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Die Wahrheit · 1909-01-08 · Heft 2 (8.1.1909) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1909
Issue
Heft 2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2. Die Wahrheit. Seite 7. noch ein weiteres, drittes Belhaus in unserem Bezirke von einem Privaten veranstaltet wurde, legt uns die Frage nahe, auch noch die Errichtung einer dritten Filiale in unserer Regie in Erwägung zu ziehen; in dieser Filiale würden wir nur ganz billige und Gratissitze ansgeben und können wir uns wohl irgend einen finanziellen Ertrag davon nicht versprechen, jedoch würden wir uns mit Rücksicht auf gewisse Unzukömmlichkeiten, die mit der Leitung einer Filiale von privater Seite stets verbunden sind, und über Wunsch der Knltnsgemeinde. die die Erteilung von Lizenzen an Private überhaupt einstellen will, diesem Bedürfnis wohl nicht entziehen, doch werden wir diese Angelegenheit noch vorher einer sehr ernsten Erwägung widmen. Ans der Chronik unseres Vereines wollen wir hier der Barmizwa des Sohnes Felix, unseres allverehrten Herrn Rabbiners Dr. T a g l i ch t. die am 27. Juni d. I. statlfand, gedenken. Wir freuten uns außerordentlich, unserem verdienstvollen und mit Recht allgemein beliebten und verehrten Seelsorger bei dieser Gelegenheit den Beweis unserer besonderer Wertschätzung zu geben, und waren deshalb tiesbetrübt, als wenige Tage nach dieser solennen Barmizwa-Feier der hoffnungsvolle Sohn unseres Rabbiners von einer schweren Krankheit heimgesucht wurde. Wir haben bei unserer ersten Plenarsitzung nach den Ferien unserer aufrichtigen, innigen Sympathie für unseren verehrten Dr. Taglicht und seine ausgezeichnete, treffliche Gemahlin. durch eine einstimmige Kundgebung Ausdruck verliehen. Mit besonderer Freude erfüllt es uns. daß sich in dem Befinden des Patienten nunmehr eine ausgesprochene Besserung ergeben hat, und dessen Wiederherstellung, die wir vom ganzen Herzen herbeisehnen, wohl außer Zweifel steht. In dem Rechnungsabschlüsse finden Sie auch eine Post. Spezialspenden per K 1200.—, die wir infolge des warmen Appells, den unser verehrter Kaffeverwalter im Verlause der vorjährigen Generalversammlung au die Mitglieder gerichtet har, bei uns eingelansen sind. Es sind dies Spenden, anläßlich freudiger Ereignisse in der Familie unserer verehrten Vorstandsmitglieder, Herrn Ignatz Klei n. Herrn kaiserl. Rat Friedrich Pollak und Herrn kaiserl. Rat Josef T o f f l e r. sowie des Mitgliedes Herrn Leopold Waller, welche je K 300.—, anläßlich der Verheiratung ihrer Kinder dem Tempel widmeten. Wir konstatieren mit Befriedigung und mit wärmstem Danke diese Spenden und möchten es gerne sehen, wenn sie — immer nur ans freudigen Anlässen — Nachahmung finden würden. Es kamen uns im Lause des Jahres noch zu, die Spende von zwei kostbaren Thvraständer-Behängen seitens unseres verehrten Mitgliedes, Herrn Bernh. S t r a k o s ch und seiner Gattin Henriette, sowie eines Fnßteppichs vor der Bundes lade, seitens unseres werten Kollegen, Herrn Ernst S ch ü l l e r. Wir danken diesen wohlwollenden Spendern auch an dieser Stelle herzlichft. Bevor ich diesen Bericht schließe, lassen Sie mich noch eines Ereignisses gedenken, welches zwar nicht direkt unseren Verein berührt, an welchem derselbe jedoch herzinnigen Anteil genommen, ich meine das 40 jährige Jubiläum des Humanitäts- Vereines „N a ch l a t - I e s ch u r n n". Ihr Präsident hat in Begleitung, fast des Gesamtvorstandes bei der Festversammlnng den genannten Verein zu dessen solennen Feier in einer Ansprache herzlichft begrüßt und nehmen tvir auch an dieser Stelle gerne Veranlassung, unsere Sympathie dem so wohltätig wirkenden Verein zu bekunden. Geehrte Versammlung! Einer uns liebgewordenen Gewohnheit folgend, wollen wir unseren Bericht nicht schließen, ohne den Gefühlen, der Anhänglichkeit an unsere alte Mnttergemeinde Ausdruck verliehen zu haben. Wir wollen dies auch in diesem Berichte tun und bitten den hier anwesenden Vertreter des Knltusvorstandes, von diesen Gefühlen entsprechend Kenntnis zu nehmen und sie dem Vorstande der Knltnsgemeinde zu übermitteln. Sie aber, meine geehrten Herren, bitten wir neuerdings um Ihr freundliches Vertrauen und Ihre