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Die Wahrheit · 1909-04-23 · Heft 16 (23.4.1909) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 16 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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irue 10 Die Watnvell nt. 16 zum Cbmaim, Ignaz B u ch w a l d, Kaufmann, zum Obmannstellvertreter, Beny Deutsch. Kaufmann.^ zum Schriftführer, Hugo Schwarz, Beamter der Kreditanstalt, zum L-chriftführerstellvertreter, Adolf Frankel, Lederhändler, zum Kassier und Nafrali B r a u d e i s, Kaufmann, zum Kassierstellvertrcter. Wien. Samstag, den 24. April, 1/ß Uhr abends findet im Restaurant Tonello, II., Ödere Donaustraße 99, die XII. ordentl. Generalversammlung des Vereines „K i n d e r h e i tu", . Verein zur Gründung und Erhaltung von Heimstärren für verkrüppelte, rekonvaleszente und schwache Kinder jüdischer Konfession, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Kafiabericht. 3. Bericht über die Heimstätte in Laa. 4. Bericht der Revisoren. 5. Eventuelle Anträge. Im Anschlüsse an die Generalversammlung Vortrag des Herrn Georg S ch m t e b 1 : „Das psychologische Moment im heutigen Unterrichte". Gäste willkommen! Wien. Samstag, den 24. April, lO'/z Uhr vormittags, findet in der Synagoge „Berb-Jsrael", II., Leopoldsgasse 29, die Barmizwa des Sohnes des Herrn Rabbiners M a y e r s o h n, Isaak, statt. Gratulationsempfang und Festrede des Konfirmanden um 4 Uhr nachmittags in der Wohnung. II., Schwarzingergafie Nr. 2. Wien. (Todesfall.) Mittwoch, den 15. d. M. fand von der Zeremonienhalle des ZentcalsriedHofes das Leichenbegängnis des Herrn Abraham Moses Z e l l n i k, des Vaters des Chordirigenten im Sradtrempel. Joses Z e l l n i k, unter großer Beteiligung statt. Der Verstorbene, der enr Alter von 84 Jahren erreichte, erwarb sich durch sein ehrliches, überaus frommes Wesen zahlreiche Freunde und Verehrer, die auch erschienen tvaren, dem Dahmgeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Von der Beamtenschaft der Kultnsgemeinde waren die Amtsleiter Brau n, B r ö s l e r und F r e > st a d t erschienen. Die Trauergesänge wurden vom 1. Kantor I u r b e r g e r mir Chorbegleirung vorgerragen. Am Grabe widmete Herr Otto Liebling als Obmann des Vereines „086 chesed", dessen langjähriges Mitglied der Verstorbene ivar, demselben einen tiefempfundenen Nachruf. Sodann rezitierte Kantor Sch. Weiß das „DI mole rachmim" in ergreifender Weise. Wien. Dienstag, den 20. d. M. wurde der im 59. Lebensjahre plötzlich verstorbene Vertreter der Eisenhandlung Herm. Frankl L S ö h n e, Herr S. F r e s ch e l, in Anivesenheit von zahlreichen Trauergästen, der Chefs sowie der Beamtenschaft zu Grabe getragen. An der Bahre hielt seitens der Firma Herr Kraus einen Nachruf, in welchem er die Verdienste würdigte, die der Verblichene sich durch seine 28jährige Tätigkeit in diesem Hanse erwarb. Er ruhe in Frieden! Wien. (Ein bemerkenswertes T e st a m e n t.) Nach langem Leiden ist Samstag, den 17. d. M. mittags in seiner Wohnung, I., Schortcnring 25. der Privatier, Herr Markus Engel im Alter von 85 Jahren gestorben. Herr Engel hinterläßt einans Mobilien und Immobilien bestehendes Vermögen im Gesamtwerte von etwa 4 Millionen Kronen. In seinem Testamente soll Herr Engel die Verfügung getroffen haben, daß für den Fall, als seine einzige, bereits in vorgerückten Jahren stehende Tochter unverheiratet bleiben oder in kinderloser Ehe sterben sollte, sein Vermögen, bestehend aus einem Kapital von 1,400.000 K, dem Hause Schottenring 10 und zwei Häusern in der Kaiser Josefstraße, einer Stiftung mr wohltätige Zwecke zufallen solle. Die Einkünfte hätte die israelitische ' Kultusgemeinde in der Weise zu verwalten, daß sie Wohltätigkeits-Instituten und Vereinen, aber nicht durchwegs jüdischen znznfließen härten. Der Kultnsgemeinde ist bisher noch keine offiizielle Mitteilung betreffs des Testaments