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Die Wahrheit · 1909-04-16 · Heft 15 (16.4.1909) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 15 (16.4.1909)
Date
1909-04-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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eeitv 10. Tie Wavrheu ■Ur. 15 Blumenspenden überreicht und die stürmischen Hervorrufe, welchen er von , der Direktiousloge aus entsvrach, waren wohlverdiente und vollberechtigte. Wir hoffen bestimmt dieses Festspiel bei paffender Gelegenheit wieder und immer wieder anfgeführt zu sehen, weil es ein wahrer „Kiddusch Haschern", eine echte und rechte Heiligung des Gvttesgedankens darstellt, geeignet, das Judentum und seine Bekenner zu festigen und zu veredeln. Dem Festspiele, das. wie wir erfahren, demnächst im Buchhandel erscheinen wird, folgte die Aufführung des Lustspieles „D as Heirat sn e st", von den ersten Kräften des Bürgertheaters in geradezu vollendeter Weife zur Darstellung gebracht. Das Stück fand reichen, ungeteilten Beifall und die Künstler stürmische Hervorrufe. Theaterdirektor F r o n z des Bürgerrheaters widmete spontan, aus Anlaß der vollgelungenen Vorstellung den Betrag von K 100'— dem Tempelbaufonds. Jamnitz Für die hiesige Kulrusgemeinde ist Herr M. P re mitte (Schüler des Oberkantors Bauer) als Kantor gewählt worden und hat derselbe sein Amt bereits angetreten. Kiteratnr. Oft und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Hcransgegeben von Leo W i n z. Verlag von Ost u ii d W e st. Berlin 8. 42. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraelite Universelle". 9. Jahrgang. Heft 4. April 1909. Inhalt: „Ein moderner Religionsvhilosoph." (Mit Porträt.) Bon Rabb. Dr. M. Eschelbacher. „Victor Scharf." (Mit 12 Illustrationen). Voii A. S. L e v e t u s. „Die Abbrändler." Von Mendele Mocher Sfori m. „Beim Roosevelt- Professor." Von Max S ch a ch e r l. „Revue der Revuen." „Die Chacham Baschi-Wahl." (Mit Illustrationen.) „Die Palästinareise des Dichters Ludwig August Frankl." Von Dr. Eugen Wölbe. „Die hebräische und jargonische Presse im Jahre 1908." Von Josef L i n. „Literarische Rundschau." M i t t e i l ii n g e n a u s d e m Deutschen Bureau der „Alliance Jsraelite Universelle": I. Die Orientschulen der „Alliance Jsraälrte Universelle." II. Bericht des Herrn Räbb. Dr. P o r g e s in Leipzig über seine Inspektionsreise. Oktober 1908 bis Februar 1909, erstattet in der 6. Tagung. der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft am 16. Februar 1909. UL Notizen: a) Henry Seligmann, Frankfurt a. M. d) Siebenzigster Geburtstag, c) Frankfurt a. M. d) Jüdische Einwanderung in New-Tjork. e) Neue immerwährende Mitglieder. — Inserate. gute gebildete Iran. Von Babette Fried. (Fortsetzung.) Natürlich," siel Gundel lachend ein, „der gute Vetter- Anton weiß ja nicht, daß Fräulein Kunigunde Barta ein Töchterchen hat, sonst hätte er auch Dich eingeladen.. Nun, wir wollen's versuchen. Nach Schulschlnß packen wir unsere Koffer und dann: aus nach Wien in die Weltausstellung!" „Aber wird mich Frau Fischer auch entbehren können? Sie braucht mich dringend, denn seit sie augenleidend geworden, kann sie ja die Leihbibliothek nicht allein führen." „Sie muß Dich entbehren, dann soll halt der Moritz sich mehr brauchen lassen. Wir fahren. Basta! Und jetzt keine Einrede mehr, sonst werde ich böse." „0, nur das nicht, Du gutes Tantchen, denn ich freue mich ja so auf Wien und die Ausstellung. Und darf ich der Frau Fischer erzählen, welches Glück mich erwartet?" „Geh nur, Du Wildfang, Deine Freude ist ohnehin keine vollkommene, so lange Du sie nicht der Frau Fischer mitgeteilt hast!" Auch im Fischerschen Hause hatte sich in den letzten Jahren ein wohltätiger Umschwung vollzogen. Der dem Ehepaar von der Lehrerin zur Verfügung gestellte Geldbetrag hatte nicht nur die drückende Schuldenlast des Meisters vollständig getilgt, sondern auch hingereicht, das Geschäftchen zu heben und zu stärken, so daß sein Ertrag weit bedeutender wurde, als ehedem. Auch der Einstich des humanen Pfarrers, welcher den keinen Unterschied des Glaubens und der Nationalität kennenden Wohltätigkeitssinn des Fischerschen Ehepaares achtete, hatte dem Unternehmen dadurch eine Einnahme zugeführt, daß er in seiner Eigenschaft als Katechet veranlagte, daß sowohl das Lehrpersonal, als auch die Schüler der städtischen Institute ihren Bedarf an Schreibmaterialien und Büchern daselbst deckten. So kam es, daß Fischers Kräfte sich dem immer aufstrebenden Geschäfte als unzulänglich erwiesen und er zur Aushilfe und zur Buchführung seinen Sohn Moritz nach Hause nehmen und noch später andere Hilfskräfte zuziehen mußte. Die Leihbibliothek wurde von Frau Rösl sehr verständnisvoll geleitet, und jeder Abonnent war sicher, diejenigen Werke aus