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Die Wahrheit · 1909-01-29 · Heft 5 (29.1.1909) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 5 (29.1.1909)
Date
1909-01-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Die Wahrhell 'ILr. 5 virtuose, Paul Schmedes. Konzertsänger, Otto Sto rm, Mitglied des k. k. priv. Theaters a. d. Wien, Karl v. Z e s k a, k. k. Hofschanspieler. Die Musik besorgt die Kapelle I. W. G a n g l b e r g e r unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters. Die Nachfrage nach Karreu ist äußerst lebhaft und sind die noch vorhaudeuen Karten bei den Borstandsdamen, im Konzertbureau Albert Gutmann. I., Operngasie 1, in der Musikalienhandlung Hugo Knepler. I.. Habsburgergasie 2. sowie bei der Tageskassa der Sophien-Säle, III., Marxergasie 13 erhältlich und können auch durch Telephon 15036 bestellt werden. Wien. Am vorigen Samstag fand im Betlokale (II., Rembrandtstraße 32) die Barmizwah des Sekundaners Sal. Neumann. Sohn des Herrn Moritz Neu m a n n, im Beisein des Herrn Nabb. Kramer, der Familie L e i t n e r und vieler Bereinsmitglieder statt. Der Barmizwah trug die Schlnßparascha aus dem Sefer Thora mit großer Präzision verständnisvoll vor, ebenso die Hastora. Nachmittags vereinigte die Gäste ein solennes Mahl im Hause des Festgebers, bei welchem der Barmizwah eine schwungvolle Rede hielt und mehrere Toaste ausgebracht wurden. In später Abendstunde, nach dem Maariwgebete, schloß das schöne erhebende Fest. Tyruau. Das freudige Familienfest, das im Hause unseres sehr beliebten Oberkantors anläßlich der Brith Miloh seines erstgeborenen Sohnes am 18. d. M. stattfand, gestaltete sich durch die zahlreiche Teilnahme der Gemeinde zu einem Familienfest der letzteren. Die Pathenstelle hatte der Präsident, Herr Sam. Diamant bereitwilligstübernommen, während er die Funklion des P“13D dem ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner M. Stein überließ, der bei dem dem Bcschneidnngsseste folgenden Mahle geistreiche Thoraworte sprach. Auch der Bal-Brith gab seinem Danke für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen in ausgezeichnetem Hebräisch tiefgefühlten Ausdruck. Poszouy. Der vom Männergesangverein „S ch i r ch a d a s ch" am Sonntag arrangierte Konzerlabend im überfüllten Saale des Hotels „König von Ungarn" stand auf künstlerischer Höhe. Sämtliche Chöre unter Leitung des Kantors I. Kyjevßky wurden mit stürmischem Beifall des glänzenden Auditoriums gelohnt. Zum vollen Gelingen des Abends trugen die Wiener Gäste Erhebliches bei. Mit ihrer herrlichen Stimme boten die Herren Opernsänger Kirchner und das Mitglied der Wiener k. k. Hofoper Stricks einen künstlerischen Genuß und wurden für ihre gesanglichen Gaben bejubelt. Ein besonderes Moment des Abends bildete die überaus geistreiche, humorvolle Vorlesung des Prof. Rasches ans Wien. Kurz es war ein Abend, dessen künstlerischer Nachhall noch lange fortwirken wird. Zum Schlüße dankte die Vorstehung des isr. Waisenhauses Frau Präsidentin Babette W e l l i s ch, Herr Dr. S t e i n. Herr Ludwig Wiener, dem Komitee für sein selbstloses Wirken, und spendete besonderen Dank dem isr. Männergesangsverein „S ch i r ch a d a s ch". der unter der Leitung des Kantors I. Kyjevßky schon seit einigen Jahren steht und eine Zierde der beiden jüdischen Gemeinden Pozsonys bildet. Stuhlweißcnburg. Montag, den 18. d. fand dasklbst die Bestattung des Herrn Moriz Markusz statt. Die große Beteilignng bei derselben war ein Beweis der Sympathie, welcher sich derselbe allseits erfreute. Rabbiner Dr. Stein herz hielt eine ergreifende Trauerrede, in welcher er die Vorzüge des Verstorbenen würdigte. Die kantorale Funktion versah in erhebender Weise Herr Oberkantor Merson. Der Verblichene ruhe in Frieden! Srklos. Nach zweijährigem anerkannten Wirken wurde unser Oberkantor Herr Samuel R i k o w Sonntag den 14. d. M. vom Vorstande auf unbeschränkte Zeit mit einem Fixum von 8000 Kronen wiedergewählt. gute gebildete Arau. Von Babette Fried. (Fortsetzung.) Da machte er mich, die mit dem Schleier geschmückte Braut, auf die Möglichkeit aufmerksam, der Bräutigam werde aus einem bis jetzt noch ganz unbekannten Gründe es vorgezogeu haben, noch in zwölfter Stunde zurückzutreten; er, Wilhelm, sähe in diesem schon öfter vorgekommenen Falle gerade kein Unglück für mich, nachdem ihm gar oft die Befürchtung gekommen, dag ich für solch einen einfachen Mann, noch dazu in solcher Lebensstellung, keine passende Frau sei, mit einem Worte, daß ich für Fischer viel zu gut sei, zum mindesten sähe er in dieser Verbindung kein Glück für mich. Das junge Ehepaar sprach sich dahin ans: Sie muteten mir die Rückkehr in meine früheren Verhältnisse nicht zu. sondern machten mir folgenden Vorschlag: Ich sei jetzt mit Kleidern, Wäsche, Schnhwerk und