zngekommen. Wien. (Die Ausgrabung des alten Jericho.) Wie aus Palästina mirgereilt wird, ist die Ausgrabung des alten Jericho, die von der Deutschen Orientgesellschaft auch in diesem Jahre fortgeführr wurde, unter Leitung von Professor Dr. Sellin, der bis vor Jahresfrist die Lehrkanzel für alttestamentliche Wiffenschaft an der evangelisch-theologischen Fakultät in Wien innchatte, nunmehr beendigt, und der genannte Gelehrte befindet sich bereits auf der Heimreise. Durch diese Ausgrabung, deren Ergebniffe auf den verschiedensten Gebieten als sehr bedeutsam zu bezeichnen sind, ist zum erstenmal im vollen Umfange die Forrifikation einer kananitischen Stadt ausgedeckt und ein großer Teil des Innern derselben aus kauanitischer wie jüdischer Zeit freigelegt. Viele Touristen konnten ui diesem Frühjahre die mit einzigartiger Sorgfalt dem Schoße der Erde wieder abgerungenen gewaltigen Ruinen bewundern. Die keramischen Funde im Innern der Häuser waren bedeutende. Von besonderem Jnrereffe ist ein großes Gebäude, der späteren jüdischen Ansiedelung, in dem mit höchster Wahrscheinlichkeit der Wohnsitz des jüdischen Wiedererbauers der Stadt, des im 1. Königsbuche. Kap. 16. Vers 34, genannten Chiel, des Zeitgenossen von König Ahab, vermnret wird. Eine kleine Schürfung, die in den letzten Tagen der Grabung zwecks Aufnahme des ausgedehnten Ruinenfeldes aus römischer Zeit vorgeuonimcn wurde, führte die glücklichen Finder auf die Zieste des Winrerpalais des Königs Herodes, dessen Lage bis jetzt völlig unbekannt war. Bade». <N e u w a h len.) Am 18. d. M. fanden in der israelitischen Kultusgemeinde Baden Neuwahlen der Vertretungskörper start. Wiedergewählt in den Kultusausschuß wurden die Herren: Moritz L e i r n e r, Sigmund R a u s u i tz. kais. Rat Dr. Emil 8! a a b, Simon Mand I, Jakob Koh n. Anton Schneider, Albert Deutsch, Moriz D a n i e l. Alois F l e i s ch m a n n, Bernhard R o s n e r, Ludwig L a ck e u b a rfi e r; neugewählt: Herr Alfred L e i t n e r; als Ersatzmänner wurden gewählt die Herren: Gottfried Flaschner, Philipp 8t o t h o l z. Leopold W e i ß in a n n und Mathias Adler. Als Verrranensmänner in den verstärkten Kultusausschnß wurden gewählt die Herren: Ernst Hönigsberg, Ignaz Lederer, Alexander Spitzer, Gustav Oeden bürge r, Adolf K o h n, David Daniel, Max L ö b l, Adolf Weiß, Dr. Max Bauer. Bronislaw Herz, Max Schwarz und Dr. Felix Hör n. Die Konstituierung des Vorstandes findet in 14 Tagen statt. Triesch. (B e r l o b u n g.) Sonntag, am 11. April feierten. Fräulein Rahel ©tern,. Tochter unseres Mitarbeiters des Rabbiners¬ und Schriftstellers Dr. M. L. 2 t e r n s. A., nno Herr Alfred Galand a u e r, Bankbeamter in Halberstadt, ein Sohn des gelehrten Rabbiners niid Schriftstellers Heinrich G a l a n d a n e r s. A., in Soborten ihre Verlobung. Herr Knltnsvorfteher B. Münch verkündete mit herzlichen Worten der Freude die Verlobung, woraus Toaste der Brüder der Braut, Drs. Immanuel und Viktor Ster n folgten, sowie des Ortsrabbiners und der Schwester der Braut, strick, rneck. Agathe, welche Glückwünsche durch Tankesworte des Bräutigams erwidert wurden. Berlin. Das Deutsche Bureau der „Alliance Israelite Universelle" versendet soeben den Bericht des Herrn Rabb. Dr. Porges-Leipzig, den er jüngst über die mit Herrn Prof. Dr. Israel Levi-Paris unternommene Inspektionsreise zu den Orientschnlen der Alliance erstattet hat. Der Bericht, der in seinen Einzelheiten bedeutsame Aufschlüsse über das Knlturwerk der Alliance gibt, kommt zu folgenden Ergebnissen: 1) Die Anklagen, die gegen die religiöse Richtung der Allianceschulen, gegen die religiöse Führung ihrer Lehrer und ehemaligen Schüler vorgebracht wurden, sind unbegründet, irrtümlich erhoben oder tendenziös erdichtet oder auch nngerechlsertigte Berallgemeinernngen bedeutungsloser Einzelfälle. 