Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1909
- Issue
- Heft 8 (19.2.1909)
- Date
- 1909-02-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8. Die Wahrheit. Teile 7. -Selbst durch Worte soll nuui es nicht wagen, im Geschäfte einen Inden oder Nichljuden zu täuschen. (Cdul. 94.) Wer einen zum Verkaufe bestimmten Gegenstand einen täuschenden Glanz gibt, um ihn dadurch leichter an den Mann bringen zu können, verdient als Betrüger gebrandmarkt zu werden. (B. Mez. 60.) Der .Käufer darf überhaupt nicht durch Verheimlichung irgend eines an dem zu verkaufenden Gegenstände haftenden Fehler getäuscht werden. (Maim. H- Mech. 18.) Ferner lehrt Maimonides: Es ist strengstens verboten, jemanden, er sei Jude oder N i ch tj u d e. zu täuschen, zu betrügen, oder ihn durch falsche Verrechnung zu übervorteilen, denn es heißt in der Thora: 'Wechischew im konehu, man muß mit dem Käufer streng, gewissenhaft und redlich abrechnen. (Hilch. Genewa 17. 8.) (Fortsetzung folgt.) Verschiedene Nachrichten. Wien. Freitag, den 19. Februar d. I., abends, Predigt im Stadttempel und im XXI. Bezirke. Holziueistergasse. Wien. (V o r t r a g s z y k t u s aus jüdischer Geschichte, .Literatur und K u l t u r.) Donnerstag, den 25. Februar 190V, präzise V2S Uhr abends, findet im Festsaate des Ingenieur- und Architekrenvereines, I., Efchenbachgasfe 9, ein Bortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwatd statt. Thema: „Mark Antokolski." Mit Borfi'lhcnng von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien (Verband der i f r. R e l i g i o n s l e h r e r an de n .österr.Mi r r e l s ch u l e lr.) Der Ausschuß des Verbandes hat in seiner letzthin abgehalrenen Sitzung beschlossen, einen weiteren Schritt für die Gleichberechtigung der Religionslehrer an Mittelschulen nach der Richtung zu unternehmen, daß die Eisenbahiilegitimation in Zukunft gleichmäßig allen israel. Religionslehrern zuerkannt werde. Ferner hat der Ausschuß beschlossen, sein Augenmerk daraus zu richten, daß in manchen offiziell eingeführten Leie- und Lehrbüchern Stellen Vorkommen, lvelche, vielleicht ohne es zu beabsichtigen. Inden und Jndentnin in einem ungünstigen Lichte erscheinen lassen. Der Verband beabsichtigt, eine Intervention nach dieser Richtung. In gleichem Sinne soll der Schädlichkeit gewisser Jngendschriften, die den Schülern in den Schillerbibliotheken zugänglich sind, in geeigneter Art entgegeiigew:! kr werden. Endlich har der Ansichuß den Beschluß gefaßt. mit den deideil derzeit bestehenden Landesverbäiiden für Böhmen und Galizien wegen eine!? engeren Zusammenschlusses in Verkehr zu treten. Wien. („O e st e r r e > ch i s ch - I s r a e l i t i s ch e U n i v n.") Die „Oesterreichisch-Jiraelirische Union" veranstaltet Mittwoch, den 24. d. M.. l/,8 Uhr abends, im großen Saale des Hotel Gnrh, II., Srefanlestraße 14, eine Bereinsveriammlniig in welcher Herr Knltnsvorsteher Dr.J. 2 a m u e l y einen Vortrag über das höchst aktuelle Thema: „D i e R e s o r m der A r m e n p f l e g e" halten wird. Wien. (B e t h - H a m i d r a s ch T a l m n d - T o r a h, II., Malzgasse 16.) Freitag, den 19. Februar d. I., '>,8 Uhr abends, findet daselbst ein Vortrag des Herrn Rabbiner H. Schenk statt. Thema: „Agadah ans dem Talmud." — Freirag. den 26. Februar d. I., um */,8 Uhr abends, wird Herr Professor Moriz A n t s ch e c l einen Borrrag abhalten. Thema : „Aus dem Lande unserer Väter." — Freitag, den 5. März d. I., um */,8 Uhr abends, beschließt Herr Rabbiner G o l d st e i n die diesjährige Wintersaison der Freitag-Abende mit dem Vortragsthema : „Esras Leistlingen für das Jndentnin." Wien. (B e t h a n s v e r e i n „Am Bolkerr".) Ein ebenso seltenes als schönes Doppelfest wurde am verflossenen Sabbathe „Jithro" in dem Vereinstempel „Am Volkert" gefeiert. Herr Jakob G r i tz. der seit dem 1. Mai 1876 die Stelle des II. Kantors und Sekretärs in diesem Tempelvereine bekleidet, beging an diesem Tage das Fest