freiheitshelden planen die hiesigen Juden eine großzügige Feier, an der alle jüdischen Vereine teilnehmen werden. Der Großrabbiner der türkischen Inden, Nahiiin, wird eine Ansprache in türkischer Sprache halten. Alsdann wird eine Standarte entfaltet werden, die in hebräischer, türkischer und französischer Sprache die Aufschrift trägt: „Den für die Freiheit gefallenen Kriegern, die dankbaren Inden." Bekanntlich haben besonders die Inden Salonikis sich vielfach beim Zuge gegen Konstantinopel ausgezeichnet und durch opferwillige Spenden zum Gelingen des Werkes nach besten Kräften beigetragen. Netv-Nork. Bor kurzem fand hier die Gründung einer „Allianz rumäni s ch e r Iud eu in Ameri f a" stakt. Zum Ehrenpräsidenten wurde Professor Dr. Salomou S ch e ch t e r gewählt, der in längerer Ansprache die Organisierung philantropischer Anstalten für die rumänischen Juden in Amerika nnd die Unterstützung rumänischer Einwanderer als Hauptziele der Allianz hinstellre. Als erste Aufgabe stellte sich die nengegründete Allianz die Errichtung eines Altersversorgnngshauses für rumänische Juden. Zum geschäft-führenden Präsidenten wurde Herr Max Rubin und zum Schriftführer Louis D i a m a n d gewühlt. Doranzeige. In der nächsten Nnmmer beginnen wir mit der Veröffentlichung der neuesten Novelle unseres geschätzten Mitarbeiters, Herrn Adolf Heinrich L a n d a n, betitelt „Ein neues Licht." In derselben schildert der junge Schriftsteller das Leben in einer kleinen Judengemeinde nnd das Wirken eines neuen, modernen Rabbiners in trefflicher Weise. Die packenden Szenen, sowie die schöne Schilderung werden das Interesse unserer geehrten Leser in hohem Maße fesseln. Die Redaktion. Austritte uns den» Indentnn». H o f m a n n Wilma, geb. 22. März 1887 in Wien, ledig, Sprachlehrerin IV. , Schleifmühlgaffe 2. F r ä n k e l Feige, geb. 10. Jänner 1885 in Przywalicha, ledig, XL., Vorgartenstraße 67. P l o ß Fritz, geb. 29. Oktober 1875 in Wien, ledig, Kaufmann, IX., Liechrensteinftraße 17. Baß Wilhelm, geb. 21. Oktober 1889 in Wien, ledig, Kellner, VII., Urban Loritzplatz 5. Schienzel Gabriele, geb. 17. Juli 1895 in Wien, ledig, Private, V. , Kompertgasse 6. Mandl Jos. Otto, geb. 9. Jänner 1891 in Krakau, ledig. Pravater, HL, Davortegasse 2. Kende I r m a, geb. 23. August 18t6 in Wien, ledig. Private, VI. , Gnmpendorfelstraße 28. Richard G r ü n f e l d. geb. 10. März 1878 in Wien, ledig, Privatbeamrer, IX., Elisabeth-Promenade 21. E ni m a Winirskp, geb. 27. November 1878 in Wien, ledig, XVI., Neulerchenfelderstraße 45. Elisabeth Fritz, geb. 26. Mai 1883 in Wien, ledig, Schneiderin, IX., Brünnlbadgasse 3. Dr. Jos. Lud w. B r u n st e i n, geb. 8. Mürz 1841 in Czernowitz. verh., Hof- und Gerichtsadvokat, I.. Krugeritraße 13. Sofie B r u n st e i n geb. Lechner. geb. 7. April 1845 in Czernowitz, verh., Advokatensgartin, I., Krugeritraße 13. Helene Marie B r n n st e i u. geb. 16. November 1880 in Wien, ledig, I., Krngerstraße 13. L e o p. G l a t t a u, geb. 27. November 1880 in Wien, ledig. XVI., Wichtelgasse 41. Georg Simon, geb. 5. Mürz 1895 in Wien, Privater, XVIII., Pötzleinsdorserstraße 90. Elemente S i m o n, geb. 1869 in Wien, Private, XVIII., Pötzleinsdorferstraße 90. Johanna Etzelsdorser geb. Edelhofer, geb. 23. Jänner 1855 in Hetzmannsdors, verh., Private, IV., Schleifmühlgaffe 13. Margarethe K o h n, geb. 12. April 1877 in Wien, ledig, VI., Dürergasse 9. Hans St o ti u, geb. 27. Avril 1903 in Wien, ledig. VI., Türergasse 9. Wally Dnschni tz, geb. 1. Mai 1887 in Wien, ledig. Private, I., Rathaus straße 3. Rachel Anna Maria S r l a ß n y. geb. 13. Oktober 1905 in Wien, XVIII., Pötzleiusdorfersiraße 90. Leopold Reich, geb. 1. August 1873 in Szobotist. geschieden, Kellner, VI., Liniengasse 39. Dr. Emil Rechert, geb. 24. Mürz 1868 in Wien, VII., Kircheng. 41.