bewährte Unterstützung, ans die fußend wir der Erfüllung der uns gestellten Aufgaben uns mit unseren schwachen Kräften widmen wollen." Vertreter Salo Cohn dankt für die ihm seitens des Präsidenten zuteilgewordene liebenswürdige und herzliche Be- | grüßuug und erklärt, daß es auch ihn jederzeit freue, in diesem ihm liebgewordenen Kreise zu erscheinen. Mit großen Mühen und Lpfern erhält dieser umsichtig geleitete Verein ein schönes und herrliches Gotteshaus und hiefür, sowie für seine Bestrebungen, zu den hohen Feierragen einem größeren Kreis von Glanbeilsgenosseii die Teilnahme an einem würdigen Gottesdienst möglich zu machen, gebührt ihm der vollste Dank der Knltnsgemeinde. Ein persönlicher Wunsch des Redners gehe noch dahin, daß er baldigst Gelegenheit haben möge, einen Vertreter dieses Vereines als Mitglied der Knltusrepräsenlanz im Knltusvorstande zu begrüßen. In seinem Berichte an letzteren werde er mit Vergnügen die musterhafte Verwaltung des Vereines hervorheben, in dem jeder bemüht sei. Gutes und Ersprießliches zu schaffen. Dr. Carl Löwy dankt namens des Vereines „Nachlath Jeschnrun" für die Sympathie, die der Vorstand des Tempelvereines dem enteren anläßlich des im Henrigen Jahre begangenen 40jährigen Vereinsbestandes bewiesen hat. Er hatte auch die Absicht, in der heutigen Generalversammlung betreffs der letzten Knltnswahlen zu interpellieren, welche die Wünsche der beiden Bezirke, ihren Präsidenten als Vertreter in den Knitnsvorstand zu entsenden, nicht realisiert haben, aber mit Rücksicht aus die diesbezüglich abgegebene Erklärung des Delegierten der Knltnsgemeinde. dilrch welche er befriedigt sei. nehme er hievon Abstand. Hierans wird der Bericht des Vorstandes einstimmig genehmigt. Zn dem Rechnungsabschluß pro 1906 bringt der Vorsitzende ein schreiben des Kassaverwalrers kais. Rat Friedrich Pollak z>tr Verlesung, in welchem er seinem Bedauern Ausdruck gibt, daß er durch Krankheit verhindert 'ei in der Generalversammlung zu erscheinen und den Rechniingsabschluß persönlich zu vertreten. Hierans wird der Rechnungsabschluß tlnd die Bilanz nach der gedruckten Vorlage einstimmig zur Kenntnis genommen. Nach dem Berichte der Revisoren, erstattet durch Herrn Ignaz R e s ch o w s k y. wird dem Gesamtvorstand das Abioln- ( torinm erteilt. Als Revisoren werden die Herren Ignaz R el s ch o w s k y und Leopold S c o w a s s e r und als Ersatzrevisoren die Herren Dr. Carl Löwy nitd Moriz M a n t l e r wiedergewählt. Nach Bestiittmnng des Jahresbeitrages pro 1909 in der bisherigen Höhe wird zu Punkt 6 der Tagesordnung: „Wahlen in den Vorstand" geschritten. Gemäß § 13 der Statuten ist eine Neuwahl ans die Dauer von drei Jahren für die ans dem! Vorstände scheidenden Herren : Konsul Bernhard I a n v w i tz e r, Ignaz Klein. Hermann K ö n i g und k. k. Kommerzialrat Karl Kraus vorznnehmen. Präsident Dr. E n g e l bringt ein Schreiben des Herrn Konsul Bernhard I n n o w i tz e r zur Verlesung, in welchem derselbe erklärt, infolge vielfacher Abwesenheit von Wien und beruflicher Inanspruchnahme eine Wiederwahl nicht annehmen zu können. Ueber Anregung des Präsidenten beschließt die Generalversammlung. dem Bedauern über den Austritt des Herrn Konsul I a n o w i tz e r ans dem Vorstande protokollarisch Ausdruck zu leihen. Herr Hermann König, der beruflich verreist ist. bewirbt sich in einem an die Generalversammlung gerichteten Schreiben neuerdings um ein Mandat. Herr Ignaz Klein erklärt, daß ihm vor drei Jahren die Ehre zuteil wurde, in den Vorstand gewählt zu werden. Das sei eine kurze Spanne Zeit zur Beurteilung einer Tätigkeit und er bitter unter Hinweis auf sein anderweitiges gemeinnütziges Wirken um Prolongation seines Mandates. Falls er wiedergewählt würde, werde er nach wie vor seine Kräfte dem Wohle des Vereines und der Ehre des Jndentnmes widmen. ' Mit kurzen Worten bewirbt sich Herr Kommerzialrat Karl Kraus um die Wiederwahl und als neuer Kandidat tritt Herr Leopold Waller auf, der die Versicherung gibt, daß er bestrebt sein werde, seinen Ehrenposten voll nnb ganz ansznfüllen. Bei der hieraus folgenden Wahl, die von den Skrutatoren David Kohn und Lemberger durchgesührt wird, werden

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