seiner öOsahrigen Amtstätigkeit als Chasan und Kore und zugleich die Feier seines 70jährigen Geburtstages. In bedeutend größerer Zahl versammelten sich die Mitglieder des Tempelvereiiies und ebenso unterließen es nicht die obersten Führer des Vorstandes, sowie die Bethansvvrstände, durch ihr Erscheinen der zu veranstaltenden würdigen Feier Glanz und Nachdruck zu verleihen. Nachdem von dem Jubilar mit jugendlicher Frische und Stimme der Wochenabschnitt vorgetragen und derselbe zum Mafcir anfgernfen worden war. rezitierte Oberkautor G i b l i ch m a u n mit von Herzlicherl Gefühlen beseelter Stimme einen das Dopvelfest beiilhalrenden Segenssprnch, der der andächtig lauschenden Menge inniges Mitfühlen entrang. Sodann bestieg der Vereinsrabbiner Herr I. L. A b e l e s die Estrade, ans der der Wochenabschuitt vorgelesen wurde, um mit geistiger Schärfe und an der Hand sinniger und zutreffender Zitate das Lebensbild des jilgendfrischen und rührigen Jubilars zu schildern, der wegen seines stets tadellosen Betragens als der geeignetste Scholiach-Zibur erscheint, der als der allerletzte Sproß ans den Uranfängen des Teinpelvereines herüberragt und den ursprünglichen Minjanver.'in erstehen hals. Nach dem Mnssaphgebete begab sich der versammelte Vorstand in die Wohnung des Jubilars zum Kidusch, wobei sich erst das würdige Doppelfest in ein wahres Familiensest verwandelte. Auch bei diesem Feste .zeigte sich der allseits hochgeschätzte Obmann Herr Adolf S ch r a m e k als der fürsorgliche Berater des Tempelvereines und. zugleich als Vater seiner Beamten, indem er die gemäß Mehrheitsbeschlüße bestimmte unzureichende Ehrengabe einerseits anläßlich des Thoraansruses durch eine ansehnliche Spende erhöhte, andererseits dem Jubilar einen reich verzierten Pokal als Angebinde znkommen ließ. Diesem hehren Beispiele folgten sochann der für die Interessen des Tempelvereiiies stets fürsorgliche Lbmannstellvertrerer Herr Elkan Bauer, sowie der Schriftführer Herr Dr. Moriz K o h n. Zum Schlüsse möge noch erwähitt werden, daß Herr Oberkautor Bauer dem Festgotresdienste als Vertreter des Kantorenftandes beigewohnc hat. Möge nun der allseits beifällig anfgenommene Wunsch und Segenssprnch des Vereinsrabbiners in Erfüllung gehen, daß es dem Jubilar noch viele und viele Jahre vergönnt wäre, diesem heiligen Amte zu obliegen. Wien. Vor wenigen Tagen beging Herr Oberkanror Jacob L ö w e n s o h n. der nach vieljähriger kontoraler Wirksamkeit m hervorragenden Gemeinden sich nunmehr hier ins Privatleben zurückgezogen hat, seinen siebzigsten Geburtstag und aus diesem Anlaß ist es wohl augezeigt, einen kurzen Blick auf den Lebens- und Bernfsgaug des Jubilars zu werfen. Als Sohn eines berühmten Chasan» hat sich Löwensohn seit frühester Jugend dem jüdischen Gesang gewidmet und war zunächst bei seinem Baker als Singerl und Meschorer tätig. Sein erster Kantvrvosten war Szenitz in Ungarn, doch da er das Bedürfnis nach weiterer Ausbildnug fühlte, ging er nach Wien, wo er bei Professor Läufer und Kantor Fischer musikalischen, gesanglichen und liturgischen Studien oblag. Mit tüchtigem Fachwissen ansgestarret. fungierte er hieraus in ausgezeichneter und anerkeunenswerter Weise in Mißlitz, Esseg, Preßburg, Brüx und zuletzt in Prag und überall erfreute er sich großer Beliebtheit. Möge es nun dem Jubilar gegönnt sein, nach langer Amtstätigkeit die Muße seiner Lebensjahre in vollster körperlicher und geistiger Frische zu genießen. Wien. Am Ausgange des letzten Sabbath wurde im hiesigen Verein ,Ilaoliasiks Hadassein gutes Werk begründet, das sicherlich im Laufe der Zeit für die Kranken Palästinas viel Ersvrießliches wirken dürfte. Es fand nämlich die Konstimiernng des Unterstntznngsveremes für die Insassen des Spitales „Bikur Cholinr* in Jerusalem statt und wurde Herr Rabbiner Mayersohn znm Obmanne. Rabbiner Dr. Rosenm a n n znm Obiiiannstellvertreter und gar. Dr. Jsak Landau znm Schriftführer gewühlt. Wien. Jüngsten Samstag