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Die Wahrheit · 1909-03-05 · Heft 10 (5.3.1909) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 10 (5.3.1909)
Date
1909-03-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 8. Tie Walullen Nr. 10 -Herren, so auch in der Papierhandlung Berta Löhr, Tuchlauben 7 (Bazar), zu haben. Ihre gefällige Mitwirkung haben bisher zugesagt: Frau Mela Mars, vom Theaterkabaret „Hölle", mit besonderer Erlaubnis der Direktion; Frl. Emmi Gärtner (Schule Prof. Robinson); Frl. Grete Finkler, genannt die kleine Zwerenz; Kinderreigen, arrangiert von Herrn Adolf Viola, am Klavier Frl. Fantschi Millhofer; Mister Floh, Gesangshumorist, rc. rc. Musik: Kapelle des k. u. k. bosn.-herz. Infanterie-Regiments Nr. 1. Tanzarrangeur: Herr Adolf Viola. — In Anbetracht des hehren Zweckes, dem das Erträgnis dieser Veranstaltung gewidmet ist, wäre ein zahlreicher Besuch desselben zu wünschen. Wien. (Israelitischer T e m p e l-B e re i n Brigittenau). Montag, den 1. März d. I. fand im Kaffee Körner, XX., Wallensteinstraße 2 eine außerordentliche Generalversammlung des Brigittenauer Tempel-Vereines statt mit der Tagesordnurg: „Ernennung eines Ehrenmitgliede s." Nach Eröffnung der Versammlung berichtete der Vorsitzende, Vereinsobmaun Herr Hermann Ellbogen, daß der Vorstand beschlossen habe, den Mitgliedern die Ernennung des Herrn Jakob Gold» ex znm Ehrenmitgliede in Antrag zu bringen. In Begründung dieses Anrrages führte der Vorsitzende aus, daß Herr G o l d n e r seit mehr als 20 Jahren dem Vereine, seit mehr als Vj2 Dezennium dem Vereinsvorstand angehöre. Während dieser langen Zeit habe Herr Goldner als Tempelvorsteher den heiligen aber schweren Dienst unverdrosien und in mustergiltiger Weise versehen und vieles dazu beigetragen, daß der Gottesdienst in unserem Tempel würdevoll und erhebend gestaltet wurde. Der zu Ehrende habe sich um den Verern auch dadurch unvergängliche Verdienste erworben, daß er viele kostbare Tempelgeräte für unser Gotteshaus spendete und daß er — so oft es sich um ein sördernswertes Werk handelte — sei es der Bau oder die Verschönerung des Tempels, sei es die Errichtung oder Erhaltung unserer Bibelschule — stets opferwillig und werktätig mithalf und nnteingrisi. Herr Goldner sei auch allenthalben im Bezirke als Wohltäter und Menschenfreund bekannt und beliebt. In weiterer Ausführung seiner Rede ersuchte der Obmann die Versammlung, den Antrag des Vorstandes, Herrn Goldner zum Ehrenmitgliede zu ernennen, einhellig und ohne Debatte zum Beschlüße erheben zu wollen. Nachdem Herr Dr. Heinrich Schreiber in kurzen Worten den Antrag aus Ernennung des Herrn Goldner zum Ehrenmitgliede befürwortet, wurde die Abstimmung vorgenommen, welche die einhellige Annahme dieses Antrages ergab. Wien. (I ü d i s ch e r B ü r g e r v e r e i n „I t 0" i n W i e n XV.) Donnerstag, den 11. d. M. findet im Saale des Kinderhortes XV. Herklotzgasse 27 die Generalversammlung des Vereines statt, in der nach den programmmäßigen Rechenschaftsberichten und Neuwahlen die Herren Kultusvorstand und Bezirksrat Dr. Isidor Samuely, Gemeinderat Hos- und Gerichtsadvokat Dr. Oskar Hein und Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Jakob Engel über aktuelle Fragen des Judentums sprechen werden. Beginn präcisc 1/2 9 Uhr. Wien Am 7. Adar, 28. Februar, fand die konstituierende Generalversammlung des „Vereines der Sabbatfrennde, Schomre Schabbos" im Turnsaale der Talmud Thora-Volksschule statt, den der Vorstand derselben sreundlichst zur Verfügung stellte. Die Versammlung war sehr stark besucht, ein gutes Omen für die Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Gründung in der an jüdidischen Vereinen gewiß sehr reichen Wiener Gemeinde. Im Namen der Proponenten begrüßt Herr P a p p e n h e i m die Anwesenden, speziell die Herren Rabbiner F ü r st (Adas Jisroel), der die Bildung des Vereines angeregt, Dr. F e u ch t w a n g, vom Knltusvorstaude delegiert, K r a in e r für das Nabbinat, Chacham P a p o der türkischen Gemeinde, Fürst jr., Dr. Hahn, S ch ö n f e l d, Winter sowie die Vertreter verschiedener Vereine. Redner rekapituliert kurz die Aufgaben des Vereines und erwähnt mit besonderer Freude, daß alle Fraktionen hier vertreten sind, was für den Erfolg bürge. Entschuldigungsschreiben sind eingelaufen von den Herren Rabbiner M a y e r so h n und Dr. R o s e n m a n n, die dem Vereine ihre Kräfte zu widmen Zusagen. Herren Rabbiner Dr. Bach, Bauer und David ließen sich entschuldigen. Obmann der deutschen Sabbatfreunde Herr M. A. L ö b, Frankfurt a. M., bedauert nicht abkommen zu können. Beitrittserklärungen sind eingelaufen von Prag, Graz (Fabrikant Adler telegrafisch), M.-Ostrau, Boskowitz, Franzensbad, Brünn rc. Herr Rabbiner K r a m e r überbringt im Namen des Herrn Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n den Ausdruck der wärmsten Sympathien für die Vereinsziele, denen sich Redner anschließt. (Lebhafter Beifall). Herr Dr. F e n ch t w a n g gibt im Namen des Knltusvorstandes der Freude Ausdruck, daß ein Verein ins Leben gerufen wird, der für die Erhaltung und Kräftigung des religiösen Lebens besonders ersprießlich wirken könne und versichert selben des werktätigen Interesses des Kultnsvorstandes. Redner verbreitet sich in kurzen aber gewohnt meisterhaften Worten über die hohe Wichtigkeit der Vereinsziele. Diese Ennnziationen werden von der Versammlung mit rauschendem Beifalle ausgenommen; Vorsitzender dankt den Vorrednern im Namen der Versammlung und ersucht sie, ihren Mandanten diesen Dank zur Kenntnis zu bringen. Herr Bernhard Hofbaner, Obmann der orthod. Vereinigung, gibt wertvolle Anregungen bezüglich der Schulkinder. Herr S. Fischer spricht zur Ansklärungspropaganda, Herr M. Ne nm a n n führt Fakten ans seiner Praxis an. Vorsitzender teilt mit, daß bezüglich der Wahlen an die Proponenten (von denen noch die Herren G. A u st e r l i tz, Bond i; I. u. M. Hofbauer anwesend sind) Vorschläge gelangt sind, aus denen sich eine Liste ergibt, bezüglich deren Vorlage die Versammlung zu entscheiden habe. Die Verlesung wird verlangt und mit Akklamation genehmigt gewählt erscheinen die Herren: G. A n st e r l i tz, S. B o n d i, D. Bi schoss werde r, E. Deut s ch, M. Fe l s e nb u r g, I. G o l d s ch m i d t, M. Hofbaner, M. N a s ch, N. P o l l a k, I. Schiss. Angestellte Herren: R. Eiland, L. H i r s ch l e r, I. L ö w i, I. S t e i n f e l d M. S t e r n. Revisoren: Herren Wolf P a p p e n h e i m, Adolf R o s e n t a l. Der Vorstand wird sich demnächst konstituieren, sofort seine Tätigkeit beginnen und den Sitz des Vereines bekanntgeben. Alle Verehrer der Schabbos-Jdee werden gebeten, den Verein nach jeder Nichtung zu fördern. Wien. Vergangenen Donnerstag, am 25. Feber fand in der schön dekorierten Zeremonienhalle des Joiesstädter Tempels um *j2 5 Uhr nachmittags im Beisein des Vorstandes, des Herrn Rabbiners Dr. Bane r. Herrn Oberkantors Q u a r t i n und eines hiezu berufenen Minjan die Beschneidung des neugeborenen Söhnchens des Herrn Georg Ritter von K l a r v i l l statt. Die Beschneidüngsoperation wurde vom Herrn Dr. Adolf Herzfeld in gewohnter Weise ausgesührt. Hierauf wurde nach vorangegangenem, kleinem