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Die Wahrheit · 1909-02-19 · Heft 8 (19.2.1909) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 8 (19.2.1909)
Date
1909-02-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile 8. Die Wahrdett ‘Uv. 8 tzine gebildete Iran. , Von Babette Fried. (Fortsetzung.) Die fehlenden Geschichtswerke und Klassiker werden wir bei dieser Gelegenheit ebenfalls antiquarisch erstehen, denn mir liegt daran, daß dieses Unternehmen nur aus gediegenen, lehrreichen Werken bestehe, und die sogenannten! Kolportageromaue jetzt wie in Zukunft ausgeschlossen bleiben. j Das notwendige Kapital gebe ich natürlich her; den Betrieb j zu leiten, bist Du von mir ausersehen, und die höchsti wahrscheinlich in unansehnlichem, wenn nicht gar defektem Znj stände sich befindlichen Werke unserer Geistesheroen in eine i saubere, feste Uniform zu kleiden, wird die Aufgabe unseres! fleißigen, geschickten Buchbinders sein. Für eine mäßige Leih- I gebühr, welche wir später nach reiflicher Berechnung festsetzen! werden, wird diese also errichtete Leihbibliothek jedermann zu-! gänzlich sein, und deren Ertrag bleibt dann Dir zur Verfügung! als Entlohnung für den mit der Verwaltung verbundenen Zeitj aufwand. Für weitere Anschaffungen werde ich dann von Zeit! selber sorgen, und wenn unsere Liefet dann älter wird, mag sie j Dir an die Hand gehen, denn Du hast an dem Kinde mindestens > eben solch' begründete Ansprüche, als ich selber."! Die Lehrerin hatte einfach und ruhig gesprochen, und so , sachlich, als handelte es sich um ein geschäftliches Unternehmen,! von dem sie für sich bedeutende materielle Vorteile erwarte,! anstatt daß sie mit erheblichen Geldopfern ein wohltätiges Institut * ins Leben rufen wolle. Fünftes Kapitel. Rösl saß, begierig lauschend, der Lehrerin gegenüber. Sie genante sich nicht, daran zu glauben, daß nicht nur die drückende Geldsorge vou ihrem und ihres Mannes Haupte genommen werde, sondern daß sie auch für die Zukunft eine so ergiebige Einnahmequelle zu erwarten habe, und noch dazu, indem sie sich fortab mit lauter Büchern zu befassen haben werde. Ihr heller Geist hatte sofort die ganze Tragweite dieser Idee erfaßt, sie erklärte sich daher auch mit dem Plaue einverstanden, und versprach der Lehrerin, alle ihre Kräfte diesem Unternehmen widmen zu wollen, sowie ihre Kenntnisse und Belesenheit dazu zu verwenden, um den Abonnenten mit ihrem Rate bei der Wahl ihrer Lektüre beizustehen. Es war spät geworden. Rösl mußte an den Aufbruch denken. Unter Tränen verabschiedete sie sich von ihrem kleinen Schützlinge, übernahm im Fortgehen vou ihrer Freundin ein Sparkassenbuch, auf rund 500 Gulden lautend, und begab sich frohen Mutes auf den Heimweg. Es war recht kühl geworden und mit . Behagen empfand Rösl die mäßige Wärme, welche der von Meister Elias inzwischen geheizte große Kachelofen ausstrahlte. Bei ihrem Eintreten rief Fischer erfreut aus: „Gottlob, daß Du da bist, ich war schön recht besorgt Deines langen Ausbleibens wegen. Eben wollte ich den Laden schließen nnd Dich bei der Guudel abholen. Weißt Du, Kind, ich kann die Lehrerin sehr gut leiden, und spreche gerne mit ihr. Im Gespräche mit ihr vergesse ich so ganz, daß ich eigentlich solch ungebildeter Mensch bin." „Das bist Du ja gar nicht, Du Närrchen, das kommt Dir ja nur so vor, und Du eitler Mann, das sagst Du nur deshalb zu mir, damit ich Dir widersprechen soll!" Ganz verblüfft blickte Meister Fischer fein Weib au. So hatte sie ja niemals mit ihm gesprochen, und welche Freundlichkeit und welche Freude strahlte aus ihren Augen. Sie schien ordentlich verjüngt zu sein. Und doch war er vor kurzem so roh gewesen, ihr feine Sorgen zu entdecken, und von ihr Hilfe zu fordern! Wodurch hatte er so viel Freundlichkeit verdient? Es kam aber noch besser! Mit bei ihr ungewohnter milder Stimme sagte sie: „Du könntest wirklich den Laden schließen, Eli, es kommt bei dem Wetter ohnehin niemand mehr. Ich wärme indessen das Nachtmahl auf. nnd dann werde ich Dir etwas Schönes, etwas ganz Schönes erzählen," „Was denn, liebe Rösl?" Volkswirtschaft. K. k. priv. Oesterreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Die 53. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der k. k. priv. Oester reichischen Credi t-A n s t a 11 für Handel und Gewerbe findet Dienstag, den 6. April d. J., abends 5'/, Uhr, im grossen Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines (I., Eschenbachgasse 9) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Jahresbericht des Yerwaltungsrates. 