feierte der II. Kantor des Temvels „Beth Israel" seinen 70. Geburtstag und wurde aus diesem Anlässe mit der Rezitation des Mafrir beehrt. Der Gesamivorstand, dem sich Rabbiner M a y e r s v h n und Oberkanror 2 ch o r r anschlosseu, gratulierte korporativ. Außerdem wurden dem Jubilar vielfache Ehrungen zuteil. Wien. In der Blüte ihres Daseins wurde die einer hochangeseheuen und wahrhaft religiösen Familie entstammende Frau Adele Stern plötzlich hinweggerafft, und zeigte sich benn Leichenbegängnisse, das Freitag, den 13. d. M., bei äußerst zahlreicher Beteiligung starrfand, die große Beliebtheit, deren sich die Verblichene, welche durch 14 Jahre im Brigitrenauer Frauenverein ersprießlich wirkte, in allen Kreisen zu erfreuen harre. Herr Rabbiner Dr. A b e l e s würdigte in einem liesempfundenen Nachrufe die vielfachen Tugenden der allzufrüh ihrer Familie Entrissenen und Oberkantor B a s s e r versah mit ergreifendem Gesänge die liturgische Funktion. Wien. Am vorigen Sonntag wurde Herr Ezechiel F a n t l im Alter von 83 Jahren zu Grabe getragen und beteiligten sich bei der Beerdigung ganz besonders die Mitglieder des Berhausvereines in der Rembrandtstraße. wo der Verblichene trotz seines hohen Alters zu den regelmäßigen Besuchern gehörte. Im Hinblicke darauf widmete Herr Rabbiner K r a m e r dem Dahiugeschiedenen einen ehrenden Nachruf und Kantor R e g n e r trug die Tranergebere in ergreifender Weise vor. Der Verklärte, der seiner würdige nnd im sozialen Leben hervorragende Söhne hinterläßt, gehörte der konservativen Richtung im Jndentume an und in diesem Sinne und Geiste erzog er auch seine Kinder. Wien. Vorigen Dienstag fand die Beerdigung der im hohen Alter von 78 Jahren verstorbenen Frau Resi Dukes geb. Bauet bei zahlreicher Beteiligung, vom Zentralfriedhofe aus. statt, linier den Leidtrageilden befand sich deren greiser, seit Jahren erblindeter Garte und deren Kinder, darunter der II. Kanror der Talmud Thora und der Klausrabbiner Ezechiel Dukes aus Alrona, welcher seiner Mutter einen wehmütigen Nachruf hielt. Auch Rabbiner Schenk von der Talmud Thora sprach Worte des Trostes am Grabe, ivo Herr Oberkanror Wirt m a n n das BI mols radiwiiiri-Gebec in wahrhaft ergreifender Weise vortrug. Wien. Dienstag, den 16. d. M.. fand das Leichenbegängnis des im 18. Lebensjahr verschiedenen hoffnungsvollen Gymnasiasten Albert Elia s, Sohn des Religionslehrers der türk. Gemeinde Herrn Samuel Elias, statt. Die Funktion versahen Rabbiner P a p o nnd Kantor L ö w i t. Am Grabe rezitierte Oberkanror Bauer das „Xtenucha-Xechona“. Linz. Bei der am 14. Februar 1909 startgehabren Neuwahl des Vorstandes und der Vertrauensmänner ivurden nachstehende Herren gewählt : Benedikt Schwager, Knltnsvorsteher, Dr. Hermann Schneeweiß, Vorsteher-Stellvertreter. Als Kulrusvorstand-Mirglieder die Herren: Jofef V e i r l e r, Arthur 11 n g e r. Sigm. Kafka. Bernhard T a u s s i g, Karl E p st e i n, Alberr Tändle r, Heinrich Freund. Simon Schuber t, Leo A l b r e ch t nnd Josef P o l l a ck. Als Ersatzmänner : Josef Töpfer. August B i e g l e r und Ingenieur Alfred P i s k. Kohljanowitz. linier allgemein verehrter Rabbiner. Herr Adolf L ö w y, feierte anl 12. d. M. mit seiner biederen Gattin F a n n y, geb. E p st e i n das Fest der silbernen Hochzeit. Bereits 17 Jahre versieht der Herr Rabbiner in unserer Gemeinde sein Amr in überaus erivrießlicher Weise und crsrenr sich hier allseitig der größten Beliebtheit. Daher wurde auch das schöne Familleufest, das er an der Seile seiner Gattin beging, von dem Knlrusvorstande und den Gemeindemltgliedern gern zum Anlaß mannigfacher Ovationen genommen, die dem Jubelpaare bereitet wurden. Szenicz. Unter großer Beteiligung der hiesigen Bevölkerung wurde der allgemein geachtete Herr Josef Reichsfeld zur ewigen Ruhe bestattet. Bezirksrabbiner M a r m o r st e i n hielt dem Dahingeschiedenen einen - tiefempfundenen Nachruf. Die kanrorale Funktion versah Kantor Saunet.