improvisierten Mahle vom Herrn Oberkantor Quartin das Tischgebet verrichtet, wo dann Herr Rabbiner Dr. Bauer eine warme gehaltvolle Ansprache an den Vater als Balberith hielt, womit das religiöse Fest schloß. Wien. Ueber das aktuelle Thema: „Die Inden in der neuen Türkei" sprachen am Dienstag, den 23. Februar abends im Cafe „Concordia" vor Damen und Herren, die recht zahlreich erschienen, die Herren Davis T r i e t s ch, einer der angesehensten Führer der Zionisten, von Herzl nur in dem Punkte divergierend, daß er auch Gegenwarts- Arbeit berücksichtigt sehen will, namentlich auf dem Gebiete wirtschaftlicher Tätigkeit, ferner Agronom A. Aronsohn, beide in Jaffa für die zionistische Sache erfolgreich tätig und endlich Pastor Eberhard — früher in Jaffa — derzeit auf dem Heimwege nach dem Mecklenburgschen begriffen. Geleitet wurde die aus den besten Elenienten bestehende Versammlung in unparteiischer Weise vom Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Jakob Kohn — der, was oratorische Begabung anbelangt — als Meister und Muster gelten kann. Herr Trietsch referierte über die politische Lage der Juden in der Türkei, deren Zahl etwa eine halbe Million beträgt, davon entfallen auf Jerusalem etwa 53000 und auf die kleineren Städte Jaffa, Safed, Tiberia 7— 6000 Juden, die Zahl der gewählten 4 Abgeordneten im neuen Parlament entspreche daher relativ der Gesamtzahl der Bewohner. Herr Aronsohn unterschied ganz richtig zwischen praktischer Landwirtschaft und wissenschaftlicher Agrikultur und empfahl zum Schluffe die Einigkeit allen Parteien des Judentums, dem Namen des Lokales entsprechend, in welchem die Verhandlung stattfand, um wesentliche Erfolge zu erzielen und Pastor Eberhard befürwortete schließlich im Interesse der Kultur die Bestrebungen der Kolonisten. Tyrnau. (Preßburger Komitat.) Ein langandauernder, strenger Winter ist im allgemeinen als schweres Uebel anzusehen; umso empfindlicher jedoch ist diese strenge Winterszeit für die Armut, die ohnedies unter' der allgemeinen Teuerung der Lebensmittel viel zu leiden hat. Doch das goldene jüdische Herz bewährt sich zu jeder Zeit. Das humane Gebot der heil. Schrift: „Du sollst dein Haus öffnen für deinen Bruder, dem Armen und Dürftigen in deinem Lande" wird von unseru mildtätigen Glaubensgenossen jederzeit ausgeübt und betätigt. — Seit vielen Jahren besteht in der hies. Kultusgemeinde unter dem Namen „Ez Chajim" ein humanitäter Verein, der sich's zur Aufgabe gestellt, an hiesige arme jüdische Familien Heizmaterial zu verteilen. In diesem Winter hat der Verein seine humane Tätigkeit in besonders lobenswerter Weise erfüllt, indem derselbe die Holzverteilung einigemale wiederholte. Auch der Frauenverein, die Chewra Kadischa und der Poel Zedek-Verein tragen ihr Scherfleiu bei, um die Not der Armen zu lindern. Dem Verdienste seine Krone. Unser Oberkantor. Herr Osias Kopfstück, der erst seit kaum zwei Jahren hiev fungiert, hat sich während dieser kurzen Zeit sowohl durch seinen lautern Charakter, als 'auch durch seine Leistungen als Kantor die vollste Sympathie des Vorstandes sowie der Gemeindemitglieder verdient gemacht. In der jüngstens stattgehabten Ausschußsitzuug wurde demselben ohne darum anzusuchen, eine auf weitere drei Jahre lautende Anfnahmsurkunde ausgefertigt und gleichzeitig sein Jahresgehalt erheblich aufgebessert. Hamaskir. Preffburg. Oberkantor A. Schwaczkin ist infolge seiner fachmännischen Tüchtigkeit und seiner streng religiösen Lebensführung von der hiesigen orthodoxen Kultusgemeinde definitiv angestellt worden.

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