allem Notwendigen auf Jahre hinaus versehen; die mir zugedachte Mitgift werde mir selbst übergeben werden. Ich sollte mit diesem allen nach Wien fahren, bei einem von ihnen empfohlenen Lehrer wohnen, dort fleißig studieren, um dann mein Lehrerinnenexamen zu machen. Dann, wenn meine eigenen Mittel dazu nicht ganz ausreichten, werde man mir von anderer Seite behilflich fein, ein Mädchenillstitnt einzurichten, was immerhin eine bessere Lebensstellung sei, als die Frau eines ehrsamen, aber einfachen Handwerkers in einem kleinen, böhmischen Neste zu werden." Hier wollte die Freundin Frau Rösl unterbrechen, doch diese winkte abwehrend mit der Hand. „Lange konnte ich mich mit diesem Vorschläge nicht befreunden. Es schien mir furchtbar zu sein, jetzt unvermählt den Brantschmnck abzulegeu und mit Schmach bedeckt, neuerdings wieder in die Fremde zu ziehen. Doch ein Blick in das treue, blaue Auge meines Gegenüber, der anfmnnternde Händedruck der zarten jungen Frau, flößten mir Mut ein, verscheuchten meine Bedenken. Schweigend reichte ich Wilhelm meine andere Hand zum Zeichen des Einverständnisses, deren Druck er stumm erwiderte; schweigend saßen wir dann beisammen, der Dinge harrend, die nun kommen sollten. Doch horch, was ist das? Ein Blick ans dem Fenster, au dem wir saßen, sagte uns alles. Eine, zwei, drei Landkntschen, die Pferde mit Schleifen aus weißem Band geschmückt. ,Ans ist's? hauchte Hedwig, ,ans mit unserem schönen Plane? ,Aus ist's/ sagte auch ich, aber gewiß aus erleichtertem Herzen. Die Hochzeit verging wie alle üblichen, auch wüßte ich Dir wahrlich nicht viel zu erzählen, denn ich war zu zerstreut, um etwas zu beobachten. Zur Heimfahrt ließ man das Brautpaar allein in einem Wagen fahren. Man wollte uns ungestört lassen. O ja, dies blieben wir auch im wahren Sinne des Wortes. Der junge Ehemann nützte dieses Alleinsein mit seiner ihm eben angetranten Frau auf das vorteilhafteste aus. Er lehnte sich behaglich in die weichen Kissen des Wagens zurück und verfiel in einen tiefen Schlaf, dessen Schnarchen mit dem Geräusche des Räderrollens wetteiferte. Was waren meine Gedanken tvährend dieser Fahrt in die ungewisse Zukunft? Dachte ich etwa daran, daß ich mit einem schlichten, braven Manne vermählt, daß ich daher mit dem heutigen Tage ernste, schwere Pflichten übernommen habe? Nahm ich mir etwa vor, diese Pflichten voll und ganz zu erfüllen, dem Manne, der in mir eine Gehilfin gefunden zu haben glaubte, diese auch sein zu wollen im wahren Sinne des Wortes, seiner alternden Mutter eine treu ergebene Tochter, den Armen eine Wohltäterin zu sein? Nichts von alledem kam mir in den Sinn. Der Schlaf, der meinen mir eben angetranten Mann umfangen hielt, hatte mir die Angen geöffnet. Jeder Funken einer idealen Stimmung, einer edlen Regung erlosch in mir. In allen Romanen, die ich gelesen, habe ich eine ähnliche Hochzeitsreise nicht beschrieben gefunden. Ich erkannte, daß ich meinem Manne immer langweiliger werde, und daß er auch dies Gefühl bei mir hervorbringen wird. Mein einziger Gedanke war dahin gerichtet, wie ich mir das Leben an seiner Seite erträglich machen könnte. In den Kreisen, in denen ich mich bisher wie ein Familienglied meiner Herrschaft bewegte, hatte ich gar oft Gelegenheit, die Beobachtung zu machen, daß Ehen zwischen Personen ungleichen Bildungsgrades nur dann erträglich werden, ja hie und da glücklich zu sein scheinen, wenn beide Teile, frei von äußerer Sorge und umgeben von dem notwendigen Komfort, dahin streben können, sich gegenseitig näher zu treten und zu ergänzen (Fortsetzung folgt.) Anstritte ans dem Judentum. Bodausky Wilhelmine. ledig, Näherin, geb. 23. Dezember 1871 in Brünn, II., Novaragasie 6. Nemeth Jo laute, ledig, geb. 7. November 1885 in Ungarn, Knnszentmarton, VII., Stiftgasse 21. Krebs Arnold, ledig, Handelsangestellter. geb. 10. April 1882 in Banjaluka, Bosnien, VII.. Westbahnstraße 16. Guter mann Arthur, verheiratet, k. k. Hofopernsänger, geb. 17. Oktober 1879 in Berlin, II., Stefaniestraße 14. W e i ß e n st e i n Josefa, ledig, Komptoiristin, geb. 11. August 3878. Bez. Chotebor, XVIII., Gentzgasse 90. Korst D r. Karl, früher Kahn, ledig. Rechtspraktikant, geb. 10. Juni 1664 in Wien, II., Glockengasse 18. Blau S t e s oh, ledig. Realschüler, geb. 12. Jänner 1895 in Budapest, II.. Baleriestraße 44. Basch B a u l i n e geb. Meyer, getrennt, Hebamme, geb. 28. Mai 1870 in Schaffa, Mähren, II., Praterstraße 49. . Wellner Sarah, ledig, Kleidernäherin, geb. 23. November 1858 in Papa, Kom. Beszprim, Ungarn, VI.. Eugelgasse 8. P reust Paul, Universitätshörer, geb. 19. September 1886 in Alt- Aussee, Steiermark. Hoch st älter Betty geb. Schwarz, verwitwet, Private, geb. 12. Dezember 1861 in Wien, XII., Seumegasse 10.

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