2) Der Religionsunterricht an den Allianceichnlen, iveit entfernt davon, das jüdisch-religiöse Gefühl zu schwächen, hat vielmehr dazu beigetragen, dieses Gefühl zu stärken und der Heranwachsenden Jugend aufrichtige Liebe zum Judentum, wie auch Verständnis und Eifer für die Ehre des Judentums einzuflößen. Der von der Alliance zuerst eingeführte Unterricht in der jüdischen Geschichte hat sich als iverrvvlles Mittel zur Hebung des jüdisch-religiösen Sinnes bewährt. 3) Der hebräische Unterricht an den Allianceschulen ist durchschnittlich genügend, an einigen Schulen sogar sehr gut. Verständnis aller leichteren Stücke der Bibel im Urtext wird in, der Mehrzahl der Knabenschulen erreicht, genaue Kenntnis des Gebetbuches und geläufiges Beten überall von Knaben und Mädchen, das Auswendigwisien eines großen Teiles des Gebetbuches und die volle Beherrschung des gottesdienstlichen Gebeistoffes von den Knaben. Wo der hebräische Unterricht zu wünschen übrig läßt, liegt die Schuld an den pädagogisch ungeschulten Lehrkräften, den Rabbinern alter Schule, denen nach hergebrachter sesisteheiider Sitte der hebräische Unterricht in den Gemeinden des Orients anvertraut wird und vorerst nicht aus den Händen genommen werden kann. Sache der Alliance wird es sein, hierin eine Besserung anzubahneii und allmählich herbeizuführen. Der Unterricht, wie auch die religiöse Erziehung und die damit eng verbundene sittliche Ausbildung, die die Schüler und Schülerinnen der Alliance erhalten, entspricht durchaus den religiösen, sittlichen und materiellen Bedürfnissen der dortigen israelitischen Bevölkerung. 4) Es ist eine Verkeniiuilg und Entstellung der Tatsachen, wenn gesagt wird, daß die Schulen der Alliance nur wenig zur geistigen, sitr-' lichen und wirtschaftlichen Hebung der Gemeinden beigetragen haben. Das Gegenteil ist der Fall. Weitreichend und tiefgehend ist der Segen, den die Allianceschuleu gestiftet haben. Was die Türkei an besseren Elementen unter den Juden aufzuweifen hat, die vielen durch Bildung, Wohlhabenheit, Lebens- und Ehreiistellnng, durch Einfluß nild Ansehen hervorragenden Israeliten der Türkei, insbesondere die leitenden Männer in den größeren Gemeinden, sind fast alle durch die Schulen der Alliance hindnrchgegangen. Gewesene Schüler der Alliance stehen überall an der Spitze, wo es gilt, Bildung und Wissen zu verbreiten. Wohltun zu üben, Gutes anzuregen und zu fördern, die Ehre des Judentums zu vertreten und zu erhöhen, das Wohl des Vaterlands zu heben und zu mehren. Von den Schülern und Schülerinnen der Alliance ist die äußere Hebung und innere Kräftigung des Judentums im Orient ansgegangen, und auf diesem Wege wird der geistige, sittliche und wirtschaftliche Fortschritt der jüdischen Bevölkerung wie bisher immer weiter sich vollziehen. Paris. Die in Paris wohnhafte Witwe des Militärarztes Felix, die vor wenigen Wochen heimgegangen ist, hat der Ecole Normale Orientale, d. i. der Alliance Israelite Universelle, 400.000 Francs vermacht. Austritte aus dem Judentum. Schwarz Lydia A m a l i a. Privare, ledig, geb. 22. Dezember 1666 in Wien, IV.. Plößlgaffe 1. Urmaun rekte T r a u b, Techniker, ledig, geb. 23. Juli 1683 in Czrrnowitz, IV., Waaggasie 19. Wächter S i g m n n d, Kaufmann, ledig, geb. 5. Mai 1871 in Wien, II.. Praterstraße 35. Brock F a n n i, Frifenrin, ledig, geb. 27. März 1883 in Trebitfch, II., Mathildengasse 4. Bondy Margarethe, ledig, geb. 13. Februar 1886 in Neubidschow (Böhmens II., Ob. Donaustraße 29. Haller rekte Vogl Mendel, Buchhalter, ledig, geb. 20. Juni 1864 in Stanislan, V., Schöiibrnnnerstraße 21. B o n d y geb. Stein A it it a, Private, geschieden, geb. 9. September 1861 in Prag. DL, Porzellangasse 45. Krasny M a x, Bankdirektor, verh., geb. 1. Jänner 1859 in Wien, IX.. Türkenstr. 15. A d l e r O s k a r, geb. 18. Oktober 1889 in Wien, Liesing, Wienerstr. 22. L a n d a u A l f o n s, k. k. Hauptmann i. d. R., ledig, geb. 2. Oktober" 1867 in Lemberg, I., Kärutnerring 15.

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