2. Bericht des Revisionsauschusses über den Rechnungsabschluss des Jahres 1908 und Beschlussfassung über denselben. 3. Beschlussfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1908. 4. Beschlussfassung über die Wahlen in den Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisions-Ausschusses für das Jahr 1909. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien samt Coupons oder die deren Stelle vertretenden Depotscheine der Anstalt spätestens am 9. März d. J. als dem statutenmässigen Endtermine zu deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Anstalt (I., Am Hof 6), an Wochentagen von 9—12 Uhr, in Bozen, Bregenz, Brünn, Feldkirch, Gablonz, Görz, Innsbruck, Karlsbad, Laibach, Lemberg, Mähr.-Ostrau, Olmütz, Pola, Prag, Reichenberg, Teplitz, Triest, Troppau und Warnsdorf bei den Filialen der Anstalt: in Budapest bei der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank; in Berlin bei der Direktion der Diskonto- Gesellschaft oder bei der Bank für Handel und Industrie oder bei S. Bleichröder oder bei Mendelssohn & Co.; in Breslau bei dem Schlesischen Bank-Verein oder bei E. Heimann; in Dresden bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt. Abteilung Dresden; in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Diskonto-Gesellschaft oder bei der Filiale der Bank für Handel und Industrie; in Hamburg bei L. Behrens & Söhne oder M. M. Warburg & Co. oder bei der norddeutschen Bank im Hamburg; in Köln bei Sal. Oppenheim jr. & Co.; in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Kredit- Anstalt; in München b. d. Beyerischen Hypothekenu. Wechselbank oder bei Merk, Fink & Co.; in Paris bei De Rothschild Freres. Die Aktien oder Depotscheine sind arithmetisch geordnet bei der Unterzeichneten Anstalt mittelst einer einfachen, bei den auswärtigen Deponierungsstellen mittelst doppelter Konsignation einzureichen. Dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien oder Depotscheine rückgestellt werden. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Mehrere Besitzer von weniger als fünfundzwanzig Aktien können aus ihrer Mitte einen gemeinschaftlichen Bevollmächtigten ernennen, der an der Generalversammlung teilnehmen kann, wenn die Zahl der von ihm vertretenen Aktien wenigstens fünfundzwanzig beträgt. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen anderen stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er die betretende, auf den Hamen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen und eigenhändig zu unterschreiben. Diejenigen Herren Aktionäre, welche hienach in den Besitz von durch Vollmacht übertragene Stimmen gelangen, haben die an sie übertragenen Legitimationskarten (Vollmachts-Urkunden)’ spätestens einen Tag vor der Generalversammlung der Direktion einzuhändigen. Dieselben werden demzufolge eingeladen, die eigenen und die au sie übertragenen Legitimationskarten vom 29. März bis inklusive 5. April d. J. in der Liquidatur der Anstalt während der oben erwähnten Amtsstunden abzugeben, wogegen ihnen eine die Gesamtzahl der von ihnen zu führenden Stimmen ausweisende Legitimationskarte ausgefolgt werden wird. Austritte aus dem Judentum. N a g e l st e i u Mori z, Goldarbeiter, verheiratet, geb. 10. Juli 1859 in Jaroslau (Galizien). VII., Hermanngasse 21. Reiche nberger Johanna geb. S i in o n, verheiratet, geb. 22. September 1879 in Frankfurt a. M., III, Marxergasse 17. Reiche nberger Berthold, Prokurist, verh., geb. 16. Jänner' 1870 in Idingen, Bez. Durlach in Baden, III., Marxergasse 17. Berger Anna, Private, ledig, geb. 24. Februar 1878 in Karlstadl (Kroatien), I., Fi'ihrichgasse 3. Spiegel Ottilie, Korrespondentin, ledig, geb. 21. Dezember 1876in Wien, XVIII., Messer ichmidgasse 15. Freund H a rxy, Privat, verheiratet, geb. 26. August 1876 in Wien. XVIII., Karl Ludivigstraße 27. Schwärs David Julius, Magister der Pharmazie, ledig, geb. 29. Aug. 1877 in Jaroslau (Galizien). II., Wolfgang Schrnälzleg. 19. KoblerOlgageb. P o r g e s, Arztensgattin, geb. 18. August 1874 in Reichenberg. IX., Währingerstraße 15. L u st i g Heinrich, ledig, geb. 23. April 1884 in Wien, X., Jnzersdorferstraße 114. Steiner Emil. Elektromonteur, ledig, geb. 6. Juli 1884 in Wien, II., Sterneckplatz 5. C z e r iv e n k a Ignaz, Revident der k. k. priv. Südbahn-GesellschafL ledig, geb. 29. März 1874 in Wien, IV., Schönburgstraße 42. (Fortsetzung folgt..)

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