ihrer Hand zu erhalten, welche seiner Individualität und seinem Bildungsgrade angemessen waren. Ein Buch, das Frau- Fischer empfohlen, das mußte schön sein, das galt für ausgemacht.. Zur Hilfe hatte sie sich aus Wunsch ihrer Freundin Gundel die Elise herangezogen, mtb ihre immer schwächer werdende Sehkraft machte alsbald diese Hilfe notwendig. Durch diese neue Beschäftigung ließ sich jedoch Frau Rösl nicht verhindern, wie ehedem Liebeswerke auszuübeu. Durch das Erlöschen der Seuche wurde ihr längeres Verweilen an dem Krankenlager nicht mehr notwendig, es genügte ein kurzer Besuch' in den Krankenstuben, und die veränderten Vermögeusverhältnisfe ermöglichten es ihr, den Hang zum Wohltun nach Herzenslust zu befriedigen. Die vorgeschriebenen gottesdienstlichen Handlungen, die Dinge, deren Frnchtgenuß schon in dieser Welt zustatten kömmt, und die ein Keren Kajemes, ein ewiges Halt im zukünftigen Leben sichern, ausznübeu, konnte sie sich nunmehr frei gestatten: Ehrfurcht gegen Greise und gegen ihre im Grabe schlummernden Ellern, Barmherzigkeit gegen alle Bedürftigen, fleißiger Besuch der Synagoge und mit innigster Andacht verrichtetes Gebet, weitgehendste Gastfreundschaft, Pflege der Kranken, auch jener mit einer ansteckenden Krankheit behafteten, Ausstattung armer, besonders verwaister Bräute. Beteiligung bei der Leichenfeier und endlich Friedensliebe aus jedem Gebiete. Auch dasjenige, das allen diesen gottesdienstlichen Handlungen die rechte Weihe verleiht, ja, was nach dem Ausspruch unserer Weisen dieses alles überstrahlt, dasjenige, was ihr als einem Weibe naturgemäß versagt bleiben muß, das sollte ihr jüngstes Kind ausüben, nämlich das Studium der Gotreslehre. Robert war es Vorbehalten, den sehnlichsten Wunsch seiner Mutter in Erfüllung zu bringen, ein Gymnasium zu absolvieren, gleichzeitig aber dem Talmudstudium zu obliegen, und sich so auf seine Laufbahn als Rabbiner vorzubereiten. Das Verhältnis des Fischerschen Ehepaares zu einander war ein inniges geworden, nachdem Gundel ihrer Freundin alle Fehler vor Augen geführt hatte, welche sie sich ihrem Manne gegenüber zu Schulden kommen ließ, und dieselbe auch seither ihr Benehmen gegen ihn aufs vorteilhafteste geändert hatte. Dankbar nahm Eli die Veränderung wahr, welche mit seinem von ihm hochverehrten Weibe vorgegangeu war und das in seinem Munde so verletzend wirkende Wort: „eine gebildete Frau" kam nie mehr über seine Lippen. Mit Gundel wurde noch immer ein eifriger Verkehr unterhalten und Elise teilte redlich ihre Zutieignng und ihr dankbares Empfinden zwischen ihren beiden Wohltäterinnen Gundel und Rösl. (Fortsetzung folgt.) Woliz. K. k. priv. Lemberg-Czernowitz-Jassy Eisenbahn-Gesellschaft. Der gefertigte Verwaltungsrat gibt sich die Ehre, bie Aktionäre der k. k. priv. Lemberg-Czernowitz-Jaff'y Eisenbahngesellschaft zu der am Samstag, den 24. April 1909, um 10 Uhr vormittags, im Saale des Oesterr. Ingenieur- und Architekten-Vereines in Wien <1., Eschenbachgasse 9), stattfindenden 53. (ordentlichen Genera l-V e r s a m mlung einzuladen. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht des Verwaltnngsrates über die Geschäftsführung im Jahre 1908 2. Bericht des Revisions-Ausschusses über den.Rechnungsabschluß pro 1908. 3. Antrag des Verwaltnngsrates über die Verwendung des Reinerträgnisses. 4. Wahl des Revisions-Ausschusses. 5. Wahlen in den Verwaltuugsrat. Jene Herren Aktionäre, welche der General-Versammlung beiwohnen oder ihr Stimmrecht nach Maßgabe der Statuten ansüben wollen, haben i h re A kt i en bis in klus i v e 16. Apri l 1909 in Wien bei der k. k. priv. österreichischen Länderbank; in Prag bei der Filiale dieser Bank; in Graz bei der Wechselstube der Steiermärkischen Eskomptebank und der Filiale der k. k. priv. österreichischen Länderbank; in Lemberg bei der k. k. priv. galizischen Aktien-Hypothekenbank; in Krakau, Czer nowitz oder T a r n o p o l bei den Filialen dieser Bank; in Berlin bei der Berliner Handelsgesellschaft, der Deutschen Bank, der Nationalbank für Deutschland und der Bank für Handel und Industrie;, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank; in Stuttgart bei der Würtembergischen Vereinsbank; in Paris bei der Banque Imp. Eoy. Privilegien des Pays Autrichiens Succursale de Paris; in London bei der Anglo-Austrian-Bank und der Filiale der k. k. priv. österreichischen Länderbank mittels doppelt ausznfertigender Konsignationen (wozu Blaukette bei den genannten Kassen unentgeltlich verabfolgt werden)- zu erlegen und erhalten mit der Empfangsbestätigung hierüber die Legitimationskarte zur General-Versammlung. Im Vertretnngsfalle müssen die auf der Rückseite der Legitimationskarteu vorgedruckten Vollmachten eigene händig unterfertigt werden.

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